Eustress gezielt fördern: Leitfaden mit Fragebogen & Maßnahmen zur individuellen Eustress-Förderung in Unternehmen


Eustress und Distress sind zwei gegensätzliche Facetten ein und derselben Stressreaktion. Während das eine zur Höchstleistung motiviert und sogar im „Flow“ gipfeln kann, reduziert das andere nachweislich Kreativität, Gedächtnis und Urteilsfähigkeit. Es geht spürbar zulasten der Leistungsfähigkeit, Produktivität und des Wohlbefindens. Chronischer Stress trägt am meisten zur Krankheitslast in Deutschland bei. Daher ist es für Unternehmen und Führungskräfte von entscheidender Bedeutung, zu verstehen, wie die beiden gegenteiligen Stressformen entstehen und wie sich Eustress gezielt fördern lässt.
Mit dem daraus entwickelten Frageboden und passenden Maßnahmenbündel können Sie dann das Eustresslevel der Beschäftigten in Ihrem Unternehmen schnell und einfach ermitteln und dann darauf aufbauend gezielt fördern (individuell sowie global/organisatorisch).

1. Definition: Unterschied zwischen positivem Eustress vs. negativem Distress

Die Prägung des Begriffs „Stress“ geht auf den kanadisch-österreich-ungarischen Biochemiker, Psychologen und Hormonforscher Hans Selye in den 1930er Jahren zurück, den „Vater der Stressforschung“. Bereits dieser hat von Beginn an zwischen positivem Eustress (eu = griech. für gut) und negativem Distress (dis = lat. für schlecht) unterschieden.

Definition Eustress:

Eustress ist positiver Stress, der anregt, motiviert und leistungsfördernd wirkt, weil man die Situation als bewältigbar oder sogar bereichernd erlebt. Zum Beispiel eine positiv erlebte Herausforderung, eine aufregende Erfahrung, ein spannendes Projekt oder einen sportlichen Wettkampf. Der positiv aktivierende und motivierende Eustress mobilisiert Energie, fokussiert die Konzentration und steigert die Leistungsfähigkeit. Ein typisches Gefühl für solch eine Eustresserfahrung ist: „Ich wachse mit dieser Aufgabe!“.

Definition Distress:

Distress ist negativer Stress, der als belastend empfunden wird, weil man die Situation als nicht kontrollier- oder bewältigbar erlebt. Zum Beispiel aufgrund einer übermäßigen Anforderung, Überforderung, zu vielen Aufgaben gleichzeitig, ständigen Unterbrechungen, sozialen Konflikten oder gar einer Gefährdung oder Bedrohung. Distress führt zu Anspannung, Erschöpfung und Leistungsabfall, weil die eigenen Ressourcen nicht mehr ausreichen und überstrapaziert werden. Typisches Gefühl für Distress: „Das wird mir zu viel.“.

Die Stress- und Eustressforschung hat dabei eine große praktische Relevanz:

  • Denn einerseits trägt die wissenschaftliche Untersuchung der verschiedenen Belastungssituationen dazu bei, die Stressbelastung vieler Lebens- und Arbeitssituationen systematisch und nachhaltig reduzieren und damit verbessern zu können.
  • Gleichzeitig liefert die Stressforschung zudem auch die benötigten Methoden und Mittel, wie jede(r) Einzelne eigene Stresssituationen besser bewältigen kann (= Stressbewältigungsstrategien / Coping-Strategien).
Eustress & Distress
Verantwortung und Wertschätzung sind wichtige Grundlagen für Eustress.

