Eustress und Distress – positiver und negativer Stress


Der auf den Mediziner Hans Selye zurückgehende Begriff Eustress ist eine gute Nachricht für alle. Denn, dass Stress nicht nur krank machen, sondern auch glücklich stimmen kann, wird hier wissenschaftlich belegt. Und das Beste daran: Viele Glücklichmacher liegen direkt in Ihrem Büro. Lassen Sie uns doch gemeinsam auf Entdeckungstour gehen.

Definition – Was versteht man unter Eustress?

Stress ist grundsätzlich sehr negativ besetzt. Kein Mensch möchte Stress haben, sich gehetzt und überlastet fühlen. Am Ende kann Stress schließlich nicht nur belastend sein, sondern gar zum Burnout führen. Doch dass hier ein entscheidendes Detail vergessen wurde, wissen die wenigsten. Negativer Stress ist es, der uns belastet. Stress aufgrund einer verstrichenen Deadline, die nicht eingehalten werden konnte. Stress aufgrund unklarer Absprachen und der Ahnungslosigkeit, was nun dem Kunden als Auskunft gegeben werden kann und ähnliche Dinge. Dem gegenüber steht aber der positive Stress, auch als Eustress bezeichnet. Dieser Stress belastet nicht, sondern regt an. Eustress kann sogar dabei helfen, effizienter und zufriedener zu arbeiten. Dann wäre es doch umso sinnvoller, solche positiven Stressoren in den Alltag zu bekommen, nicht wahr?

Sie entscheiden: Eustress oder Distress!
Sie entscheiden: Eustress oder Distress!

Was ist Eustress: Beispiel?

Sie kennen das bestimmt: Wenn wir etwas gerne tun, belastet es uns nicht. Wer also beispielsweise furchtbar gerne Präsentationen ausarbeitet, für das Thema brennt und kein Problem damit hat vor anderen zu sprechen, wird diese Aufgabe nicht als belastend empfinden. Etwas gerne zu tun ist also immer das Ziel. Und um dieses zu erreichen habe ich in meiner langjährigen Berufspraxis viele Tipps ausgearbeitet, die Ihnen die Arbeit erleichtern können. Denn, wenn etwas leicht von der Hand geht, macht es viel eher Freude, als wenn eine Aufgabe bloß zähneknirschend abgearbeitet wird.

Eustress – 3 hilfreiche Tipps

In den folgenden Abschnitten gebe ich Ihnen 3 hilfreiche Tipps für mehr positiven Stress.

Tipp 1: Lieben Sie, was Sie tun!

Wer liebt, was er tut, tut es gerne und gut. Doch wie kann es funktionieren, dass alle Mitarbeiter, von der Empfangsdame bis zum Disponenten, ihre Aufgaben lieben? Dass sie diese nicht als lästigen Alltagstrott wahrnehmen, sondern als Sache, die Sie mögen? Wertschätzung und Verantwortung sind hier zwei ganz wichtige Stichpunkte. Denn wer Verantwortung trägt, beschäftigt sich intensiver mit seiner Aufgabe. Wer Wertschätzung für seine Arbeit erhält, bleibt motiviert. Ein konkretes Beispiel, wie jeder sofort mehr positive Verantwortung erfahren kann, ist eine Zuständigkeitenliste. Legen Sie gemeinsam fest, wer welche Aufgabe übernehmen könnte und vergeben Sie klare Zuständigkeiten. Betreiben Sie dabei aktives Talentmanagement und erfragen Sie, was dem einzelnen Mitarbeiter wichtig ist und wo er seine persönlichen Stärken sieht. Genau dann, wenn jeder mitreden und mitbestimmen darf, stehen die Chancen gut, Aufgaben zu finden, die gerne erledigt werden. Eustress inklusive.

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Verantwortung und Wertschätzung sind wichtige Grundlagen für Eustress.

Tipp 2: Ziehen Sie an einem Strang!

Es gibt ein Vorurteil, mit dem ich öfter konfrontiert werde. Viele Kunden haben zunächst Bedenken, dass zu starre Regeln schwierig umzusetzen seien. Dem ist auch tatsächlich so, deshalb plädiere ich stets für strukturierte Regeln, die ausreichend Freiraum lassen. Lassen Sie es mich so sagen: Sie können Prozesse zu 100 % optimieren und nur 10 % Effizienz gewinnen. Oder Sie optimieren um 20 % und erhalten im Gegenzug 20 % mehr Effizienz. Letztere Rechnung klingt besser, oder?
Der Knackpunkt ist die Alltagstauglichkeit. Jeder im Team muss mit Neuerungen leben und umgehen können, sonst bleiben sie wirkungslos, weil nur ein kleiner Teil der Belegschaft sie umsetzen kann. Oder schlagen ins Gegenteil um und erzielen statt positivem Eustress negativen Disstress. Konkret bedeutet das, dass manchmal eine kleine Veränderung, die aber jeder umsetzen kann, mehr erreichen kann, als tiefgreifende Umstrukturierungen, die einfach zu komplex sind. Einfache Maßnahmen sind beispielsweise sinnvolle Beschriftungen der Unterlagen oder das Einführen einer Posteingangsschale für jeden Mitarbeiter. Bereits solche vermeintlich kleinen Dinge können viel bewirken. Lesen Sie gerne ergänzend hier weiter, warum gemeinsame Spielregeln so wichtig sind. .

