Wenn’s in Kopf und Körper ständig kribbelt – Wichtige Tipps gegen die innere Unruhe



Wann haben Sie zuletzt einen Abend zu Hause verbracht und nicht ein einziges Mal an die Arbeit gedacht? Und wann haben Sie zuletzt einen wirklich vollkommen entspannten Abend verbracht, an dem Sie keinerlei innere Unruhe verspürt haben, nicht hibbelig waren, weil der nächste Tag vollgepackt mit Arbeit war, oder sogar ohne dass Sie so genau den Grund dafür wussten? Wie sieht's mit Ihrem Urlaub aus – denken Sie da an die Arbeit?

Was ist das Problem

Unsere Arbeitsbelastung hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Immer mehr Aufgaben, immer komplexere Vorgänge müssen in derselben Zeit oder während vieler Überstunden ausgeführt werden. Gleichzeitig wird Personal eingespart, sodass noch mehr Druck auf den verbliebenen Angestellten lastet.

Viele fühlen sich dadurch überfordert und belastet. Sie können immer seltener wirklich entspannen, ständig fällt ihnen etwas ein, das sie noch tun müssen oder das sie vergessen haben. Auch Reizüberflutung kann Sie belasten.

Diese innere Unruhe überträgt sich dann nicht nur zunehmend auf Ihr Privatleben. Es lässt Sie auch bei der Arbeit unkonzentrierter und angespannter sein. Mit schwindender Konzentration lassen Ihre Effizienz und Ihre Verlässlichkeit nach. Sie schaffen weniger Arbeit als Sie müssten, und dies wiederum verstärkt den Druck.

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Wer innere Unruhe verspürt, wird unkonzentriert und müde. Effizienz und Verlässlichkeit lassen nach.

Wenn Sie dem nicht frühzeitig entgegenwirken, kann es sein, dass Sie in absehbarer Zeit die Tür öffnen werden und der ungebetene Gast sich an Ihnen vorbeidrängt und sagt: "Hallöchen! Ich bin der Burnout. Ich wohne jetzt hier."
Doch wie können Sie dieser inneren Unruhe früh genug begegnen?

So funktioniert es

Für viele ist dieser Zustand der inneren Unruhe alltäglich geworden. Das Gedankenkreisen um den Job scheint manchen sogar fast zur Jobbeschreibung zu gehören und normal zu sein, weil es anderen auch so geht.

Der erste Schritt ist also, den Zustand überhaupt zu erkennen und zu bewerten, und zwar als kein bisschen normal. Wenn Sie krankheitsbedingte und private Gründe ausgeschlossen haben, und wenn Ihre innere Unruhe nicht auf drei Liter Kaffee am Tag zurückzuführen ist, dann sollten Sie sich zunächst auf die Suche nach den Gründen an Ihrem Arbeitsplatz machen.

1. Tipp:

Schauen Sie sich die Vorgänge an, die über Ihren Arbeitsplatz gehen. Welche Abläufe gibt es da? Wie funktionieren sie? An welchen Stellen und zu welchen Zeiten machen sie Ihnen mehr Druck als unbedingt nötig? Wo stocken die Abläufe? Was macht sie schwierig, kompliziert, unübersichtlich oder unberechenbar? Und wo sind die Prozesse so angestaubt, dass sie heute mehr Arbeit machen als früher?

Überdenken Sie diese Vorgänge und suchen Sie nach Möglichkeiten, sie zu vereinfachen, zu entzerren, zu entspannen und inhaltlich wie zeitlich besser Ihrer Arbeitsweise und Ihrem sonstigen Arbeitsaufkommen anzupassen.

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Sprechen Sie mit allen, die an diesen Vorgängen beteiligt sind und suchen Sie gemeinsam nach Lösungen.

Sprechen Sie dazu mit denen, die an diesen Vorgängen beteiligt sind (wenn sie im Haus sind) und überlegen Sie gemeinsam, ob und wie Sie diese Vorgänge optimieren können.

Zahlreiche Tipps zu einer Optimierung und zum Entstauben finden Sie in diesem Blog, z. B. zu Besprechungsprotokollen, zur Dokumentablage oder auch zum Posteingang.

