Keine Chance dem Writer‘s Block: Ideen entwickeln mit der Post-it-Methode



Kennen Sie den Writer‘s Block? Gemeinsam mit seinem Bruder, dem Creative Block tritt er gleich einem Kobold am liebsten dann auf, wenn Ideen besonders dringend gebraucht werden. Ob im Team oder als Solist – niemand scheint vor diesen Kreativ-Verhinderern gefeit zu sein. Der Kopf ist so leer wie eine Dorfstraße um Mitternacht; hier und da leuchtet eine Idee vage auf, um rasch wieder im Dunkel zu verschwinden.

Gern treten die beiden Blockier-Kobolde während des Brainstormings in einer Gruppe auf. Die Sorge, ob die Gruppe die geäußerten Ideen annimmt oder verwirft, lockt sie förmlich an. Auch die Hemmung, sich energisch bemerkbar zu machen, lässt diese beiden Wichte zu voller Größe anwachsen.

Doch es gibt Methoden, die dazu beitragen, den Geist aufzulockern, die Gedanken zu vernetzen und so neue Ideen zu entwickeln und aufzuschreiben. Das Zauberwort heißt: Post-it-Methode. Heute zeige ich Ihnen, wie die kleinen bunten Zettel aus einer bewährten Kreativitätstechnik eine noch bessere machen.

KEINE CHANCE DEM WRITER‘S BLOCK: IDEEN ENTWICKELN MIT DER POST-IT-METHODE

Brainstorming: Wer laut ist, gewinnt

Diese Kreativ-Technik kennt wirklich jeder, der häufiger an Meetings teilnimmt: Das Brainstorming. Es ist wohl die bekannteste Methode, um Ideen zu finden und miteinander zu verbinden.

Brainstorming hat ohne Zweifel viele Vorteile, zum Beispiel das spontane, unzensierte Formulieren von Ideen. Doch es birgt auch einige Nachteile in sich. Zum Beispiel setzen sich bei dieser Methode eher die extrovertierten Teilnehmer durch; die stilleren kommen weniger zum Zuge.

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Mit der Post-it-Methode wird Brainstorming noch ertragreicher.

Auch die Gruppendynamik spielt eine Rolle: Wer kennt nicht die Situationen, in denen die Idee eines Teilnehmers kein Gehör findet, weil er in der Runde nicht besonders beliebt ist? Solche Situationen sind bedauerlich: Einige Teilnehmer ziehen sich innerlich zurück und überlassen ihren energischen Kollegen den Raum. So kann die Gruppe nicht mehr als Ganzes kreativ sein und wertvolles Ideenpotential geht verloren.

Brainwriting – Wer schreibt, der bleibt

Wie wäre es, wenn wir die Vorteile des Brainstormings nutzen würden und die Nachteile umgehen? Das würde bedeuten, dass die Ideen „inkognito“ daherkommen und alle dieselbe Chance haben, gewürdigt zu werden. Dadurch hätten stillere Mitglieder der Runde dieselbe Chance wie die lebhaften.
Genau das bietet uns Brainstorming, wenn wir die Post-it-Methode anwenden. Damit machen wir das Brainstorming zum Brainwriting.

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Die Post-it-Methode lässt Ideen zwanglos sprudeln.

Doch wir ersetzen nicht nur das Sprechen beim Brainstorming durch das Aufschreiben der Ideen. Die fröhlich bunten Post-its geben unserer Kreativität auch einen zusätzlichen Schubs. Sie scheinen zu sagen: „Alles darf, nichts muss“ und ermutigen jeden Gedanken, sich herauszuwagen und sich als Idee auf einem orangen, grünen, gelben oder rosa Post-it zu zeigen.

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Farben, Formen, Fähigkeiten

„Die Ideen entzünden einander, wie die elektrischen Funken“, schrieb der Autor Johann Jakob Engel im 18. Jahrhundert. Er kannte die Post-it-Methode noch nicht, doch sicher hätte sie ihm gefallen. Denn auch hier können die Ideen einander entzünden. Mit meinen folgenden Tipps lassen sich die bunten Helfer sinnvoll im kreativen Prozess einsetzen.

1. Die unterschiedlichen Farben und Formen der Post-its können stimulierend wirken, deshalb ist eine breite Auswahl zu empfehlen.
2. Es sollten genug Post-its in verschiedenen Farben bereitgehalten werden.
3. Bieten Sie Stifte an, die kräftig schreiben, so dass die Notizen später auch aus einer Entfernung gut sichtbar sind.
4. Auf jedem Post-it sollte nur ein einziger Gedanke notiert werden.
5. Auf ein Flipchart oder Whiteboard notieren Sie die Fragestellung oder das zu erreichende Ziel.

