Toll, Ein Anderer Macht’s? 4 Tipps für echten Teamgeist



Fällt das Wort „Teamarbeit“, verdrehen manche Büroarbeiter die Augen: Wieder so ein Konstrukt, das mehr verspricht als es hält. Kein Wunder, denn Teamgeist entsteht nicht dadurch, dass man eine Anzahl Mitarbeiter an einen Tisch setzt und ihnen eine gemeinsame Aufgabe überträgt. Dann wird es fast immer einen geben, der sich etwas einfallen lässt, einen der sich vor der Arbeit drückt und einen, der einfach tut, was man ihm aufträgt. Ganz im Sinne des scherzhaften Satzes, der das Wort Team kritisch beschreibt: Toll, Ein Anderer Macht’s. Auch wenn am Ende die Aufgabe hinreichend gelöst wurde – wirklich zufrieden ist niemand und Neues ist auch nicht entstanden.

„Große Entwicklungen in Unternehmen kommen nie von einer Person. Sie sind das Produkt eines Teams“, schrieb Steve Jobs, der Begründer von Apple. Ob es nun um „große Entwicklungen“ oder die ständige Verbesserung im Sinne von Kaizen geht – echter Teamgeist ist in jedem Fall der Schlüssel zum Erfolg. Was eigentlich ist Teamgeist und wie lässt er sich fördern? Hier eine kurze Begriffsdefinition und vier praxiserprobte Tipps zum Einstieg in ein spannendes und wichtiges Thema:

INHALTSVERZEICHNIS

Teamgeist: Ein Teil des Ganzen sein

Das Wort „Teamgeist“ ist schon selbst ein Beispiel für das sinnvolle Zusammenwirken zweier unterschiedlicher Einflüsse: „Team“ stammt aus dem Altenglischen und bedeutet „Familie“ oder „Nachkommenschaft“. „Geist“ bedeutet „Ergriffensein“ und ist ein altdeutsches Wort.

Teamgeist beschreibt demnach das Gefühl des Zusammengehörens in einer Gemeinschaft und das daraus entstehende kameradschaftliche, wertschätzende Verhalten. Ein Team bildet sich, um einen gemeinsame Aufgabe zu lösen und damit einer übergeordneten Idee – der Firmenphilosophie – zu folgen.

Teamgeist ist also die Basis von jedem Erfolg – sei es im Sport oder im Unternehmen. Er entsteht aus dem Bedürfnis des Einzelnen, sich mit dem Ganzen zu verbinden. Damit diese Verbundenheit gelingt, sind einige Faktoren notwendig.

1. Allzeit gut geführt

Sie kennen sicher die Redewendung, dass der Fisch „vom Kopf her riecht“. Damit ist gemeint, dass ein Team nur dann wirklich gut sein kann, wenn es gut und souverän geführt wird.

teamgeist-chef-verlassen-kann
Teamgeist ist, wenn der Chef sich auf sein Team verlassen kann – und umgekehrt.

Damit ist nicht gemeint, dass der Teamchef ein „Pascha“ ist, der „Befehle erteilt“ und mit „Zuckerbrot und Peitsche“ regiert. Solch ein Führungsstil war früher üblich, wenn auch nicht beliebt. Heute geht es vielmehr darum, dass der Teamchef die Mitarbeiter motiviert, sie anleitet und fordert, ihnen vertraut und qualifiziertes Feedback gibt. Umgekehrt braucht er die Akzeptanz und das Vertrauen der Mitarbeiter. Das alles ist wenigen Menschen „in die Wiege gelegt“, doch es lässt sich lernen. Deshalb hier für alle Führungskräfte mein

Tipp 1: In unserer Tempus Akademie bieten wir ein Grundlagenseminar für Führungskräfte mit dem Thema „Erfolgreich führen und motivieren“ an. Was Sie hier lernen können und wann das Seminar jeweils stattfindet, erfahren Sie auf unserer Informationsseite zum Führungskräfteseminar.

teamgeist-gemeinsam-stark

Gemeinsam sind wir stark: Erfolg durch Teamgeist.

2. Wissen, wofür

Menschen, die sich mit einer Idee verbinden und sich gemeinsam dafür einsetzen, sind motivierter als solche, die nur für „Lohn und Brot“ zur Arbeit gehen. Das haben zahlreiche Untersuchungen gezeigt.
Kennen Ihre Mitarbeiter das Ziel des Unternehmens und die daraus entstehenden Jahres- und Monatsziele? Wissen sie, wie sie als Mitglieder ihres Teams dazu beitragen können, diese Ziele zu erreichen? Meine Erfahrung: Je klarer die Ziele, umso stärker der Teamgeist. Deshalb hier mein

Teamgeist ist keine Zauberei, dafür aber notwendig für dauerhaften Erfolg. Schon kleine Maßnahmen können den Zusammenhalt im Team fördern. Klick um zu Tweeten

Tipp 2: Schließen Sie mit jedem Mitarbeiter eine persönliche Zielvereinbarung. Wenn der Einzelne weiß, wie er dazu beitragen kann, das Unternehmensziel zu erreichen, fühlt er sich motiviert – und insgesamt stärkt das den Teamgeist.