2. Hintergrund: Die biologische vs. psychologische Stressreaktion – einfach erklärt

Stress ist sowohl eine körperliche wie auch psychische Reaktion auf Anforderungen, die wir als bedeutsam, herausfordernd, überfordernd oder gar als Bedrohung wahrnehmen. Zum Beispiel bei Gefahr, wenn wir das Gefühl haben, dass etwas sehr wichtig ist, oder wenn mehr von uns verlangt wird, als wir in diesem Moment bewältigen können. Die den Stress auslösenden Stressoren können dabei extrem vielseitig sein: Extern oder intern, physisch (körperlich) oder psychisch, akut-vorübergehend oder kontinuierlich-dauerhaft (chronisch) sowie mit unterschiedlicher Gewichtung (unterschiedlich hoher Stresswert, siehe Tabelle unten).

2.1 Die wichtigsten Basics zur physiologischen und psychologischen Stressreaktion:

  • Die biologische Stressreaktion läuft immer gleich ab: Die physiologische Stressreaktion ist eine automatisch ablaufende Körperreaktion, bei der über 30 verschiedene (Stress-)Hormone wie Adrenalin, Cortisol und Steroide ins Blut ausgeschüttet werden. Dadurch wird der Herzschlag beschleunigt, die Atmung schneller, die Blutgefäße verengen sich und die Aufmerksamkeit steigt zulasten anderer kognitiver Fähigkeiten wie Gedächtnis, Kreativität und Urteilsfähigkeit, um den Körper und Geist zur Bewältigung besonderer Anstrengungen zu befähigen. Andere vorübergehend nicht benötigte Funktionen, wie die Verdauung, werden ebenfalls heruntergefahren.
  • Physische und psychische Stressoren erzeugen dieselbe Stressreaktion: Egal, ob uns psychische oder physische Stressoren herausfordern, die körperliche Stressreaktion läuft immer gleich ab. Allerdings werden die ausgeschütteten Hormone und die zusätzlich bereitgestellte Energie bei psychischen Herausforderungen nicht annähernd so schnell wieder durch körperliche Aktivität abgebaut, wie das bei einer physischen Herausforderung der Fall ist (z. B. einem Wettkampf). Das ist der Hauptgrund, weshalb kontinuierlich andauernder, chronischer Stress ohne vernünftige Pausen dazwischen so oft zu körperlichen Funktionsstörungen führt.
  • Stress ist nicht per se schlecht: Kurzfristiger Stress kann motivieren und die Leistungsfähigkeit steigern (= Eustress). Problematisch wird Stress vor allem dann, wenn er überfordert und/oder dauerhaft anhält. Also wenn der Stress obsiegt und nicht zulässt, dass der Körper regelmäßig in einen ausreichenden Entspannungs- und Regenerationsmodus zurückkehren kann.
  • Große individuelle Unterschiede in der Stressbewertung: Dieselbe Stresssituation wird von verschiedenen Menschen höchst unterschiedlich bewertet. Denn was für den einen sehr herausfordernd oder gar bedrohlich wirkt (= Distress), ist für einen anderen alltägliche Routine oder sogar eine spannende Herausforderung (= Eustress). Diese individuelle kognitive Bewertung hängt vor allem von den eigenen Kompetenzen und Fähigkeiten, den Denkweisen und Glaubenssätzen sowie den zur Verfügung stehenden Bewältigungsstrategien und Ressourcen ab. Dies wird als individuelle psychologische Stressreaktion bezeichnet und kann erlernt, verbessert sowie sozial unterstützt werden. Wichtig: Umso mehr Strategien zur Stressbewältigung uns zur Verfügung stehen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, die jeweilige Herausforderung auch erfolgreich bestehen zu können (= „Impfung gegen Stress“). Das gilt analog auch für die zur Verfügung gestellte soziale Unterstützung und passende Ressourcen.

