Nix geht mehr? Das muss nicht sein! So können Sie Burnout vermeiden (Teil 2/2)



In Teil 1 habe ich Ihnen schon erläutert, wie Burnout für die Betroffenen und für Unternehmen ein massives Problem werden kann. Deshalb sollten Sie beizeiten vorbeugen, wofür ich Ihnen hier ein paar Tipps zusammengestellt habe.

Machen Sie die Burnout-Prophylaxe zur Priorität

Nachdem Sie schon Ihre Aufgaben priorisiert haben, sollten Sie nun auch die Vermeidung des Burnouts zur Priorität machen. Um das totale Ausgebranntsein wirklich zu vermeiden, nehmen Sie schon die kleinsten Anzeichen sehr ernst! Die Schritte dahin sind vielleicht nicht ganz einfach, aber Sie werden schon bald sehen, dass der Nutzen weit überwiegt.

Suchen Sie das Gespräch mit Ihren Vorgesetzten, um Burnout schon früh zu vermeiden.

Sprechen Sie mit Ihren Vorgesetzten

Oftmals haben Vorgesetzte gar nicht im Blick, wenn sie ihre Angestellten überfordern. Sie vertrauen darauf, dass die sich schon melden werden, wenn sie ihre Aufgaben nicht mehr schaffen. Und die wiederum vertrauen darauf, dass die Vorgesetzten schon im Blick haben, wann es für ihr Team zu viel wird.
Diesen Kreislauf müssen Sie sofort unterbrechen. Führen Sie eine Zeitlang Buch darüber, welche Aufgaben eigentlich anstehen, welche davon Sie in wie viel Zeit schaffen, welche Aufgaben Ihnen zusätzlich übergeben werden und welche Sie deshalb verschieben müssen bzw. nicht mehr schaffen.
Mit dieser Auflistung suchen Sie das Gespräch mit Ihren Vorgesetzten. Ich weiß, dass viele Hemmungen davor haben, zumal manche Chefs zunächst nicht sehr offen für solche Gespräche sind. Ist einer sogar Choleriker und dementsprechend für ihre Reaktionen gefürchtet, sollten Sie vielleicht noch jemanden zu Rate ziehen, z. B. aus dem Betriebsrat.
So schwierig das sein mag: Vergessen Sie nicht, wenn Sie nicht rechtzeitig die Handbremse ziehen, dann kann, salopp gesagt, ziemlich viel in die Hose gehen, und Sie werden selbst noch stärker darunter leiden als jetzt schon.
Suchen Sie deshalb gemeinsam mit Ihren Vorgesetzten nach Lösungen, um die Aufgaben gleichmäßiger auf alle Schultern zu verteilen, um Prozesse zu optimieren und um die Kommunikation reibungsloser zu gestalten.

Bleiben Sie bei der Planung Ihrer Aufgaben realistisch. Planen Sie auch Pausen ein, als Puffer und als echte Pausen.

Bleiben Sie bei Ihrer Planung realistisch

Wenn Sie nun eine bessere Aufgabenteilung und verbesserte Kommunikation erreicht haben und den Burnout auch weiterhin vermeiden wollen, sollten Sie unbedingt realistisch bei Ihrer zukünftigen Planung sein. Das heißt z. B., dass Sie keine Termine zusagen, die Sie aller Voraussicht nach nicht einhalten können. Sagen Sie nicht zu, Sie könnten etwas in zwei Stunden schaffen, wenn Sie jetzt schon wissen, dass Sie wahrscheinlich eher zwei Tage dafür benötigen.
Es ist niemandem damit gedient, dass Sie aus lauter Höflichkeit oder Angst vor Ärger etwas zusagen, das Sie nicht schaffen können. Im Gegenteil, es verstärkt den Unmut und die Faktoren, die Sie Schritt für Schritt in den Burnout treiben.
Planen Sie deshalb auch Pausen ein – entweder als Puffer oder als echte Pausen. Sollten Sie diese Pausen aber immer öfter als Puffer nutzen, müssen Sie Ihre Planung noch einmal besser anpassen.

Was soll das nun bringen?

Wenn Sie abends schon wissen, dass am nächsten Morgen kein unübersichtlicher Haufen Arbeit auf Sie wartet, sondern ein gut durchstrukturierter Tag, an dem Sie Ihre Aufgaben fristgerecht schaffen können, dann werden Sie nach der Arbeit sehr viel besser abschalten und entspannen können. Ihr Schlaf wird besser, Sie werden ausgeruhter zur Arbeit kommen. Sie werden wieder mehr Spaß an der Arbeit haben, effizienter arbeiten können, und Sie werden für Ihre Kollegen und alle anderen Beteiligten wieder verlässlich werden.

Wenn der Chef taube Ohren hat, sprechen Sie zuerst mit Kollegen oder mit dem Betriebsrat.

Was, wenn der Chef taube Ohren hat?

Es gibt Vorgesetzte, bei denen der Hilferuf bei Überforderung auf taube Ohren stößt. Lassen Sie sich deshalb aber nicht davon abhalten, etwas zu ändern, bevor Sie den Burnout erleben. Vielleicht können Sie erst einmal innerhalb Ihrer Abteilung mit den Kolleginnen und Kollegen sprechen. Manchen wird es möglicherweise genauso gehen wie Ihnen, oder die haben Kapazitäten frei, sind aber noch nie auf die Idee gekommen, Ihnen etwas abzunehmen, weil Sie immer den Eindruck vermittelt haben, dass Sie das schon schaffen.
Ist Letzteres der Fall, sollten Sie versuchen, die Arbeit gleichmäßig untereinander aufzuteilen. Im ersteren Fall sollten Sie gemeinsam das Gespräch mit Ihren Vorgesetzten suchen. Haben Sie einen Betriebsrat, suchen Sie zunächst Hilfe dort, denn auch dafür ist er da.





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