Erschöpfungssyndrom im Büro: Krankmacher erkennen



Krankmacher im stillen Kämmerlein: das Erschöpfungssyndrom und seine Gehilfen

Obacht, diese Thematik ist komplex. Aber ungeheuer wichtig! Denn ein Erschöpfungssyndrom kann schnell zum waschechten Problem für die ganze Abteilung werden. Warum das Erschöpfungssyndrom gleich zwei Gesichter hat und was Sie zumindest gegen eines davon im Büroalltag tun können, möchte ich Ihnen heute zeigen.

Was ist das Problem

Zunächst sollten wir genau unterscheiden, denn das Erschöpfungssyndrom wird oftmals mit einem Burnout gleichgesetzt. Das ist es aber keineswegs, wenn es sich um das chronische Erschöpfungssyndrom, auch Fatigue-Syndrom genannt, handelt. Denn dieses hat meist körperliche Ursachen und tritt überwiegend in Folge eines Infektes oder anderer physischer Erkrankungen auf. Hier sollte in jedem Fall eine ärztliche Behandlung erfolgen, um den genauen Ursachen auf den Grund zu gehen. Doch auch zweite Variante des Erschöpfungssyndroms macht vielen im Job zu schaffen. Konkret äußern sich solche Syndrome dann in geringer Motivation, schwacher Konzentrationsfähigkeit und nachlassender Effizienz in selbst routinierten Aufgaben. Hier liegen die Ursachen der zunehmenden Erschöpfung jedoch in einer überwiegend psychisch starken Belastung. Und diese können wir zumindest zum Teil reduzieren. Was Sie aktiv gegen diesen Zustand tun können? Lesen Sie gerne weiter!

Erschöpfungssyndrom zeigt sich in Ergenissen
Müde, abgespannt, gestresst? Möglicherweise lauert hier ein Erschöpfungssyndrom.

So funktioniert es

Im Folgenden spreche ich stets vom psychosomatischen Erschöpfungssyndrom, nicht dem körperlich begründeten. Denn glücklicherweise können wir hier feinjustieren und psychische Belastungen im Alltag möglichst gering halten. Körperliche Ursachen hingegen lassen dies nicht zu. In meinem Beitrag zum Burnout-Syndrom erfahren Sie mehr über Ursachen und erste Handlungsschritte. Drei weitere wichtige Praxistipps folgen im weiteren Textteil.

Gegen das psychosomatische Erschöpfungssyndrom hilft vor allem Achtsamkeit im Job! Klick um zu Tweeten

Tipp 1: E-Mail-Flut eindämmen

Reizüberflutung kann sehr belastend sein, das erwähne ich im oben verlinkten Artikel bereits sehr deutlich. Aber wo droht Ihnen im Alltag eine Reizüberflutung? Betrachten Sie Ihren Tag einmal ganz genau und achten Sie auf die Details. Viele meiner Kunden bemerken die größten Reizüberflutungen erst auf den zweiten Blick und sind dann ganz erstaunt, welche vermeintlichen Kleinigkeiten am psychosomatischen Erschöpfungssyndrom schuld sein könnten. Eine dieser vermeintlichen Kleinigkeiten ist eine der Errungenschaften schlechthin, die unsere moderne Arbeitswelt ausmachen: die E-Mail! Ja, sie ist wunderbar praktisch, schnell und platzsparend. Aber sie kann auch zur Belastung werden, wenn Sie immer wieder unsere Konzentration stört. Ständige Unterbrechungen durch Posteingangssignale, der tröpfchenweise Eingang von neuen Arbeitsaufgaben etc. können auf Dauer belastend sein, weil sie uns immer wieder aus der Fokussierung reißen. Genau deshalb habe ich eine Übersicht mit 22 Verhaltensregeln für den effizienten Umgang mit E-Mails zusammengestellt. Laden Sie diesen gerne runter und erobern Sie sich ein Stückchen gedankliche Freiheit und Ruhe zum Arbeiten zurück.

