Microsoft Surface Neo: ein Device mit vielen Optionen


Im Grunde genommen gibt es zwischen Tablets, Smartphones und Laptops keine großen Überschneidungen – und das, obwohl sowohl die Hardware- als auch die Softwareentwicklung innovativ genug sein müssten, um die Trennung zwischen diesen Kategorien zu überwinden.

Mit den diversen Modellen der Surface-Serie hat Microsoft immerhin gezeigt, dass man in diesem Zusammenhang „out of the box“ zu denken gewillt ist. Den handfesten Beweis dafür stellt das Surface Duo dar.

Das Surface Neo schlägt eine ähnliche Richtung ein, setzt sich allerdings etwas von der Telefonie ab (mehr dazu weiter unten im Text). Dafür können Sie mit diesem Gerät besser tippen und Office-Arbeiten durchführen.

Oder besser gesagt: Sie werden das in Zukunft können. Denn der Marktstart des Surface Neo wird nun womöglich erst im Jahr 2022 erfolgen. Allerdings wissen wir bereits heute einige Details zu diesem Gerät, da es bereits im Oktober 2019 vorgestellt worden ist.

Für die Verzögerung gibt es zwei Gründe: Zum einen arbeitet Microsoft noch fieberhaft am OS Windows 10X. Und zum anderen hat die Coronavirus-Pandemie die Planung – wie in vielen Unternehmen – durcheinandergeschüttelt.

Das Surface Neo mit zwei getrennten Displays

Kurz zum Betriebssystem Windows 10X: Diese Version war von Microsoft ursprünglich nur für Devices mit zwei Displays geplant. Dann allerdings hat man sich in der Konzernzentrale in Redmond, Washington, umentschieden. Demnach soll Windows 10X nun auch auf Notebooks mit nur einem Bildschirm laufen. Wann 10X nun fertig sein soll, darüber wird nur spekuliert.

Einige Beobachter rechnen damit, dass der Rollout im Frühjahr 2021 stattfinden wird – was wiederum zu Spekulationen führt, dass das Surface Neo dann womöglich erst im Frühjahr 2022 erscheinen könnte.

Damit zum Surface Neo selbst – und das macht optisch schon einiges her. Wenn man es zum ersten Mal in zugeklapptem Zustand sieht, dann sieht es einem metallischen Tagebuch ähnlich. Innen existieren zwei getrennte Displays, von denen jedes eine Bildschirmdiagonale von neun Zoll aufweist.

Klappt man das Surface Neo so auf, dass beide Displays eine Einheit bilden, dann beträgt die Diagonale ein bisschen mehr als 13 Zoll und ist damit größer als bei sämtlichen Netbooks und auch vielen Notebooks. Das aufwendige Scharnier bewirkt, dass optisch eine Lücke entsteht, was allerdings nicht ganz ungewollt ist.

Denn Microsoft geht davon aus, dass viele User die beiden Monitore eher unabhängig voneinander benutzen.

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So sieht das Surface Neo aus, wenn die externe Tastatur angeschlossen ist. Bildquelle: cnet.com

Wer jetzt denkt, dass beide Displays als Touchscreen fungieren, der irrt: eine Bildschirmtastatur gibt es nicht. Stattdessen ist ein echtes Keyboard mit dabei, das Sie an den dafür vorgesehenen Stellen anbringen können, und zwar mittels Magneten.

Wenn Sie arbeiten möchten wie an einem Laptop, dann legen Sie die Tastatur einfach auf das flach liegende Display auf. Die freibleibende Fläche oberhalb der Tastatur fungiert dann tatsächlich als Touchpad (im obigen Bild gut zu sehen; jene Stellen, an denen sich die Emojis befinden, bleiben für die Fingerbenutzung frei). Wenn das Keyboard nicht länger benötigt wird, kann man es ganz simpel auf der Rückseite des Geräts anbringen.

Und wie man es von den Geräten der Surface-Reihe bereits gewöhnt ist, besitzt auch das Surface Neo einen Eingabestift, den Slim Pen.

Was steckt unter der Haube des Surface Neo?

Wie Sie dieses Gerät nutzen können, liegt beinahe auf der Hand: als Tablet, als Buch oder als Laptop. Eingangs haben wir geschrieben, dass das Surface Neo im weiteren Sinne auch zu den Smartphones gezählt werden kann und sich doch ein wenig von der Telefoniefunktion absetzt – wie ist das zu verstehen?

