OneDrive deaktivieren – Start der Microsoft-Cloud verhindern oder den Online-Speicher deinstallieren

22. März 2020

OneDrive, der Cloud-Speicherdienst von Microsoft, hat eine lange Geschichte. 2007 als Windows Live Folder gestartet, ist OneDrive seit 2014 unter dem aktuellen Namen verfügbar. User können das Tool entweder über den Browser oder als App nutzen (mehr dazu erfahren Sie in diesem Text). Seit Windows 8, das im Oktober 2013 auf den Markt gekommen ist, ist OneDrive als fester Bestandteil des Betriebssystems integriert.

Das bedeutet, dass das Tool bei jedem Systemstart mitbootet und nach der Anmeldung direkt startet, wodurch es auch rechts unten in der Taskleiste zu sehen ist:

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Die Wolke in der Taskleiste ist das Symbol für den Speicherdienst OneDrive.

Nur: Nicht jeder Windows-User benötigt OneDrive und schon gar nicht im Autostart. Das kann mehrere Gründe haben. Vielleicht bevorzugen Sie ja einen anderen Cloud-Speicher wie Google Drive bzw. Google One? Sollten Sie darüber nachdenken, von OneDrive zu Google Drive zu wechseln, lesen Sie hier nach, wo die größten Unterschiede liegen. Auch andere Cloud-Dienste wie können Sie nutzen, um Windows-Daten zu sichern.

Was auch immer Ihre Gründe sind: OneDrive deaktivieren bzw. deinstallieren ist selbstverständlich möglich. Wir zeigen Ihnen beide Wege auf und erklären bei der Deinstallation auch, welche Einstellungen Sie in der Registry Ihres Rechners vornehmen müssen, um auch das Icon, das im Navigationsbereich des Explorers womöglich angezeigt wird, zu entfernen.

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Oft wird der OneDrive-Eintrag im Explorer auch nach der Deinstallation noch angezeigt.

Doch dazu mehr am Ende dieses Beitrags.

Lesen Sie hier:

1. OneDrive deaktivieren in Windows 10 über das Tool selbst
2. Windows 10 OneDrive deaktivieren über ein System- oder Tuning-Programm
3. OneDrive deinstallieren und komplett vom Rechner löschen
4. Windows 10: OneDrive deinstallieren und die Registrierdatenbank bereinigen
5. Video Büro-Kaizen digital: Tutorial: Microsoft OneDrive

Beginnen möchten wir mit der Deaktivierung von OneDrive. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten.

OneDrive deaktivieren in Windows 10 über das Tool selbst

Nicht alle Programm haben die Funktion an Bord, über die Optionen den Autostart selbst zu verhindern – bei OneDrive allerdings geht das, und es ist gar nicht schwierig. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Tray-Symbol in der Taskleiste, im sich öffnenden Fenster wählen Sie dann den Eintrag „Einstellungen“.

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Über die Einstellungen deaktivieren Sie den Autostart und beenden die Verknüpfung von OneDrive mit Ihrem PC.

Daraufhin öffnet sich ein Fenster mit sechs Reitern (Einstellungen, Konto, Sicherung, Netzwerk, Office und Info); Sie klicken zunächst auf „Einstellungen“. Wie im obigen Bild dargestellt, entfernen Sie zunächst den Haken im Feld „OneDrive beim Anmelden bei Windows automatisch starten“, drücken anschließend aber noch nicht auf OK. Stattdessen wechseln Sie in den Reiter „Konto“ und klicken dort auf den Link „Verknüpfung dieses PCs aufheben“. Das bestätigen Sie im folgenden Dialogfenster mit „Kontoverbindung aufheben“:

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Der Klick auf den Bestätigungsbutton beendet die Synchronisierung zwischen Ihrem PC und OneDrive.

Wenn Sie die Aufhebung bestätigen, dann wird die Synchronisation zwischen OneDrive und Ihrem Rechner sofort beendet; gleichzeitig werden alle Dateien, die Sie in die Cloud hochgeladen haben, entfernt. Sorgen Sie vorab also dafür, dass alle Dokumente lokal auf dem Computer (oder auf einer externen Festplatte) gespeichert sind.

