Schubladendenken? Na klar! Warum Sie beim Aufräumen an Ihre Schreibtischschubladen denken sollten



Schreibtischschubladen sind das Unterbewusstsein Ihres Arbeitsplatzes: Wenn Sie etwas vergessen möchten: Einfach aufziehen, Problem reinwerfen, zumachen – und nie wieder dran denken. Nur: Je mehr Sie reinschmeißen, umso voller werden sie. Und je voller sie sind, desto schwieriger ist es, etwas wieder zu finden. Ein weiteres Problem: Die Dinge, die eigentlich in Ihre Schreibtischschubladen gehören, finden keinen Platz mehr. Dieses Schubladen-Chaos steht also einem aufgeräumten Arbeitsplatz im Wege. Deshalb ist Schubladendenken angesagt: Entrümpeln, nachdenken und dann Ihre Schreibtischschubladen systematisch neu befüllen.

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Schreibtischschubladen: Was ist das Problem

Ohne ein sinnvolles Ordnungssystem entwickelt sich jede Schreibtischschublade zu einem chaotischen Ort. Weil es verführerisch einfach ist: Sie nehmen den Locher, ein wichtiges Stück Papier, einen Ordner, ein Memo, eine Büroklammer, einen Stift zur Hand, wissen nicht wohin, öffnen einfach die Schreibtischschublade und werfen alles dort hinein. Schublade wieder schließen: Aus den Augen, aus dem Sinn. Problem gelöst. Kritisch wird's, wenn Sie irgendwas suchen. Sie suchen überall, bis Ihnen einfällt: Das habe ich doch in meine Schreibtischschublade geworfen – oder? Sie öffnen die Schreibtischschublade, sind schockiert über das Chaos. Würden die Schublade gerne gleich wieder schließen. Aber Sie müssen ja noch suchen. Also suchen Sie. Und finden es … vielleicht. Und auch wenn Sie das finden, wonach Sie gesucht haben: Die Suche dauerte insgesamt – und in den Schreibtischschubladen – einfach viel zu lange. Ihre Schreibtischschubladen sind damit ein großer Bestandteil der täglichen Arbeitszeitverschwendung.

Chaos in der Schreibtischschublade
Chaos in der Schreibtischschublade entsteht schnell, wenn es keine System gibt.

So geht’s

  • Im ersten Schritt sollten Sie sich überlegen, was wirklich in Ihre Schreibtischschubladen gehört. Faustregel: Alles, was nicht auf den Schreibtisch gehört, aber doch nur einen Griff entfernt sein soll, weil sie es mehrmals täglich brauchen, legen Sie in Ihre Schreibtischschubladen.
  • Wenn Sie nicht alle Schreibtischschubladen an einem Tag aufräumen möchten, zerlegen Sie dieses Projekt in mehrere Teilaufgaben. Das könnte z.B. so aussehen: Jeden Tag eine Schreibtischschublade.
  • Fotografieren Sie den Ist-Zustand Ihrer Schreibtischschubladen. Es motiviert, Ihr eigenes Schubladen-Chaos auf einem Foto zu betrachten. Probieren Sie es einfach mal aus.

Schreibtischschublade ausmisten und ordnen
Überfüllte Schreibtischschubladen konsequent ausmisten und neu einordnen.

  • Öffnen Sie die erste Schublade, nehmen Sie die Dinge einzeln heraus und sortieren Sie sie in die Bereiche „Muss”, „Kann” und „Müll”
  • Packen Sie alle „Muss”-Objekte in die Schreibtischschublade zurück.
  • Werfen Sie den Müll weg.
  • Stecken Sie die „Kann”-Objekte in einen Karton. Wie es mit Ihrem „Kann”-Karton weitergeht, lesen Sie hier.
  • Nehmen Sie sich am nächsten Tag die nächste Schublade vor.
  • Räumen Sie nach und nach alle Schreibtischschubladen auf.

