Hier haben die Ideen ein Zuhause: Betriebliches Vorschlagswesen



Kaizen bedeutet: Ständige Verbesserung aller Prozesse. Was liegt da näher, als die Kreativität der Mitarbeiter dafür zu nutzen? Doch in vielen Firmen erlebe ich das Gegenteil: Gute Ideen verstauben in der Schublade, werden nie auf ihren Nutzen überprüft. Die Verantwortlichen bedenken nicht, dass sie damit ein riesiges Potential verschenken, das messbare Einsparungen von Geld und Zeit oder zusätzliche Einnahmen bewirken kann. Manchen ist es auch zu aufwendig, ein betriebliches Vorschlagswesen einzurichten. Und hier kommt Büro Kaizen ins Spiel.

Mitarbeiter sind die Experten für Ihren Arbeitsplatz. Sie wissen, was sich verbessern lässt. Klick um zu Tweeten

Büro Kaizen: Mitarbeiter sind Mitdenker

Toyota hat es vorgemacht und viele meiner Kunden haben es übernommen: Die Mitarbeiter werden durch ein betriebliches Vorschlagswesen motiviert, Ideen zur ständigen Verbesserung zu entwickeln. Das fängt bei der positiven Haltung der Vorgesetzten an und endet bei einem gut durchdachten Prämiensystem.

Das Ergebnis überzeugt: Bei Toyota reicht jeder Mitarbeiter pro Jahr 60 Vorschläge zur Verbesserung ein; in anderen Unternehmen sind es gerade mal 0,6.

Betriebliches Vorschlagswesen motiviert Mitarbeiter
Ein betriebliches Vorschlagswesen motiviert die Mitarbeiter dazu, Ideen zu entwickeln.

Übrigens: In unsere Unternehmen reicht jeder Mitarbeiter 14 Verbesserungsvorschläge jährlich ein. In den letzten Jahren gewannen wir damit regelmäßig den Deutschen Ideenpreis.

Wer mit den Methoden von Büro Kaizen arbeitet, sieht die Mitarbeite nicht als austauschbare Personen, die lediglich Weisungen ausführen. Vielmehr ist jeder von ihnen ein Experte auf seinem Arbeitsplatz. Er kennt die einzelnen Arbeitsschritte und hat deshalb ein gutes Auge für Verbesserungen. Diese Ideen teilt er gern mit, wenn er sich dazu motiviert fühlt. Ein betriebliches Vorschlagswesen setzt genau hier an. „Ganz nebenbei” erhöht sich dadurch die Mitarbeiterzufriedenheit.

Tipp: Lesen Sie dazu meinen Beitrag: „Die besten Berater sitzen im eigenen Haus”.

Machen Sie den Test: Füllen Sie die kostenlosen Kaizen-Checklisten für den Arbeitsplatz und die Abteilung aus – so gewinnen Sie Erkenntnisse über mögliche Verbesserungen. Regen Sie auch Ihre Mitarbeiter dazu an und nutzen Sie deren Ideen-Potential!

Tipp Nr. 1 für ein betriebliches Vorschlagswesen: Offenheit ermutigt

Es gibt Vorgesetzte, die Verbesserungsvorschläge als Kritik an der bisherigen Arbeitsweise auffassen. Da sie sich nicht gern kritisieren lassen, wehren sie Vorschläge grundsätzlich ab. Kaizen jedoch ermutigt zu immer neuen Ideen, um entspannter und effizienter zu arbeiten. Wenn Vorgesetzte Vorschläge als Bereicherung ansehen können, haben sie den ersten Schritt für ein betriebliches Vorschlagswesen getan.

Tipp: Wie Sie eine Atmosphäre der Anerkennung schaffen, lesen Sie in meinem Artikel: „Respekt, Alter”.

Tipp Nr. 2 für ein betriebliches Vorschlagswesen: Eine angstfreie Fehlerkultur schaffen

Nicht jeder Vorschlag lässt sich umsetzen und nicht jede Umsetzung klappt so wie gewünscht. Mitarbeiter, die in dieser Situation mit Kritik rechnen müssen, halten sich künftig mit Verbesserungsvorschlägen zurück. Sie lassen lieber alles so wie es ist. Das ist schade, denn damit geht großes Potential verloren.

Tipp: In meinem Artikel „Ich sehe was, was du nicht siehst”, zeige ich Ihnen, wie Sie eine angstfreie Fehlerkultur aufbauen.

Achtung: Sollte sich ein Vorschlag nicht als praktikabel erweisen, ist das kein Grund zur Kritik. Vielmehr kann darauf aufgebaut werden, indem man schaut, woran es liegt. Fragen sie nicht: WER hat Schuld, sondern: WAS ist der Grund. Damit können sich ganz neue Lösungen auftun!

Tipp Nr. 3 für ein betriebliches Vorschlagswesen: Was du schwarz auf weiß besitzt…

Mancher Vorgesetzter hat Sorge, dass Verbesserungsvorschläge ich zuviel Aufwand verursachen. Er möchte nicht „zwischen Tür und Angel” angesprochen und mit einer neuen Idee konfrontiert werden. Das ist nachvollziehbar. Das Aufschreiben des Vorschlags spart für den Vorgesetzten nicht nur Zeit, sondern motiviert auch den Mitarbeiter dazu, seinen Vorschlag genau zu durchdenken.

