Fenster auf, Fenster zu – Nie wieder Stress mit dem Raumklima



Der sportliche Kollege Meier ist Frischluftfanatiker und würde im Büro am liebsten den ganzen Tag das Fenster auf Kippe offen stehen lassen. Aber schon nach wenigen Minuten beklagen sich die Kollegen über die kalte Luft. So geht es hin und her, und nicht nur das Raumklima heizt sich auf. Zusätzlich sorgen auch Computer, Drucker und andere elektronische Geräte für schlechte Luft im Büro. Der Elan der Mitarbeiter schwindet in dem Mief und sie werden müde und unkonzentriert. Mit diesen Tipps verbessern Sie nicht nur das Raumklima sondern auch die Stimmung am Arbeitsplatz.

Wenn Sie auf ein gesundes Raumklima achten, fühlen Sie sich wie an der frischen Luft.
Wenn Sie auf ein gesundes Raumklima achten, fühlen Sie sich wie an der frischen Luft.

Was ist das Problem

Büromitarbeiter verbringen ein Drittel des Tages bei der Arbeit. Ihre Arbeitsleistung hängt ganz stark vom Raumklima ab. Wer friert oder schwitzt, kann sich nicht konzentrieren. Aber wenn sich mehrere Kollegen ein Büro teilen, gleicht es einem Drahtseilakt, sich auf eine Temperatur zu einigen. Dabei übersehen die Frischluftmuffel, dass sich durch die elektronischen Geräte das Raumklima negativ verändert. Die trockene Luft macht müde, reizt die Schleimhäute und kann zu Atemwegserkrankungen führen. Um sich wach zu halten, trinken die Angestellten zu viel Kaffee. Der puscht aber nur kurzfristig auf. Schon nach kürzester Zeit stellt sich wieder eine bleierne Erschöpfung ein. Die Gedanken werden fahrig und die Leistungsfähigkeit sinkt immer mehr.

So funktioniert es

Tipp Nr. 1: Die optimalen Werte für ein gesundes Raumklima

Es sind mehrere Faktoren, die die gesunde Luft am Arbeitsplatz beeinflussen: Die Temperatur, die Luftfeuchtigkeit und die Luftzirkulation. Dabei ist es eine Frage des persönlichen Empfindens, wie der einzelne reagiert. Besonders schwierig wird die Situation im Büro, wenn eine Kollegin unter Hitzewallungen leidet. Sie schwitzt, auch wenn die Raumtemperatur gar nicht hoch ist. Sehen Sie die folgenden Grenzwerte aus der Arbeitsstättenverordnung deshalb nur als ersten Richtwert:

  • Raumtemperatur: Sie sollte zwischen mindestens 20° C und maximal 26° C liegen. Entsprechend den Jahreszeiten kann die Zahl variieren. Aber die meisten Menschen empfinden eine Temperatur von 22° C als angenehm. Es ist nicht zu kalt und nicht zu warm und der Fokus kann ungehindert auf die Arbeit gerichtet werden.
  • Luftfeuchtigkeit: Optimal ist eine Luftfeuchtigkeit zwischen 30 und 65 Prozent. Trockene Luft verursacht Kopfschmerzen. Elektronische Schläge sind ein typisches Zeichen für zu trockene Luft.
  • Luftzirkulation: Zugluft führt schnell zu Nackenverspannungen. Deshalb sollte die Luftgeschwindigkeit im Büro nicht 0,2 Meter pro Sekunde übersteigen. An stürmischen Tagen ist es besser, sich während des Lüftens in einen anderen Raum aufzuhalten.

Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist die Schadstoffkonzentration im Büro. Inzwischen ist das Rauchen in den Räumen nicht mehr erlaubt. Lästiger ist der Tonerstaub vom Drucker, der im Verdacht steht, die Krebsgefahr zu erhöhen. Am besten stellen Sie den Drucker in einem externen Raum auf, der regelmäßig gelüftet werden kann.

Extra-Tipp:

Nicht nur das Raumklima wirkt sich gesundheitlich negativ auf Ihren Körper aus. Auch das lange Sitzen vor dem Computer führt zu massiven gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie Nacken- und Rückenschmerzen. Bürogymnastik ist eine tolle Möglichkeit, die verspannten Muskeln zu lockern und wieder neue Energien zu tanken. Probieren Sie diese fünf Übungen aus.

Tipp Nr. 2: So verbessern Sie das Raumklima im Büro

Sie können zwar die Temperatur und Luftfeuchtigkeit messen und auf die entsprechenden Durchschnittswerte einstellen, aber damit beginnt wahrscheinlich schon der Ärger. Kollege Meier schwitzt schon bei 18 Grad, während es vor allem Frauen lieber kuschlig warm wünschen. Wenn mehrere Menschen zusammen in einem Raum arbeiten, gleicht es einer diplomatischen Aktion, das Raumklima zu verbessern. Ich zeige Ihnen, worauf Sie achten sollten:

