Respekt, Alter! So schaffen Sie eine Atmosphäre der Anerkennung!



Bei uns Schwaben sagt man: „Nicht getadelt ist schon genug gelobt!” Ich bin gerne Schwabe, doch als Chef habe ich sehr schnell gelernt, dass diese Redensart nur in ganz begrenztem Umfang wahr sein kann. Menschen leben von Anerkennung. Sie blühen auf, wenn man ihre Arbeit positiv wahrnimmt. Lesen Sie 5 Tipps, wie sich Anerkennung am Arbeitsplatz zeigen lässt und erleben Sie, welche Energie ein wertschätzender Umgang miteinander freisetzen kann!

Was ist das Problem

Ohne Anerkennung verkümmert der Mensch. Irgendwann helfen dann auch keine Gehaltserhöhungen mehr. Sie verlieren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, weil sie innerlich oder äußerlich kündigen und sich im privaten Bereich oder in einem anderen Unternehmen ein Umfeld schaffen, in denen Wertschätzung und Anerkennung keine Fremdwörter sind.

Verwechseln Sie meine Tipps nicht mit Tricks! Mitarbeiter merken schnell, ob Anerkennung ehrlich gemeint ist. Klick um zu Tweeten

So funktioniert es

Tipp Nr. 1 für mehr Anerkennung: Schaffen Sie die richtige Atmosphäre von Anfang an!

„Ähm - wie war Ihr Name noch? Sie sind die Neue, oder?” - erste Arbeitstage können schrecklich sein. Fremde Menschen, fremdes Büro, fremde Aufgaben. Als Chefin oder Vorgesetzter sollten Sie alles daran setzen, neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen guten Empfang zu bereiten! Seien Sie hier nicht nachlässig, sondern schaffen Sie von Anfang an eine Atmosphäre der Anerkennung in Ihrem Unternehmen.

Atmosphaere der Anerkennung erster Tag
Eine Atmosphäre der Anerkennung vom ersten Tag an.

Einige Gedanken dazu, wie das gelingen kann, nenne ich in meinem Blogbeitrag Der Einarbeitungsplan – 5 Tipps für den perfekten Start neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Tipp Nr. 2 für mehr Anerkennung: Formulieren Sie konkrete Erwartungen!

Wenn nicht gelobt wird und dann auch noch die Erwartungen unklar sind, tappt der Mitarbeiter von einer Fehlerfalle in die nächste und wird durch die ständige Kritik sehr schnell demotiviert. Ganz anders läuft es, wenn die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter vom ersten Tag an wissen, welche Ziele das Unternehmen verfolgt und was die von ihnen erwartete Rolle für den Erfolg des Unternehmens ist.

Anteil Erfolg verdient Anerkennung
Der Anteil jedes Mitarbeiters am Erfolg verdient auch Anerkennung.

Definieren Sie Ziele und Meilensteine, arbeiten Sie mit Kennzahlen! Eine einfache Kennzahl ist z.B. die Anzahl der akquirierten Aufträge. Eine weitere Kennzahl könnte die Anzahl der Verbesserungsvorschläge sein, die jede Mitarbeiterin oder jeder Mitarbeiter einbringen sollte. Wenn die konkreten Erwartungen und Zielen klar sind, wird die Anerkennung, die Sie Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entgegenbringen, eine ganz andere Qualität bekommen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verstehen so viel besser, welchen Anteil Sie am Erfolg des Unternehmens tragen und dass die Wertschätzung ihnen gegenüber nicht bloß Höflichkeitsformeln sind, sondern Substanz haben.

Tipp Nr. 3 für mehr Anerkennung: Investieren Sie in Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter!

Jeder Mensch freut sich darüber, wenn ein anderer ein Potential in ihm sieht und dieses fördert. Darum ist auch die Weiterentwicklung der Fähigkeiten Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine gute Form der Anerkennung von Leistungen. Ein kleines Buchgeschenk oder die Möglichkeit, eine Mitarbeiterbibliothek zu nutzen, sind Zeichen der Anerkennung, die nicht viel kosten und doch sehr motivierend wirken können.

Moeglichkeit zur Weiterbildung als Anerkennung
Möglichkeiten zur Weiterbildung sind ebenfalls Anerkennung.

„Ich sehe, dass Sie sich sehr für das Thema Büroorganisation interessieren! Ich würde Ihnen gerne dieses Buch schenken, vielleicht haben Sie Spaß an den Ideen, die dort genannt werden!” Ich bin überzeugt, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter solch eine Form der Anerkennung zu schätzen wissen.

Eine weitere Form der Anerkennung ist es, auf das Expertenwissen der Menschen in Ihrem Unternehmen zurückzugreifen. Eine vielleicht eher stille Mitarbeiterin verfügt z.B. über ein enormes Wissen zu den Themen Entspannung und Yoga. Ein anderer kennt sich gut mit der Nutzung von OneNote aus. In unserem Haus finden regelmäßig Mitarbeiterabende statt, in denen wir diesen Menschen eine Bühne geben.

