DMAIC – Eine Methode für optimale Prozesse und noch bessere Produkte


Wer von DMAIC spricht, kommt an Six Sigma nicht vorbei. Six Sigma ist eine Methodik des Qualitätsmanagements. Entwickelt in den 1980er Jahren bei Motorola kam es erstmals zur Anwendung. Geprägt hat den Begriff Six Sigma aber der Management-Guru Jack Welch, der mit dieser Methode in den 1990er Jahren beim US-amerikanischen Unternehmen General Electric einen grundlegenden Wandel herbeiführen konnte. Jack Welch machte mit seiner Politik des Reparierens, Verkaufens oder Schließens („fix it, sell it or close it“) von sich reden in Bezug auf verlustbringende Unternehmensteile und auf den Zukauf zukunftsträchtiger Technologien. Mit dieser Strategie machte er General Electric (GE) zu einem profitablen und rasant wachsenden Unternehmen. 20 Jahre als CEO beim GE-Konzern machten ihn zu einer Manager-Legende: Das US-Magazin „Fortune“ ernannte ihn sogar zum Manager des Jahrhunderts. Six Sigma ist eine statistische Methode, die mit einem klar strukturierten Prozess arbeitet, dem DMAIC.

Definition der DMAIC Methode

Die DMAIC Methode steht für die 5 Phasen

Define
Measure
Analyse
Improve
Control

bei einem Prozessmanagement-Prozess. Zu deutsch bedeutet die Phasen definieren, messen, analysieren, verbessern und steuern. Mit der DMAIC Methode werden Kernprozesse nach dem Six Sigma Leistungsniveau im Qualitätsmanagement eingestuft. Das Ziel ist es, dass durch die Abfolge der Prozesse besehende Produkte messbar und weiter verbessert werden.

Die DMAIC Methode steht für Define, Measure, Analyse, Improve und Control.
Die DMAIC Methode steht für Define, Measure, Analyse, Improve und Control.

Define-Phase: Den Ist-Zustand und Probleme definieren

In Phase D (Define) werden untersuchte Prozesse mit Daten und Fakten genauestens beschrieben. Konkret wird etwa ein Problem definiert, ein messbares Projektergebnis bestimmt und ein Arbeitsplan erstellt, bei dem auch die Kundenanforderungen eine Rolle spielen und in das eine Stakeholder-Analyse einfließt. So ein konkretes Problem wollen wir an folgendem Beispiel behandeln: Ein Limonadenhersteller stellt fest, dass die Nachfrage nach seiner bislang so beliebten Orangenlimonade immer weiter sinkt. Die Anforderungen der Kunden haben sich wohl verändert …

Measure-Phase: Daten und Funktionalitäten erfassen

Sobald ein Problem definiert ist, geht es an seine Vermessung (Measure). Zahlen, Daten und Fakten müssen auf den Tisch und liefern die Basis für ein erfolgreiches Verbesserungsprojekt. Zentrale Frage in der Measure-Phase ist, wie groß ein aufgetretenes Problem ist, das beseitigt werden soll. Im Fall der Orangenlimonade gilt es herauszufinden, wie groß der Nachfrageeinbruch ist und wie er sich entwickelt, wie sich die Limonade gerade verkauft und was die Kunden davon abbringt, sie zu kaufen. Möglicherweise gibt es einen Konkurrenten, der Limonade mit weniger oder ohne Zucker auf den Markt gebracht hat? Werkzeuge in dieser Phase sind etwa statistische und grafische Methoden sowie Prozess- und Messsystemfähigkeitsuntersuchungen. Am Ende dieser Phase liegen etwa ein Datenerfassungsplan, Datenerfassungsblätter, Histogramme oder eine Fehlermöglichkeits- und -einflussanalyse vor. Dann kann es ja losgehen mit der Analyse!

Menschen sind anfangs oft skeptisch, wenn es um Veränderungen geht.
Menschen sind anfangs oft skeptisch, wenn es um Veränderungen geht.

