Standup Meeting: Wer Besprechungen im Stehen abhält, arbeitet effizienter und stirbt später!

15. Januar 2020

Wer bei dem Begriff „Standup Meeting“ an Bob Marleys Song „Get up, Stand up“ denkt, liegt gar nicht mal so falsch. Denn so kommt mehr Schwung und Bewegung in die verstaubten Konferenzräume! Die Besprechungen im Stehen sind aber kein Party-Gag, sondern bieten einige handfeste Vorteile. Die kürzeren Meetings sorgen für eine effizientere Arbeitszeit und helfen nicht zuletzt auch unserer Gesundheit. Warum das so ist und welche konkreten Vorteile aber auch Nachteile Standup Meetings mit sich bringen, erfahren Sie hier in diesem Büro-Kaizen Blogbeitrag.

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Standup Meetings bringen viele handfeste Vorteile mit sich. Bild: Büro-Kaizen

Inhalt: Das lesen Sie hier

1. Was versteht man unter Standup Meeting? Definition und Begriffsklärung
2. Warum die Besprechungen im Stehen abhalten? Die Vorteile von Standup Meetings?
3. Standup Meetings in internationalen Teams: Wie sagen die Franzosen, Spanier und Chinesen dazu?
4. Sind Standup Meetings tatsächlich gesünder? Wie ungesund ist das Dauersitzen wirklich?
5. Wann sind Besprechungsrunden im Sitzen besser? Die Nachteile von Standup Meetings
6. Regeln rund um die Stehmeetings
7. Die „Daily Standups“ im agilen Projektmanagement Scrum: Nur 15 Minuten und drei Fragen
8. Extra Tipp: Büro Kaizen Video-Tutorial

1. Was versteht man unter Standup Meeting? Definition und Begriffsklärung

Als Standup Meeting werden Kurzbesprechungen bezeichnet, bei denen die Teilnehmer in einem Kreis oder Halbkreis zusammenstehen. Das Stehen unterscheidet sie von den klassischen Besprechungen in Unternehmen und Organisationen, bei denen auf Stühlen um einen gemeinsamen Tisch gesessen wird – meist in einem Konferenzraum oder, bei der Online-Besprechungen, alle vor ihren Computern. Deutsche Synonyme sind in etwa Stehbesprechung, Stehmeeting oder Stehkreis (in Anlehnung an eine „Sitzung“).

2. Warum die Besprechungen im Stehen abhalten? Was sind die Vorteile von Standup Meetings?

Besprechungen im Stehen abzuhalten hat drei große Vorteile: Sie sind zeiteffizienter, dynamischer und gesünder.
a) Standup Meetings sparen Zeit: Klassische Besprechungsrunden im Sitzen arten oftmals in Meetingmarathons aus. Sie nehmen einfach kein Ende, bis dann irgendwann der Sauerstoff im Konferenzraum verbraucht ist. Dann schleppt sich das Ganze noch etwas hin, bis jeder an seinen Arbeitsplatz zurückkehrt. In der Summe wurde viel Zeit verschwendet und jeder hetzt im Anschluss, um die verlorene Zeit wieder reinzuholen.

b) Standup Meetings sind dynamischer und agiler: Die Besprechungen im Stehen können gar nicht so lange dauern, wie beim Sitzen. Das hält man gar nicht durch! Das Stehen ist auch viel dynamischer und verhindert das allmähliche Wegdösen einiger Teilnehmer. Die Runden sind also von Natur aus kürzer und agiler – und dadurch konstruktiver und effizienter.

c) Das Stehen während der Meetings ist gesünder: „Sitzen ist das neue Rauchen!“ „Wer länger sitzt ist früher tot!“ Ganz so schlimm ist es nicht, aber wer zu viel sitzt, riskiert chronische Rückenschmerzen, Verdauungsprobleme und Herz-/Kreislauferkrankungen. Das betriebliche Gesundheitsmanagement fordert uns seit Jahren auf, uns mehr zu bewegen – gerade auch in unserer Arbeitszeit und in den Unternehmen. Standup Meetings sind daher ein willkommener Schritt, das Problem des Dauersitzens bei vielen heutigen Arbeitsplätzen etwas zu lindern.

