Lust auf Neues? – So finden Sie mit Brainstorming frische Ideen im Job



Schon wieder bringt das Konkurrenzunternehmen ein geniales neues Produkt auf den Markt. Wie kommen die nur auf diese innovativen Ideen? Beständigkeit ist zwar gut und schön, aber wer nicht über den Tellerrand schaut, hat in vielen Branchen das Nachsehen. Denn der Markt ist groß und die Kunden sehr kritisch. Es ist gar nicht so leicht, die ausgetretenen Pfade zu verlassen, wenn der geniale Geistesblitz auf sich warten lässt. In diesem Beitrag stelle ich Ihnen kreative Ideenfindungsmethoden wie die 6-3-5-Methode oder das paradoxe Brainstorming vor, die Ihr altes Denkschema auf den Kopf stellen. So finden Sie gemeinsam mit Ihrem Team überraschend pfiffige Lösungen.

Brainstorming ist eine tolle Methode, um im Team kreative Lösungen zu finden.
Brainstorming ist eine tolle Methode, um im Team kreative Lösungen zu finden.

Was ist das Problem

Ein neues Produkt bzw. eine neue Dienstleistung auf den Markt bringen, Produktionsabläufe verbessern oder umständliche Arbeitsschritte optimieren, das ist gar nicht immer so einfach. Denn nicht jeder steht Veränderungen offen gegenüber. Diese Zweifler ersticken mit Kritik jeden neuen Vorschlag. Bei Teambesprechungen kann es wiederum leicht passieren, dass sich immer dieselben Personen zu Wort melden während andere sich nicht trauen, ihre Ideen öffentlich zu äußern. So bremsen sich alle gegenseitig aus und die Stimmung verschlechtert sich immer mehr. Innovationen sind in diesem Klima Fehlanzeige.

So funktioniert es

Der amerikanische Autor und Werbefachmann Alex F. Osborn stellte während seiner beruflichen Tätigkeit immer wieder fest, dass Teamsitzungen das kreative Potenzial der Beteiligten blockierten. Deshalb entwickelte er die Methode des Brainstormings. Weil die Ideen in der Findungsphase nicht mehr kritisiert oder bewertet werden durften, entfalteten alle erstaunlich kreatives Potenzial. Gleichzeitig fördert die Methode auch die Kommunikation und das Selbstvertrauen des einzelnen Mitarbeiters. Führen Sie Brainstorming immer in diesen drei Phasen durch: Vorbereitung, Ideenfindung und Ideenbewertung.

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Tipp Nr. 1: Bereiten Sie Brainstorming gut vor

Brainstorming ist zwar eine unkomplizierte Methode, die aber trotzdem einiger Vorbereitungen bedarf. Stellen Sie eine Gruppe von vier bis acht Teilnehmern zusammen. Optimal ist ein Moderator, der sich neutral verhält und die Gruppe leitet. Je nach Methode brauchen Sie unterschiedliche Materialien. Stellen Sie alles bereit, was Sie brauchen. Kreatives Arbeiten ist anstrengend, also sorgen Sie für einen gemütlichen Besprechungsraum und stellen Sie Getränke und etwas zu knabbern zur Verfügung. So bleiben alle bei der geistigen Schwerstarbeit gut gelaunt. Brainstorming in der Gruppe funktioniert nur, wenn Sie Regeln einhalten. Schreiben Sie die Regeln am besten auf die Flipchart oder die Wandtafel. Der Moderator sorgt außerdem dafür, dass sich alle daran halten.

Die Regeln für das Brainstorming:

1. Kritik verboten:
Während der Phase der Ideenfindung sind negative Kommentare und Diskussionen nicht erlaubt.

2. Quantität geht vor Qualität:
Je mehr Vorschläge, desto besser. Unsinnige, ungewöhnliche oder abschweifende Antworten sind ausdrücklich erwünscht.