Es handelt sich um kein Smartphone im klassischen Sinne. Allerdings können Sie indirekt auch mit diesem Gerät telefonieren, und zwar über die App „Link zu Windows“, mit der Sie Smartphone und PC verknüpfen und so telefonieren können.

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Das Surface Neo mit abgetrennter Tastatur. Im aufgeklappten Zustand können beide Display gleichberechtigt genutzt werden. Bildquelle: The Verge

Doch was ist eigentlich mit dem Innenleben dieses Surface-Ablegers? Da hat Microsoft noch recht wenig verraten. Einzig zum Prozessor hat der Konzern bereits ein paar Details preisgegeben. So soll es sich um einen Lakefield-Prozessor handeln, ein neuer Chip auf Basis x86. Von diesem heißt es, er sei relativ stromsparend.

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Wie Sie das Surface Neo nutzen können

Mit dem Telefonieren ist es also nicht sehr weit her – aber wie nutzen Sie das Surface Neo dann gewinnbringend? Ist es überhaupt sinnvoll, sich mit diesem Device zu befassen, oder genügt ein Notebook der klassischen Art weiterhin? Es kommt natürlich darauf an, für was Sie einen PC benötigen. Im Folgenden ist aufgeführt, für welche Zwecke sich das Surface Neo gut eignet.

  • Lesen: Wenn die Displays aufgeklappt sind, können Sie das Surface nutzen wie ein Buch, das Sie vor sich halten. Und mit dem mitgelieferten Slim Pen können Sie sich sogar Notizen und Vermerke machen.
  • Präsentationen: Je nachdem, wie Sie die beiden Displays positionieren, können Sie beispielsweise nach außen eine Präsentation zeigen – und parallel dazu auf dem Ihnen zugewandten Display weitearbeiten.
  • Notebook: Wer ein Display flach vor sich auf den Tisch legt, kann die externe Tastatur daraufsetzen und das andere Display hochklappen, um ihn wie ein Laptop zu nutzen.

Als Arbeitsgerät jedenfalls dürfte das Surface Neo, so viel lässt sich auch vor dem Erscheinen feststellen, wesentlich umgänglicher sein als das Surface Neo, das von der Größe her deutlich eher an ein Smartphone erinnert.

Das Surface Neo und die Frage nach den Apps

Wenn Hersteller neue Geräte herausbringen, dann stellt sich schnell die Frage, wie es um die Apps bestellt ist. Oft lassen sich bestehende Applikationen zwar nutzen, doch gestaltet sich die Anwendung schwierig. Viele Hersteller sprechen dann davon, dass die Apps noch an die neue Hardware angepasst, also optimiert werden müssen.

In der Regel bedeutet das fast immer, dass die Programme skaliert werden müssen.

Microsoft plant, beim Surface Neo noch einen Schritt weiter zu gehen. Die Anzeige der App soll adaptiv sein, nur ist die Frage, wie viele App-Entwickler sich schlussendlich für dieses Vorhaben einspannen lassen. Seit Anfang 2020 können Entwickler schon mal über einen Emulator für Windows 10X Apps entwickeln oder bereits existente Anwendungen testen und modifizieren.

Fazit: wie ist das Surface Neo einzuordnen?

Nachdem Microsoft mit dem Duo ein Surface-Gerät entwickelt hat, das eher einem Smartphone gleicht als einem Tablet oder gar Notebook, wird sich das Neo eher wieder weg von der Telefonoption positionieren.

Ursprünglich sollten das Duo und das Neo zur gleichen Zeit erscheinen und für Interessenten ein großes Spektrum abdecken. Nun werden zwischen den Erscheinungsdaten des Surface Duo und des Surface Neo vermutlich bis zu anderthalb Jahre vergehen.

Da zu Fragen nach der Akkulaufzeit, der Auflösung, der Pixeldichte oder dem Arbeitsspeicher seitens Microsoft noch nicht geklärt worden sind, bringt es wenig, über die Leistung des Gerätes zu spekulieren. Die Bedienbarkeit des Geräts scheint jedenfalls gut durchdacht zu sein, zum Einsatz kommen der Touchscreen, der Slim Pen und eine abnehmbare Tastatur.

Das eingebaute Scharnier bewirkt, dass man das Surface Neo in viele verschiedene Displaypositionen bringen und es so vielfältig verwenden kann. Die 13-Zoll-Bildschirmdiagonale (wenn die beiden Displays als eines genutzt werden) schlägt jedes Netbook und macht manchem Laptop Konkurrenz. Doch auch einzeln sind die Displays mit jeweils neun Zoll ausreichend groß und gut zu bedienen.

 



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