7 Tipps wie Sie mit Mitarbeiterabenden die Eigeninitiative Ihrer Angestellten fördern



Die „lernende Organisation“ ist der große Trend der Management-Lehre. Simpel gesagt geht es um zwei Dinge: Neue Anforderungen und Veränderungen werden als selbstverständlich empfunden. Gemeinsam ist man bereit, stetig dazu zu lernen, um den Veränderungen gerecht zu werden. Damit das funktioniert, müssen alle aktiv mitziehen – aus Mit-Arbeitern werden Mit-Unternehmer. Das klingt revolutionärer als es ist. Der erste Schritt ist im Grunde einfach. Er heißt Mitarbeiterabend.

Das steckt dahinter

Die Mitarbeiterabende tragen dazu bei, dass aus „Mit-Arbeitern“ im Laufe der Zeit „Mit-Unternehmer“ werden, die durch Eigeninitiative wesentlich zum Erfolg des Unternehmens beitragen. Mitarbeiter können umso wirksamer mitdenken, je besser qualifiziert sie sind und je genauer sie die Zusammenhänge im Unternehmen kennen.
Neben externer Weiterbildung können Sie dafür interne Workshops und Schulungen anbieten. Genau hierfür ist ein Mitarbeiterabend ein ideales Instrument.

Mitarbeiterabend für Weiterbildung nutzen
Mitarbeiterabende können eine tolle Ergänzung zu Ihrem Weiterbildungsangebot für Ihre Mitarbeiter sein.

Tipp Nr. 1: Regelmäßig und voneinander lernen

Legen Sie einen bestimmten Tag pro Monat fest, an dem Know-how vermittelt wird. Das Besondere: Bitten Sie fachlich und didaktisch kompetente Mitarbeiter, Praxiswissen weiterzugeben. Auch Kunden und Lieferanten sind interessante Wissensvermittler für einen Mitarbeiterabend. Erfahrungsgemäß werden solche Angebote von Mitarbeitern sehr gut besucht, selbst wenn die Teilnahme nicht als Arbeitszeit vergütet wird. Eine Definition für die „lernende Organisation“ lautet auch, dass sich die Rollen der Mitarbeiter in Lehren und Lernen aufteilen. Ein Mitarbeiter berichtet über das Thema A und tritt quasi als Lehrer für Kollege B auf und umgekehrt.

Tipp Nr. 2: Klarer Zeitplan

Wir haben bei unseren Mitarbeiterabenden gute Erfahrungen damit gemacht, zunächst 45 Minuten lang allgemeine Informationen über das Unternehmen zu geben. Daran schließt sich ein Referat an, das ebenfalls 45 Minuten dauert. Die Teilnahme wird gern gesehen, ist aber freiwillig. Sie wird nicht als Arbeitszeit vergütet. Dafür bezahlt die Firma das Essen und die Getränke.

Tipp Nr. 3: Mitarbeiter entscheiden lassen

Es werden Themen geschult, die für die Mitarbeiter interessant und wichtig sind. Das Vorschlagsrecht für die Themen liegt deshalb bei den Mitarbeitern. Der Vorteil: Die Themen sind bedarfsgerecht und die Motivation zur Teilnahme ist höher. Auf dem Programm können betriebliche Themen stehen wie zum Beispiel Qualitätsmanagement oder die Frage nach der langfristigen Strategie des Unternehmens. Möglich sind aber auch Themen, die die Mitarbeiter privat interessieren wie beispielsweise Farb- und Stilberatung oder Fitness am Arbeitsplatz.

Themenabfrage für den Mitarbeiterabend
Fragen Sie regelmäßig Themenwünsche für den Mitarbeierabend bei Ihren Mitarbeiter ab.

Tipp Nr. 4: Jahresterminplan

Wenn Mitarbeiterabende zu Eintagsfliegen verkommen, verlieren sie ihre Wirkung. Machen Sie die Mitarbeiterabende zu einer festen Einrichtung. Das funktioniert am besten, indem Sie einen Jahresplan erstellen. Dieser wird auf Basis der Mitarbeiterwünsche entwickelt und jedem Mitarbeiter ausgehändigt. Wenn Sie sich ein wenig Flexibilität erhalten wollen, können Sie pro Halbjahr einen Termin zum Stichwort „Aktuelles Thema“ einplanen. An diesem werden Themen(-Vorschläge) behandelt, die sich im Jahresverlauf zusätzlich ergeben.