3. Ideen aufgreifen:
Jeder kann selbstverständlich Vorschläge der anderen Teammitglieder aufgreifen und diese weiterentwickeln.

4. Ideen notieren:
Achten Sie darauf, dass alle Antworten schriftlich festgehalten werden.

Extra-Tipp:

Sowohl Brainstorming als auch Besprechungen sind nur dann effizient, wenn sie gut vorbereitet werden. Das fängt mit der Einladung an und endet mit einem aussagekräftigen Protokoll. Ich habe Ihnen die wichtigsten Tipps zusammengestellt, wie Sie effektive Super-Besprechungen von A bis Z planen.

Ein Brainstorming im Stehen verläuft effektiv und ist garantiert nicht langweilig.
Ein Brainstorming im Stehen verläuft effektiv und ist garantiert nicht langweilig.

Tipp Nr. 2: Brainstorming-Methoden für die Ideenfindung

Bevor Sie mit in die Denkarbeit gehen, legen Sie erst einmal das Ziel fest. Was wollen Sie überhaupt erreichen? Gibt es ein Problem zu lösen, sollten Abläufe effizienter werden, wollen Sie ein neues Produkt auf den Markt bringen oder eine neue Dienstleistung anbieten. Formulieren Sie dieses Ziel mit konkreten Worten. Gleichzeitig sollte das Ziel realistisch und gut umsetzbar sein. Achten Sie darauf, dass jeder die Fragestellung auch verstanden hat, damit alle über das gleiche Problem nachdenken.

Für das Brainstorming eignen sich besonders gut diese drei Methoden:

Das klassische Brainstorming

Für einen Zeitraum von 15 Minuten nennen alle Teammitglieder ihre Ideen zur Fragestellung. Der Moderator notiert alle Vorschläge am Flipchart. Ideen der anderen dürfen aufgegriffen und weiterentwickelt werden. Bei dieser Methode ist allerdings die Gefahr groß, dass einige Teammitglieder bei ungewöhnlichen Antworten mit Unmutsäußerungen den kreativen Fluss blockieren.

Die 6-3-5-Methode

Bei dieser Technik ist der Zeitdruck entscheidend, Sie brauchen daher eine Stoppuhr. Ideal sind sechs Teilnehmer. Diese erhalten jeweils ein Blatt Papier, auf dem sie drei Ideen notieren. Das Blatt wird dann fünf Mal weitergereicht. Bereiten Sie für jeden Teilnehmer ein Blatt mit einer Einteilung entsprechend der Vorlage vor. Jeder Teilnehmer notiert drei Ideen. Nach spätestens fünf Minuten reichen alle ihr Blatt im Uhrzeigersinn zum Nachbarn weiter. Nun werden in der nächsten Spalte weitere drei Ideen notiert. Dabei darf sich jeder von den Vorschlägen auf dem Blatt inspirieren lassen. So geht es weiter, bis alle Felder gefüllt sind und auf jedem Blatt 18 Ideen stehen.

Vorlage für die 6-3-5-Methode
Vorlage für die 6-3-5-Methode

Unter Zeitdruck kommen den Teilnehmern oft die besten Ideen.
Unter Zeitdruck kommen den Teilnehmern oft die besten Ideen.

Paradoxes Brainstorming

Manchmal fällt es den Teammitgliedern nicht leicht, Ihre Gedanken in alle Richtungen schweifen zu lassen. Hier bringt Sie ein paradoxes Brainstorming weiter. Es verläuft wie das klassische Brainstorming, allerdings drehen Sie die Fragestellung um. Wollen Sie die Kundenzufriedenheit verbessern, stellen Sie die Frage, wie Sie Ihre Kunden verärgern können. Sie werden sehen, hier fallen allen sofort viele Antworten ein. Diese werden untereinander an dem Flipchart notiert. Nun haben Sie eine große Zahl von Missständen. Überlegen Sie in der gemeinsamen Diskussion, welche Aussagen auf Ihr Unternehmen zutreffen und wie Änderungen herbeigeführt werden können.