Zusammenfassung der Stress-Definition:

Stress ist ein Zustand der Aktivierung und Alarmbereitschaft des Organismus, um sich auf eine herausfordernde Anforderung mit erhöhter Leistungsbereitschaft einzustellen. Die Aktivierung erfolgt dabei hormonell, also durch eine Ausschüttung spezifischer Hormone ins Blut, um auf diese Weise rasch die vielfältigsten Körperfunktionen auf einmal erreichen und ansteuern zu können. Stress ist somit eine Anpassungsreaktion, die durch eine Vielzahl verschiedener physischer und psychischer Stressoren ausgelöst werden kann. Dabei hängt das Ausmaß des wahrgenommenen Stresses (Eustress oder Distress) nicht nur von dem Stresswert des Stressors ab, sondern immer auch von der individuellen Bewertung sowie den situativen Umständen. Die Fähigkeit zur Stressbewältigung kann dabei erlernt (Persönlichkeitsentwicklung) sowie situativ verbessert werden (z. B. durch eine bessere Prozess- und Büroorganisation).

Informationen für Unternehmer (Beratung bei Büro-Kaizen)

2.2 Empirischer Exkurs: Der meiste Stress stammt von den vielen kleinen aufsummierten Ärgernissen des Arbeitsalltags

Den Forschungsergebnissen von Philip Zimbardo zufolge, renommierter Psychologie-Professor an der Standford University, bewirken die vielen kleinen Ärgernisse und Stressoren des Alltags in der Summe mehr Stress als die selteneren großen Stressoren. Dabei ist das Alltagsleben voll von diesen kleinen Ärgernissen. Die empirischen Untersuchungen zeigen, dass je häufiger und intensiver diese kleinen Frustrationen aufgrund von Alltagsstress auftreten, desto schlechter ist es um die physische und psychische Gesundheit der Betroffenen bestellt (Distress statt Eustress). Das geht auch mit einer messbaren Beeinträchtigung der kognitiven Leistungsfähigkeit und des flexiblen Denkens einher (Aufmerksamkeit, Kurzzeitgedächtnis, Problemlösung, Urteilsbildung, Entscheidungsfindung, Kreativität sowie Wahrnehmung von Alternativen).

⇒ Mehr Hintergrundinformationen zur Stressforschung und Stressreduzierung lesen Sie in unserem Büro-Kaizen® Beitrag  „Stressmodell Lazarus: So meistern Sie Ihren Stress“.

3. Hierarchisches Eustress-Modell (CHE): Wie man Eustress misst und gezielt fördert

Die beiden Psychologen Juliane Kloidt und Lawrence Barsalou der University of Glasgow haben 2024 eine der aktuellsten und bislang umfassendsten Studien zum Thema Eustress veröffentlicht („Comprehensive Hierarchical construct of Eustress“; CHE). Diese neue CHE-Studie beschreibt Eustress auf Basis umfangreicher empirischer Forschungsarbeit deutlich detaillierter und strukturierter als bislang verfügbar. Die Begriffe Eustress und Distress sind also keinesfalls veraltet, sondern werden kontinuierlich wissenschaftlich weiterentwickelt. Das neue Eustress-Modell erleichtert zugleich auch die konkrete praktische Anwendbarkeit in Unternehmen.

  • Für das neue CHE-Modell wurden insgesamt 57 verschiedene Merkmale von und Voraussetzungen für Eustress systematisch aus 80 theoretischen, empirischen und psychometrischen Arbeiten extrahiert und hierarchisch geordnet.
  • Diese 57 Merkmale von Eustress lassen sich drei grundlegenden Quellen bzw. Bereichen zuordnen: Aktive Handlung, emotionales Erleben sowie die zur Verfügung stehenden Ressourcen (interne und externe).
  • Im Ergebnis ermöglicht das neue CHE-Eustressmodell nicht nur eine genauere und fundiertere Analyse individuellen Stressverhaltens, sondern auch eine gezielte Förderung von Eustresszuständen, die deutlich effektiver ist, als das bisherige pauschale und unspezifische Devise „Stressreduktion“.

