Alles Wissenswerte rund um das Thema Mitarbeiterzufriedenheit


Wer als Chef die Mitarbeiterzufriedenheit auf einem guten Niveau halten oder sogar steigern kann, hat glückliche Angestellte und eine niedrige Fluktuationsrate. Wer zufrieden ist, wechselt seltener die Arbeitsstelle. Zufriedene Mitarbeiter lachen mehr und haben Freude bei der Arbeit. Das wirkt sich direkt positiv auf das Betriebsklima aus. Das heißt natürlich nicht, dass alle in der Dauer-Happy-Hour befinden. Aber es ist längst ein alter Hut: Wenn sich die Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter erhöht, optimieren sich die Arbeitsabläufe quasi automatisch mit, denn alle ziehen an einem Strang und engagieren sich zum Wohl des Unternehmens. Dann klappt’s auch mit dem Spaß im Job.

Was ist Mitarbeiterzufriedenheit?

Unter dem Begriff Mitarbeiterzufriedenheit wird die Einstellung des Arbeitsnehmers gegenüber seinem Arbeitsplatzes beschrieben. Darunter fällt die Zufriedenheit mit dem gesamten Unternehmen und der Unternehmenskultur, den Vorgesetzten und Kollegen sowie mit der eigenen Tätigkeit. Es werden die eigenen Erwartungen (Soll-Zustand) mit der Realität (Ist-Zustand) verglichen. Je mehr die tatsächlichen Gegebenheiten (Ist-Zustand) den individuellen Vorstellungen (Soll-Zustand) entsprichen, d. h. je kleiner die Lücke ist, desto größer die Zufriedenheit des Mitarbeiters.

Welche Faktoren beeinflussen die Mitarbeiterzufriedenheit?

  • ein wichtiger Faktor, welcher die Arbeitszufriedenheit beeinflusst ist das Gehalt. Wird der Arbeit fair vergütet, steigt die Mitarbeiterzufriedenheit.
  • außerdem spielt die Anerkennung von Vorgesetzten eine wichtige Rolle. Für die Zufriedenheit ist es wichtig, dass regelmäßig ehrliches Lob ausgesprochen wird.
  • auch die Kollegen spielen eine wichtige Rolle, stimmt das Arbeitsklima, dann steigt die Mitarbeiterzufriedenheit.
  • ein weiterer wichtiger Faktor ist die Work-Life-Balance (Vereinbarkeit von Job und Privatleben), diese wird unterstützt durch flexible und familienfreundliche Arbeitszeiten.
  • die Arbeitszufriedenheit wird auch durch die Arbeit an sich beeinflusst. Sind die Arbeitsinhalte interessant und erfüllen den Mitarbeiter, steigert dies die Zufriedenheit.

Wie kann man Mitarbeiterzufriedenheit messen?

Die Mitarbeiterzufriedenheit kann auf zwei Wegen gemessen werden. Mit der direkten Ermittlung der Mitarbeiterzufriedenheit und der indirekten Messung.

Direkte Ermittlung der Mitarbeiterzufriedenheit:

Die häufigste Form der Ermittlung ist ein Fragebogen, welcher standardisiert ist. Es werden Zahlenwerte generiert, damit die Ergebnisse verglichen werden können.
Damit ein aussagekräftiges Ergebnis erhalten werden kann, sollten die Fragen als Statements oder offene Fragen formuliert werden, die auf einer Skala von 1-5 bewertet werden. Es müssen nicht unbedingt Zahlen verwendet werden, sondern auch Bewertungen, z.B. trifft zu, trifft bedingt zu, trifft gar nicht zu.

Beispiel Fragen:

  • Wie bewerten Sie die Führungskompetenzen Ihres/Ihrer Vorgesetzten?
  • Wie gut werden die Ziele Ihres Teams/Abteilung/Arbeitsbereiches kommuniziert?
  • Wie schätzen Sie die Bemühungen des Unternehmens bezüglich Mitarbeiterzufriedenheit ein?

Außerdem sollten die Mitarbeiter Einschätzungen zur Arbeit und dem Arbeitsplatz geben.

Mögliche Aussagen:

  • Ich sehe einen Sinn in meiner Arbeit.
  • Ich bin stolz auf das, was ich tue.
  • Ich vermisse die Unterstützung der Kollegen.
  • Ich bin mit meinem Gehalt zufrieden.
  • Meine Vorgesetzten unterstützen mich nicht.

Am Ende des Fragebogens, sollten Sie ein Textfeld lassen, damit die Mitarbeiter eigene Anmerkungen machen können.

Indirekte Messung der Mitarbeiterzufriedenheit:

Bei der Indirekten Messung gibt es unterschiedliche Faktoren, welche auf die Mitarbeiterzufriedenheit hinweisen.

  • Fluktuationsrate: Ist die Fluktuationsrate gering, weißt dies auf eine hohe Arbeitszufriedenheit hin.
  • Kündigungsrate:  Gibt es einen plötzlichen Anstieg von Kündigungen, dann ist dies ein Zeichen, dass die Mitarbeiter nicht zufrieden sind. Diese Rate sollte jeden Monat gemessen werden.
  • Fehltage: Auch hier kann ein Zusammenhang bestehen. Bei Einzelfällen, sollte zuerst einmal nachgefragt werden. Steigt die Rate aber im gesamten Unternehmen, sollte man genauer hinschauen.
  • Krankenstand: Hier zählt das gleiche wie bei den Fehltagen. Bei Einzelfällen sollten Sie bei der betroffenen Person nach fragen. Frustrierte Mitarbeitern werden nicht gleich kündigen, sondern werden meist öfter krank. Gründe hierfür können in Überarbeitung, zu viel Druck oder gar Mobbing liegen.

