Google Drive / OneDrive: Unterschiede und Funktionen

12. März 2020

Ohne die Cloud geht es nicht mehr. Das ist eine Aussage, die sowohl im geschäftlichen Rahmen gilt als auch im privaten Bereich zutrifft. Als private PC-Nutzer treibt uns die Angst um, dass die Urlaubsfotos von 2013 unwiederbringlich verloren sind, wenn die Festplatte mal crasht, und immer öfter nutzen wie Dienste wie Google Drive oder OneDrive von Microsoft auch dazu, wichtige Unterlagen online zu speichern. Firmen – gleich welcher Größe – haben ebenfalls Panik vor Datenverlust, weswegen sie wichtige Daten nicht nur in die Cloud auslagern wollen, sondern müssen. Stichwort DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung).

Wenn Mitarbeiter bei einem Serverausfall keinen Zugriff mehr haben auf Dokumente, die sie für ihre Arbeit unbedingt benötigen, dann bleibt immer noch der Online-Speicher (wie zum Beispiel OneDrive; hier lesen Sie nach, welche Versionen es gibt). Ein weiterer Vorteil der Speicherung von Dokumenten in der virtuellen Welt liegt darin begründet, dann alle Mitarbeiter eines Unternehmens Zugriff auf alle Dateien haben, sie lokal auf dem Rechner bearbeiten und später wieder in der Cloud ablegen zu können.

Inhaltsverzeichnis

1. Google Drive und OneDrive: die Kosten für die private Nutzung
2. Google One für Unternehmen
3. OneDrive für Unternehmen
4. Fazit – Google Drive oder OneDrive für Ihre Firma?
5. Video Büro-Kaizen digital: Tutorial: Microsoft OneDrive

Google Drive und OneDrive sind die meistgenutzten Online-Speicher unserer Zeit. In diesem Beitrag untersuchen wir, welche Kosten und Funktionen Nutzer auf die Nutzer warten, wo eventuelle Nachteile und Vorteile bei den Diensten liegen und welcher Service für Unternehmen geeignet ist, die mit Software von Microsoft arbeiten.

Google Drive und OneDrive: die Kosten für die private Nutzung

Wir beginnen mit Google Drive, wo Sie sich mit einem Google-Konto anmelden können. Wenn Sie etwa einen Mailaccount bei Gmail besitzen, dann können Sie sich mit diesen Anmeldedaten bei Google einloggen und neben Ihrem Profilfoto, das rechts oben auf dem Monitor erscheint, über die Auswahl bei Drive anmelden.

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Links das Anmeldefenster, in dem Sie Drive anklicken; rechts die Startoberfläche von Google Drive.

Auf dem Bild sehen Sie links unter der Anzeige mit dem verbrauchten Speicherplatz, der in der kostenlosen Variante, die der Dienst anbietet, stolze 15 GB groß ist. Bei OneDrive sind es lediglich 5 GB, die Nutzer in der Gratisversion belegen können. Mit einem Mausklick auf den Schriftzug „Speicherplatz kaufen“ werden Sie zu Google One weitergeleitet, wo Sie aus mehreren kostenpflichtigen Angeboten wählen können.

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Auch bei den Bezahlversionen weichen die Features und Funktionen von OneDrive und Google Drive voneinander ab.

Als Privatanwender genügt es in der Regel, mit der kostenlosen Version und 15 GB Online-Speicher zu operieren. Auch, wenn Sie große Sammlungen digitaler Fotos besitzen, sind 15 GB eine Menge Holz. Die Bezahlversionen mit 100 bzw. 200 GB richten sich eher an Familien, alle Familienmitglieder bekommen Zugriff auf den Cloudspeicher. Die Version ganz rechts – 2 TB, also 2.000 GB Speicherplatz – ist für private Nutzer überflüssig, dieses Angebot könnte indes für kleine Unternehmen sinnvoll sein. Anstelle von Familienmitgliedern könnten Administratoren hier Mitarbeiter als Cloud-User hinzufügen.