3.1 Zusammenfassung des CHE-Modells zur Eustress-Förderung:

Eustress ist und bleibt subjektiv und hängt stark von der individuellen Bewertung der betroffenen Person ab. Dabei gibt es aber nicht nur eine einzige Form von Eustress, sondern mehrere Facetten und Ebenen, die sich (hierarchisch konzeptioniert) gegenseitig bedingen. Und nur wenn alle drei grundlegenden Bereiche (= Eustress-Quellen) zutreffen, kann es auch zu einer positiven Eustresserfahrung kommen. Die 57 identifizierten Merkmale von Eustress ermöglichen nun eine granulare Bewertung der individuellen Stresserfahrungen und zeigen dadurch pointiert auf, an welchen Stellschrauben für eine gezielte individuelle Eustressförderung gedreht werden muss (siehe unseren Fragebogen unten).

3.2 Die drei Eustressquellen und 57 Merkmale des neuen CHE-Eustress-Modells:

  1. Erfolgreiche zielgerichtete Handlung: Dieser Bereich umfasst alle Merkmale, die mit einer aktiven, zielorientierten Handlung und positiven Leistungsrückmeldung zusammenhängen. Wie zum Beispiel Zielklarheit, Handlungsorientierung, Motivation, Problemlöse‑Effektivität, Fortschrittserleben, Erfolgserleben, Kompetenzgefühl, Selbstwirksamkeit, Feedback‑Wahrnehmung und Persistenz. Das führt zu fokussierter Aufmerksamkeit, erhöhter Leistungsbereitschaft und Flow-ähnlichen Leistungszuständen.
  2. Erfüllte Moment‑Erfahrung und Erleben: Die zweite grundlegende Eustressquelle umfasst alle Merkmale des emotionalen Erlebens einer als Bereicherung bzw. als sinnvoll empfundenen Tätigkeit. Hier geht es somit vor allem um den Sinn und die Bedeutsamkeit der Handlung, also um die positive emotionale Erfahrung von Genuss, Freude, Spaß, Neugier und/oder Erfüllung. Eine wichtige (und vielfach vernachlässigte) Voraussetzung hierfür ist die bewusste Präsenz und Achtsamkeit im Hier und Jetzt. Nur so können die Herausforderungen auch tatsächlich als bereichernd empfunden und als persönliches Wachstum erlebt werden (als Freude an der eigenen Tätigkeit).
  3. Positive stabile Eigenschaften (Resilienz, Dispositionen & Ressourcen): Die dritte Eustressquelle und -bedingung umfasst den Bereich der Persönlichkeits‑ und Ressourcenmerkmale. Demnach erhöhen folgende Faktoren ebenfalls die Wahrscheinlichkeit, dass Eustress erlebt wird – oder eben nicht: Resilienz (individuelle Widerstandsfähigkeit), Optimismus, aktuelles Wohlbefinden, Lern‑/Wachstumsorientierung, vorhandene Coping‑Strategien (Stressbewältigungsstrategien), Selbstregulation, bereitgestellte Ressourcen und soziale Unterstützung (z. B. Informationen, Ratschläge und Feedback). Dabei stärkt regelmäßiges Eustress‑Erleben die Fähigkeit, Eustress wiederkehrend zu erzeugen.

Alle 57 Eustress-Merkmale des CHE-Modells auf einen Blick

Kloidt und Barsalou haben die 57 Merkmale für Eustress systematisch aus der vorhandenen psychologischen Forschung extrahiert und den drei verschiedenen Eustressquellen zugeordnet. Dafür haben sie nicht nur Studien aus der Stressforschung genutzt, sondern auch aus der Resilienzforschung, Flow‑Forschung, Wohlbefindensforschung, Achtsamkeits‑ und Präsenzforschung, Challenge‑Threat‑Modellen, Stress‑ und Coping‑Theorien sowie der Positiven Psychologie. Hier nun alle 57 identifizierten Eustressmerkmale in der Übersicht.

