Wenn Teamaufgaben Frust statt Lust bringen



Immer wenn der Lehrer zur Gruppenarbeit aufgerufen hat, ging bei uns ein Stöhnen durch die Klasse: „Oh, nein!”. Hand aufs Herz: Im Beruf ist es oft ähnlich. Wie lautet der böse Witz? „Team steht für: ‚Toll, ein anderer macht’s”. Teamaufgaben klingen nach vielen Leuten, zwischenmenschlichen Reibereien, schwerfälligen Abstimmungen und unübersichtlichen Prozessen. Aber das muss nicht sein. Mit den richtigen Werkzeugen und klaren Regeln lassen sich Teamaufgaben stressfrei bewältigen. Wir verraten Ihnen, wie:

Der Mensch ist ein soziales Wesen, deshalb ist Teamarbeit eigentlich in unserer Natur angelegt. Es gibt außerdem Aufgaben, die sich nur im Team erledigen lassen. Zum Beispiel, wenn verschiedene Mitarbeiter an einem Projekt beteiligt sind. Ob Teamaufgaben gelingen, ist eine Sache der Organisation und der zwischenmenschlichen Beziehungen. Wenn Menschen nicht miteinander können, ist alles ein Problem. Wenn Menschen gut miteinander können, ist nichts ein Problem.

Teamaufgaben gekonnt meistern
Teamaufgaben sollen gemeinsam und erfolgreich gelöst werden.

Tipp Nr. 1: Erstellen Sie eine Liste: „Was wollen Sie heute tun?”

Im Idealfall ist jedes Teammitglied daran interessiert, den Prozess für die Erledigung von Teamaufgaben optimal zu gestalten. In der Praxis sieht es oft anders aus: In manchen unserer Beratungsgespräche waren Mitarbeiter der Meinung, dass andere sogar bewusst nachlässig arbeiten, um ihren Kollegen das Leben schwer zu machen. Gegenseitige Vorwürfe machen die Situation aber nicht besser. Deshalb:

  • Legen Sie gemeinsam, aber jedes Teammitglied für sich, fest, was Sie selbst heute tun wollten, um die Zusammenarbeit zu verbessern
  • Hängen Sie diese Vorsätze so an Ihrem Arbeitsplatz aus, dass auch Ihre Kollegen sie sehen können. Auf diese Weise entsteht eine Selbstverpflichtung der Teammitglieder
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Tipp Nr. 2: Orientierung schaffen mit Teamtafel und Qualifizierungsmatrix

Die Teamtafel ist eine Verwandte des Aushangs oder des Schwarzen Bretts. Hier werden die Informationen ausgehängt, mit denen die Teammitglieder regelmäßig arbeiten müssen.
Für die erfolgreiche Bearbeitung von Teamaufgaben gibt es darüber hinaus ein weiteres hilfreiches Instrument: die Qualifizierungsmatrix. Hier sind in einem Übersichtsblatt alle Teammitglieder mit ihren Fähigkeiten aufgelistet.

Mitarbeiter für Teamaufgabenn auswählen
Über eine Qualifizierungsmatrix können Sie passende Mitarbeiter für Teamaufgaben finden.

Eine Qualifizierungsmatrix zeigt:

  • Welcher Mitarbeiter welche Kenntnisse besitzt
  • Welche Fähigkeiten von vielen oder nur von einem einzigen Mitarbeiter beherrscht werden
  • Wo es Leistungsdefizite im Team gibt
  • Wo Engpässe drohen, wenn ein Mitarbeiter ausfällt (sei es wegen Krankheit oder Urlaub)

Diese Qualifizierungsmatrix können Sie für alle sichtbar aushängen. Die Folge ist meist, dass über Fähigkeiten und Fertigkeiten gesprochen wird. Idealerweise wäre das Ziel dieser Gespräche, dass sich das Team gut ergänzt und bei Bedarf der eine für den anderen einspringen kann.
Aber: Der Aushang liefert aber auch Potenzial für Debatten. Zum Beispiel wenn ein Mitarbeiter der Meinung ist, seine Leistungsfähigkeit sei im Vergleich zu schlecht eingestuft. Hier ist folgende Vorgehensweise zu empfehlen:

  • Nehmen Sie diese Wahrnehmungen ernst
  • Legen Sie die Kriterien der Einschätzung offen
  • Erklären Sie, wie die Einschätzung zustande gekommen ist. Wenn die Entscheidung für den Mitarbeiter nachvollziehbar ist, kann er aktiv an seinen Fähigkeiten arbeiten. Ansonsten stempelt er das Ganze als Willkür
    ab, verliert das Interesse und ist demotiviert

