Wer war das bloß? – Wie sich neue Kontakte dank Ihrer Visitenkarten dauerhaft an Sie erinnern werden



„Haben Sie mal 'ne Karte von sich?“ Sie kennen diese Frage und haben wahrscheinlich meistens Visitenkarten parat. Doch wie effektiv sind diese Karten eigentlich? Haben Sie mal beobachtet, wie viele Kontakte diese Karten zustande gebracht haben? Wie viele Menschen sich tatsächlich noch einmal bei Ihnen gemeldet haben, nachdem sie Ihre Karte erhalten haben?

Was ist das Problem

Visitenkarten kann man sich heute selbst entwerfen und für sehr wenig Geld über das Internet drucken lassen. Doch ist das wirklich sinnvoll? Denn Visitenkarten werden heute verteilt wie Flyer in der Fußgängerzone. Und sie erleiden dasselbe Schicksal: sie werden anschließend weggeworfen. Oftmals sogar, ohne vorher eingescannt und wenigstens digital aufgehoben zu werden.

Was müssen Visitenkarten also können, um aufgehoben zu werden und noch nach Monaten jemandem sagen zu können, wer Sie überhaupt waren und was an Ihnen so erinnernswert war?

So funktioniert es

Das Ziel von Visitenkarten sollte es sein, so viel auszusagen und so einprägsam zu sein, dass man sich auch noch an die Person erinnert, die sie überreicht hat. Doch wie bringt man das zuwege? Hier sind drei Tipps.

visitenkarten-prima-gespraech
Ein prima Gespräch gehabt, aber anschließend nicht mehr gewusst, wer das war? Eine gute Visitenkarte baut vor.

1. Tipp:

Visitenkarten sollten nie so viel Information wie möglich, sondern nur so viel Information wie nötig enthalten. Überlegen Sie, was für Sie, für Ihre Position in Ihrem Unternehmen und für das Unternehmen selbst die nötigsten Informationen sind. Das sind wahrscheinlich:

  • der Name des Unternehmens,
  • Ihr Name,
  • Ihre Position im Unternehmen,
  • Ihre Abteilung,
  • Ihre Telefon- und ggf. Handynummer,
  • Ihre E-Mail-Adresse sowie
  • Ihre Postadresse im Unternehmen.

Und wie ist das aus Sicht Ihrer (zukünftigen) Kundschaft, Geschäftspartner, Zulieferer? Genügt das schon, um ihnen zu sagen, wer Sie waren und wo sie Sie finden? Die Antwort ist: nicht immer.
Nehmen wir die Firma Vogel. Aus dieser Firma haben Sie den Herrn Karl kennengelernt. Herr Karl hat auf seiner Visitenkarte stehen: CEO. Und nun? Haben Sie irgendeinen Anhaltspunkt, was diese Firma Vogel überhaupt macht? Warum Sie die Karte von Herrn Karl überhaupt haben wollten? Seine Visitenkarte gibt es jedenfalls nicht her.

Deshalb sollten Sie, wenn Sie nicht für eine bundesweit oder international sehr bekannte Marke arbeiten, immer auch erwähnen, ob die Firma Vogel ein Labor für Pflanzenduftstoffe ist, Transporte für auszuwildernde Tiere von Deutschland nach Afrika organisiert oder mit Bio-Produkten aus Neuseeland handelt.
Bei manchen Firmen bietet sich dafür der Unternehmens-Slogan an, bei den meisten ist er aber wenig aussagekräftig. „Wir machen Unmögliches möglich“, was bei der Firma Vogel auf den Visitenkarten stehen könnte, sagt jedenfalls nichts aus. Außerdem behauptet das zahllose Firmen von sich. Visitenkarten sollten aber dafür da sein, Sie herausstehen zu lassen aus der Masse.

visitenkarten-urlaub-und-privat
Haben Sie immer Visitenkarten dabei, auch im Urlaub und bei privaten Terminen. Man weiß ja nie!

2. Tipp:

Um herauszustechen muss die Visitenkarte gar nicht knallbunt sein oder auf Papyrusrolle handgeschrieben. Das Design und das Material sollten allerdings zu Ihrem Unternehmen passen. Schlicht ist immer gut, sticht aber nicht notwendigerweise aus der Masse heraus.
Warum sollte deshalb ein metallverarbeitender Betrieb nicht auch Metallvisitenkarten haben? Oder ein Buchhandel Lesezeichen? Oder ein Spielzeughersteller Karten, die Erwachsene zum Spielen anregen? So etwas muss natürlich nicht sein, kann aber.
Und eine Visitenkarte, die klug durchdacht und pfiffig designt ist, die aus ausgesuchtem Material besteht, wird seltener achtlos weggeworfen als eine im banalen Null-acht-fuffzehn-Stil. Wobei ich dazusagen muss, dass „besonders auffällig“ durchaus auch schlicht schwarz auf weiß heißen kann.

