Gute Luft im Büro – so steigt die Produktivität



Viele denken, Arbeitszufriedenheit erwächst aus attraktiven Zusatzleistung, flexiblen Arbeitszeiten, einem strukturierten Büroalltag und vergessen dabei die einfachsten Dinge. Ein heller offener Arbeitsplatz sorgt dafür, dass Mitarbeiter sich wohlfühlen. Saubere Luft ist es, die sofort die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit steigert. Der Sauerstoff wirkt sich unmittelbar auf das Arbeitsumfeld aus. Für draußen gibt es überall Grenzwerte und Schadstoffmessungen, die Luftqualität ist im Fokus der öffentlichen Diskussion. Aber wie sieht es eigentlich drinnen aus?

Menschen verbringen 90 Prozent ihrer Lebenszeit drinnen

Schon wenige einfache Überlegungen verdeutlichen, dass die Luftqualität in Innenräumen wichtig ist. In Deutschland arbeiten etwa 17 Millionen Menschen in Büros, das sind circa 40 Prozent der Erwerbstätigen. Sie verbringen 90 Prozent ihres Lebens drinnen. Die Zahl mag auf den ersten Blick verwundern, bei näherer Betrachtung wird klar, dass sie richtig ist. Zum Schlafen sind die Menschen in Innenräumen, bei der Arbeit, bei den meisten Freizeitbeschäftigungen, selbst bei der Fortbewegung in Auto und öffentlichen Verkehrsmitteln. Schlechte Raumluft wirkt sich hier sehr schnell auf das Wohlbefinden aus, kann Kopfschmerzen oder Atemwegserkrankungen verursachen.

raumklima-fokussiert-optimal-sein
Fokussiert wie ein Bogenschütze, so können Menschen arbeiten, wenn das Raumklima optimal ist. Pixabay @ Skeeze (CCO public domain)

Was bedeutet eigentlich gute Luft?

In Deutschland ist vieles reglementiert. So gibt es eine Arbeitsstättenverordnung, die einige Punkte vorschreibt:

  • Die Bürotemperatur sollte 20 bis 24 °C betragen
  • Der Feuchtigkeitsgehalt der Raumluft ist mit 30 bis 70 Prozent ideal.
  • Die Luftgeschwindigkeit sollte 0,1 Meter pro Sekunde nicht übersteigen.

Für die Schadstoffkonzentration in der Raumluft gibt es Grenzwerte. Dabei gilt der Grundsatz: Je länger ein Mitarbeiter einem bestimmten Schadstoff ausgesetzt ist, desto geringer sollte seine Konzentration in der Raumluft sein. Die Grenzwerte der EU sind dabei relativ streng. Hier ließe sich einwenden, dass lüften helfen kann, denn ein Fenster kann schließlich jeder aufmachen. Das wäre allerdings ignorant und würde das Thema bagatellisieren.

Nicht selten dringen auch von draußen Schadstoffe ein, verschlimmern die Situation. Hier können Luftreiniger mit entsprechenden Filtersystemen Abhilfe schaffen. Sie filtern beispielsweise Bakterien, feine Staubpartikel, Tonerstaub, kleine Schwebeteilchen, Allergene oder Zigarettenrauch zuverlässig aus der Raumluft. Entsprechende Vergleichsseiten für Luftreinigungssysteme bieten einen Überblick, welche Möglichkeiten es derzeit gibt, mit einer einfachen Maßnahme die Raumluftqualität nachhaltig zu steigern.

frische-luft-sauerstoff-durchatmen-konzentration
Frische Luft lässt Mitarbeiter durchatmen. Ein höherer Sauerstoffgehalt in der Raumluft fördert die Konzentration. Pixabay @ Free-Photos (CCO public domain)

Welche Faktoren sind für gute und saubere Raumluft wichtig?

Die Wahrnehmung täuscht, schlechte Luft gibt es nicht nur draußen, wo die Autos fahren oder die großen Industrieanlagen stehen. Geschlossene Räume, die mangelhaft belüftet sind, reichern sich mit Staubpartikeln, Kohlenstoffmonoxid, Kohlenstoffdioxid, Resten von Ausdünstungen der Baustoffe oder Reinigungsmittel an. Ältere Gebäude weisen oft hohe Werte bei Formaldehyd, Asbest, Schwermetallen oder Phthalaten auf. Phthalaten sind Weichmacher, die in vielen Kunststoffen anzutreffen sind, wie beispielsweise in PVC. Leicht flüchtige organische Stoffe kommen in Farben, Klebern, Lacken oder ungeeigneten Baumaterialien vor. Sie entweichen den Materialien und reichern sich in der Raumluft an. Da Arbeitnehmer so viel Zeit in Innenräumen verbringen, kann die Qualität der Luft die Gesundheit beeinflussen.