Eustress‑Quelle 1: Erfolgreiche zielgerichtete Handlung Eustress‑Quelle 2: Erfüllte Moment‑Erfahrung Eustress‑Quelle 3: Stabile Eigenschaften / Ressourcen

1) Zielklarheit

2) Aufgabenverständnis

3) Klar definierte Anforderungen

4) Gefühl von Kontrolle über die Aufgabe

5) Gefühl von Kompetenz

6) Selbstwirksamkeit

7) Fortschrittserleben

8) Wahrgenommene Wirksamkeit der eigenen Handlungen

9) Rückmeldung über Erfolg

10) Fokussierte Aufmerksamkeit

11) Konzentrationsfähigkeit

12) Geringe Ablenkbarkeit

13) Flow‑ähnliche Vertiefung

14) Balance zwischen Herausforderung und Fähigkeit

15) Hohe Motivation

16) Engagement für die Aufgabe

17) Persistenz / Dranbleiben

18) Problemlösefähigkeit

19) Strukturierte Vorgehensweise

20) Klarheit über nächste Schritte

21) Gefühl von Autonomie bei der Aufgabenbearbeitung

22) Handlungskontrolle

23) Effektives Zeitmanagement

24) Wahrgenommene Sinnhaftigkeit der Aufgabe

25) Positive Bewertung der eigenen Leistung

26) Freude an der Tätigkeit

27) Begeisterung

28) Positive Aktivierung

29) Energiegefühl

30) Interesse / Neugier

31) Absorption (Aufgehen in der Tätigkeit)

32) Zeitverzerrung (Zeit vergeht schneller)

33) Achtsamkeit / Präsenz im Moment

34) Gefühl von Sinn im Moment

35) Gefühl von Bedeutung der Tätigkeit

36) Gefühl von persönlichem Wachstum

37) Gefühl von Stimmigkeit / Kohärenz

38) Gefühl von Leichtigkeit

39) Gefühl von innerer Ruhe trotz Aktivität

40) Positive Emotionen (z. B. Freude, Stolz)

41) Gefühl von Vitalität

42) Gefühl von innerer Klarheit

43) Gefühl von Begeisterung für die Herausforderung

44) Gefühl von persönlicher Entfaltung

45) Gefühl von Kreativität

46) Gefühl von Inspiration

47) Gefühl, dass die Tätigkeit „zu einem passt“

48) Grundlegender Optimismus

49) Positive Grundhaltung

50) Resilienz

51) Emotionale Stabilität

52) Fähigkeit, aus Schwierigkeiten zu lernen

53) Adaptive Coping‑Strategien

54) Selbstregulation

55) Fähigkeit, Stressoren umzudeuten (Reframing)

56) Wahrgenommene soziale Unterstützung

57) Vertrauen in eigene Ressourcen

4. Anleitung: Wie man das CHE-Modell für eine gezielte Eustress-Förderung nutzt

Die 57 empirisch identifizierten Merkmale des CHE-Modells als Folge und Bedingung einer Eustresserfahrung ermöglichen nun eine kurze Checkliste in Form eines Fragebogens, um damit die individuellen und situativen Bedingungen einer Person oder Beschäftigten zu überprüfen – und zu verbessern. Anhand des Ergebnisses sieht man schnell, an welchen bestimmten Stellschrauben jeweils noch gedreht werden muss, damit Eustress für eine bestimmte Person wahrscheinlicher wird. Hinweis: Das CHE-Eustressmodell ermöglicht sehr umfangreiche und anspruchsvolle Messungen für die wissenschaftliche Stressforschung. Für die Anwendung im Unternehmensbereich reicht hingegen meist eine stark verkürzte und vereinfachte Variante aus. Daher lassen sich die wesentlichen Eustressquellen schon wie folgt mit wenigen Fragen abdecken. Das Ergebnis ist dann die Basis für die anschließenden Interventionen und gezielten Verbesserungsmaßnahmen.