Wie kann man die Mitarbeiterzufriedenheit steigern?

Doch viele Unternehmen wissen gar nicht, wie es um die Mitarbeiterzufriedenheit in ihrem Betrieb steht. Während auf die Kundenzufriedenheit vielfach großer Wert gelegt und große Budgets für Marktforschung ausgegeben werden, genießt die Mitarbeiterzufriedenheit kaum Priorität. Frühe Alarmsignale werden oft ignoriert. Oftmals hakt es einfach an der Kommunikation. Wir geben Ihnen fünf Tipps, wie Sie schon mit vielen einfachen und kostengünstigen Maßnahmen Ihre Mitarbeiterzufriedenheit garantiert steigern.

Tipp 1: Was Sie nicht wissen, sollten Sie messen!

Mit einer kleinen Mitarbeiterumfrage lässt sich schnell herausfinden, wie Ihre Mitarbeiter „ticken“. Sie können die Fragen selbst in einer kleinen Projektgruppe erarbeiten. Sie können sich aber auch vorgefertigter Online-Tools bedienen. Bei Anbietern wie Surveymonkey oder Easy Feedback gestalten Sie kostenfrei Ihre eigenen Umfragen. Für umfangreichere Umfragen gibt es verschiedene kostenpflichtige Paketangebote.

Mitarbeiterzufriedenheit via Umfrage ermitteln
Über eine kurze Befragung kann man den Status Quo der Mitarbeiterzufriedenheit feststellen.

Tipp 2: Heute schon genau hingehört?

Das berühmte „Tür-und-Angel”-Gespräch wird oft unterschätzt. Nehmen Sie sich als Vorgesetzter die Zeit und hören Sie Ihren Mitarbeitern aufmerksam zu. So können Sie besser auf individuelle Wünsche und Bedürfnisse eingehen. Das kann die optimale Gestaltung von Arbeitszeiten oder Prozessen beeinflussen. Vielleicht ist ihre Sekretärin nur immer so gestresst und unzufrieden, weil sie die Betreuungszeiten Ihres Kinds nicht optimal mit der Arbeit in Einklang bringen kann. Im gemeinsamen Gespräch finden Sie sicher eine Lösung. Je mehr Flexibilität in der Arbeitsplatz- und –zeitgestaltung Sie Ihren Mitarbeitern gewähren, desto höher die Mitarbeiterzufriedenheit. Natürlich muss alles im machbaren Rahmen bleiben. Probieren Sie es aus, zuhören wirkt Wunder.

Aufmerksames Zuhören ist der erste Schritt zu mehr Mitarbeiterzufriedenheit. Klick um zu Tweeten

Tipp 3: Lob und Wertschätzung – wertvoller denn je!

Wer die besten Mitarbeiter will, muss sie wertschätzen und einbinden. Die Zeit von Befehl und Gehorsam ist vorbei. Eine Wertschätzung der Leistung der Mitarbeiter fördert das Engagement und somit unmittelbar auch die Arbeitsqualität. Lob und Anerkennung der geleisteten Arbeit sind wichtig für die Mitarbeiterzufriedenheit. Sie werden ein Lächeln ernten. Immer wieder. Für eine kleine Nachhilfestunde im Loben, eignet sich unser Infoblatt „Das 1-Minuten-Lob ist Chefsache”, das Sie hier kostenlos herunterladen können.

Entlastung durch motivierte Mitarbeiter | Büro-Kaizen

Tipp 4: Mehr Verantwortung – delegieren Sie doch mal!

Das Übertragen von neuen, abwechslungsreichen und anspruchsvollen Aufgaben, zum Beispiel als Team- oder Projektarbeit, fördert die Kreativität und neuen Spaß an der Arbeit. Kontrollieren Sie weniger, delegieren Sie mehr. Sie dürfen Ihren Mitarbeitern ruhig etwas mehr zutrauen. Beziehen Sie Ihre Angestellten mehr ein. Informieren Sie möglichst einfach und klar, z.B. per Rund-Mails, Aushänge oder regelmäßige Meetings. Machen Sie Unternehmensentscheidungen möglichst transparent. Denn wer die eigene Verantwortung eines Mitarbeiters erhöht, die Selbstständigkeit steigert, betont, dass sie und ihre Arbeit wichtig für das Unternehmen sind. Die absolute Königsdisziplin ist, gute Mitarbeiter zu Mit-Unternehmern zu entwickeln. Wie das geht, beschreibt unser E-Book zum Thema „Mitarbeitermotivation, die 33 Rosen”.

Tipp 5: Wasser macht Laune, gute Laune!

Die Mitarbeiterumfrage unter der Belegschaft im Rathaus der Stadt Mülheim ergab u.a., dass sich die Angestellten sich einen Wasserspender wünschten. Gesagt, getan – das Rathaus stellte mehrere leitungsgebundene Wasserspender in den Amtsgebäuden auf. In einer erneuten Umfrage stellte sich Erstaunliches heraus: Beachtliche 60 Prozent der Teilnehmenden erklärten, dass sich ihre Zufriedenheit mit dem Arbeitgeber in Folge des Aufstellens der Wasserspender im Rathaus erhöht hat. Erfreulich, zumal ausreichend Wasser zu trinken auch noch gesundheitsförderlich ist.



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