Mehr Eustress ist ein Teamprojekt!
Mehr Eustress ist ein Teamprojekt!

Tipp 3: Bleiben Sie motiviert!

Fakt ist, dass derjenige besser arbeitet, der motiviert ist. Und es ihm außerdem leichter fällt, weil er eine motiviert angegangene Aufgabe nicht mit negativem Stress verbindet, sondern leistungssteigernden Eustress verspürt. Als Vorgesetzter tun Sie daher gut daran, die Mitarbeitermotivation zur Chefsache zu machen. Möglichkeiten gibt es viele, eine der besten ist es, Erfolg zu visualisieren. Zeigen Sie Mitarbeitern ihre Erfolge konkret auf, am besten anhand von Zahlen. Wie hat sich seine Leistung seit der gemeinsam festgelegten Neuerung verändert? Geizen Sie nicht mit Lob, denn es ist die Triebfeder jeder Motivation und bester Nährboden für den willkommenen Eustress. Weitere Motivationstipps für Ihre Mitarbeiterführung stehen hier im Blog.

Bleiben Sie immer motiviert!
Bleiben Sie immer motiviert!

Was sind Stressoren Beispiele?

Stressoren werden Ereignisse genannt, welche unseren Körper in Alarmbereitschaft versetzten. Diese können entweder von außen oder aus uns selbst heraus kommen. Außerdem können Stressoren entweder positiven oder negativen Stress auslösen.

Stressoren für positiven Stress: eine Hochzeit planen, Weihnachten, Schulbeginn oder Schulabschluss, Geburt eines Kindes, Beginn des Urlaubs, Beförderung oder neuer Job

Stressoren für negativen Stress: Mobbing, schlechtes Arbeitsklima, Gefühl der Überforderung, zwischenmenschliche Konflikte, Vereinsamung

Was unterscheidet Eustress und Distress?

Stress kann nicht nur negativ sondern auch positiv sein. In der folgenden Grafik sehen Sie den Unterschied beider Stressarten.

Der Unterschied zwischen Eustress und Distress.
Der Unterschied zwischen Eustress und Distress.

 

Eustress (positiver Stress) Distress (negativer Stress)
  • Eustress kann zu Distress werden
  • Distress hat negative psychische und physische Folgen für uns
  • motiviert, mobilisiert Energie
  • hemmt, blockiert, macht ängstlich, gereizt und erschöpft
  • Glücksmomente wie Heirat oder die Geburt des eigenen Kindes können Eustress auslösen
  • Distress hat unterschiedliche Auslöser, z.B.: partnerschaftliche Konflikte oder wenn der Arbeitsplatz gefährdet ist
  • hilft, sportliche Anstrengungen zu bewältigen
  • kann zu Unruhe, Rastlosigkeit, Nervosität, Kraftlosigkeit und Konzentrationsschwächen führen
  • steigert die Performance
  • beeinträchtigt die Performance
  • macht Sie optimistisch, glücklich und stark
  • macht Sie ängstlich, gereizt und gestresst
  • wechselt sich mit Entspannung ab
  • Entspannungsphasen fehlen
  • fordert Sie heraus, aber Sie wissen, wie Sie die Situation bewältigen können
  • überfordert Sie, weil Sie sich hilflos und handlungsunfähig fühlen

Eustress – so werden Sie einen erfolgreichen Tag haben

Der Optimalfall sieht so aus: Jeder hat seine eigene Aufgabe, die er gerne erledigt, fühlt sich wertgeschätzt und ist motiviert. Um genau diesen Zustand zu erreichen, der massig Eustress für alle im Team bereithält, ist eine gute Kommunikation das A und O. Sprechen Sie miteinander über Ziele und Möglichkeiten, Veränderungen und Verbesserungen. Am besten regelmäßig, zum Beispiel in Form eines wöchentlichen Jour fixe. Eustress ist ein echter Erfolgsmotor, denn er regt an und macht uns leistungsstark, ohne zu überlasten. Wenn Ihre Mitarbeiter morgens gerne ins Büro kommen, kann der Tag im Grunde nur erfolgreich werden.

Für ein erfolgreiches Miteinander ist gute Kommunikation der Schlüssel zum Erfolg.
Für ein erfolgreiches Miteinander ist gute Kommunikation der Schlüssel zum Erfolg.


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