Tipp Nr. 3: Nutzen Sie Instrumente zur Unterstützung der Teambildung

Bei Teamaufgaben ist es ein großer Unterschied, ob Mitarbeiter nur zusammen arbeiten, oder ob sie gut zusammenarbeiten. Wenn ein Team längerfristig gemeinsam Aufgaben wahrnehmen soll, hilft es, Instrumente zur Teambildung zu nutzen. Beispiele dafür gibt es bei unserer Schwesterfirma unter www.persolog.de.
Nützlich ist vor allem die Erstellung von Persönlichkeits-Profilen. Auf Basis der Ergebnisse sehen Sie, welche Persönlichkeiten wie zusammengestellt werden müssen, um ein perfektes Team zu bekommen. Idealerweise besteht ein Team aus verschiedenen Typen von Mitarbeitern:

  • Den innovativen Persönlichkeiten, die regelmäßig neue Ideen entwickeln
  • Den kritischen Persönlichkeiten, die Ideen auf Tauglichkeit testen
  • Den sachorientierten Persönlichkeiten, die Aufgaben abarbeiten
  • Den extrovertierten Persönlichkeiten, die Ideen nach außen vertreten

Persönlichkeits-Profile sind kein Test, bei dem man durchfallen könnte. Sie tragen dazu bei, Klarheit über die Stärken und Schwächen zu erhalten – und ein besseres Verständnis für alle Teammitglieder zu bekommen.

Mitglieder für Teamaufgaben kennenlernen
Über ein Persönlichkeitsprofil können Sie Mitglieder bei Teamaufgaben besser einschätzen und kennenlernen.

Tipp Nr. 4: Schaffen Sie gemeinsam Regeln für die Kommunikation

Klare Regeln für Kommunikation und Umgang helfen, Teamaufgaben konstruktiv zu erledigen. Das gilt vor allem in Stresszeiten oder in Konfliktfällen. Für die Entwicklung von allgemein akzeptierten und tragfähigen Regeln hat sich folgende Vorgehensweise bewährt:

  • Geben Sie nichts vor, sondern diskutieren Sie die Regeln gemeinsam
  • Achten Sie darauf, nicht zu viel auf einmal anzustreben (und anschließend an den zu hohen Ansprüchen zu scheitern)
  • Hängen Sie die Regeln aus – Sie können auch einen Ausdruck laminieren und als Mousepad benutzen
  • Diskutieren Sie, wie mit Regelverletzungen umgegangen werden soll
  • Haben Sie den Mut Schwierigkeiten anzusprechen: Auch wenn es kurzfristig weh tut – es hilft

Regeln für Teamarbeit
Stellen Sie gemeinsam Regeln für Ihre Zusammenarbeit auf, dass die Teamaufgabe reibungslos gelöst werden kann.

Tipp Nr. 5: Entwickeln Sie ein Wertesystem

Manche Teamaufgaben sind von kurzer Dauer. Manche sind wiederkehrend oder langfristig. In diesem Fall gibt es noch eine weitere Möglichkeit zur Stärkung des Teamgeists: Ein gemeinsames Wertesystem.
Dies kann so entwickelt werden: Die Mitarbeiter sagen, wie sie sich ein ideales Arbeitsumfeld vorstellen. Gleichzeitig legt die Teamleitung Werte fest, die ihr wichtig sind. Die beiden Ergebnisse wurden auf einer scheckkartengroßen Kunststoffkarte abgedruckt, wie die zwei Seiten einer Medaille. Das Wertesystem ist so immer für jeden präsent.

Ob Teamaufgaben gelingen, ist eine Sache der Organisation und der zwischenmenschlichen Beziehungen. Klick um zu Tweeten

Extra-Tipp

Ein Muster für Wertekärtchen können Sie hier herunterladen. Wie Sie praktische und fachliche Herausforderungen bei der Bearbeitung von Teamaufgaben meistern, zeigt Ihnen unter anderem unser Blogbeitrag: „Das kleine OneNote-Tutorial – 3 Schritte zur Erstellung einer Wissensdatenbank für Sie und Ihr Team”.

Und Sie?

Welche Ansätze verfolgen Sie, um den Erfolg von Teamaufgaben zu fördern? Schreiben Sie uns von Ihren Erfahrungen!



Auf der Suche nach mehr Tipps zum Themenschwerpunkt: Teamarbeit? Wir haben die wichtigsten Erfolgsstrategien zur effektiven Teamarbeit aufbereitet. Das sollten Sie sich nicht entgehen lassen!

1 Kommentar
  • […] Höchstwahrscheinlich liegt Ihnen ein Lebenslauf Ihres Bewerbers vor, bevor Sie im Bewerbungsgespräch Fragen und Antworten durchgehen können. Das ist gut und die ideale Basis für das persönliche Kennenlernen. Erfragen Sie dennoch direkt die zentralen Eckpunkte des Werdegangs und vor allem nach den persönlichen Stärken des Bewerbers. Das zeigt Interesse Ihrerseits und gibt dem Bewerber die Chance, sich möglichst positiv darzustellen. Und Sie erkennen schnell, ob die genannten Stärken in Ihrem Team noch fehlen bzw. ob der Kandidat gut in Ihr Team passen würde. Denn gute Teamarbeit ist wichtig – wie wichtig, habe ich Ihnen in diesem Artikel zu Teamaufgaben beschrieben. […]


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