Wer vertraut und zutraut beweist Führungsstärke



Wenn die Katze aus dem Haus ist, tanzen die Mäuse auf dem Tisch? Auch wenn dieses Sprichwort in vielen Büros zu gelten scheint, ist es der völlig falsche Ansatz. Ich halte es da lieber mit Robert Lembke, der einmal sagte: „Die Fähigkeit eines Chefs erkennt man an seiner Fähigkeit, die Fähigkeiten seiner Mitarbeiter zu erkennen.“ Genau das ist Führungsstärke. Keine strengen Hierarchien, keine langen Dienstwege, sondern Zutrauen und Vertrauen. Ändern Sie drei Dinge und Ihre Führungsstärke wird effektiver als je zuvor.

Was ist das Problem

Wenn ich die Unternehmen meiner Kunden betrete, herrscht manchmal eine angespannte Stimmung. Vor allem, wenn es zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern nicht harmoniert, spüre ich dies recht schnell bereits beim ersten Treffen. Manch ein Mitarbeiter öffnet sich dann erst im Gespräch unter vier Augen, legt ineffiziente Arbeitsabläufe dar oder kritisiert bestehende Vorgänge. Vor dem Vorgesetzten direkt kommen diese hingegen nicht zur Sprache, sei es aus Angst anzuecken oder schlichtweg aus mangelndem Zuständigkeitsbewusstsein für die jeweilige Aufgabe. Hier Verbesserungen durchzusetzen wird schwierig, denn wenn schon keinerlei offenes Gespräch möglich ist, fällt es schwer, Verbesserungspotenziale überhaupt zu entdecken. Geschweige denn, nötige Verbesserungen durchzuführen.

Probleme, aber keinen Mut einen Verbesserungsvorschlag zu machen? Hier mangelt es an Führungsstärke.
Probleme, aber keinen Mut einen Verbesserungsvorschlag zu machen? Hier mangelt es an Führungsstärke.

So funktioniert es

Wer Führungsstärke beweisen möchte, muss in erster Linie an der Kommunikation arbeiten. Denn vieles steht und fällt mit einer funktionierenden internen Kommunikation. Mindestens genauso wichtig sind aber das Vertrauen in die eigenen Mitarbeiter und das Zugeständnis, dass wichtige Dinge nicht immer allein Chefsache sein müssen. Drei Tipps für Führungsstärke in der Praxis, die weder den Chef überfordert noch den Mitarbeiter unterfordert zurücklässt, folgen nun.

Tipp 1: Führungsstärke ist Kommunikationsstärke

Ich erwähnte es bereits, möchte aber gerne noch etwas konkreter werden. Im letzten Jahr traf ich einen Mitarbeiter, der bereits viele Jahre in seinem Unternehmen beschäftigt war. Trotzdem tat er sich mit seinen Aufgaben schwer. Nie war der Chef zufrieden und gab seine Arbeiten mit dem Kommentar „Bitte überarbeiten!“ zurück. Damit konnte der Mitarbeiter jedoch nichts anfangen, der Chef aber war ganztags in Meetings und nicht greifbar. Das Ergebnis: Die Arbeit blieb liegen oder wurde nur mit großer Verzögerung fertig. Woran hat es hier gemangelt? Einzig und allein an einer ordentlichen Kommunikation. Denn Führungsstärke bedeutet nicht, kurze Kommandos zuzurufen, sondern konstruktive Anmerkungen zu machen. Es wäre wesentlich besser gewesen, der Vorgesetzte hätte sich fünf Minuten Zeit genommen, um dem Mitarbeiter zu erklären, was genau den Chef nicht zufriedenstellte. Führungsstark sein bedeutet auch greifbar zu sein und mit den Mitarbeitern zu sprechen. Zur optimalen Führungsstärke gehören daher aussagekräftige Feedbacks oder noch besser gleich relevante Angaben, wenn eine Aufgabe delegiert wird..