schlechte-schadstoff-belastete-luft-müde-unkonzentriert
Schlechte und mit Schadstoffen belastete Luft macht müde und unkonzentriert, unter Umständen sogar krank. Pixabay @ Concord90 (CCO public domain)

Wie Luftreiniger und Luftbefeuchter helfen können

Das Fenster regelmäßig zu öffnen ist zunächst eine gute Idee. Liegt das Büro in einer verkehrsreichen Straße, können zwar die Schadstoffe aus der Büroluft raus. Dabei dringen dann jedoch andere Schadstoffe ein, die meistens ebenso wenig gesundheitsfördernd sind. Um die Raumluft in Büros zu verbessern, besteht die Möglichkeit, spezielle Luftreiniger einzusetzen. Ein guter Luftreiniger ist mit mehreren Filtern ausgestattet und hat einen großen Luftdurchsatz pro Stunde. Mithilfe verschiedener Sensoren ist er in der Lage, sich automatisch den situativen Gegebenheiten anzupassen.

Eine andere Möglichkeit sind Luftbefeuchter, die für ein gutes Gleichgewicht der Luftfeuchtigkeit sorgen. Damit haben Bakterien und Viren keine Chance. Ein regelmäßig gereinigter Springbrunnen erhöht den Wohlfühlfaktor im Büro nicht nur, weil er schön aussieht, sondern weil er zu einem besseren Raumklima beiträgt.

Die Vorteile verbesserter Luftqualität

Neueren Studien der Universitäten Harvard und Syracuse zufolge fiel die Leistung der Mitarbeiter um mehr als 60 Prozent besser aus, wenn sie einem „grünen Büro“ gearbeitet haben, wenn also die Schadstoffkonzentration der Raumluft gering war. Die kognitiven Fähigkeiten waren wesentlich verbessert. In einer anderen Studie haben Wissenschaftler festgestellt, dass Mitarbeiter in Büros mit dem Öko-Siegel wesentlich seltener über Kopfschmerzen oder Atembeschwerden klagten.

Warum lüften nicht nur Vorteile hat

Schlechte Luft lässt sich am besten „entsorgen“, indem ein Fenster geöffnet wird. Regelmäßiges Lüften ist wichtig und trägt zu einem höheren Sauerstoffgehalt in der Raumluft bei, was dabei hilft die Konzentrationsfähigkeit zu steigern. Aber was, wenn das Büro an einer stark befahrenen Straße liegt? Wenn gerade die Belastung mit Feinstaub und Pollen extrem hoch ist? Oder wenn die Ozonwerte sich in besorgniserregender Höhe bewegen? Mit dem Öffnen des Fensters dringen diese Schadstoffe dann natürlich auch in den Raum ein und können die Raumluft belasten. Lüften bringt also nicht immer und in jedem Fall gesunde, frische Luft ins Büro.

Tipps für bessere Luft im Büro

Es gibt Messgeräte, die regelmäßig die Schadstoffbelastung der Raumluft mithilfe von Sensoren messen. Auf diese Weise lässt sich die Luftqualität dauerhaft kontrollieren, die Auswirkungen verschiedener Maßnahmen lassen sich direkt an den Messergebnissen ablesen.
Folgende Tipps können sofort helfen, das Raumklima zu verbessern:

  • Reinigungsmittel genauer prüfen, nur Produkte verwenden, die keine Schadstoffe enthalten.
  • Das Büro nicht überbelegen.
  • Drucker, Kopierer oder ähnliche Geräte in separaten Räumen mit zusätzlicher Luftfilterung aufstellen.
  • Bei der Auswahl der Baumaterialien und Büromöbel auf Schadstofffreiheit achten.
  • Pflanzen verbessern die Raumluft.
  • Täglich feucht wischen verringert die Staubbelastung der Luft. Das gilt auch für die Schreibtischoberflächen.

Jeder kann etwas zu einer besseren Luft im Büro beitragen. Schon kleine Maßnahmen, wie der Verzicht auf das stark duftende Parfum oder Creme können helfen, die Konzentration zu steigern. Die Mitarbeiter sind seltener krank und haben Freude bei der Arbeit. Letztendlich steigert dies die Lebensfreude der Mitarbeiter und die Produktivität des Unternehmens.



Schlagwörter: , , ,
Das könnte Sie auch interessieren...

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail Adresse wird nicht öffentlich angezeigt.