  • Fangen Sie nicht plötzlich an, das Raumklima nach Ihren Vorstellungen zu verändern sondern besprechen Sie sich zuerst mit den Kolleginnen und Kollegen im Büro. Welche Temperatur empfinden alle als angenehm? Experimentieren Sie gemeinsam, bis sich alle wohl fühlen. Manchmal ist es auch sinnvoll, die Raumbelegung neu zu überdenken. Dann bekommt Kollege Meier ein Einzelbüro, weil niemand sonst bei so kühlen Temperaturen arbeiten möchte. Mit mehr Verständnis und Rücksichtnahme auf die Befindlichkeiten aller finden Sie garantiert passende Lösungen.
  • Entscheidend für gesunde Luft ist das regelmäßige Stoßlüften. Das bedeutet, das Fenster wird kurz geöffnet. Die Dauer richtet sich hierbei nach den Außentemperaturen. Die frische Luft sorgt für einen Luftaustausch, und es gelangt wieder Sauerstoff in das Büro. Als Folge können Sie und Ihr Team sich wieder besser konzentrieren.
  • In manchen Büros ist es gar nicht so einfach, eine konstante Temperatur einzustellen. Entweder ist es zu kalt oder zu warm. Ein Wechsel des veralteten Heizthermostats schafft in der Regel ganz schnell Abhilfe.
  • In der Regel ist die Luftfeuchtigkeit in Büros zu niedrig. Im Fachhandel können Sie mechanische Luftbefeuchter erwerben. Noch besser sind Grünpflanzen, die sich positiv auf das Raumklima auswirken und auch noch gut aussehen. Auch in diesem Fall sind Absprachen mit den Zimmerkolleginnen und –kollegen wichtig. Am besten gehen Sie gemeinsam in eine Gärtnerei und lassen sich beraten, welche Pflanzen für Ihren Standort geeignet sind. Optimal sind unkomplizierte Pflanzen wie Efeu oder die Grünlilie.
  • Sind Fenster und Türen nicht gut isoliert, entsteht Zugluft. Die Zugluft lässt sich leicht mit einer brennen Kerze ermitteln. Flackert diese auf dem Schreibtisch, sitzen Sie im Zug. Wenn nicht gerade eine Renovierung ansteht, hilft es schon, den Schreibtisch so aufzustellen, dass Sie nicht direkt zwischen Fenster und Tür sitzen. Eine weitere Variante sind sogenannte Zugluftstopper für Türen oder Fenster, die nicht viel kosten.

Zufriedene Mitarbeiter ziehen an einem Strang.
Zufriedene Mitarbeiter ziehen an einem Strang.

Tipp Nr. 3: Machen Sie das Raumklima zu einer teambildenden Maßnahme

Schweißgeruch, eine aufdringliche Parfümnote oder eine Knoblauchfahne wirken sich ebenfalls belastend auf das Raumklima aus. Wer darunter leidet, steht vor der Frage, ob er den entsprechenden Kollegen auf diese unangenehmen Gerüche ansprechen soll. Oft leiden Menschen stillschweigend. So baut sich mit der Zeit viel Frust auf und der Kopf ist nicht mehr frei für die Arbeit. Im schlimmsten Fall entwickelt sich eine starke Abneigung gegenüber dem Verursacher. Die Stimmung rutscht in den Keller und belastet stark das Betriebsklima. Hier hilft es nur, wenn der müffelnde Kollege direkt angesprochen wird. Wählen Sie einen Zeitpunkt für das Gespräch, wenn beide Parteien entspannt sind. Das Problem sollte direkt, aber mit höflichen Worten angesprochen werden.

Zu heiß, kalt und zugig – Ein gesundes #Raumklima gehört zu einem gesunden Arbeitsplatz. Klick um zu Tweeten

Extra-Tipp:

Im Berufsleben tauchen immer wieder schwierige Situationen auf, in denen Sie zwischen zwei Wegen wählen können. Wer sich nicht entscheiden kann, arbeitet langfristig gesehen nicht mehr effizient. Denn die Gedanken kreisen nur noch um diese Konfliktsituation. Lesen Sie, wie Sie in fünf klassischen Situationen Bürokonflikte in den Griff bekommen.

Darauf kommt es an

Ohne Kompromisse kann eine Bürogemeinschaft nicht funktionieren. Machen Sie sich und Ihrem Team bewusst, dass jeder Mensch unterschiedlich empfindet. Der eine friert leicht, der andere hasst Hitze. Einigen Sie sich bei Streitfragen immer auf eine Temperatur, die beide noch angenehm empfinden.

Was der Tipp bewirkt

Wer sich wohl fühlt, hat den Kopf frei und kann konzentriert arbeiten. Ein angenehmes Raumklima ist nicht nur gesund sondern stärkt die Leistungsfähigkeit. Außerdem ist es positiv für die Motivation, wenn sich alle Mitarbeiter gleichermaßen gut fühlen.

Und Sie?

Haben Sie Kolleginnen und Kollegen oder Freunde, denen dieser Artikel helfen würde? Wir freuen uns, wenn Sie ihn teilen und auf uns aufmerksam machen! Für mehr Gelassenheit bei der Arbeit empfehle ich Ihnen auch meine kostenfreie E-Mail-Serie mit meinen 12 effektivsten Strategien: Endlich frei.

Extra-Tipp:

Burnout, Stress und Überforderung sind die Schlagworte im Arbeitsleben. Oft scheint es, dass Vorgesetzte sich überhaupt nicht um die Mitarbeiter kümmern. Schlechte gelaunte Angestellte, ein hoher Krankenstand und eine starke Mitarbeiterfluktuation sind die Folge. Das kostet viel Zeit, Geld und Nerven. Ich zeige Ihnen Wege, wie Sie die Mitarbeiterzufriedenheit nachhaltig zum Wohle aller steigern.

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