Wir nehmen uns hier ein Beispiel Ronald Reagan, dem früheren amerikanischen Präsidenten. Wann immer ein Mitarbeiter ihm einen Vorschlag erzählen wollte, drückte er ihm ein Formular in die Hand. Es enthielt drei Fragen:

  • Was ist das Problem?
  • Welche Lösungen sind möglich?
  • Welchen Vorschlag machen Sie und warum?

Noch heute arbeiten wir mit dem Reagan-Formular. Es ist ein unverzichtbares Hilfsmittel bei der Lösung von Problemen aller Art. In unserem Downloadcenter haben wir es für Sie kostenlos bereitgestellt.

Betriebliches Vorschlagswesen Reagan-Formular
Betriebliches Vorschlagswesen: Mit dem Reagan-Formular Vorschläge entwickeln.

Tipp Nr. 4 für ein betriebliches Vorschlagswesen: Vorschlag klar definiert

Um ein betriebliches Vorschlagswesen zu etablieren, ist es nötig, klar festzulegen, was überhaupt als Verbesserungsvorschlag gilt. Das stellt sicher, dass die eingehenden Vorschläge tagsächlich der Erwartung entsprechen. Diese Festlegungen haben sich bewährt:

    1. Mehr als ein Problem: Die Lösung muss klar formuliert sein.
    2. Da ist was zu machen: Der Vorschlag muss umsetzbar sein.
    3. Wem nützt es: Der Vorschlag muss einen Nutzen bieten.
    4. Neuheit: Der Vorschlag muss für den Anwendungsbereich neu sein. Er darf woanders im Unternehmen schon praktiziert werden.

Sie sehen, es geht hier nicht darum, dass der Vorschlag bahnbrechend oder revolutionär ist. Im Büro Kaizen gehen wir davon aus, dass schon kleine Veränderungen messbare Erfolge bringen können.

Tipp: Lesen Sie hierzu auch meinen Artikel „Einmal Poka yoke mit Erfolgsgeschmack bitte”.

Extra-Tipp: Wenn Sie ein Formular möchten, das Platz für die Auswertung des Vorschlags beinhaltet, dann ist das Verbesserungsvorschlags-Formular genau richtig für Sie. Laden Sie es hier kostenlos herunter.

Zusatz-Tipp: Richten Sie an exponierter Stelle einen Briefkasten für die Verbesserungsvorschläge ein. Sorgen Sie dafür, dass er regelmäßig geleert wird.

Betriebliches Vorschlagswesen Briefkasten
Für ein funktionierendes betriebliches Vorschlagswesen: Der gut platzierte Briefkasten.

Tipp Nr. 5 für ein betriebliches Vorschlagswesen: Belohnung motiviert

Wir bei Tempus handhaben es so, dass jeder Vorschlag honoriert wird: Der Mitarbeiter erhält einen Gutschein für ein Mittagessen. Wird der Vorschlag angenommen, Wird der Vorschlag umgesetzt, gibt es zusätzlich eine Prämie von 25 Euro. Wenn sich eine konkrete Einsparung berechnen lässt, erhält der Mitarbeiter im ersten Jahr 20 Prozent dieser Summe.

Extra-Tipp: Motivieren Sie die Mitarbeiter dazu, ihre Vorschläge selbst umzusetzen. Dafür können Sie eine zusätzliche Prämie bezahlen.

Tipp 6 für ein betriebliches Vorschlagswesen: In der KVP-Gruppe gemeinsam kreativ

KVP, das bedeutet „Kontinuierlicher Verbesserungs-Prozess”. In einer KVP-Gruppe arbeiten alle Mitarbeiter zusammen, die von einem bestimmten Problem betroffen sind. Was der Einzelne nicht schaffen kann, schafft die KVP-Gruppe: Jeder Einzelne trägt hier zu einer komplexen Lösung bei.

Betriebliches Vorschlagswesen kreativ in KVP
Betriebliches Vorschlagswesen: Gemeinsam kreativ in der KVP-Gruppe.

Tipp: Regen Sie die Bildung einer KVP-Gruppe an, wenn sich eine Fragestellung zeigt, die mehrere Arbeitsplätze betrifft.

Und Sie?

Liegt das Potential Ihrer Mitarbeiter noch brach oder haben Sie bereits ein betriebliches Vorschlagswesen eingerichtet? Sie haben Fragen dazu? Dann schreiben Sie mir, ich freue mich darauf!

Achtung: Möchten Sie mehr über das betriebliche Vorschlagswesen von Büro Kaizen wissen? Gerne sende ich Ihnen unsere informative Präsentation zum Thema zu. Schreiben Sie mir mit dem Betreff „Anleitung Vorschlagswesen”.

 



Auf der Suche nach mehr Tipps zum Themenschwerpunkt: Teamarbeit? Wir haben die wichtigsten Erfolgsstrategien zur effektiven Teamarbeit aufbereitet. Das sollten Sie sich nicht entgehen lassen!


Hinterlassen Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail Adresse wird nicht öffentlich angezeigt.




Schlagwörter: