Dateien mit Struktur: Schritt für Schritt zur endlich funktionierenden Dateiablage



„Der, die, das! Wer, wie, was? Tausend tolle Sachen, die gibt es überall zu seh'n ...” Es sei denn, man hat keine Ahnung, wo man Sie findet! Sie wünschen sich, dass endlich Schluss ist mit verwirrenden Strukturen und dem gemeinschaftlich gehegten Chaos? Hier erfahren Sie die Schritte, die Sie gehen müssen, um erfolgreich eine neue EDV-Struktur einzuführen.

Was ist das Problem

Wenn Sie sich entschieden haben, die Gliederung Ihrer Dateien besser aufeinander abzustimmen und wenn Sie bereits die Struktur für ein einheitliches Ablagesystem entwickelt haben, stellt sich irgendwann die Frage, wie sich die EDV-Struktur so umstellen lässt, dass auch wirklich keine Dateien im Netzwerk versehentlich gelöscht werden und verloren gehen. Um die neue Gliederung umzusetzen, muss die Dateiablage umbenannt, umgestellt und kopiert werden. Dieses Großprojekt schreckt viele ab. Doch der Aufwand lohnt sich.

Umstellen der EDV-Struktur
Die Umstellung der EDV-Struktur lohnt sich, denn so geht nichts mehr verloren.

So funktioniert es

Schritt 1: Alte Ordnerstruktur sichten und ein Mindmap erstellen

Gehen Sie das Erarbeiten der Struktur möglichst grundsätzlich an. Nehmen Sie dazu die unternehmensinternen Prozesse in den Blick. Das Ablagesystem ergibt sich dann daraus oft als logische Konsequenz ganz von allein. Um einen ersten Überblick über die mögliche Gliederung zu bekommen, hat sich in unseren Umsetzungsberatungen die Mind-Map-Technik als hilfreich erwiesen.

Struktur durch Mind-Map-Erstellung
Erstellen Sie eine Mind-Map und sichten Sie Ihre Ordnerstruktur.

Finden Sie die Struktur, die sich in Ihrem Alltag bewährt. Sammeln Sie diejenigen Themen und Bereiche, zu denen Materialien für die Ablage anfallen. Wenn Sie wissen, welche großen Bereiche für Ihre Ablage zentral sind, zeichnen Sie diese im Zentrum der Mind-Map verteilt ein. Von dort aus fällt es meist viel leichter, eine feinere Struktur zu erstellen. Die Abbildung soll Ihnen für einzelne Themengebiete und mögliche Unterstrukturen Anregungen geben. Sicher fallen Ihnen nun auch noch weitere Möglichkeiten für eine Gliederung ein, die speziell auf Ihre eigene Situation zugeschnitten sind.

Sie können eine Mind-Map auch ganz einfach digital z. B. mit OneNote erstellen. Wie das funktioniert können Sie bei meinem folgenden Beitrag nachlesen: „Tipps für OneNote: MindMap erstellen und gemeinsam bearbeiten“.

Schritt 2: Erstellen Sie auf Ihrer Festplatte die neue Ordner-Struktur

Erstellen Sie jetzt auf Basis der Mind-Map die neue Struktur in einem Unterverzeichnis. Benennen Sie dieses Unterverzeichnis so, dass klar wird, dass hier die neue Gliederung entsteht.

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Legen Sie in diesem neuen Unterverzeichnis die Struktur an, und zwar im ersten Schritt komplett losgelöst von der bisherigen Struktur – also ohne Inhalte.

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Wenn Sie die neue Struktur angelegt haben, legen Sie ganz oben das Unterverzeichnis „Ablage-Spielregeln“ an. Dort legen Sie ein Dokument ab, das die getroffenen Regelungen festhält. Dann weiß jede und jeder, wo sie oder er bei Unklarheiten nachlesen kann. Am deutlichsten wird dies durch ein Praxisbeispiel. Schauen Sie sich hier die Ablage-Spielregeln für unseren Bereich Büro-Kaizen an.

Schritt 3: Lassen Sie ein Backup Ihres jetzigen Datenbestandes erstellen!

Wenn Sie die neue Gliederung erstellt haben, lassen Sie im nächsten Schritt von der IT ein Backup erstellen. Dies unterstützt die Bereitschaft der Kollegen, sich auf die neue Struktur einzulassen. Wenn es ein Backup gibt, ist damit zugleich klar: Sollte man in der neuen Struktur im Einzelfall etwas nicht finden, kann bei Bedarf jederzeit auf die Dateien aus der alten Struktur zurückgegriffen en werden.

Schritt 4: Benötigte Dateien verschieben

Vereinbaren Sie nun eine Übergangszeit, in der die Dateien vom bisherigen Aufbau in die neu geschaffene verschoben werden. Ich empfehle, diese möglichst kurz zu halten (zum Beispiel vier Werktage). In dieser Zeit werden die noch benötigten Dateien aus der alten Struktur in die neue Struktur verschoben. Um die Arbeitsbelastung auf mehrere Schultern zu verteilen, teilen Sie diese Aufgabe am besten unter den Kollegen auf.

Fragen Sie am Ende der vier Tage die Abteilung:
Bewährt sich die neue Struktur im Alltag?
Gibt es noch unklare Unterpunkte?

Arbeiten Sie die notwendigen Veränderungen ein.

Schritt 5: Alte Struktur löschen

Wenn die neue Struktur im Einsatz ist, kann die alte Gliederung in diesem Zuge gelöscht werden. Denken Sie dann auch daran, die Bezeichnung des neuen Ordners („_NEU”) zu verändern.

Die fünf Schritte auf einen Blick:

Bild4

Darauf kommt es an

Wichtig ist, dabei alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einzubeziehen. Alle sollten mitgenommen werden und ihr innerliches Ja zu der neuen Gliederung geben können. An verschiedenen Stellen werden Sie mit Ihren Kolleginnen und Kollegen diskutieren und gemeinsam Lösungen entwickeln, wie Sie die Ablage zukünftig organisieren wollen. Oft gibt es verschiedene Lösungen, die alle richtig sind. Entscheiden Sie sich für eine und dokumentieren Sie das Ergebnis in den Ablage-Spielregeln.

Wie schön wäre es, jede gewünschte Information innerhalb einer Minute zu finden: Schauen Sie doch mal in die Anregung zur Organisation eines Ablagesystems

Schluss ist mit dem gemeinschaftlich gehegten Chaos. Klick um zu Tweeten

Extra-Tipp

Wenn Sie die neue Gliederung nicht mit einer Mind-Map erstellen wollen, können Sie auch einfach neue Ordner im Computer anlegen sowie diverse Unterverzeichnisse. Sind die Unterverzeichnisse einmal angelegt, hat dies den Vorteil, dass Sie diese Unterverzeichnisse leicht hin und her verschieben können – bis alles sinnvoll erscheint. In diesem Fall lässt sich der Schritt mit der Mind-Map einfach überspringen. Je nach persönlicher Vorliebe und Komplexität der Dateiablage ist dies eine praktikable Alternative.

Was der Tipp bewirkt

Es verbleiben nur noch die Dateien und Ordner, die auch tatsächlich benötigt werden. Die Dateistruktur ist durchdacht, nachvollziehbar dokumentiert und damit auch für neue Mitarbeiter verständlich. Sollte doch einmal etwas fehlen, kann auf das Backup zurückgegriffen werden.

Und Sie?

Viele Projekte kann man selber durchführen und entwickeln. Doch manchmal braucht es einen externen Berater. Gerne kommen wir auch zu Ihnen und unterstützen Sie bei der Einführung neuer Strukturen und der Optimierung von Prozessen! Erfahren Sie mehr!



19 Kommentare
    • Sie haben absolut Recht. Wir haben mit neuen Unternehmen schon Strukturen geschaffen, bevor die Ablage begonnen hat. Das war klasse. Leider gibt es aber in vielen Firmen die Situation, dass es schon bestehende Prozesse gibt. Dann muss man dort eben starten.
      Ich sehe das aber auch nicht als Problem. Weil sich die Geschäftsfelder, Aufgaben usw. ändern muss die Struktur ohnehin von Zeit zu Zeit überprüft werden. Solange man die Mitarbeiter, wie im Beitrag beschrieben, mitnimmt, ist das aber auch kein Problem.

      Herzlicher Gruß
      Jürgen Kurz

  • Ordnung ist wirklich mehr als das halbe leben, denn auf der anderen Seite ist es ganz schön unruhig und man hat ordentlich stress. Deshalb Daumen hoch für diesen nützlichen Artikel.

  • Das sind immer wieder gute Tipps hier, allerdings lässt sich die Dateistruktur nicht ganz so einfach erneuern wie hier beschrieben. „Alle sollten mitgenommen werden“ – das sehe ich anders. In meinem Unternehmen hat der Chef mit dem EDV-Spezialisten alles neu aufgesetzt und uns dann eingewiesen. Ging gut und gab keine endlosen Diskussionen.

    • Herzlichen Glückwunsch – zu Ihren EDV-Spezialisten kann man sie nur beglückwünschen. Die Erfahrung in unseren Beratungsprojekten ist an ganz vielen Stellen, dass die Mitarbeiter mitgenommen werden wollen. Außerdem entstehen die besten Ideen regelmäßig an der Basis, das heißt bei den Menschen, die täglich mit den Dingen arbeiten. Sie sind aber ganz offensichtlich der Beweis, dass es nicht nur eine Möglichkeit gibt, sondern dass viele Wege ans Ziel führen. Deshalb nochmal: Herzlichen Glückwunsch!

  • Super Ideen, auch für kleine Unternehmen. Denn gerade hier geht manchmal alles durcheinander, weil jeder seine eigene Struktur hat, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Einheitlichkeit spart aber wirklich Zeit.

    • Liebe Frau Kaspar, Sie haben absolut Recht: Einheitliche Strukturen sparen Zeit und was mir ganz wichtig ist auch Nerven. Wichtig ist immer wieder die Erkenntnis: Es gibt nicht „den“ richtigen Weg. Es muss aber „den“ Weg gehen, den alle gehen. Das heißt, alle sollten sich auf einen Weg einigen und den dann auch konsequent gehen.

  • Der Artikel hat den Anstoß gegeben, die Dateistruktur anzupacken – mit Erfolg, wie ich heute sagen kann! Danke dafür – und auch für die anderen guten Tipps auf der Seite. Ich lasse mich immer wieder einmal inspirieren – auch wenn ich natürlich vieles schon weiß.

  • Super Artikel mit vielen guten Tipps. Allerdings ist es wirklich ein Großprojekt und man muss einige Tage dafür einplanen. Allerdings haben wir im Unternehmen die alte Dateistruktur gesichert und sie etwa ein Jahr lang aufbewahrt. Erst dann die endgültige Löschung.

  • Super Artikel, nützliche Tipps. Am besten, gleich loslegen und Ordnung schaffen, auch auf der Festplatte. Seit ich das bei mir eingeführt habe, finde ich alle Dateien mehr als doppelt so schnell. Auch die Papiere – ich bin echt überrascht.

  • Die Dateistruktur ist gar nicht so das Problem, vielmehr die Verbindung mit den Papierunterlagen. Gibt es dafür auch eine hilfestellung?

    • Im Beitrag habe ich den Download mit unseren Ablagespielregeln angeboten. Den sollten Sie sich bitte mal anschauen. Dort können Sie neben der digitalen Dateistruktur auch definieren wo sich die zugehörigen Papierunterlagen befinden. Fragen Sie sich bitte aber auch z. B. wer alles Zugriff auf diese Daten braucht. Wenn das mehrere Personen sind, kann es vielleicht sinnvoll sein, auch diese Papierunterlagen zu digitalisieren.


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