Falls es zu der Fragestellung passt, können die einzelnen Farben unterschiedliche Bedeutungen bekommen, zum Beispiel:

  • Grün und Rot für Pro und Contra
  • Blau für starke Ressourcen, zum Beispiel gute Qualifikationen, ausreichend Materialien
  • Rosa für schwache Ressourcen, zum Beispiel enger Terminplan, abwesende Ansprechpartner
  • Orange für Risiken

Tipp: Die Post-ist sind in unterschiedlichen Formen erhältlich, zum Beispiel rund oder als Blume, herzförmig oder wie eine „Sprechblase“ geformt. Diese Gestaltungen können zu treffenden Formulierungen inspirieren und damit das Brainwriting beflügeln.

Mit der Post-it-Methode bleiben Ideen inkognito und können deshalb unvoreingenommen durchdacht werden. Klick um zu Tweeten

Wer weiß, wohin, findet auch den Weg (Ziel formulieren)

Je klarer das Ziel oder die Fragestellung formuliert ist, umso mehr verwendbare Ideen wird die Post-it-Methode ergeben. Ich empfehle dafür gern die SMART-Methode; sie beschreibt, welche Eigenschaften ein Ziel haben sollte:

  • S – Spezifisch und konkret formuliert.
  • M – Messbar sollte das Ergebnis sein.
  • A – Attraktiv, den Ehrgeiz fördernd.
  • R – Realistisch, also tatsächlich erreichbar.
  • T – Terminiert; es muss feststehen, bis wann das Ziel erreicht sein soll.

Hat das Ziel seinen Platz am Flipchart gefunden und ist die Formulierung allen Teilnehmern klar, kann es auch schon losgehen.

Lesetipp für Zielbewusste: Wie Sie beim Formulieren Ihres Ziels schrittweise vorgehen, zeige ich Ihnen in diesem Blogbeitrag: Volltreffer! Mit Zielen zum Unternehmenserfolg.

Warum es in einem Unternehmen wichtig ist, klare Ziele zu formulieren, zeige ich Ihnen in diesem Video:

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Sobald das Ziel klar definiert ist, kommt die Post-it-Methode zum Einsatz.

Post-it-Methode: Kritikfrei kreativ

Nun können alle Teilnehmer mit ihren Post-its „fröhlich drauflos formulieren“. Dafür bekommen sie eine festgelegte – nicht zu lange – Zeitspanne, zum Beispiel 10 oder 20 Minuten. Das Schöne an der Post-it-Methode ist, dass in dieser Phase der Ideenfindung keine Verunsicherung auftritt; die gefürchteten Ideen-Blockaden bleiben aus.

Die Teilnehmer befestigen nun ihre beschrifteten Post-its auf dem Flipchart. Gemeinsam, von einem Moderator begleitet, ordnen sie die Notizen. Gleiche oder ähnliche Ideen werden zusammengefasst, andere nacheinander angeordnet. Im Team findet nun der Austausch darüber statt, welche Ideen umsetzbar sind, wie das gelingen kann und was dazu benötigt wird. Dabei können wieder neue Assoziationen und Ideen entstehen.

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Ideen lassen sich mit der Post-it-Methode unvoreingenommen einschätzen.

Kein Teilnehmer fühlt sich persönlich abgelehnt, weil seine Idee ausgeschlossen wurde, umgekehrt wird keine Idee Ihres Verfassers wegen favorisiert. Das und die Tatsache, dass die Post-it-Methode preiswert ist, wenig Vorbereitung und keinerlei technische Ausstattung benötigt, macht sie zu einer Bereicherung jeder Ideensammlung.

Tipp: Gute Erfahrungen haben wir damit gemacht, die Tafel mit den Post-its zu fotografieren, und zwar einmal mit allen angehefteten Ideen und einmal mit der abschließenden Ideenauswahl. Darauf können wir später noch zurückgreifen oder andere Mitarbeiter an dem kreativen Prozess teilhaben lassen.

Und Sie?

Wie setzen Sie die Post-it-Methode für die Ideenfindung ein und welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht? Ich freue mich auf Ihre Ideen. Schreiben Sie mir oder hinterlassen Sie einen Kommentar unter diesem Artikel, ich freue mich darauf!

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