Extra-Tipp Nr. 1

Wenn Sie Ordnung und Suchzeiten noch weiter verbessern möchten, dann können Sie zum Beispiel Trennelemente verwenden. Das könnte dann so aussehen:

Trennelemente in Schreibtischschublade verwenden
Mit Trennelementen schaffen Sie ein Ordnungssystem in Ihrer Schreibtischschublade.

Extra-Tipp Nr. 2

Nicht fixierte Gegenstände neigen dazu, durch die Gegend zu rutschen, wenn Sie die Schreibtischschublade bewegen.

Lose Gegenstände in Schreibtischschubladen
Viele Gegenstände verrutschen beim Öffnen und Schließen der Schreibtischschublade

Das können Sie verhindern, wenn Sie Ihre Schublade mit Schaumstoff auskleiden. Das hat folgenden Effekt: Alles bleibt wirklich an seinem Platz – und Sie können blindlings in die Schublade hineingreifen, um den benötigten Gegenstand für die Arbeit zu verwenden.

Lose Gegenstaende in Schreibtischschublade fixieren
Fixieren Sie lose Gegenstände in der Schreibtischschublade, sodass alles seinen Platz hat.

Und Sie?

Wie bändigen Sie Ihr Schreibtischschubladen-Chaos? Was sagen Sie zu meinen Tipps?

Übrigens:

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3 Kommentare
  • Ich bin zwar schon einige Jahre Leertischlerin, doch gibt es ja doch noch immer Tipps.

    Mir persönlich gefällt Ihr Tipp gut, Schaumstoff in die Schubladen einzulegen. Tatsächlich rutschen mir die Sachen nämlich durch die Schublade. Die Schubladen habe ich zwar durch Trennelemente oder Kartons dreigeteilt, doch innerhalb dieser ist es rutschig …

    Was ich sehr hilfreich finde: Ich habe manche Utensilien nach Thema gebündelt. Wenn ich die Bürokasse bearbeite, benötige ich immer Kassenbelege / Taschenrechner / Blankopapier / Tesa / …

    Wenn ich Rechnungen bearbeite, brauche ich Kontierzettel / zweierlei Stempel / Heftstreifen / …

    Diesen Tipp habe ich aus – Sie werden es kennen – „simplify your life“ abgeleitet. Dort empfehlen sie, so zu sortieren – auch im Kühlschrank: nach Frühstückssachen zum Beispiel

  • Papierkram sollte verboten werden. Wirklich Überforderten hilft es nicht, wenn man auch noch Bilder macht, als sei das lustig.
    Wer einen großen Schrank hat für die Ablage und dazu noch funktionale Schubladen, dem ist am meisten geholfen, das stimmt. Und von aussortieren.
    Es wurde immer gesagt: Alles ist wichtig, ja aufheben, und dann hat man die Misere jahrelang.
    Das halbe Leben geht mit sowas drauf. Kann ja nicht sein oder?

    • In unseren Beratungen treffen wir immer wieder Menschen, die unter der Papierflut und dem Chaos in den Schubladen leiden. Ziel des Blogbeitrags ist, diesen Menschen Tipps zu geben wie man das Chaos in den Griff bekommt. Für manche heißt die Antwort wegwerfen, für manche heißt die Antwort Dinge ins Archiv zu räumen. Wenn man es eilig hat und sucht Dinge, dann ist es schön, wenn man weiß wo sie sind. Gleiches gilt wenn man aufräumen möchte und weiß wo man was hinpackt (damit man es auch wieder findet).

      In vielen Firmen kommt noch die Problematik der Vertretungssituation dazu. Da empfindet es jeder Vertreter als hilfreich, wenn er sich im Fall der Fälle, auch bei den Kolleginnen und Kollegen zurecht findet. Ein Foto des eigenen Schreibtisches zu machen ist für viele unserer Beratungskunden augenöfnend. Man hat irgendwie einen anderen Blickwinkel. Probieren Sie es mal bei sich aus …


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