Wie Sie die Zielvereinbarung gemeinsam optimal gestalten, zeige ich Ihnen in meinem Beitrag Endlich vorbei mit dem Leipziger Allerlei. Hier finden Sie auch den Link zu einer Vorlage Zielvereinbarung. Sie möchten den Download direkt nutzen? Dann klicken Sie auf den Link So gelingen Zielvereinbarungen.

3. Die Mischung macht‘s

In der täglichen Arbeit wirken die Mitarbeiter zusammen wie die Zahnräder in einem Getriebe. Und so wie ein Getriebe mehr ist als die Summe der Zahnräder, ist auch ein Team mehr als die Anzahl seiner Mitglieder.

teamgeist-staerken-teammitglieds-einsatz-kommen
Teamgeist entsteht, wenn die Stärken jedes Teammitglieds zum Einsatz kommen.

Wie bei einem Getriebe die verschieden großen Zahnräder miteinander in Kontakt gehen, wirken in einem guten Team auch Mitarbeiter mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen zusammen. Fühlt sich jeder Einzelne mit seinen Stärken und Schwächen gefordert und akzeptiert, kann sich echter Teamgeist entwickeln.

Tipp 3: Fragen Sie schon bei der Einstellung eines neuen Mitarbeiters nach seinen besonderen Stärken und beruflichen Vorlieben. In meinem Artikel Beste Leute braucht das Team finden Sie dazu praktische Tipps und einen Download Fragebogen für Bewerber, den Sie unverändert übernehmen oder nach Ihren Bedürfnissen anpassen können.

Zusatz-Tipp: Fertigen Sie gemeinsam mit jedem Mitarbeiter eine Stärken-Schwächen-Analyse an. Worauf es bei diesem sensiblen Thema ankommt, zeige ich Ihnen in meinem Beitrag Stärken-Schwächen-Analyse mal anders

4. Gespielt, gecheckt - gewonnen

Diskussionen um die Ablage von Dokumenten, den Umgang mit E-Mails und die Ordnung in der Teeküche schaden dem Teamgeist, sofern keine befriedigenden Regelungen gefunden werden. Denn wer ständig nachfragen muss, wo etwas liegt und in der Teeküche nur selten eine saubere Tasse findet, der verliert seine Motivation; er fühlt sich nicht mehr mit dem Team verbunden. Die Lösung heißt hier: Checklisten erstellen und Spielregeln vereinbaren.

Spielregeln und Checklisten sind eine feine Sache. Sie können für fast alles entwickelt werden und entschärfen Unstimmigkeiten praktisch sofort. Allerdings ist das Wichtigste daran, dass sie gemeinschaftlich entwickelt werden. Denn nur dann ist die Chance groß, dass alle Teammitglieder sie auch einhalten.

Tipp 4: Spielregeln für den Teamgeist: Lesen Sie meinen Artikel Aufräumen mit System über die 10 Spielregeln für Sieger. Außerdem habe ich noch vier Download-Tipps als Beispiele für Sie zusammengestellt:

Kurz-Film-Tipp: Sehen Sie hier, wie Sie mit OneNote einfach und schnell Ihre Checklisten erstellen:

Vorschaubild

Und Sie?

Nun interessiert mich, wie es in Ihrem Unternehmen mit dem Teamgeist bestellt ist. Was hat sich bewährt, welche Verbesserungen wünschen Sie sich noch? Schreiben Sie mir oder hinterlassen Sie einen Kommentar unter diesem Artikel, ich freue mich darauf!

Zum Weiterlesen

Zum Thema Teamgeist gibt es von Büro Kaizen noch viele Tipps mehr. Hier stelle ich Ihnen meinen Top 3 vor:

Was die Musketiere vor 150 Jahren zum Thema Teamgeist wussten, kann uns auch heute nützlich sein: Einer für alle, alle für einen.

Fehler passieren immer wieder – doch es kommt darauf an, wie wir damit umgehen. Das Thema angstfreies Fehlermanagement liegt mir besonders am Herzen, denn es trägt entscheidend dazu bei, dass der Teamgeist und die Stimmung sich positiv entwickeln. Der Schlüsselgedanke ist die Frage: Woran lag es? Denn das trennt den Fehler von der Person und öffnet die Tür für ein positives Umgehen mit Fehlern. Deshalb empfehle ich Ihnen meinen Artikel Ich sehe was, was du nicht siehst, in dem es um eine neue, angstfreie Fehlerkultur geht.

Wer mitgestalten kann, fühlt sich zugehörig – und Zugehörigkeit fördert den Teamgeist. Deshalb empfehle ich Ihnen, ein betriebliches Vorschlagswesen zu etablieren, das Mitarbeiter ermutigt, mit ihren Ideen zum Unternehmenserfolg beizutragen. Eine Win-win-Situation entsteht: Das Unternehmen profitiert von den Ideen und die Mitarbeiter verbinden sich innerlich mit dem Unternehmen, das sie mitgestalten können.
Wie Sie ein funktionierendes Vorschlagswesen einrichten, zeige ich Ihnen in meinem Artikel Hier haben die Ideen ein Zuhause.





Schlagwörter: , ,


Das könnte Sie auch interessieren...

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail Adresse wird nicht öffentlich angezeigt.