Distress, Eustress – am besten ist gar kein Stress

9. November 2017

Eine Achterbahn hinuntersausen oder vor den Kollegen einen blöden Fehler eingestehen – was verursacht Ihnen mehr Stress? Tatsächlich ist Stress nicht gleich Stress. Freudige Ereignisse wie die Aufregung um eine Feier oder eben eine Achterbahnfahrt empfinden die meisten Menschen als positiven Eustress. Negative Erlebnisse lösen dagegen Distress aus. Wenn dieser häufiger auftritt, kann er gesundheitliche Probleme auslösen. Mit gezielten Veränderungen halten Sie Ihr Leben in der Balance und bleiben fit und entspannt.

Ihrer Gesundheit zuliebe: Genießen Sie den Eustress und minimieren Sie Ihren Distress.
Ihrer Gesundheit zuliebe: Genießen Sie den Eustress und minimieren Sie Ihren Distress.

Was ist das Problem mit dem Stress

Im Arbeitsleben vergeht kaum ein Tag, an dem alles reibungslos läuft. Mal fehlt eine wichtige Auflistung, dann ist ein Kollege krank und außerdem werden Sie ständig werden in Ihrem Arbeitsfluss unterbrochen. Auch wenn jeder einzelne individuell auf Stress reagiert, häufen sich die Situationen, an denen Sie quasi in die Luft gehen könnten. Überlastung und Überforderung führt zu negativen Distress. Auf der anderen Seite gibt es aber auch diese Momente, in denen Sie in einen richtigen Flow geraten. Sie lösen eine verzwickte Aufgabe oder schaffen es gerade noch rechtzeitig, einen wichtigen Bericht fertig zu stellen. Dieser positive Eustress löst angenehme Gefühle aus, weil Sie sich der stressigen Situation gewachsen fühlen. Diese Unterscheidung in Distress (oder auch Disstress) und Eustress traf erstmals der ungarisch-kanadische Mediziner Hans Selye.

So funktioniert es
Je öfter Sie stressige Situationen erleben, desto mehr leidet Ihre Gesundheit darunter. Selbst wenn Sie Achterbahnfahren lieben, irgendwann reicht es. Und niemand setzt sich freiwillig unter Termindruck, nur um in einen Arbeitsflow zu geraten. Die folgenden Tipps helfen Ihnen, auf eine ausgewogene Balance zwischen Belastungen und entspannten Momenten zu achten. Denn sonst können sich gesundheitliche Probleme wie Kopfschmerzen, Herzrasten, Schlafstörungen bis hin zu Depressionen und Burnout einstellen.

Tipp Nr. 1: Schaffen Sie eine Wohlfühlatmosphäre

Sie verbringen im Schnitt mehr als ein Drittel des Tages bei der Arbeit. Haben Sie sich aber schon einmal überlegt, ob Sie sich in Ihrem Büro wohl fühlen? Oder ist es eher so, dass vergilbte Poster die Wände zieren, Büromaterial fehlt und sich auf Ihrem Schreibtisch unerledigte Aktenberge stapeln. Sie wollten schon längst Ordnung schaffen, aber bisher fehlte Ihnen die Zeit. Vielleicht geraten Sie gerade deshalb in Zeitdruck, weil Ihnen ein effizienter Wohlfühl-Schreibtisch fehlt, der Ihre Kreativität beflügelt! Ich bin überzeugt, dass eine vollgestellte Arbeitsfläche das Denken blockiert und die Konzentration beeinflusst. Räumen Sie konsequent Ihren Schreibtisch frei bis auf den Monitor, Tastatur und Maus, Ihre Posteingangsschale sowie eventuell ein persönliches, motivierendes Bild. Fühlt sich gut an, oder!

Sie sind noch nicht überzeugt? Dann schauen Sie meinem YouTube-Podcast an. Ich erkläre Ihnen, warum Leertischler effizienter sind.

Die Arbeitsutensilien verstauen Sie nach diesem Prinzip: Alles, was Sie täglich brauchen, kommt in die Schublade. Was Sie nicht regelmäßig benötigen, verschwindet in die Regale oder Schränke. Überflüssiges wird weggeworfen oder im Archiv verwahrt. Damit Sie diese Ordnung auch beibehalten, beschriften Sie die einzelnen Fächer. Denn bei Büro-Kaizen® gilt das Prinzip: Alles hat einen Platz, alles hat seinen Platz.