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Die drei größten Vorteile von Standup Meetings sind: zeitsparender, dynamischer und gesünder. Bild: Büro-Kaizen

3. Standup Meetings in internationalen Teams: Wie sagen die Franzosen, Spanier und Chinesen dazu?

Wer als Expatriate im Ausland tätig ist, oder in international gemischten Teams arbeitet, muss sich auch verständigen können. Hier die Bezeichnung für Standup Meetings in anderen Sprachen:

  • Arabisch: aijtimae standub
  • Chinesisch: Zhànlì huìyì
  • Deutsch: Stehmeeting
  • Französisch: Réunion debout
  • Italienisch: Riunione stand-up
  • Niederländisch: Standup-vergadering
  • Polnisch: Spotkanie standup
  • Russisch: Ocherednaya vstrecha
  • Spanisch: Reunión de pie

4. Sind Standup Meetings tatsächlich gesünder? Wie ungesund ist das Dauersitzen wirklich?

Statistisch gesehen verkürzt überlanges Sitzen die Lebenserwartung um rund zwei Jahre. Denn mangelnde Bewegung gilt als eine der wichtigsten Ursachen für die häufigsten Zivilisationskrankheiten. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt deshalb mindestens 10.000 Schritte pro Tag. Aber wer mit dem Auto zur Arbeit fährt, eine sitzende Tätigkeit hat und abends dann auch keinen Sport treibt, bleibt (wie die Mehrheit) weit unterhalb dieser Empfehlung. Aber warum kann man sich überhaupt krank sitzen? Warum schadet Dauersitzen der Gesundheit?

Rückenschmerzen:
Fast ein Drittel aller Fehltage in Deutschland entfallen mittlerweile auf Rückenleiden. Damit ist es die Volkskrankheit Nummer Eins. Das ist nicht nur sehr unangenehm für die Betroffenen, sondern auch teuer für die Betriebe und die Gesellschaft. Der Grund ist, dass durch Dauersitzen die Durchblutung abnimmt und damit auch die Versorgung mit Nährstoffen und die Entsorgung der Abbaustoffe. Gleichzeitig werden die Muskeln im Rücken und Nackenbereich einseitig stark belastet, weshalb sie verkrampfen können, und ungenutzte Muskelpartien werden abgebaut, die eigentlich die Wirbelsäule stabilisieren sollten. Die Lösung ist „dynamisches Sitzen“ mit häufigen Positionswechseln (spätestens alle 5 Minuten), sowie 2-3 Mal pro Stunde aufstehen und sich etwas bewegen. Weitere Lösungen: Öfter an einem Stehpult arbeiten und in Standup Meetings stehen bleiben, statt auch in den Einsatzbesprechungen pausenlos weiter zu sitzen.
Herz-Kreislauferkrankungen:
Beim Dauersitzen laufen unser Stoffwechsel und das Herz-Kreislaufsystem auf Sparmodus. Wer mehr sitzt, hat daher statistisch einen größeren Bauchumfang, höheren BMI und ungesündere Blutzuckerspiegel und Blutfettwerte. Die Folgen reichen von einer höheren Anfälligkeit für lästige Krampfadern und geschwollene Füße bis zu Diabetes und sogar häufigeren Schlaganfällen oder Herzinfarkten. Denn wer länger als elf Stunden am Tag sitzt, so eine umfangreiche australische Studie, bei dem ist das Sterberisiko um 40% höher als bei denjenigen, die nur vier Stunden am Tag sitzen. Wer länger sitzt, ist also früher tot… oder besser: „Get up, stand up! Stand up for meeting!“
Schlechtere Stressverarbeitung:
Die Stress-Reaktion ist ein ganz natürlicher biologischer Vorgang. Denn durch das Ausschütten von Stresshormonen in unseren Blutkreislauf kann der Körper eine schnelle, ganzheitliche Reaktion auf allen Kanälen erzeugen, um die notwendigen Reserven für persönliche Höchstleistungen zu mobilisieren (Puls, Blutdruck, Muskelspannung, z.B. für Fluchtreaktion, Kampf etc.). Dumm ist nur, wenn diese Stresshormone dann anschließend nicht abgebaut werden können. Dafür reicht eigentlich jegliche Art der Bewegung. Das ist auch der Grund dafür, warum Dauerstress zu körperlichen Symptomen führt – und warum Bewegung beim Kompensieren von Dauerstress hilft. Wer seinen Stress hingegen „aussitzen“ will, riskiert Schlafstörungen, Verdauungs- und Herz-Kreislauf-Probleme, Kopf- und Rückenschmerzen sowie Antriebsschwäche bis hin zu Burnout und Depression.