Wenn Sie sich fragen, weswegen im obigen Bild die kostenpflichtige Version mit 100 GB eingerahmt ist und angeraten wird: Es handelt sich um eine von Google vorgenommene Voreinstellung, nicht um unsere Empfehlung.

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Das sind die Angebote, die OneDrive von Microsoft Privatnutzern unterbreitet.

Der größte Unterschied, den OneDrive Usern anbietet, liegt in der kostenlosen Version – hier bekommen Sie lediglich 5 GB Speicherplatz angeboten. Das ist zwar auch nicht wenig, aber bei großen Fotosammlungen könnte es schnell eng werden. Microsoft setzt darauf, dass Windows-Nutzer dennoch OneDrive nutzen, da dieser Service in Windows vorinstalliert ist. In Windows 10 klicken Sie einfach auf die Office-Kachel im Startmenü.

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OneDrive befindet sich auf jedem PC mit dem Betriebssystem Windows 10.

Sie können OneDrive auch nutzen, wenn Sie als Privatanwender Office 365 nicht abonniert haben, sondern lediglich mit der Gratisversion der Büro-Suite arbeiten.

Google One für Unternehmen

Schon seit Jahren sind auch Firmen auf Cloud-Server wie Google One (bei den zahlungspflichtigen Abonnements heißt der Dienst nicht Google Drive) und OneDrive angewiesen. Mitarbeiter, die nicht immer am Schreibtisch sitzen, brauchen Zugriff auf unternehmensinterne Dokumente, wenn Sie sich etwa auf Dienstreisen befinden. Außerdem sichern Unternehmen wichtige Daten mindestens doppelt, womit sie neben den internen Servern ebenfalls Clouddienste benötigen. Mit den kostenlosen Angeboten der beiden Services, um die es in diesem Beitrag geht, kommen Firmen allerdings nicht weit, und auch die günstigen Bezahlvarianten bieten mit maximal 1 bzw. 2 TB (OneDrive und Google) nicht annähernd genügend Speicherplatz.

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Google bietet über den Dienst Google One mehr Speicherplatz für mehr Geld.

Die Angebote von Google beinhalten 10, 20 oder 30 TB Speicherplatz für 100, 200 oder 300 Euro im Monat. Zwar richtet sich keine dieser Offerten explizit an Unternehmen, andererseits muss die Frage erlaubt sein, was Familien mit einem Online-Speicher von 10.000 GB und mehr wollen? Zudem wäre so manches Familienbudget mit zusätzlichen 300 Euro pro Monat für 30 TB Speicherplatz in der Cloud überstrapaziert. Wir können also davon ausgehen, dass sich Google mit diesen Speicherplänen an KMU, also kleine und mittelständische Unternehmen, richtet.

Über diese „starren“ Pläne hinaus wendet sich Google mit dem Service Drive Enterprise ebenfalls an Firmenkunden. Für jeden aktiven Nutzer dieses Dienstes zahlen Unternehmen im Monat einen festen Betrag von 8 US-Dollar, für 9 Dollar werden jedem User 25 GB Speicherplatz in der Cloud zur Verfügung gestellt.

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Google Drive Enterprise kann für Firmen jeder Unternehmensgröße eine gute Alternative zu Google One sein.

Auf der Website von Drive Enterprise bietet Google ein Tool an, mit dem Sie berechnen können, welche Kosten pro Nutzer Ihrem Unternehmen pro Monat entstehen. In unserem Beispiel benötigt jeder der 35 Mitarbeiter maximal 20 GB monatlich, rechts im Bild wird unter „ESTIMATED BILL“ angezeigt, was Ihre Firma jeden Monat und pro Nutzer bezahlen muss.

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Bevor Sie ein Drive Enterprise-Abonnement abschließen, können Sie berechnen lassen, welche Kosten auf Ihr Unternehmen zukommen.