#Visitenkarten sollten dazu da sein, die Kontaktaufnahme anzuregen und zu erleichtern. Was braucht es dafür? #BüroKaizen Klick um zu Tweeten

Schauen Sie sich doch einmal an, welche Visitenkarten Sie in letzter Zeit erhalten haben. Können Sie sich bei allen erinnern, wer sie Ihnen gegeben hat? Was genau die machen und warum Sie deren Karte haben wollten? Möchten Sie irgendeine der Karten aufheben, weil sie so originell und gut gemacht ist? Wünschten Sie sich, Sie hätten auch eine so gute Idee für Ihre Karte gehabt?
Denken Sie nicht, bloß weil Sie in einer konservativen Branche arbeiten, müsste Ihre Visitenkarte aussehen wie von vorgestern. Machen Sie aber auch nicht jeden Trend mit, denn Trends sind vergänglich, und jedes neue Design kostet wieder (einzige Ausnahme: wenn Trends Ihr Geschäft sind).

Nehmen Sie also nicht irgendein x-beliebiges Design für Ihre Visitenkarten, sondern überlegen Sie gut, wie Sie sich darstellen wollen und wie Ihr Corporate Design in dieses Konzept mit eingebunden werden kann. Denn im besten Fall hebt man sich Ihre Karte noch lange auf, während alle anderen schon längst zu Brötchentüten recycelt wurden.

visitenkarten-gezielt-und-persoenlich
Teilen Sie Ihre Visitenkarten nie mit der Gießkanne aus, z. B. an alle am Besprechungstisch, sondern übergeben Sie sie persönlich und gezielt.

3. Tipp:

Manchmal kommt man ja zu Terminen, bei denen schon überall Visitenkarten herumliegen. Da haben dann nicht nur die Gastgeber ihre an jeden Sitzplatz gelegt, sondern einige der Teilnehmer haben ihre eigene ebenfalls großzügig verteilt. Da frage ich mich immer, was das wohl soll? Glauben die wirklich, ich nehme die alle mit nach Hause, rein auf den Verdacht hin, dass ich mit dieser Person ein super Geschäft abschließen könnte?
Verteilen Sie Ihre Visitenkarten also in Maßen. Drängen Sie sie niemandem auf, aber haben Sie immer genug dabei, falls die Nachfrage groß ist.

Und nehmen Sie sie ruhig überall hin mit. Ja, die Chance ist gering, dass Sie beim Babyschwimmen mit Ihrem Kleinkind rein zufällig jemanden kennenlernen, der oder die genau das beruflich anbietet, wonach Sie schon so lange suchen. Aber wie verflixt wäre es, dies erst bei der allerletzten Schwimmstunde herauszufinden und dann keine Karte dabei zu haben? Und so schwer sind so ein paar Karten ja nicht.

Darauf kommt es an

Ich behalte keine Visitenkarten mehr, sondern scanne sie sofort ein und sammle sie nur noch digital. Doch es gibt immer noch viele, die auf echte Visitenkarten Wert legen und sie aufheben.
Aber egal, wie sie aufgehoben werden: Wichtig ist, dass die Karten alle notwendigen Informationen aus Sicht der Empfänger enthalten, damit Sie ihnen sowohl die Kontaktaufnahme als auch das Kontaktmanagement möglichst leicht machen.

Was der Tipp bewirkt

Wenn sich die Empfänger noch dazu an das Design der Visitenkarten erinnern, dann können Sie davon ausgehen, dass sie Sie so schnell nicht vergessen werden. Denn das Gedächtnis für Farben und Formen ist manchmal sehr viel stärker als das Gedächtnis für gedruckte Informationen. Und die Brücke vom ersten Treffen über das Wiederfinden der Visitenkarte am nächsten Tag bis zur Kontaktaufnahme ist damit noch leichter geschlagen.

Extra-Tipp

Es kann übrigens sehr sinnvoll sein, die Visitenkarten farblich und im Layout so zu gestalten, dass die Empfänger immer die Möglichkeit haben, sich im Anschluss noch eine kurze Notiz auf die Karte zu schreiben. Sei es einen Termin, den man am Abend gleich noch vereinbart hat, eine interessante Website, die im Gespräch erwähnt wurde, oder irgendeine andere wichtige Information, die für die Empfänger interessant oder nützlich ist. Sollten sie die Karte aufheben, werden sie Sie immer auch mit diesen Details in Verbindung bringen. Und so haben Sie gleich noch einen Grundstein für eine nützliche Geschäftsbeziehung gelegt.

Und Sie?

Mehr zum Thema Visitenkarten finden Sie auch in meinem Artikel „Bleiben Sie in Erinnerung: Visitenkarten besser machen“. Wenn Ihnen dieser Effizienz-Tipp gefallen hat und Sie gerne weitere Tipps bekommen möchten, tragen Sie sich gerne für meinen kostenlosen E-Mail-Kurs „Endlich frei!“ ein. Dort gebe ich zahlreiche Hinweise darauf, wie Sie Ihre Effizienz im Büro um bis zu 20% steigern können.





Schlagwörter: , ,


Das könnte Sie auch interessieren...

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail Adresse wird nicht öffentlich angezeigt.