5. Wann sind Besprechungsrunden im Sitzen besser? Die Nachteile von Standup Meetings

Im Stehen lässt sich allgemein schlechter schreiben, egal ob auf Block, Tablet oder Computer. Abhilfe schaffen hier jedoch Flip-Charts oder Boards, um die man sich stellen kann, sowie Stehtische für Tablet, Handy oder Laptop. Dann spricht nichts dagegen, einen Großteil der Besprechungsrunden in ein Stehmeeting umzuwandeln.

6. Regeln rund um Standup Meetings

Ad hoc Stehmeetings benötigen an sich keine feste Regeln. Im Berufsalltag kommt es zum Beispiel in der Kaffeeküche oder bei der Raucherpause tagtäglich zu inoffiziellen ad hoc Standup Meetings.

  • Sobald jedoch ein bestimmter Personenkreis teilnehmen soll, muss natürlich eine Einladung an alle mit genauer Orts- und Terminangabe erfolgen. Am einfachsten geht das mit Outlook → „Terminplanung (1/4): Besprechungsanfragen optimal einsetzen und Zeit sparen beim Terminvereinbaren“
  • Ein Moderator sollte zudem dafür sorgen, dass die Kommunikation zielgerichtet und geordnet erfolgt.
  • Darüber hinaus sollten sich auch alle Teilnehmer im Vorfeld ein paar Minuten überlegen, was sie sagen oder ansprechen wollen. Denn so gesellige Kaffeekränzchen wie bei manch konventionellen „Sitting Meetings“, bei denen sich manche Teilnehmenden erst während der Besprechung das notwendige zum Sagen überlegen, finden im Stehen selten statt.
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Ein Moderator sorgt bei Standup-Meetings für eine zielgerichtete und geordnete Kommunikation. Bild: Büro-Kaizen

7. Die „Daily Standup Meetings“ im agilen Projektmanagement Scrum: 15 Minuten und drei Fragen

Scrum ist eine weit verbreitete Methode des agilen Produkt- und Projektmanagements. Die Methode basiert auf der Annahme, dass komplexe Projekte aufgrund der vielen Variablen und zukünftigen Unbekannten und Unwägbarkeiten nicht von Anfang an Anfang vollumfassend durchgeplant werden können. Statt eines kompletten Projektplans werden die Projekte daher in Teilabschnitte mit einer kleinen Anzahl an Teilzielen unterteilt, die sogenannten Sprints. Dabei halten die Projektmitglieder dann jeden Morgen ein „Daily Scrum“ Meeting ab, um sich gegenseitig über den wichtigsten Stand der Dinge zu informieren.

  • Die Daily Scrums dürfen nur 15 Minuten dauern – das ist die ideale Dauer für ein Standup Meeting!
  • Jedes Teammitglied beantwortet dann kurz und knapp, was er/sie gestern zum Erreichen des Sprintziels beigetragen hat, was er/sie am heutigen Tag beitragen wird und welche Hindernisse einen (oder alle) davon abhalten könnten, die Tagesziele zu erreichen.
  • Mehr Details zur Projektmanagementmethode Scrum lesen Sie in unserem Büro-Kaizen Blogbeitrag → „Microsoft Planner: Kanban, Scrum – und dann? Wie man Projektaufgaben visuell organisiert“

8. Extra Tipp: Büro Kaizen Video-Tutorial

Was ist und was kann das Kommunikations- und Kollaborationstool Microsoft Teams?

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