Sitzordnung – du bist, wo du sitzt



Am Kopf der Tafel thront: der Hausherr – was traditionell gehegt und gepflegt wurde, findet man auch heute noch in vielen deutschen Büros wieder: Der Chef sitzt am Kopfende des Tisches. Solche und andere Sitzordnungen in Meetings und Co sind schon seit vielen Jahren Gegenstand psychologischer Untersuchungen – wie der von Sharon Livingston, die den Spruch geprägt hat. „Du bist, wo du sitzt“.

So machen Sitz-Gewohnheiten und Sitzordnungen zum einen Hierarchien transparent. Zum anderen geben Sie aber auch die Möglichkeit, dieses Wissen darüber positiv für sich umzubiegen – z. B. für Mitarbeitermotivation und exzellentes Teambuilding. Dafür müssen wir aber erst einmal wissen, was Sache ist an der Sitzordnung in deutschen Büros – deshalb hier ein kleiner Überblick:

  • Kopfende eines rechteckigen Tischs: Hier sitzen solche, die gerne das Gespräch führen möchten und z. B. die Leitung eines Meetings übernehmen. Hier pflegen Chefs oft Platz zu nehmen.
  • Gesprächspartner sitzen über Eck: das lässt auf Vertrautheit und Vertrauen schließen. Gut für ein konstruktives Gespräch.
  • Rechts vom Chef: Wer hier sitzt, dem wird häufig Einschmeichelei vorgeworfen.
  • Links vom Chef: Diese Position ist oft die bessere Wahl für alle, die sich ihrem Vorgesetzten nah fühlen, sich aber auch als unabhängiger Geist empfinden.
  • In der Mitte: Der Platz für Extrovertierte, Vermittler vielleicht zwischen zwei Fronten, die gerne Blickkontakt zu allen Beteiligten halten.
  • Eckplätze: Hier kann sich der Sitzende etwas verstecken, sich zurückhalten und das Gespräch optimal verfolgen. Häufig ist dies der bevorzugte Platz von intelligenten Analytikern.

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Machen Sie Sitz-Gewohnheiten und Sitzordnungen transparent.

Diese Übersicht hilft Ihnen, die Situation in einem Meeting ganz gut einzuschätzen – und zu bestimmen, wer zu wem wie steht. Für eigene Meetings oder als Führungskraft erhalten Sie mit diesem Wissen darüber hinaus auch Handwerkszeug an die Hand, Rollen zu tauschen – und so Diskussionen und Beratungen zu beflügeln. Ganz einfach, weil Menschen sie von einer anderen Position aus betrachten.

Mitarbeiter motivieren, ein Team zusammenschweißen – das geht, wenn Sie mal über Sitzordnung in Meetings nachdenken …. Klick um zu Tweeten

Probieren Sie doch bei Ihren nächsten Meetings einmal Folgendes:

  • Als Chef setzen Sie sich in die Mitte – für Verbundenheit mit den Mitarbeitern, das ist gut für die Motivation.
  • Platzieren Sie stille Intelligente neben den Chef, für einen konstruktiven Schulterschluss bei schwierigen Themen.
  • Geben Sie Verantwortung ab und lassen Sie gute Mitarbeiter bewusst das Gespräch führen – vom Kopf des Tisches aus. Das stärkt das Selbstvertrauen! Aber sprechen Sie es am besten vorher kurz mit besagtem Mitarbeiter ab.

Auch in Sachen Sitzordnung gilt, was anderswo gilt: Offenheit und offene Kommunikation der Ziele sind eine gute Sache.

Mehr zum Thema Mitarbeiter-Motivation berichte ich Ihnen in meinem Blogbeitrag Mitarbeitermotivation Teil 1 – nur Bahres ist Wahres? Mitnichten…

Was Ihnen das Wissen über Sitzordnungen bringt?

Die Macht der unterschwelligen Strukturen lässt sich zum gemeinsamen Nutzen steuern. So können Sie den Zusammenhalt im Team durch eine andere Sitzordnung verbessern. Sie können die Verbindungen, die Sie aus einer bestehenden Sitzordnung ableiten, nutzen, für eine Aufgabe die richtigen Leute zusammenzubringen. Und Sie können vermeiden, dass sich bestimmte unerwünschte Konstellationen unter Mitarbeitern eventuell nachteilig für die Mitarbeiterkultur verfestigen.

Jetzt bin ich aber neugierig? Wie halten Sie es mit der Sitzordnung in Meetings oder in Konferenzen? Konnten Sie schon Gleiches beobachten? Kommentieren Sie doch mal ….





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