Extra-Tipp:
Führen Sie nicht für jede Kleinigkeit ein Brainstorming durch. Sonst hat sich diese Methode schnell erschöpft. Stattdessen können Sie das Vorschlagwesen einführen. Denn jeder einzelne Mitarbeiter ist Experte auf seinem Gebiet. Er weiß ganz genau, wo es hakt und wie sich problematische Abläufe verbessern lassen. Lesen Sie, wie Sie das Verbesserungswesen in Ihrem Unternehmen einführen.

Mit einem Klick auf das Bild erhalten Sie eine Vorlage für Verbesserungsvorschläge.
Mit einem Klick auf das Bild erhalten Sie eine Vorlage für Verbesserungsvorschläge.

Tipp Nr. 3: Wie Sie die Brainstorming-Ideen in Lösungswege umwandeln

Nun haben Sie einen Pool an kreativen Ideen. Bevor Sie die Lösungen erarbeiten, sollte etwas Zeit vergehen. Dann trifft sich das Team erneut. Wenn erforderlich, können Sie auch einen Experten einladen. Sortieren Sie zunächst die Vorschläge aus, die Ihren finanziellen oder personellen Rahmen sprengen. Im nächsten Schritt erhalten alle Mitglieder des Teams drei Klebepunkte. Diese dürfen sie an die von ihnen bevorzugten Lösungsvorschläge anbringen. Die Ideen mit den meisten Punkten betrachten Sie nun intensiver zum Beispiel mit einer klassischen Pro- und Contra-Liste. Teilen Sie Ihr Team in zwei Gruppen auf. Eine erarbeitet die Vorteile, die andere konzentriert sich auf die Nachteile der Vorschläge. In der anschließenden Diskussion kristallisiert sich letztendlich der richtige Lösungsweg heraus.

Extra-Tipp:

Es ändert sich nichts, wenn der neue Lösungsansatz in der Schublade verschwindet. Überlegen Sie, wie Sie die Idee am besten in die Tat umsetzen. Dafür empfehle ich Ihnen, den neuen Lösungsweg als SMART-Ziel zu formulieren. Die einzelnen Buchstaben stehen für:
S – spezifisch: Formulieren Sie das Ziel konkret, spezifisch und präzise.
M – messbar: Sie brauchen ein Kriterium, an dem Sie den Erfolg bzw. die Umsetzung des Ziels erkennen können.
A – angemessen und attraktiv: Ein Ziel darf weder über- noch unterfordern.
R – realistisch: Utopische Zielvorgaben demotivieren.
T – terminiert: Setzen Sie einen klaren Termin, wann das Ziel erreicht werden soll.

Darauf kommt es an

Sorgen Sie für ein entspanntes und angstfreies Arbeitsklima. Denn nur so ist es möglich, das Potenzial des gesamten Teams auszuschöpfen. Warum Fehler sogar eine Chance für Verbesserungen bedeuten, erkläre ich Ihnen ausführlich in meinem Blog-Beitrag zum Thema Fehlermanagement.

Was der Tipp bewirkt

Wenn Sie aktiv Lösungen suchen, bringen Sie sich und Ihr Unternehmen auf die Erfolgsspur. Gleichzeitig ist Brainstorming aber auch eine wunderbare Methode, um miteinander zu kommunizieren. Selbst eine verrückte Ideen kann noch lange als humorvoller Gesprächsstoff dienen und so den Zusammenhalt des gesamten Teams fördern.

Und Sie?

Haben Sie Kolleginnen und Kollegen oder Freunde, denen dieser Artikel helfen würde? Wir freuen uns, wenn Sie ihn teilen und auf uns aufmerksam machen! Kennen Sie eigentlich schon meine Podcast-Beiträge auf YouTube? In kurzen Einspielern zeige ich Ihnen, wie Sie mit Büro-Kaizen® die Effizienz in Ihrem Unternehmen bis zu 20 Prozent steigern.

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