Mitarbeiterabende fest implementieren im Jahresterminplan
Implementieren Sie die Termine für die Mitarbeiterabende fest im Jahresterminplan.

Tipp Nr. 5: Raus aus dem Büro

Ein Tapetenwechsel hilft ungemein, um Dinge und Themen neu zu betrachten. Mitarbeiterabende sollten deshalb nicht in der alltäglichen Büroumgebung stattfinden. Ideal ist ein Restaurant. Hier können Sie eine schöne Atmosphäre schaffen und haben gleichzeitig die technische Ausstattung vor Ort, die Sie für Vorträge etc. brauchen. Außerdem zeigen Sie Ihren Mitarbeitern so Wertschätzung und Anerkennung. Diese schenken ihre freie Zeit für den Abend – Sie schenken dafür ein gutes Essen in einem besonderen Umfeld.
Vorschlag: Sammeln Sie auch für das Restaurant Mitarbeiter-Vorschläge. Bitten Sie aber darum, dass die Atmosphäre arbeitstauglich ist. Eine After-Work-Sause auf der Partyhütte macht sicher Spaß, hilft Ihrer „lernenden Organisation“ aber nicht weiter.

Tipp Nr. 6: Rechtzeitig einladen

Die Erfahrung zeigt: Auch wenn Sie einen Jahresplan erstellen, ist eine Einladung vor den Mitarbeiterabenden notwendig. Zum einen als Erinnerung, zum anderen, um Uhrzeit, Ort und das genaue Programm bekannt zu geben. Verschicken Sie die Einladung deshalb frühzeitig. Achten Sie auch auf angemessene Uhrzeiten. Die Mitarbeiter geben ihre Freizeit für die Veranstaltungen. Diese sollten also nicht das komplette Privatleben zerschneiden. Legen Sie die Mitarbeiterabende daher direkt nach Arbeitsschluss.
Wir haben die Zeiten unserer Mitarbeiterabende außerdem an die betrieblichen Anforderungen angepasst:

  • Hauptsaison (September bis Februar): 18:15 bis 19:45 Uhr
  • Nebensaison (März bis Juli): 16:30 bis 18:00 Uhr

Einladung zum Mitarbeiterabend
Laden Sie Ihre Mitarbeiter rechtzeitig zum Mitarbeiterabend ein und teilen Sie die ihnen die Themen mit.

Tipp Nr. 7: Checklisten für eine effiziente Planung

Damit nichts vergessen wird, haben wir bei uns im Unternehmen für den Mitarbeiterabend eine Checkliste angelegt. Diese sieht so aus:

Checkliste für den Mitarbeiterabend
Nutzen Sie zur Vorbereitung des Mitarbeiterabends eine Checkliste.

Extra-Tipp

Wenn Mitarbeiter vor der Gruppe präsentieren, fördert dies ihre persönliche Kompetenz und Fitness. Ermutigen Sie deshalb auch schüchterne und zurückhaltende Mitarbeiter dazu, gelegentlich einen Vortrag zu halten. Denn jeder hat Wissen und Talente, die wertvoll sind. Das gilt übrigens auch für Auszubildende. Diese kennen sich bei Themen wie Internet, Computer oder Digitalfotografie oft besser aus als ältere Mitarbeiter. Binden Sie die Auszubildenden deshalb aktiv in die Mitarbeiterabende ein. Das führt auch dazu, dass sie sich stärker mit dem Unternehmen und den Kollegen verbunden fühlen – und nach der Ausbildung gerne im Unternehmen bleiben.

Service

Nahezu alle wiederkehrenden Aufgaben und Projekte lassen sich mit Checklisten wesentlich effizienter organisieren, nicht nur Mitarbeiterabende. Eine Vielzahl an Checklisten bekommen Sie kostenlos in unserem Downloadcenter.

Sind Sie schon aktiv?

Viele Unternehmen haben schon Mitarbeiterabende oder ähnliche Veranstaltungen eingeführt. Sie auch? Mich interessiert, wie Lernen bei Ihnen aussieht. Erzählen Sie mir davon über die Kommentar-Funktion oder per E-Mail an blog@büro-kaizen.de.





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