Beschriftungen sorgen dafür, dass Sie die Ordnung beibehalten.
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Extra-Tipp:
Als Schwabe neige ich ja nicht dazu, unnötig Geld auszugeben. Aber wenn ich manche Unternehmen sehe, dann komme ich ins Staunen. Es gibt Hochglanzprospekte, eine schicke Website, aber die Büroräume sind dunkel, die Büromöbel veraltet und der Empfangsbereich wird als Zwischenlager zweckentfremdet. Das wirkt weder professionell noch einladend. Jeder Postbote, Besucher oder Geschäftspartner nimmt diesen ungünstigen Eindruck mit und trägt ihn hinaus in die Welt. Dass Sie und Ihr Team gute Arbeit leisten, sollte sich auch in den Räumen widerspiegeln. Wie Sie Ihre Firma präsentieren, erkläre ich Ihnen in diesem Blog-Beitrag: Schick siehst du aus – Zeigen Sie auch in Ihren Räumen die Qualität Ihrer Firma!

Tipp Nr. 2: Tappen Sie nicht in die Perfektionismusfalle
Die meisten Büromitarbeiter möchten hervorragende Arbeit abliefern. Wer allerdings zwanghaft versucht, jeden Fehler zu vermeiden, stellt sich selbst ein Bein. Denn trotz aller Bemühungen sind wir Menschen nun einmal nicht perfekt. In einem zehnseitigen Bericht werden kleine Flüchtigkeitsfehler auftauchen und es kann auch passieren, dass die E-Mail ohne den Anhang verschickt wird. Immer 100 Prozent Aufmerksamkeit und Konzentration in eine Arbeit zu investieren, ist keine Lösung. Denn so vergeuden Sie wertvolle Zeit und Energie. Treten Sie nicht auf die Stelle sondern suchen Sie lieber effektiv nach Verbesserungen. Mit einer angstfreien Fehlerkultur nehmen Sie den Druck von sich und Ihren Mitarbeitern. Außerdem sind Fehler auch eine wertvolle Informationsquelle. Sie zeigen, wo es bei Prozessabläufen hakt. Indem Sie Fehler zu Ihren besten Freunden machen, decken Sie Wege zu Verbesserungen auf.

Extra-Tipp:
Kennen Sie schon das Pareto-Prinzip? Es besagt, dass 80 Prozent der Erfolge durch einen Einsatz von ca. 20 Prozent der eigenen Kraft erzielt werden. Mit anderen Worte: Es kommt nicht auf Ihren Einsatz an sondern auf das Ergebnis. Damit dies gelingt, stellen Sie sich folgende Frage: Wie können Sie in dem zur Verfügung stehenden Zeitrahmen sowie den finanziellen und personellen Ressourcen das Beste aus sich bzw. Ihrem Unternehmen herausholen? Wenn Sie das Thema interessiert, lesen Sie meinen Blog-Beitrag zum Pareto-Prinzip.

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Tipp Nr. 3: Ermitteln Sie Ihre Stressoren

Wie schon eingangs erwähnt, reagiert jeder Mensch unterschiedlich auf bestimmte Herausforderungen. Der eine hört es gar nicht, wenn jemand im Großraumbüro laut telefoniert. Andere reagieren auf Hintergrundgeräusche extrem gestresst. Lassen Sie Ihren Arbeitstag Revue passieren und überlegen Sie, welche Situationen bei Ihnen negativen Distress auslösen. Viele Menschen reagieren zum Beispiel empfindlich auf Störungen. Es ist kein gutes Gefühl, von anderen fremdbestimmt zu werden. Achten Sie darauf, Ihren Arbeitstag proaktiv zu gestalten. Legen Sie vor Arbeitsbeginn fest, welche Aufgaben Sie priorisieren und zu welchem Zeitpunkt Sie diese erledigen möchten. Als Anregung habe ich Ihnen fünf Tipp gegen typische Stressoren im Büro zusammengestellt.

Wer proaktiv arbeitet, beugt Stressreaktionen vor.
Wer proaktiv arbeitet, beugt Stressreaktionen vor.