2. Tipp:

Als nächstes sollten Sie dafür sorgen, dass Ihr Arbeitsumfeld klar und aufgeräumt ist. Ein klarer Schreibtisch macht einen klaren Kopf (sehen Sie dazu auch mein Youtube-Video „Leertischler sind effizienter“.)

Schaffen Sie Übersicht auf Ihrem Schreibtisch, aber auch in Ihrem Kalender. Planen Sie dafür Ihre Wochen im Voraus. So haben Sie die Gewissheit, keinen Termin zu vergessen – auch das kann Ihnen schon sehr viel innere Unruhe nehmen.

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Wer die Wochen im Voraus plant, muss nach Feierabend oder im Urlaub nicht dauernd das Handy checken.

Schließlich planen Sie jeden Abend, bevor Sie das Büro verlassen, Ihren nächsten Arbeitstag vor. Schreiben Sie sich alle Termine und Aufgaben in Ihren Tagesplan und planen Sie für alles ausreichend Zeit ein (wenn Sie unsicher sind, wählen Sie das Eineinhalbfache an Zeit).

Sie werden sehen, dass Ihre innere Unruhe nachlassen wird, wenn Sie den nächsten Tag auf diese Weise perfekt vorbereitet haben. Denn dieser nächste Tag ist für Ihren Kopf kein diffuser grauer Nebel mehr, der hin- und her wabert, aber undurchsichtig bleibt und deshalb diese Unruhe bei Ihnen auslöst. Der nächste Tag ist so gut vorbereitet, dass Ihr Kopf weiß: „Aha! Ich kann abschalten! Schönen Feierabend allerseits! Was gibt's zum Abendbrot?“.

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3. Tipp:

Apropos Abendbrot: wenn Sie über einen längeren oder sogar langen Zeitraum diese innere Unruhe verspürt haben, dann verordnen Sie sich jetzt sofort etwas, das einen sehr schönen Namen trägt: Achtsamkeit. Dieses Wort heißt eigentlich nichts anderes, als dass Sie besser und bewusster auf sich aufpassen sollen.

Und das bedeutet: aktive Entspannung z. B. durch Kochen, ein Bad, durch Meditation, durch Yoga, Gartenarbeit, ein gutes Buch oder das Schreiben eines Briefes. Fernsehen ist nicht entspannend, falls Sie das gerade in der Aufzählung vermissten. Fernsehen regt vielmehr an und trägt zu der inneren Unruhe bei.

Aber, um nochmal aufs Essen zurückzukommen: kochen Sie auch mal wieder etwas aus frischen Zutaten. Nehmen Sie sich ein Kochbuch vor, ein Rezept aus einem guten Blog oder auch von Youtube – und dann zelebrieren Sie das Kochen. Decken Sie den Tisch schön ein und genießen Sie das Essen, ohne dabei fernzusehen, Radio zu hören oder zu lesen. Dass damit auch das Smartphone vom Tisch verbannt sein sollte, muss ich nicht extra erwähnen, oder?

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Beim gemeinsamen Grillen dauernd in den Laptop zu starren, ist alles andere als achtsam, nicht nur sich selbst gegenüber.

Ernähren Sie sich gesund, mit Dingen, die Ihnen wirklich schmecken. Tun Sie sich jeden Abend ganz bewusst etwas Gutes. Gehen Sie viel spazieren, aber ohne Kopfhörer, sondern mit offenen Augen und Ohren. Sehen, hören, riechen Sie Ihre Umgebung ganz bewusst (na gut, in der U-Bahn besser nicht – aber da gehen Sie ja hoffentlich auch nicht spazieren). Spüren Sie durch die Schuhsohlen, wie sich der Boden anfühlt, auf dem Sie gehen. Bleiben Sie mal stehen und lauschen Sie Ihrer Umgebung.

Klingt ein bisschen albern, finden Sie, und nach Bäume-Umarmen? Ja, warum denn nicht, wenn es Ihnen gut tut – und das wird es! Lassen Sie andere doch lächeln – die sollten sich besser um ihre eigene innere Unruhe kümmern. Tun Sie täglich etwas ganz Besonderes nur für sich, denn sonst wird die innere Unruhe nicht, und schon gar nicht dauerhaft und nachhaltig, verschwinden.

Darauf kommt es an

Wir sind es so sehr gewöhnt, zu funktionieren, das zu tun, was uns aufgetragen wird, ohne es zu hinterfragen. Wir hinterfragen auch die Menge nicht oder die Notwendigkeit – wir tun es einfach.

Wenn Sie immer wieder diese innere Unruhe verspüren, dann sollten Sie aber alles hinterfragen, was Sie tun. Nicht, um irgendwem einen Fehler in die Schuhe zu schieben, sondern um für sich selbst herauszufinden, was für Sie persönlich besser wäre.

Warum nehmen Sie den Aufzug, nicht die Treppe? Warum lesen Sie kaum noch Bücher, wo Sie früher doch von Büchern gar nicht loskamen? Warum sagen Sie nie nein, wenn der Kollege schon wieder Arbeit auf Sie abschiebt? Warum schlingen Sie Ihr Essen im Stehen oder vor dem Fernseher herunter, anstatt es in Ruhe zu genießen? Warum sitzen Sie in der Mittagspause in der stickigen Kantine, anstatt einmal nach draußen zu gehen?

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Die Zeit läuft, aber eine Mittagspause in der Natur ist viel gesünder als eine in der stickigen Kantine.

Was der Tipp bewirkt

Die vorgegebenen Dinge zu hinterfragen, heißt, sich der Abläufe ansich bewusst zu werden, aber auch der ungesunden, (zu) stressigen Automatismen dahinter. Das Hinterfragen führt zu Klarheit und zu der Möglichkeit, Prozesse zu verbessern, zu vereinfachen, ihnen eine andere Struktur zu geben, die Ihren Arbeitstag entspannter macht.

Das wird Ihre innere Unruhe umwandeln in innere Sicherheit, Ruhe und die Gewissheit, dass alles in geordneten Bahnen läuft und weiter laufen wird. Sie werden dadurch konzentrierter und zuverlässiger arbeiten können, und Ihre Arbeitsweise wird erheblich effizienter.

Extra-Tipp

Viele verspüren diese innere Unruhe nicht nur, weil sie viel Druck und ein unübersichtliches Arbeitsumfeld haben. Sie laden sich noch dazu unnötig viel Arbeit auf, weil sie sehr schlecht nein sagen können.

Kommt der Chef kurz vor Feierabend und will noch etwas ganz Dringendes, kommt die Kollegin und bittet um Hilfe, hat der Kunde Extrawünsche, die Sie noch erfüllen müssen – Sie sagen zähneknirschend ja, weil Sie Sorge haben, dass sich ein Nein negativ auf Ihren Arbeitsplatz und auf Ihre Karriere auswirken könnte.

Diese Sorge ist manchmal begründet, wenn Vorgesetzte nicht gelernt haben, dass das größte Pfund, mit dem sie wuchern können, ihre Angestellten sind, und die natürlich gesund und fit sein müssen. Doch die Sorge ist auch oft unbegründet.

Sie führt dann lediglich dazu, dass die anderen pünktlich Feierabend machen können und keinerlei innere Unruhe verspüren, weil sie wissen: Sie machen das ja für sie!

Die obigen drei Tipps werden Ihnen helfen, in Zukunft besser nein sagen zu können. Denn Sie haben einen besseren Überblick über Ihre Arbeitszeit, über Ihre Aufgaben, Ihre Tagesplanung – und Sie gehen achtsamer mit sich selbst um. Das heißt, Sie laden sich weniger Stress auf, um keine innere Unruhe mehr zu verspüren und stattdessen mit viel mehr Energie an Ihre Arbeit zu gehen.

Noch nicht überzeugt? Dann schauen Sie mal in meine „7 Tipps, sich abzugrenzen“.

Und Sie?

Es gibt noch zahlreiche weitere Möglichkeiten, wie Sie nicht nur Ihre innere Unruhe eindämmen, sondern auch Ihre Arbeit vereinfachen und effizienter machen können. Wenn Sie das interessiert, machen Sie doch mal meinen kostenlosen E-Mail-Kurs „Endlich frei!“ mit. Oder haben Sie das Gefühl, Ihr gesamtes Unternehmen könnte von diesen Tipps profitieren? Wir kommen auch zu Ihnen und beraten Sie dazu, wie Sie die innere Unruhe besiegen und Ihre Arbeit um bis zu 20% effizienter gestalten können.





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