Unfallverhütungsvorschriften – Denn jeder soll gesund bleiben


Gehören Sie zu den Menschen, die das Büro für einen sicheren Ort halten? Dann liegen Sie damit ganz richtig – es sei denn, die Unfallverhütungsvorschriften werden nicht eingehalten. Denn auch im Büro gilt es, auf einiges zu achten, damit alle Beschäftigten gesund und sicher sind. Unfallverhütungsvorschriften gibt es für jeden Berufszweig; sie gelten für alle Beschäftigten in Deutschland. Heute fasse ich für Sie das Wichtigste zusammen:

Inhalt

Von Prävention bis Erste Hilfe

Die Geschichte der Unfallverhütungsvorschriften

Was kann im Büro schon passieren – 4 Tipps für Ihre Sicherheit

Bitte freihalten: Der Fußboden

Vermeidbar: Kopfverletzungen im Büro

Und Sie?

Von Prävention bis Erste Hilfe

Die Unfallverhütungsvorschriften wurden von den Berufsgenossenschaften – den Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung – erlassen. Sie fassen in sieben Punkten die Maßnahmen zusammenfassen, mit denen Beschäftigte jeder Branche umfassend geschützt werden:

  • Alle Maßnahmen, die Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren verhüten.

          Tipp: Lesen Sie hierzu auch meinen Beitrag zur Gefährdungsbeurteilung.

  • Wie sich die Beschäftigten verhalten, um Unfälle und Erkrankungen zu vermeiden.
  • Alle Fälle, in denen für die Beschäftigten arbeitsmedizinische Untersuchungen im Zusammenhang mit gefährlichen Tätigkeiten notwendig sind.
  • Voraussetzungen, die der untersuchende Arzt zu erfüllen hat.
  • Alle Maßnahmen zur Sicherstellung der Ersten Hilfe.
  • Maßnahmen, die der Unternehmer treffen muss im Bezug auf Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit.

         Tipp: Lesen Sie hier das Wichtigste zur Fachkraft für Arbeitssicherheit.

  • Die Anzahl der Sicherheitsbeauftragten im Unternehmen.

Tipp: Über die Aufgaben der Sicherheitsbeauftragten habe ich in diesem Artikel geschrieben: Ihr Sicherheitsbeauftragter Unternehmer sind dazu verpflichtet, der Berufsgenossenschaft ihrer Branche beizutreten und die festgesetzten Beiträge zu entrichten. Die Aufgabe der Berufsgenossenschaften ist es, Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren zu verhüten.

Unfallverhütungsvorschriften sind für Unternehmen verpflichtend
Die Berufsgenossenschaften erlassen Unfallverhütungsvorschriften, die für die Unternehmer verpflichtend sind.

Erleidet ein Beschäftigter einen Arbeitsunfall oder erkrankt als Folge seiner Tätigkeit, wird er durch die jeweilige Berufsgenossenschaft unterstützt: Er erhält medizinische, soziale und berufliche Rehabilitation und in bestimmten Fällen finanziellen Ausgleich. Die Berufsgenossenschaften gibt es schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts.

Die Geschichte der Unfallverhütungsvorschriften

Die Geschichte der Unfallverhütungsvorschriften beginnt mit dem Unfallversicherungsgesetz, das im Jahr 1884 durch den Reichskanzler Otto von Bismarck erlassen wurde. Dieses Gesetz schloss auch die Bildung der ersten Berufsgenossenschaften ein und wies ihnen die Aufgabe zu, für den Unfallschutz zu sorgen. So kam 1886 zum Erlass der Berufsgenossenschaftlichen Unfallverhütungsvorschriften. Die Struktur der Berufsgenossenschaften und die Inhalte der Unfallverhütungsvorschriften wandelten sich im Laufe der Zeit. Nun liegt es nahe, dass in gewerblichen und landwirtschaftlichen Betrieben die Unfallgefahr recht groß ist. Doch auch in Büros ist es notwendig, für den Schutz der Beschäftigten zu sorgen.

Was kann im Büro schon passieren – 4 Tipps für Ihre Sicherheit

Büroarbeiter haben nicht mit Chemikalien oder gefährlichen Maschinen und Anlagen zu tun. Sie müssen keine Schutzkleidung tragen und ihr Arbeitsplatz ist frei von gefährlichem Staub. Wozu brauchen wir dann Unfallverhütungsvorschriften? Weil es eben doch Unfallquellen gibt, die erhebliche Verletzungen verursachen können. In den Gefährdungsbeurteilungen, die auch im Büro durchgeführt werden, sind Gefahren und Gefährdungen erfasst. Gleichzeitig werden Lösungen entwickelt, um Unfälle und arbeitsbedingte Erkrankungen zu vermeiden. Das Ergebnis ist eine Win-win-Situation für alle Beteiligten: Die Mitarbeiter fühlen sich wohl, sicher und motiviert und arbeiten gern für ihr Unternehmen. Die Unternehmen freuen sich über sinkende Fehlzeiten durch Unfälle und arbeitsbedingte Erkrankungen. Die Unfallverhütungsvorschriften bilden damit einen praktischen Leitfaden, der Unternehmern hilft, ihre Mitarbeiter zu motivieren und die Identifikation mit ihrem Arbeitsplatz zu stärken.

