Outlook Spamfilter für Junk-Mails: Einstellungen



Der Outlook Spamfilter schützt vor Schadsoftware – ist aber standardmäßig nur auf niedrig eingestellt!

Der Outlook Spamfilter ist ein unverzichtbares Werkzeug, der Sie nicht nur vor nervigen Werbemails schützt (= Spam bzw. Junk-Mails), sondern – noch viel wichtiger – auch vor gefährlicher Malware und Schadsoftware. Denn immer mehr Cyberkriminelle verpacken ihre Viren, Trojaner und Phishing-Programme in täuschend echt aussehenden Emails und können damit zu niedrig eingestellte Spamfilter in Outlook leicht überwinden. Ein Klick auf das PDF, Bild, Video oder Link im Anhang genügt dann bereits und der Computer ist infiziert. 2015 wurden in Deutschland pro Tag 106 Mio. Spammails empfangen. Am häufigsten wurden diese zu jeweils 10% aus den USA, Vietnam und Indien versandt wurden (Quelle: Statistikportal Statista).

Eine aktuelle Masche ist der Erpresser-Trojaner „Locky“, der z.B. als fingierte Bewerbung oder Angebot getarnt ist. Durch das Anklicken des Anhangs oder eines Images wird dann der ganze Computer lahmgelegt indem alle Dateien unleserlich verschlüsselt werden. Will der Nutzer dann die Kontrolle über seinen Computer und seine Daten zurückerhalten, muss er dem Cyber-Erpresser meist eine 3-stellige Summe in der digitalen Internetwährung Bitcoin überweisen... Hier zeigen wir Ihnen daher, wie Sie sich vor Junk-Mails aller Art besser schützen können, indem Sie das Schutzlevel in Ihrem Outlook Spamfilter erhöhen!

Schadsoftware als Bewerbung getarnt! Eine fiese Masche. Junk-Mails werden immer raffinierter, rüsten Sie daher Ihren Outlook Spamfilter auf! Klick um zu Tweeten

Was ist das Problem?

Bei einem zu niedrig eingestellten Schutzlevel werden unter Umständen nicht alle Spam- bzw. Junk-Emails (mit möglicherweise schädlichen Anhängen) zuverlässig erkannt. Diese werden Ihnen dann in Ihrem normalen Postfach angezeigt. Das Problem ist, dass der Schutzgrad des Spamfilters in Outlook 2016 und 2013 – und damit die Erkennungsrate – standardmäßig sogar noch eine Stufe unter „niedrig“ eingestellt ist. Das hat den Hintergrund, dass es bei einem zu hohen Schutzlevel Emails möglicherweise irrtümlicherweise als „Spam“ kategorisiert werden und dann in Ihrem Spamordner landen, obwohl diese seriös sind und sehr wichtig für Sie sein könnten. Die Lösung des Problems liegt in der individuell passgenauen Einstellung der Junk-Email-Filterlisten.

So funktioniert es:

Alle im Folgenden aufgeführten Einstellungsoptionen für den Outlook Spamfilter finden Sie unter dem Pfad → Start → Junk-E-Mail → Junk-E-Mail-Optionen.

Outlook Spamfilter Einstellungsoptionen

Schritt 1:

Den Schutzgrad im Outlook Spamfilter erhöhen
In der Standardeinstellung von Outlook ist der Spamfilter aktiviert – von einem Deaktivieren raten wir dringend ab. Der Schutzgrad ist dabei standardmäßig auf der allerniedrigsten Stufe „keine automatische Filterung“ eingestellt. Die Sensitivität des Spamfilters können Sie nun anhand des Schutzgrads nach belieben feiner oder gröber stellen. Die Reihenfolge des Spamschutzes ist:

