Multitasking am PC: Diese neuen Windows-Funktionen machen es Ihnen leichter!



Was Linux und Mac OS X schon länger können, können nun auch Microsofts Windows 10 PCs: Multitasking. Diese Funktion erleichtert das Arbeiten mit mehreren gleichzeitig geöffneten Anwendungen am Computer erheblich. Denn damit wird dem Effekt entgegengewirkt, dass die Bedienoberfläche umso unübersichtlicher wird, je mehr wir uns in eine Aufgabe oder in ein Projekt vertiefen und je mehr Programme und Ordner wir dafür parallel öffnen müssen. In dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigen wir Ihnen, wie das Multitasking am PC genau funktioniert.

Was ist das Problem?

Der Begriff Multitasking wird in der Psychologie genauso verwendet, wie in der IT und für Windows-PCs. Die Definition ist jedes Mal dieselbe: Mehrere Aufgaben werden gleichzeitig erledigt (= Mehrfachaufgabenperformanz). Die zugrundeliegenden Mechanismen sind jedoch völlig unterschiedlich.

  • Multitasking beim Menschen: Aufgrund der begrenzten Aufmerksamkeitsressourcen unseres Gehirns ist Multitasking nur bei Aufgaben möglich, die uns in Folge von Übung oder Training subjektiv leicht und einfach vorkommen. Bei komplexen und anspruchsvollen Aufgaben wechselt unsere Aufmerksamkeit hingegen andauernd blitzschnell zwischen den verschiedenen Themen hin und her. Das ist nicht nur anstrengender und langsamer, sondern erhöht auch das Risiko für Flüchtigkeitsfehler (weiterlesen in unserem Beitrag → „Hin und hergerissen: Warum Multitasking erlernbar, aber auch gefährlich ist”).
  • Multitasking in der IT: Früher haben die Computer die Gleichzeitigkeit verschiedener Aufgaben nur simuliert, indem sie in minimalen Zeitabständen zwischen verschiedenen Prozessen hin und herwechselten. Ein Steuerprogramm (Scheduler) im Kernel (dem Betriebssystemkern) verwaltet dafür die jeweilige Rechenzeit im Prozessor und kann dabei bestimmte Tasks priorisieren und nachrangige vorübergehend blockieren. Seit den Mehrprozesskernen (Multicore) sind Computer allerdings hardwareseitig zur wirklichen Echtzeit-Gleichzeitigkeit in der Lage. Dies wird jedoch nicht mehr als Multitasking bezeichnet, sondern zur begrifflichen Abgrenzung als Multiprocessing definiert.
  • Multitasking am PC: Dahinter verbirgt sich ein Bündel an Funktionen und Features, mit denen das parallele Arbeiten an verschiedenen Programmen und Anwendungen am Computer vereinfacht wird. Das reicht von mehreren „virtuellen“ Desktop-Darstellungen, auf die Sie einzelne Anwendungen thematisch verteilen können, bis zu einfachen Kniffs für mehr Ordnung mit mehreren gleichzeitig geöffneten Fenstern.

So funktioniert das Multitasking am PC:

I. Die Multitasking-Funktion bei Windows-PCs: Mehrfachdesktops für mehr Ordnung

Windows 10 verfügt über eine neue Task-View Ansicht. Damit werden Ihnen alle geöffneten Tasks (Programme, Ordner, Fenster) auf Ihrem Computer übersichtlich in Form von Miniatur-Kacheln angezeigt und Sie sehen alle aktiven Anwendungen auf einen Blick. Das macht Ihr Multitasking am PC übersichtlicher! Gleichzeitig können Sie auch weitere virtuelle Desktops hinzufügen. Was Ihnen das bringt, erklären wir in Schritt 3 und 4.