Vereinfachter CHE-Fragebogen für die Eustressmessung im Unternehmenskontext

Individueller Eustress-Fragebogen zur gezielten Eustressförderung

 

  • Ziel: Die Eustress‑Potenziale bei jedem Einzelnen sichtbar machen, um die Voraussetzungen dafür gezielt individuell verbessern zu können.

  • Bewertungsskala: 1 = trifft gar nicht zu, 2 = trifft kaum zu, 3 = trifft wenig zu, 4 = neutral (teils/teils), 5 = trifft ziemlich zu, 6 = trifft überwiegend zu, 7 = trifft völlig zu.

  • Zeitraum: Die Aufgaben des letzten Arbeitstages / der letzten Arbeitswoche / des letzten Projekts.

A. Erfolgreiche zielgerichtete Handlung:

Ich hatte klare Ziele für die Aufgaben und wusste genau, was von mir erwartet wurde, so dass ich zielgerichtet arbeiten konnte.

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Ich hatte den Eindruck, meinen Aufgaben fachlich und organisatorisch kompetent gewachsen zu sein.

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Ich konnte bei meiner Arbeit klare Fortschritte erkennen.

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Ich konnte registrieren, dass das Ergebnis meiner Handlungen Wirkung zeigte (z. B. durch Feedback oder sichtbare Ergebnisse).

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Ich konnte mich gut konzentrieren und ungestört arbeiten.

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B. Moment‑Erfahrung:

Ich war während meiner Arbeit voll bei der Sache und gut fokussiert.

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Ich war so vertieft, dass ich Ablenkungen kaum wahrnahm.

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Ich empfand Freude, Begeisterung und/oder Spaß während der Aufgabe.

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Ich hatte das Gefühl, dass die Zeit bei einer Tätigkeit schneller verging als sonst, weil ich sehr vertieft war.

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Ich empfand meine Tätigkeit als sinnvoll, wertvoll und/oder bedeutsam.

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C. Positive stabile Eigenschaften und Ressourcen (Dispositionen):

Ich fühlte mich innerlich stabil, belastbar und widerstandsfähig.

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Ich ging grundsätzlich mit einer optimistischen Haltung an meine Aufgaben heran, die Herausforderung gut bewältigen zu können.

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Ich wusste, dass ich ausreichend Unterstützung bekomme, wenn ich sie brauche (Kollegen, Vorgesetzte, Support).

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Ich konnte aus schwierigen Situationen etwas lernen und etwas Positives daraus mitnehmen.

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Ergebnis: Interpretation und Auswertung des Eustress-Fragebogens

Berechnen Sie zunächst die Skalenmittelwerte in den drei Eustressquellen, um das subjektive Erleben der jeweiligen Person in diesen Bereichen zu ermitteln. So sehen Sie den jeweiligen Handlungsbedarf auf einen Blick. Berechnen Sie anschließend den Gesamtscore aus allen drei Subskalenergebnissen. Hier die Interpretation der Ergebnisse:

Skalenmittelwerte zwischen 1 und 2,9 = niedriges Ausmaß; wenig Eustress‑Erleben in dieser Quelle.
Skalenmittelwerte zwischen 3 und 4,9 = moderates Ausmaß; gemischte Erfahrungen.
Skalenmittelwerte zwischen 5 und 7 = hohes Ausmaß; regelmäßige Eustress‑Erfahrungen.

  • Handlungsscore niedrig: Unklare Ziele, fehlende Struktur, zu viele Unterbrechungen.
  • Momentscore niedrig: Sinnverlust, zu monotone Aufgaben, zu wenig Autonomie.
  • Dispositionsscore niedrig: Ressourcen erschöpft, mangelnde Unterstützung, geringe Selbstwirksamkeit.
  • Hoher Handlungsscore, aber niedriger Dispositionsscore: Die Person erlebt Flow‑Momente, hat aber zu wenig stabile Ressourcen → Fokus auf den Ressourcenausbau.
  • Hoher Momentscore, aber niedriger Handlungsscore: Die Person genießt ihre Tätigkeiten (Eustress-Momente), braucht aber entweder klarere Ziele und/oder effizientere Strukturen → die Zielvorgaben und/oder Büroorganisation verbessern.
  • Alle Scores niedrig: Kein Eustresserleben, nur Distress → Verbesserungen auf allen drei Ebenen nötig.
Eustress & Distress Stresszonen
Der Unterschied zwischen Eustress und Distress.