Tipp 2: Notizen besser organisieren

Was erschöpft uns neben den ständigen Störungen? Die wiederholte Suche nach Dingen. Bereits in meiner großen Arbeitseffizienz-Studie, die in Zusammenarbeit mit der AKAD-Hochschule Leipzig entstand, wurde dies deutlich. Wir verbrauchen viel zu viel Zeit für die Suche nach Dingen. Dabei sind es vor allem die kleinen Notizen, die wir uns mal eben schnell beim letzten Kundentelefonat gemacht hatten. Oder den Zuruf vom Kollegen im Nachbarbüro, den Sie während einer anderen Aufgabe schnell auf einen Schmierzettel gebracht hatten. Und eine halbe Stunde später? Sind die Notizen verschwunden und die Frustration vorprogrammiert. Gönnen Sie sich daher doch einmal meine Tipps zum Notizen machen und werden Sie dieses Problem ein für alle Mal los. Denn eine gute Organisation und übersichtliche Strukturen sind beeindruckend wirksame Waffen gegen ein psychosomatisches Erschöpfungssyndrom wie den Burnout.

Erschöpfungssyndrom durch Überforderung am Arbeitsplatz
So bitte nicht! Richtiges Notizen machen ist ein kleiner Beitrag gegen das Erschöpfungssyndrom.

Tipp 3: Anleitung zur Selbsthilfe nutzen

Vielleicht der wichtigste Gehilfe im Kampf gegen das Erschöpfungssyndrom sind aber Sie selbst. Wo stellen Sie Baustellen in Ihrer Abteilung fest? Was konkret bringt Sie aus der Ruhe? Was stört Ihre Konzentration? Solche und ähnliche Fragen können Sie mit Hilfe der Checkliste Abteilung stellen und beantworten. Und erscheint eine mögliche Gefahrenquelle für die Entwicklung eines Erschöpfungssyndroms, regen Sie in Ihrem eigenen Interesse zeitnaheine Verbesserung an.

Erschöpfungssyndrom vorbeugen durch betriebliches Vorschlagswesen
Auch eigene Vorschläge können gegen das Erschöpfungssyndrom helfen.

Extra-Tipp: keine Chance dem Erschöpfungssyndrom

Es geht immer um den ganzen Menschen, wenn wir von psychisch belastenden Faktoren sprechen. Daher nützt es Ihnen im Alltag wenig, wenn nur ein Bereich organisiert ist und sprichwörtlich „läuft“. Die meisten Grundsätze meines Büro-Kaizen® können Sie ruhigen Gewissens auf den Privatbereich übertragen. Wie das geht, zeigen Ihnen meine Tipps zur dauerhaften Ordnung im Privatbereich.

Darauf kommt es an

Egal, woher ein psychosomatisches Erschöpfungssyndrom kommt – wichtig ist, dass Sie sich der allgegenwärtigen Gefahr einer solchen Erkrankung bewusst sind. Das bedeutet nun nicht, dass Sie in Panik geraten müssen. Aber es ermuntert dazu, im Alltag achtsamer zu werden und mögliche Gefahrenquellen gleich zu eliminieren.

Was der Tipp bewirkt

Ein Erschöpfungssyndrom ist keine Kleinigkeit und ich möchte Ihnen hier nichts vormachen. Sämtliche Tipps, die Sie hier lesen, ersetzen den ärztlichen Rat selbstverständlich nicht. Ich kann Ihnen an dieser Stelle keine Heilung versprechen, aber vorbeugen helfen, dass es gar nicht erst soweit kommt, können die Praxistipps durchaus. Gehen Sie proaktiv heran, optimieren Sie Ihren Arbeitsplatz und geben Sie dem Erschöpfungssyndrom dadurch keine Chance.

Und Sie?

Möglicherweise stimmt Sie dieser Artikel nachdenklich. Dann ist der erste Schritt zu mehr Achtsamkeit bereits getan. Teilen Sie den Artikel mit Ihren Kollegen oder sprechen sie gemeinsam über Dinge zum Thema Effizienz, aber eben auch zu Ruhe und Gelassenheit im stressigen Arbeitsleben. Genau diese Themen knüpfen dort an, wo dieser Artikel nun endet. Ich freue mich auf Sie!



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1 Kommentar
  • Danke für diesen Beitrag. Ich brauche dringend einen Roten Faden zur Bewältigung meiner dienstlichen und privaten emailflut. Habe oft das Gefühl den Überblick zu verlieren . Manchmal lasse ich es auch schleifen , meist im privaten Postfach. Dann sind schnell mal 1000 ungelesene Mails drin . Da ist das große Suchen vorprogrammiert.


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