  • Schritt 1: Klicken Sie auf das Symbol → Taskansicht in der Taskleiste ganz links unten (das „durchsichtige Quadrat mit Ohren“, siehe Abb. 1).
  • Schritt 2: Im oberen Bereich Ihres Bildschirms werden Ihnen nun alle geöffneten Tasks als Miniaturkacheln eingeblendet. Die Programm-Icons und die Überschriften erleichtern das Zurechtfinden zusätzlich.
  • Schritt 3: Klicken Sie rechts unten auf das Symbol → Neuer Desktop, um eine weitere, virtuelle Bedienoberfläche hinzuzufügen.
  • Schritt 4: In der unteren Mitte des Bildschirms werden Ihnen nun alle geöffneten Desktops angezeigt. Öffnen Sie künftig die einzelnen Anwendungen (Tasks) thematisch sinnvoll in jeweils eigenen Desktops. Beispielsweise ein Desktop nur mit den verschiedenen Word-Dokumenten, ein Desktop für die Grafikbearbeitung, einen rund um die Kommunikation und einen für die Internetrecherche – oder jeweils einen für Projekt A, Projekt B und Projekt C.
  • Fazit: Die Multitaskingansicht sorgt für deutlich mehr Übersicht auf Ihrem PC-Bildschirm. So können Sie schneller zwischen verschiedenen Aufgaben und Anwendungen hin und herspringen, ohne lange mit der Maus suchen oder endlos durch Menü- und Ordnerpfade klicken zu müssen. Das parallele Arbeiten mit verschiedenen Programmen wird dadurch erheblich einfacher und produktiver!

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Abbildung I: Multitasking am PC, Microsoft, Büro Kaizen

II. Weitere Kniffs zur Erleichterung von Multitasking am PC

  • Fenster automatisch an die Seite andocken: Häufig benötigt man auch zwei Fenster/Programme gleichzeitig nebeneinander (z.B. den Internetbrowser und Word, Word und Excel, Word und Word etc.). In Windows 10 gibt es einen ganz einfachen Trick, wie Sie zwei beliebige Anwendungsfenster im Handumdrehen auf jeweils exakt die Hälfte des Bildschirms bringen. Verkleinern Sie die beiden benötigten Fenster und ziehen Sie dann eins mit Schwung links über die Bildschirmseite hinaus und das andere rechts. Dann werden beide automatisch passgenau präzise auf eine halbe Bildschirmseite geöffnet („angedockt“).
  • Aero Shake minimiert alle Fenster: Wenn Sie viel zu viele Anwendungen geöffnet haben, können Sie mit dem Aero Shake alle auf einmal minimieren und gelangen gleich zum Startbildschirm. Greifen Sie dafür einfach das aktuell geöffnete (und maximierte) Anwendungsfenster ganz oben in der Mitte mit der linken Maustaste, gedrückt halten und die Maus nach links und rechts bewegen/schütteln, fertig.
  • Zweiten Bildschirm anschließen: Für noch mehr Übersicht hilft nur noch ein zweiter Bildschirm. Der zweite Monitor wird beim Einstecken in den PC automatisch erkannt. Nun müssen Sie die Bedienoberfläche nur noch so ändern, dass Sie Objekte zwischen den Bildschirmen hin und her verschieben können, so bekommen Sie mehr Platz für Ihr Multitasking. Klicken Sie dafür mit der rechten Maustaste auf einen freien Bereich Ihres Desktop-Startbildschirms und wählen Sie in dem Dropdownmenü den Befehl → Anzeigeeinstellungen. Scrollen Sie bis zu dem Punkt → Mehrere Anzeigen und ändern Sie in dem Auswahlfenster die Einstellung von → Diese Anzeigen duplizieren auf → Diese Anzeigen erweitern. Nun sind beide Bildschirme virtuell miteinander verbunden.

Darauf kommt es an: Ordnung ist die Basis für jedes gute Multitasking am PC!

Wenn wir unsere knappen Aufmerksamkeitsressourcen schon auf verschiedene Aufgaben verteilen müssen – dann bitte nicht auch noch auf das Suchen der einzelnen Aufgabenelemente! Das ist verschwendete Mühe und Zeit. Dagegen hilft nur ein konsequentes Ordnungssystem, mit dem Sie Ihre Computer-Datenbank, Ihren Schreibtisch und Ihr Büro dauerhaft aufgeräumt halten. Das entlastet und schafft wichtige Freiräume fürs Wesentliche.

 

Büro Kaizen digital: Video-Tutorial

 

7 Schritte zum für immer aufgeräumten Schreibtisch

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Und Sie?

Ein weiteres Mittel, um das Multitasking am PC zu erleichtern, ist das Automatisieren von immer wiederkehrenden Routinearbeitsschritten. In Microsofts E-Mail-Client Outlook funktioniert dies beispielsweise mit den QuickSteps. Dann geht das Arbeiten deutlich schneller und Sie haben mehr Zeit für produktivere Arbeiten.

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QuickSteps in Outlook anlegen und verwenden

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