5. Praktische Umsetzung: Maßnahmen zur gezielten Eustress-Förderung in Unternehmen

Eustress funktioniert nur bei akutem Stress, also mit ausreichenden Pausen dazwischen. Bei einem chronischen Dauerstress kommt es hingegen unweigerlich zu Leistungsverlust, Unwohlsein und Erschöpfung – und ungebremst zu wachsenden Gesundheitsproblemen (z. B. Bluthochdruck, Magengeschwüre, Burnout und Herzinfarkt). Bei Büro-Kaizen®, Deutschlands führendem Beratungsunternehmen für die digitale Zusammenarbeit und Büroeffizienz, haben wir Ihnen bereits in vielen Einzelbeiträgen die besten Methoden & Tools zur Förderung und Verbesserung der vielen verschiedenen, mit Eustress zusammenhängenden Faktoren und Voraussetzungen zusammengestellt. Hier die Übersicht.

Wichtige Einzelbeiträge:

Timeboxing: Bei dieser Methode wird der Arbeitstag in feste Zeitblöcke für bestimmte Aufgabe eingeteilt. So arbeiten Sie in klar definierten Zeitrahmen. Das verhindert Ablenkung und fördert konzentriertes Arbeiten.

Pomodoro-Technik mit Kurzpausen: Arbeiten Sie immer in konzentrierten Blöcken von 25 Minuten, gefolgt von einer kurzen Mikropause. Durch diese Pausenkultur bleiben Sie länger fokussiert und vermeiden Ermüdung.

Strukturiertes Arbeiten im Büro: Methoden, Strategien & Tipps für mehr Effizienz und weniger Stress im Büro.

Persönlichkeitsentwicklung im Beruf: Maßnahmen für Führungskräfte & Mitarbeiter.

Wie organisiere ich mich richtig?:
Die 7besten Tipps, wie Sie sich im Büroalltag besser organisieren.

Relevante Themenseiten:

Büroorganisation:  Von der Büroeinrichtung und Organisation der Arbeitsplätze, über die Unternehmens- und Fehlerkultur bis zu Führung, Mitarbeitermotivation und Teamregeln.

Prozessoptimierung:  Von Maßnahmen gegen die Betriebsblindheit und dem betrieblichen Vorschlagswesen über das Change-Management bis zur Prozessoptimierung und den besten Projektmanagement-Methoden.

Selbstmanagement:  Von Konzentrations- und Zeitmanagementmethoden über die Selbstorganisation und Pausen bis zur konstruktiven Kritik, Deeskalation und Persönlichkeitsentwicklung.

Microsoft 365-Tools:  Die meisten Firmen nutzen Microsoft 365 für die grundlegenden digitalen Abläufe im Unternehmen. Unsere Anleitungen zeigen, wie die Tools richtig, effektiv und effizient eingesetzt werden.

6. Extra-Tipps: Kostenloses Büro-Kaizen® Download-Center und Gratis-eBook!

Kostenloses Büro-Kaizen® eBook: „Sind Sie und Ihr Team bereit für das Büro von morgen? So werden wir in Zukunft arbeiten!“ (gratis Download, im Wert 9,70 Euro).

Gratis Download-Center: Hier können Sie sich viele weitere, praxiserprobte Checklisten, Vorlagen und Leitfäden für mehr Effizienz im Büro kostenlos herunterladen!



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