  • Keine automatische Filterung: Der Basis-Spamfilter in Outlook ist aktiviert, aber der zusätzliche „automatische Junk-Emailfilter“ ist deaktiviert. Sie können jedoch Emailadressen oder ganze Domain-Namen, die Ihnen wegen Spams aufgefallen sind, ganz einfach manuell per Mausklick zu einer Liste blockierter Absender hinzufügen und damit für Ihren Outlook-Posteingang sperren.
  • Niedriger Schutzgrad: Damit aktivieren Sie den zusätzlichen automatischen Junk-Emailfilter und setzen seine Sensitivität auf niedrig. Die automatische Filterung berücksichtigt eine Reihe weiterer Entscheidungskriterien, wie beispielsweise einen untypischen Zeitpunkt der Nachrichtenversendung oder die „Spammigkeit“ des Inhalts. Mit dieser Einstellung werden die offensichtlichsten Spam-Emails herausgefiltert werden. Allerdings steigt damit auch das Risiko, dass seriöse Nachrichten ebenfalls in Ihrem Spamordner landen.
  • Hoher Schutzgrad: Das ist die höchste Spamfiltereinstellung, ohne dass Sie Ihr Outlook-Postfach komplett für unbekannte Absender sperren und nur noch Emails von bekannten Mailadressen und Domainennamen zulassen. Kontrollieren Sie daher routinemäßig Ihren Spamordner auf fälschlich als Spam deklarierte seriöse Nachrichten!
  • Nur sichere Absender und Empfänger: Sie erhalten nur noch Mails von zugelassenen Absendern, die Sie in eine Liste eintragen. Alles andere wird als Spam bzw. Junk behandelt und automatisch in den Junkordner verschoben.
  • Zusatzoption: Sofortiges Löschen statt in den Junkordner. Sie können mit einem Häkchen in dieser Checkbox den Spamfilter zusätzlich zu den obigen Einstellungen noch anweisen, alle spamverdächtigen Mails sofort und unwiederbringlich zu löschen, anstatt nur in den Junkordner zu verschieben. Dann können Sie allerdings nicht mehr überprüfen, ob Outlook nicht doch auch eine für Sie wichtige Nachricht oder einen erwünschten Newsletter erwischt hat.

Schritt 2:

Individuelles Anpassen der Junk-Email-Filterlisten
Mit den sogenannten „Junk-Email-Listen“ können Sie den automatischen Spamfilter in Outlook manuell für Ihre Situation anpassen. Dafür stehen Ihnen verschiedene Listen zur Verfügung, mit denen Sie entweder einzelne Personen, ganze Domänennamen, Länder- und Regionalcodes und sogar andere Alphabete und Zeichensätze ausschließen können. Tragen Sie dafür lediglich die Adressen in die jeweiligen Positiv- oder Negativ-Filterlisten ein bzw. wählen Sie darin die zu blockierenden Länder oder Zeichensätze aus. Die Spamfilterlisten in Outlook sind:

  • Liste sicherer Absender: Alle Nachrichten von Personen (z.B. aus Ihren Kontakte) oder Namen ganzer Domains (z.B. eines Unternehmens), die Sie hier eintragen, werden von Outlooks Spamfilter automatisch durchgewunken. Alle Einträge der unternehmensübergreifenden Adressliste auf dem Exchange-Server Ihres Unternehmens werden ebenfalls automatisch als sicher eingestuft.
  • Liste sicherer Empfänger: Hier können Sie analog (und reziprok) den Absender einer Verteilerliste, der Sie angehören, als sicheren Empfänger eintragen. So werden Ihre Emails oder Newsletter an diese Adresse oder Domain automatisch nicht als Spam betrachtet.
  • Liste blockierter Absender: Wenn Sie immer wieder Spamnachrichten einer bestimmten Adresse oder übergeordneten Domain erhalten, können Sie diese hier für den Spamfilter blockieren. Outlook verschiebt dann alle Nachrichten diesen Ursprungs automatisch in den Spamordner.
  • Liste blockierter Domänen höchster Ebene: Hier können Sie ganze Länder- und Regionalcodes als Spam-Kriterium auswählen. Markieren Sie die Checkboxen der Regionen mit einem Häkchen, bei denen alle Nachrichten automatisch als Spam behandelt werden sollen.
  • Liste blockierter Codierungen: Mit „Codierungen“ sind andere Alphabete oder Zeichensätze gemeint, wie z.B. chinesisch, koreanisch oder arabisch.

Extratipp: Wiederherstellen

Der Junk-Emailordner (Spamordner) wird in regelmäßigen Abständen automatisch gelöscht. Die Spamnachrichten werden Ihnen dann aber nicht mehr in dem Ordner gelöschte Elemente angezeigt, sondern sind unwiderruflich sofort gelöscht. Daher sollten Sie routinemäßig auch Ihren Junk-Ordner kontrollieren, ob Outlooks Spamfilter nicht versehentlich doch die eine oder andere für Sie wichtige Nachricht falsch klassifiziert hat. Ansonsten finden Sie hier alle Tipps, wie Sie versehentlich gelöschte Elemente in Outlook wiederherstellen können.

Und Sie?

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