Bitte freihalten: Der Fußboden

Schon eine Unebenheit von wenigen Millimetern kann zum Stolperstein werden. Doch das muss nicht sein, wenn wir folgende Punkte beachten:

  • Elektrokabel werden in Kabelkanälen verlegt. Müssen sie einen Verkehrsweg kreuzen, hat sich das Abdecken mit einer Kabelbrücke bewährt.
  • Benutzte Schubladen sowie Türen von Schränken und Schreibtischen schließen wir direkt nach Benutzung.
  • Aktenordner, Taschen und andere Gegenstände bewahren wir in Regalen oder Schränken auf.
  • Eine Abtrittzone am Eingang vermeidet, dass der Fußboden nass und schmutzig wird und eine Rutschgefahr darstellt.
  • Teppichböden sollten fest verlegt sein. Lose Abdeckleisten und Klebekanten befestigen wir sofort.

Tipp: Lesen Sie dazu meinen Beitrag Arbeitssicherheit im Büro – 3 erstaunlich einfache Tipps

Vermeidbar: Kopfverletzungen im Büro

Nein, mit Kopfverletzungen ist nicht gemeint, dass eine anspruchsvolle Aufgabe Ihnen Kopfschmerzen bereitet. Das ist zwar auch unangenehm, jedoch können Kopfverletzungen weit schlimmere Auswirkungen haben. Deshalb empfehlen die Unfallverhütungsvorschriften: Hängeschränke sollen so angebracht werden, dass niemand sich mit dem Kopf daran stoßen kann. Schwere Gegenstände sollen nicht auf Schränken und Regalen platziert werden, so vermeiden wir, dass sie herabfallen und jemanden verletzen.

Hoch hinaus mit Augenmaß

Sie kennen das vielleicht: Sie benötigen einen Aktenordner im höchsten Regalfach und alles Recken und Strecken hilft nichts, sie kommen nicht heran. Ihr hochgewachsener Kollege, der Ihnen in solcher Situation schon öfter geholfen hat, ist auf einem Außentermin. Bis zu seiner Rückkehr können Sie nicht warten, denn Sie benötigen die Akte sofort.

Unfallverhütungsvorschriften verlangen Leitern bei Sturzgefahr
Sturzgefahr: Die Unfallverhütungsvorschriften verlangen eine Leiter, um an hohe Fächer zu gelangen.

Wenn Sie sich jetzt den nächsten Stuhl heranziehen und darauf steigen, verstoßen Sie gegen die Unfallverhütungsvorschriften. In denen steht nämlich, dass nur Leitern oder Tritte dazu dienen, um hoch gelegene Ablagefächer zu erreichen. Mit gutem Grund, denn auf einem Stuhl stehen Sie nicht sicher genug und können leicht herabstürzen, auch wenn Sie wirklich sportlich sind.

Entsorgen ohne Sorgen

Sie gehören zu den Büroarbeitern, denen das Verbiegen von Büroklammern beim Denken hilft? Ihnen ist schon wieder ein Glas zersprungen? Solche und andere scharfkantige Gegenstände sollten in einem extra Gefäß entsorgt werden. Denn nicht nur Ihr Kollege, der eine versehentlich entsorgte Unterlage im Papierkorb sucht, sondern auch die Reinigungskraft kann sich an den spitzen und scharfkantigen Gegenständen verletzen. Diese Beispiele von Unfallverhütungsvorschriften lässt sich noch erweitern: Der Umgang mit Elektrogeräten sowie das Freihalten von Flucht- und Rettungswegen sind ebenfalls wichtige Inhalte der Unfallverhütungsvorschriften. Tipp: Mehr zum Thema Sicherheit im Büro lesen Sie in meine Beiträge: Kein notwendiges Übel – Gefährdungsbeurteilung im Büro oder melden Sie sich gleich zu meinem 7-Schritte-Programm zum „für immer aufgeräumten Schreibtisch“ an.

Und Sie?

Wie setzen Sie in Ihrem Unternehmen die Unfallverhütungsvorschriften um? Worauf kommt es Ihnen besonders an? Schreiben Sie mir oder hinterlassen Sie einen Kommentar unter diesem Artikel, ich freue mich darauf!

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