OneDrive für Unternehmen

Dass sich die zahlungspflichtigen Clouddienste von Google und Microsoft hinsichtlich der Speichernutzung und der Preise ähneln, ist kein Geheimnis. Hier im Bild zunächst einmal die Übersicht, welche Pläne bzw. Abos Microsoft anbietet:

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Die OneDrive-Offerten von Microsoft richten sich ausdrücklich an Business-Kunden.

Wenn es Ihnen nur darum geht, Ihren Mitarbeitern bis zu 1 TB Speicherplatz pro Nutzer bereitzustellen, dann fahren Sie mit Plan 1 für monatlich 4,20 Euro am besten. Handelt es sich hingegen um größere Datenmengen, dann erhalten Sie für den doppelten Betrag pro Monat für jeden User unbegrenzten Speicherplatz.

Diese beiden Angebote können für Ihr Unternehmen dann attraktiv sein, wenn die Angestellten bereits mit einer Bürosoftware arbeiten. Dabei kann es sich um eine Open Source-Lösung wie LibreOffice handeln oder um ältere Versionen von Microsoft Office, zum Beispiel Office 2013 oder vorherige Versionen der Suite. Wird in Ihrer Firma Windows als Betriebssystem genutzt? Wenn ja, dann ist OneDrive (in Windows 10) bereits vorinstalliert. Übrigens: Sollten Sie Windows 7 oder gar noch ältere Windowssysteme einsetzen, raten wir Ihnen dringend, rasch auf Windows 10 umzusteigen. OneDrive ist außerdem nur mit Windows 7 oder einem neueren Betriebssystem kompatibel.

Werfen wir nun einen genaueren Blick auf Office 365 Business Premium. Für monatlich 10,50 Euro pro Nutzer in Ihrem Unternehmen erhalten Sie alle Tools, die in Office enthalten sind – und dementsprechend natürlich auch OneDrive für jeden Benutzer:

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In Office 365 Business Premium gibt es zwar nur 1 TB Speicher pro Benutzer, dafür die uneingeschränkte Berechtigung für alle Office-Programme.

Microsoft verlangt also von Ihnen, dass Sie abwägen müssen zwischen unbegrenztem Speicherplatz, der Ihnen in Plan 2 für jeden Nutzer bereitgestellt wird, und umfassendem Zugriff auf alle professionellen Office-Tools (Outlook, Word, Excel, PowerPoint, Access, Publisher etc.), wobei Sie hier „nur“ 1 TB Cloud-Speicher je Benutzer erhalten. Eine weitere Einschränkung ist, dass maximal 300 Nutzer pro Unternehmen über Office 365 Business Premium angemeldet werden können.

Fazit – Google Drive oder OneDrive für Ihre Firma?

So reizvoll einige Angebote von Google Drive bzw. Google One auch sein mögen, ergibt es doch mehr Sinn, wenn Sie als Unternehmen, das mit Windows arbeitet, eher auf OneDrive als Cloud-Lösung setzt. Schließlich ist OneDrive der Microsoft-eigene Online-Speicher, zu dem jeder Windows 10-PC eine Schnittstelle besitzt. Anders ausgedrückt, ist OneDrive in Windows 10 bereits vorinstalliert. Wenn Sie Google One für Ihre Firma nutzen, so müssen Sie für jeden Mitarbeiter dort einen zusätzlichen Account einrichten – eine Arbeit, die Sie sich sparen, indem Sie OneDrive nutzen. OneDrive ist außerdem nicht nur in Windows vorinstalliert, sondern arbeitet auch reibungslos mit vielen Tools aus der Office-Suite zusammen.

Auf der Produktseite der OneDrive for Business-Lösungen können Sie unter den Angeboten nachlesen, welche Funktionen die jeweilige Lösung enthält, wie Sie von unterwegs mit OneDrive arbeiten können, welche Produktivitätslösungen an Bord sind und wie es rund um die Sicherheit und den Support bestellt ist.

Video Büro-Kaizen digital

Tutorial: Microsoft OneDrive

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