Nicht wissen, was der Chef eigentlich will: die Folge mangelnder Führungsstärke
Nicht wissen, was der Chef eigentlich will: die Folge mangelnder Führungsstärke

Tipp 2: Führungsstärke bedeutet Zutrauen

Um noch einmal auf Robert Lembke zurückzukommen, bedeutet Führungsstärke immer auch, den Mitarbeitern etwas zuzutrauen. Ein Chef, der das eigene Team für unfähig hält, wird nie ein guter Chef sein können und sein Team nie zum erfolgreichen Team machen können. Anderen etwas zutrauen ist immer eine gute Idee, denn meine Erfahrung zeigt mir, dass es unzählige unentdeckte Talente in deutschen Büros gibt. Diese zu entdecken zeugt von Führungsstärke. Talente entdecken können Sie zum Beispiel, indem Sie beim Quartalsgespräch konkret nachfragen, ob dem Mitarbeiter seine aktuellen Aufgaben liegen, wo er persönlich noch Entwicklungspotenzial sieht etc. Auch bei Neueinstellungen gibt es gute Tipps, die richtigen Talente ins Boot zu holen. Lesen Sie ergänzend gerne meinen Blogbeitrag zum Talentmanagement.

Dem anderen etwas zutrauen zeugt von Führungsstärke.
Dem anderen etwas zutrauen zeugt von Führungsstärke.

Tipp 3: Führungsstärke heißt vertrauen können

Erinnern Sie sich bitte noch einmal kurz an mein einführendes Beispiel. Der Mitarbeiter hat dem Chef nichts von den völlig ineffizienten Arbeitsabläufen erzählt. Oftmals liegt das daran, dass wichtige Aufgaben allein als Sache des Chefs angesehen werden und sich der Mitarbeiter zu wenig mit ihnen identifiziert. Hier können Vorgesetzte und Mitarbeiter gleichermaßen etwas tun. Machen Sie als Chef Ihre Mitarbeiter zu Mitverantwortlichen. Schenken Sie Ihnen Vertrauen und verantwortungsvolle Aufgaben, denn das fördert nachweislich die Motivation. Und führen Sie ein offenes Verbesserungsvorschlagswesen ein. Allein die Existenz dessen zeigt, dass Sie den guten Ideen der Mitarbeiter vertrauen und diesen auch Gehör schenken wollen. Gibt es solch ein Verbesserungsvorschlagswesen nicht, ist die Hürde Verbesserungen anzuregen ungleich höher. Führungsstärke bedeutet also immer auch, das Vertrauen in die Fähigkeiten und wertvollen Hinweise des Teams zu legen. Viele weitere Tipps hierzu liefert auch das kostenlose E-Book „Die 33 Rosen“.

#Führungsstärke heißt vor allem #vertrauen und #zutrauen. Klick um zu Tweeten

Darauf kommt es an

Ein Chef alleine kann nichts ausrichten. Sehen Sie sich mehr als Steuermann, der die Richtung weist, ohne seine Mannschaft aber nicht am Ziel ankommen wird. Werden Sie zum Teamplayer, fördern Sie eine proaktive Zusammenarbeit und schenken Sie einander Wertschätzung und Vertrauen. Erst danach folgen weitere Schritte wie der aufgeräumte Schreibtisch oder die gelungene Archivierung.

Führungsstärke ist proaktiv.
Führungsstärke ist proaktiv.

Was der Tipp bewirkt

Miteinander sprechen, anderen etwas zutrauen und ihnen vertrauen – diese Basics in der Zusammenarbeit können viel verändern. Das vorhandene Potenzial des Teams wird wesentlich besser ausgeschöpft, Krisen werden minimiert und die Motivation steigt. Gerade letztere ist die beste Entlastung für Chefs, wie auch dieses Video zeigt.

Und Sie?

Was bedeutet für Sie Führungsstärke? Haben Ihnen meine Tipps weitergeholfen? Hinterlassen Sie mir gerne einen Kommentar – ich freue mich auf Ihr Feedback!



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