Mitarbeiter referierent bekommen Anerkennung
Mitarbeiter präsentieren ihr Expertenwissen bei Mitarbeiterabenden. Auch dafür bekommen Sie Anerkennung.

Das Wissen über Entspannung kann allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter helfen, im Arbeitsalltag kleine Übungen einzubauen, die den Stress mindern oder das Wissen zu OneNote kann auch anderen dabei helfen, ihr Wissen besser zu managen. Und die jeweiligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit dem Expertenwissen erleben die Anerkennung Ihrer Kompetenzen.

Tipp Nr. 4 für mehr Anerkennung: Sehen Sie Mit-Unternehmer in Ihren Mit-Arbeitern!

Mitarbeiter arbeiten mit, Mitdenker denken mit und Mit-Unternehmer sind Partner für das Erreichen der gemeinsamen Ziele in Ihrer Firma. Doch in Firmen gibt es oftmals die Situation, dass der Chef sagt: „Lieber Mitarbeiter, wenn Sie das noch übernehmen, dann ist das gut, dann kann ich meinen Gewinn steigern”.

Anerkennung macht Mitarbeiter zu Mitdenker
Anerkennung macht aus Mit-Arbeitern Mit-Denker!

Die Mitarbeiter sagen nichts, aber denken sich: „Chef, dass das für dich von Vorteil ist, habe ich sofort verstanden. Mich interessiert eher die Frage: Was ist der Nutzen für mich?” Dieser Nutzen kann z.B. eine Anerkennung in konkreter finanzieller Form sein. Wir belohnen sämtliche Verbesserungsvorschläge, die zur Umsetzung kommen und honorieren es noch einmal zusätzlich, wenn der Mitarbeiter einen Vorschlag aus seinem Bereich macht, den er auch selber umsetzen kann.

Mit Verbesserungsvorschlaegen Mitdenker Anerkennung
Verbesserungsvorschläge regt Mit-Denker Ihres Unternehmens an. Diese bekommen mit der Umsetzung die Anerkennung die sie verdienen.

Aber die Anerkennung für die Mitarbeiterin und den Mitarbeiter muss nicht ausschließlich finanzieller Natur sein. Eine durchdachte und für die gesamte Abteilung gültige Büroorganisation führt z.B. dazu, dass es weniger Stress untereinander gibt, dass weniger Zeit vertrödelt wird und dass es gelassener zugeht.

Anerkennung entlastet Mitarbeiter weniger Stress
Anerkennung sorgt für weniger Stress und Entlastung.

In unseren Umsetzungsprojekten gilt für die gewonnene Zeit die 50/50-Regel. Das heißt 50% der Ersparnis an Zeit bekommen die Mitarbeiter für Weiterbildung, neue Projekte, Abbau von Überstunden usw. zur Verfügung gestellt. Die zweiten 50% sollen dafür verwendet werden, weitere Verbesserungen zu initiieren. Diese Verbesserungen generieren wieder Zeitgewinne, die dann wieder 50/50 aufgeteilt werden können.

Tipp Nr. 5 für mehr Anerkennung: Geben Sie eine gute Antwort auf die Frage „Warum?”!

Ich mache die Beobachtung, dass in vielen Firmen bei Veränderungsprozessen ganz stark die Frage nach dem „Wie” diskutiert wird. Also: Wie sollen Projekte umgesetzt werden? Wie soll die neue Organisation gemacht werden? Ich glaube, es wird viel zu wenig Zeit auf die Frage nach dem „Warum” verwendet. Doch auf das „Warum” kommt es an. Sehr viele Projekte scheitern, weil diese Frage nicht geklärt wurde. Simon Sinek hat diesen Mechanismus entdeckt und sein Modell des goldenen Circles daraus entwickelt. Ein inspirierendes Video dazu finden Sie hier.

Darauf kommt es an

Verwechseln Sie meine „Tipps” nicht mit „Tricks”! Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter merken sehr schnell, ob sie eigentlich nur manipuliert und ausgenutzt werden sollen oder ob die Anerkennung ehrlich gemeint ist. Es kommt bei diesem Thema entscheidend auf Ihre Haltung an. Mit dieser Haltung kommen Sie auf ganz eigene Spuren und es entwickelt sich eine Kultur der Anerkennung.

Und Sie?

Über welches Zeichen der Anerkennung durch Ihre Firma haben Sie sich in der letzten Zeit besonders gefreut? Schreiben Sie mir, ich freue mich über neue Ideen und Formen, um Anerkennung gegenüber meinem Team ausdrücken zu können!



Auf der Suche nach mehr Tipps zum Themenschwerpunkt: Arbeitsplatz? Wir haben die wichtigsten Erfolgsstrategien zum Thema “persönlicher Arbeitsplatz” aufbereitet. Das sollten Sie sich nicht entgehen lassen!

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