Es gibt allerdings einen Pferdefuß bei diesem Vorgehen: den aktivierten Ordnerschutz. Dieser ist standardmäßig aktiviert und führt dazu, dass alle lokalen Verzeichnisse, die via OneDrive synchronisiert werden, plötzlich leer sind, sobald Sie die Verknüpfung aufgehoben haben. Der Ordnerschutz löst das aus, indem er die erwähnten Verzeichnisse in den lokalen Ordner von OneDrive umleitet (den Sie mit einem Doppelklick auf das Tray-Symbol öffnen) und diesen mit dem Online-Speicher synchronisiert.

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Das ist der lokale Ordner, den OneDrive auf Ihrem Computer angelegt hat. In der Spalte „Status“ sehen Sie, welche Ordner synchronisiert werden und welche schon auf dem aktuellen Stand sind.

Wenn Sie nun die Kontoverknüpfung aufheben, werden die Daten in diesen lokalen Verzeichnissen gelöscht, was zum Beispiel beim Blick auf den Desktop Panik auslöst, wenn dort auf einmal gähnende Leere herrscht. Die gute Nachricht: Alle Dokumente bleiben weiterhin im OneDrive-Ordner gespeichert.

Den Ordnerschutz beenden können Sie über die Einstellungen, wo Sie im Reiter „Sicherung“ den Button „Sicherung verwalten“ klicken. Es öffnet sich folgendes Fenster:

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Wählen Sie „Sicherung beenden“, um den Ordnerschutz zu deaktivieren.

Um Ihre Dokumente und Fotos auch lokal auf dem Desktop und im Bilderordner zu speichern, klicken Sie einfach auf „Sicherung beenden“. Für diese beiden Speicherorte lässt sich der Ordnerschutz später auch wieder reaktivieren – für den Dokumente-Folder gilt das allerdings nicht. Hier liegt ein Problem zugrunde, das mehrere OneDrive-Benutzer bereits im Internet dokumentiert haben und das bisher von Microsoft noch nicht gelöst worden ist.

Windows 10 OneDrive deaktivieren über ein System- oder Tuning-Programm

Als versierter Windows-User sind Sie sehr wahrscheinlich auch im Umgang mit einem Tuning-Tool geübt, um Ihre Registrierdatenbank oder den Speicherplatz von Zeit zu Zeit zu bereinigen. Sehr häufig genutzt werden Programme wie Glary Utilities, CCleaner oder Advanced SystemCare. Diese Programme verfügen über ein Feature, mit dem Sie festlegen können, welche Anwendungen und Dienste beim Booten von Windows mitstarten sollen. Im Beispiel haben wir mit Glary Utilities (Version 5.138.0.164) gearbeitet; die anderen genannten Programme sind sehr ähnlich aufgebaut.

Rufen Sie nach dem Start des Tools links den Punkt „Optimieren & Verbessern“ auf und wählen Sie dann rechts den Eintrag „Autostarts verwalten“. Es öffnet sich ein neues Fenster, in dem alle Programme, Aufgaben, Plug-Ins, Anwendungsdienste und Windows-Dienste gelistet sind, die mit Ihrem PC starten. Wählen Sie den Reiter „Autostart-Programme“.

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Im Fenster „Autostarts verwalten“ sehen Sie unter „Autostart-Programme“ alle Tools, die keine Windows-Bordmittel sind und dennoch nach dem Bootvorgang starten.

Wenn Sie OneDrive deaktivieren möchten, dann stellen Sie den kleinen Schalter (im Bild grün eingekreist) von der rechten auf die linke Position. Sofort wird der Status von „Aktiviert“ auf „Deaktiviert“ verändert, doch das genügt noch nicht. OneDrive ist zwar für diese Windows-Sitzung deaktiviert, startet nach dem nächsten Bootvorgang jedoch wieder automatisch.

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So deaktivieren Sie den Cloud-Speicher von Microsoft – allerdings nur für Ihre aktuelle Windows-Sitzung.

Um den OneDrive aus dem Autostart zu entfernen, markieren Sie den Eintrag mit der rechten Maustaste und wählen Sie im Kontextmenü „Eintrag löschen“, danach bestätigen Sie diese Entscheidung. Damit wird OneDrive endgültig aus dem Autostart von Windows gelöscht.

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Mit „Eintrag löschen“ sorgen Sie dafür, dass OneDrive ab sofort nicht mehr mit Windows startet.

OneDrive deinstallieren und komplett vom Rechner löschen

Wenn Sie den Cloud-Speicher gar nicht mehr benötigen, dann schaffen Sie Platz auf Ihrem PC – Sie können getrost in Windows 10 OneDrive deinstallieren. Das kann über die Windows-Einstellungen bzw. die Systemsteuerung erfolgen oder mit einem Tool wie Glary Utilities oder CCleaner. Bei anderen Programmen wie Geek versprechen die Entwickler, dass direkt auch die Einträge in der Registry gelöscht werden können; manchmal allerdings müssen Sie die Löschung auch selbst vornehmen (s. Kontextmenü im rechten Teil des folgenden Bilds):

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Links die Deinstallation über die Systemsteuerung, rechts ein alternativer Weg mit Geek.

Für unser Beispiel, Microsoft OneDrive zu deinstallieren, haben wir den Weg über die Systemsteuerung und den Eintrag „Programme und Features“ gewählt (das ist möglich in Windows 7, Windows 8 und Windows 10). Sobald Sie diese Kachel in der Übersicht aufgerufen haben, müssen Sie eine Weile warten, bis Windows alle installierten Programme anzeigt. Dann scrollen Sie zum Eintrag „OneDrive“, klicken mit der rechten Maustaste in die entsprechende Zeile und wählen im Kontextmenü den Eintrag „Deinstallieren“ (in manchen Fällen wird auch die Option „Ändern“ angeboten“). Den Rest übernimmt der Windows-eigene Installer.

In Windows 10 können Sie den Löschvorgang auch über die Einstellungen (im Startmenü) und dort via Apps vornehmen. Klicken Sie auf die Apps-Kachel und warten Sie, bis alle installierten Tools geladen sind, dann scrollen Sie zum Eintrag „Microsoft OneDrive“ und klicken auf „Deinstallieren“:

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Bestätigen Sie noch einmal mit dem „Deinstallieren“-Button, anschließend entfernt der Installer OneDrive von Ihrem PC.

Ganz gleich, welche Variante Sie wählen: OneDrive ist nun nicht mehr länger auf Ihrem Rechner installiert. Bevor Sie diesen Weg gehen, versichern Sie sich lieber einmal zu oft als einmal zu selten, ob in OneDrive nicht noch wichtige Dateien liegen, die Sie womöglich nicht lokal gespeichert haben.

Windows 10: OneDrive deinstallieren und die Registrierdatenbank bereinigen

In allen Windows-Versionen kann es vorkommen, dass die Deinstallation von Programmen nicht zu 100 Prozent durchgeführt wird, wenn man den Deinstallationsprozess über die Einstellungen oder die Systemsteuerung ausführt. Oft bleiben Einträge in der Registry – der Registrierdatenbank – zurück, die zum Beispiel dazu führen, dass OneDrive, obwohl gelöscht, im Navigationsfenster des Explorers noch immer angezeigt wird, wie eingangs bereits erwähnt.

Zwar haben Sie die Software deinstalliert, aber im Explorer tauscht die Verknüpfung weiterhin auf.

Um das zu beheben, müssen Sie in die Tiefen Ihres Systems eintauchen, und zwar in die Registry. Dort speichert Windows sämtliche Daten und Einstellungen, die für die Konfiguration Ihres Rechners notwendig sind. Um das für OneDrive zu ändern, rufen Sie mit der Windows-Taste das Startmenü auf, tippen auf Ihrer Tastatur „regedit“ und Enter. Dann wählen Sie wie im Bild links dargestellt den Registrierungs-Editor. Dort suchen Sie den Eintrag HKEY_CLASSES_ROOT\CLSID\{018D5C66-4533-4307-9B53-224DE2ED1FE6}.

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Über den Registry-Editor suchen Sie den genannten Eintrag und ändern dort den Wert auf 0.

Markieren Sie die Zeile „System.IsPinnedToNameSpaceTree“ (wie im Bild in der Mitte), klicken Sie die rechte Maustaste und wählen Sie „Ändern“. Jetzt erscheint ein kleines Fenster, in dem der Wert standardmäßig auf 1 gesetzt ist. Diese Ziffer löschen Sie und geben stattdessen die Zahl 0 ein. Damit erteilen Sie Windows den Befehl, das Icon im Navigationsbereich des Explorerfensters zu entfernen.

Video Büro-Kaizen digital

Tutorial: Microsoft OneDrive

(Dauer: 10:31 Minuten)



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