Tipp Nr. 4: Denken Sie an eine ausgewogene Work-Life-Balance

Können Sie zu Hause von der Arbeit abschalten oder denken Sie noch im Bett über Probleme nach. Als Ausgleich zum Job brauchen Sie ein aktives Privatleben. Ob negativer Distress oder positiver Eustress, Sie brauchen entspannte Phasen, um wieder neue Kraft zu tanken. Work-Life-Balance bezeichnet ein gesundes, ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeitsleben und Freizeit. Ist diese Balance gestört, können sich gesundheitliche Probleme einstellen. Diese Tipps helfen Ihnen:

  • Arbeiten Sie nicht durch sondern machen Sie mindestens jede Stunde eine kleine Mini-Pause. Stehen Sie auf, öffnen Sie das Fenster und atmen Sie tief durch.
  • Begeistern Sie Ihr Team für Bürogymnastik. Mit Bewegung lockern Sie Ihre Muskeln und bauen Stress ab. Ich habe Ihnen einige wirkungsvolle Übungen zusammengestellt.
  • Das perfekte Mittel gegen Stress ist Achtsamkeit. Atmen Sie bewusst ein und aus und richten Sie Ihre Gedanken auf den Moment. Damit unterbrechen Sie negative Stressgefühle.
  • Durch die Belastung von Distress und Eustress werden viele Menschen hektisch und fallen in den Beschleunigungsmodus. Unterbrechen Sie diesen Rhythmus und schlendern Sie bewusst langsam. Sie fühlen sich sofort wie im Urlaub.
  • Suchen Sie sich in der Freizeit einen Ausgleich zum Arbeitsalltag. Das muss nicht unbedingt Sport sein. Auch regelmäßige Treffen mit Freunden sorgen dafür, dass Sie abschalten und sich vom Arbeitsstress erholen.
Bürogymnastik vertreibt die Nachwirkungen von Distress und Eustress.
Bürogymnastik vertreibt die Nachwirkungen von Distress und Eustress.

Extra-Tipp:
E-Mails sind wahres Zeitfresser und Grund für viel Stress. In meinem YouTube-Podcast verrate ich Ihnen fünf Schritte zum effizienten Verarbeiten von E-Mails.

Tipp Nr. 5: Fördern Sie das Gesundheitsmanagement in Ihrem Unternehmen

Spätestens in der Mittagspause kommt das gefürchtete Leistungstief. Als Ausputschmittel dienen nun Kaffee und ungesunde Snacks aus dem Automaten. Setzen Sie lieber auf gesundheitsfördernde Maßnahmen. Sinnvoll ist eine Obstkiste oder ein Wasserspender für alle Mitarbeiter. Denn nur in einem gesunden Körper steckt ein entspannter, leistungsfähiger Geist. Und weil gemeinsam viel leichter Ziele umgesetzt werden, investieren Sie in Betriebssport. Von gesunden Mitarbeitern profitieren alle.

Extra-Tipp:
In Ihrem Pausenraum herrscht immer Chaos und in Kühlschrank gammelt vergessenes Essen? Wenn sich niemand für die Sauberkeit der Küche verantwortlich fühlt, sind die Zuständigkeiten nicht geklärt. Diese fünf klaren Regelungen sorgen dauerhaft für Ordnung und gute Stimmung.

Darauf kommt es an
Resignieren Sie nicht, wenn Sie immer wieder stressigen Situationen ausgesetzt sind. Sonst rutschen Sie leicht in eine depressive Stimmung ab. Ermitteln Sie lieber den Stressauslöser. In meinem Büro-Kaizen®-Blog finden Sie zahlreiche Beiträge, mit denen Sie Ihre Arbeit nicht nur effizienter sondern auch mit mehr Gelassenheit bewältigen.

Was der Tipp bewirkt
Sie können einen Muskel nicht ständig anspannen. Ob Distress oder Eustress, nach stressigen Momenten brauchen Sie entspannende Phasen, um sich zu erholen. Nur so bleiben Sie gesund und leistungsfähig. Und die Familie und Freunde freuen sich, wenn Sie entspannt bleiben und nicht bei jeder Kleinigkeit aus der Haut fahren.

Und Sie?
Was sind Ihre schlimmsten Stressauslöser? Schreiben Sie mir, ich freue mich über Ihre Kommentare.

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