Das transaktionale Stressmodell – Immer wissen, was zu tun ist



Kennen Sie das? Ihr Schreibtisch biegt sich unter Aktenstapeln, der Terminkalender quillt über, Ihren E-Mail-Account wollen Sie lieber gar nicht erst öffnen und das Telefon meldet sich heute mit besonders schrillem Ton… Sie fühlen sich überfordert: Ihr Herz hämmert, der Rücken ist angespannt und es dauert nicht lange, bis Sie pochende Kopfschmerzen bekommen. Ihre Gedanken kennen nur einen Satz: „Das schaffe ich doch nie…“

Stress ist nicht gesund

Stress pur, der nicht nur für Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit verantwortlich ist, sondern auch für eine Reihe körperlicher Erkrankungen von Bluthochdruck bis Zuckerkrankheit.

Allerdings fand der amerikanische Psychologe Richard S. Lazarus heraus: Nicht die Situation an sich ist stressend, sondern die Art, wie wir gedanklich damit umgehen und welche Handlungsmöglichkeiten wir sehen.

Er nannte seine Theorie: Transaktionales Stressmodell.

Laut Stressmodell Stressursachen erkennen
„Das schaffe ich nie – oder doch?“ Laut Stressmodell entsteht Stress durch unsere Bewertung der Situation.

Das transaktionale Stressmodell von Lazarus

Richard S. Lazarus (1922–2002) entdeckte bei Versuchspersonen, dass dieselben Reize unterschiedliche Reaktionen auslösten: Eines seiner Experimente bestand darin, dass er Probanden Filme mit Gewaltszenen zeigte, und zwar einmal kommentarlos und einmal mit verharmlosenden Kommentaren.

Im zweiten Fall lösten die Bilder weniger Stress aus, denn die Kommentare hatten die Einstellung der Probanden und deren Gedanken zum Gesehenen beeinflusst. Es hatte also zwischen dem Reiz (Filmszenen) und der Reaktion darauf eine Wechselwirkung (Transaktion) stattgefunden. Diese Erkenntnis war revolutionär und Richard S. Lazarus entwickelt daraus im Jahr 1974 sein transaktionales Stressmodell. Es beruht auf drei wesentlichen Faktoren:

1. Primäre Bewertung: Gut oder schlecht?

Oft entscheiden wir in Sekundenschnelle, wie wir eine Situation einschätzen:

  • Positiv
  • Neutral
  • Gefährlich

Nur wenn wir die Situation als „gefährlich“ erleben, kann Stress entstehen. Dieser bringt einen, zwei oder gleich drei Aspekte mit:

  • Verlust / Schaden
  • Bedrohung
  • Herausforderung

Doch laut Stressmodell muss auch eine gefährliche Situation nicht zum Stress führen, wenn die sekundäre Bewertung mindestens in einem Punkt positiv ausfällt.

2. Sekundäre Bewertung: Den Ressourcen auf der Spur

Die Möglichkeiten (Ressourcen), eine stressige Situation zu bewältigen, werden Coping“ genannt. Coping kann auf zwei Ebenen wirken:

  • Die Situation ändern (handeln).
  • Die Einstellung zur Situation ändern (neu bewerten)

Stress wird immer dann vermieden, wenn wir Ressourcen entdecken, mit denen wir die Situation verändern können oder dann, wenn wir die Situation gedanklich neu bewerten können.

Stressmodell beachten und Ressourcen ordnen
Geschafft! Ein aufgeräumter Schreibtisch ist eine Ressource, wie sie im Stressmodell beschrieben wird.

3. Erfahrung

Jede Situation, die wir bewältigt haben, stärkt uns für neue Herausforderungen. Der psychologische Begriff dafür heißt „Selbstwirksamkeit“.

Wenn sich also Ihr Schreibtisch biegt, das Telefon schrillt und der Posteingang überquillt, sind das noch keine Stressfaktoren. Erst durch Ihre Gedanken „Das schaffe ich nie“ geraten Sie unter Stress, denn Sie zweifeln an Ihrer Selbstwirksamkeit.

Kein Wunder, denn der Zustand von Schreibtisch und Postfach oder unzureichendes Zeitmanagement führen oft erst dazu, dass die Situation sich so „bedrohlich“ entwickeln konnte. Da hilft es nicht, dass wir uns verharmlosende Gedanken machen. Hier eine Änderung der Situation notwendig. Deshalb setzen die Tipps von Büro Kaizen schon viel früher an.

Am Stressmodell lernen: Effizient und stressfrei arbeiten mit Büro Kaizen

Büro Kaizen bietet eine Methode, Stressfaktoren im Büro zu vermeiden. Das funktioniert, indem wir jeden einzelnen Bereich unter die Lupe nehmen und ihn optimal gestalten: Mit Spielregeln, die jeder Mitarbeiter verinnerlicht und praktiziert, werden zum Beispiel „Zeitfresser“ bei Besprechungen vermieden, Checklisten zum Download dienen als Gedächtnisstütze bei wiederkehrenden Abläufen und die einheitliche Organisation der Ablage reduziert Suchzeiten. Nicht zu vergessen die Schreibtisch-Ordnung und der Posteingangskorb, denn die einfachsten Lösungen liegen manchmal direkt vor uns. Wichtig ist auch eine praktikable Vertretungsregelung; sie entlastet den Einzelnen bei der Rückkehr aus dem Urlaub und die Mitarbeiter während der Urlaubsvertretung.

Diese und noch mehr Faktoren an einzelnen Arbeitsplätzen und in ganzen

Abteilungen schaffen Ressourcen und erhöhen das Bewusstsein von Selbstwirksamkeit bei jedem Einzelnen. Wer weiß, was zu tun ist, gerät nicht mehr so leicht in Stress.

Stress ade! Wer weiß, was zu tun ist, bleibt gelassen. Büro Kaizen macht’s möglich. Klick um zu Tweeten

Und Sie? Wie sorgen Sie für den Stressfall vor?

Das transaktionale Stressmodell von Richard S. Lazarus zeigt uns, dass wir Herausforderungen aktiv meistern können, so dass wir keinem Stress ausgesetzt sind. Wie sieht das bei Ihnen in der Praxis aus? Welche Abläufe haben Sie stressfrei gestaltet, welche Spielregeln gelten in Ihrem Unternehmen? Schreiben Sie mir davon, ich freue mich auf Ihre Erfahrungen!

 



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