Analyze-Phase: Hauptursachen für das Problem ermitteln

In der Analyse-Phase geht es ans Eingemachte: Ursachenforschung steht an. Welches sind die Hauptursachen für unser Problem, dass sich die Orangenlimonade nicht mehr so gut verkauft wie gewohnt? Eine Kundenbefragung oder eine Umfrage bei den Verkaufsstellen könnte erhellend sein sowie der Blick auf die Trinkgewohnheiten im Verkaufsgebiet. Wird allgemein weniger Limonade getrunken? Gibt es einen Getränketrend? Wie steht es um die Inhaltsstoffe der Orangenlimonade? Wollen die Kunden eventuell nicht mehr nur guten Geschmack, sondern auch gesunde Limonade etwa mit Vitaminen und Mineralstoffen? Ist zu wenig Kohlensäure enthalten oder zu viel? Was ist mit dem Zuckergehalt? Was sind die wichtigsten Einflussfaktoren, die zu dem Verkaufsproblem führen? Ist vielleicht auch die Werbung nicht mehr zeitgemäß? Die Beziehungen zwischen den zahlreichen möglichen Einflussfaktoren zu finden, ist in der Analyse-Phase von zentraler Bedeutung. In dieser Phase schlägt die Stunde des Brainstormings und Brainwritings oder statistischer Methoden. Manchmal liegen die Ursachen für Probleme an den unvorhergesehenen Stellen. Deshalb muss jede Idee erlaubt sein. Im Fall der Limonade könnte es schließlich auch sein, dass eine bestimmte Menge, aus welchen Gründen auch immer, verdorben gewesen sein könnte oder ein Problem bei den Schraubverschlüssen besteht, das noch nicht entdeckt ist. Alle Ideen kommen auf den Tisch.

DMAIC ist eine Methode, Produkte und Prozesse in 5 Schritten zu verbessern.
DMAIC ist eine Methode, Produkte und Prozesse in 5 Schritten zu verbessern.

Improve-Phase: Lösungen für das Problem suchen

Auch in der Improve-Phase können Kreativitätstechniken wie Mindmapping, Brainstorming oder der morphologische Kasten angewandt werden, denn hier geht es um Ideen, wie sich das Problem aus der Welt schaffen lässt. Wichtig ist eine Überprüfung und Bewertung von Mach- und Wünschbarkeitskriterien. Von den geeigneten Lösungen wird die vorteilhafteste in die Realität umgesetzt. Am Beispiel unserer Limonade haben wir vielleicht festgestellt, dass ein Mitbewerber eine Gesundheitslimonade mit einem angesagten Zuckerersatz und zusätzlichen Vitaminen und sogar Fruchtfleisch-Stückchen auf den Markt gebracht hat, die zu einem Verkaufsschlager zu werden droht. Eine Idee ist es, die Rezeptur anzupassen und die Konkurrenz nachzuahmen. Eine andere Lösung wäre, eine ganz eigene Sport-Limonade (isotonisch) zu kreieren, um die Konkurrenz auf diese Art auszustechen. Oder reicht es vielleicht schon, die etwas altmodische Werbung auf ganz neue Beine zu stellen? Jeder kann Lösungen finden. Wichtig ist, dass hier keine Hierarchien zu Denkverboten führen, dann ist erst ein bestmögliches Ergebnis möglich.

Durch gemeinsames Brainstorming können Sie Ideen sammeln, wie Sie die Effizienz in Ihrem Unternehmen steigern können.
Durch gemeinsames Brainstorming können Sie Ideen sammeln, wie Sie die Effizienz in Ihrem Unternehmen steigern können.

Control-Phase: Verankerung durch Standardisierung und Dokumentation

In der letzten Phase des DMAIC Prozesses müssen die erreichten Verbesserungen oder neuen Verfahren im Alltagsbetrieb verankert werden. Standardisierung und Dokumentation spielen dabei eine wichtige Rolle, denn die Wirkung der Maßnahmen muss kontinuierlich überprüft werden, sodass man bei Abweichungen vom einmal festgelegten Ziel korrigieren kann. Diese Überprüfung übernimmt das Controlling. Der DMAIC Prozess hat viele Vorteile, da er ein weites Spektrum an Möglichkeiten und Werkzeugen für die Projektmanagementtechnik bereithält. Wer Leistungen im Unternehmen dauerhaft messen, verbessern und kontrollieren will, sollte sich einen konzeptionellen Rahmen dafür schaffen. Effizienz und Effektivität Ihrer Unternehmensprozesse sind die Folge. Sie können mit DMAIC schnell und konsequent auf Markt- und Strategieveränderungen reagieren, wie etwa bei der Limonade. Fehler werden reduziert sowie Doppelarbeit vermieden. Dadurch, dass die Kundenbedürfnisse eingebunden werden, erhöht sich die Zufriedenheit der Kunden und das führt zu einer Steigerung von Profitabilität und Umsatz des Unternehmens. Ein weiterer Vorteil des DMAIC Prozesses kann es sein, dass sich das Lieferantenmanagement durch die Einbindung von Zulieferern auch verbessert. Probieren Sie es aus? Werden Sie der Jack Welch Ihres Unternehmens und finden Sie heraus, wieviel Potenzial in Ihnen steckt.

YouTube Video: So werden PROZESSE optimiert

(Dauer 05:21 Minuten)



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