Was kann ich denn schon? Drei Tipps, wie Sie Ihr Selbstvertrauen im Beruf wiederfinden



Die Arbeit ein Hamsterrad, die Laune im Keller, die Kraft am Nullpunkt – viele Menschen schleppen sich tagtäglich zur Arbeit, obwohl sie schon längst das Gefühl haben, nicht mehr zu genügen, nicht mehr klarzukommen mit den Anforderungen. Doch was kann man dagegen tun?

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Wenn das Selbstvertrauen fehlt, wird Arbeit zur Last, und das Privatleben leidet ebenfalls

Was ist das Problem

Wem das Selbstvertrauen im Beruf fehlt, wird kaum gute Arbeit leisten können. Nicht nur das – der Mangel an Selbstvertrauen wird irgendwann auch auf das Privatleben übergreifen und das Leben scheinbar endgültig vermiesen. Und schon dreht sich die Spirale immer weiter: ist man privat nicht mehr froh, zieht das die Arbeit in Mitleidenschaft, und ist man bei der Arbeit nicht froh, greift das auch aufs Privatleben über. Gibt's bei einem Probleme, wird immer auch das andere belastet.

So funktioniert es

Das Kuriose dabei ist, dass das Selbstvertrauen eigentlich noch da ist – nur wird es oftmals durch bestimmte Umstände verdeckt oder unterdrückt. Ich gebe Ihnen drei Tipps, wie Sie zumindest an Ihrem Arbeitsplatz eine Basis schaffen können, auf der Sie Ihr berufliches Selbstvertrauen wieder aufbauen können.

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1. Tipp: Klarheit und Durchblick am Arbeitsplatz

Wie sieht Ihr Arbeitsplatz in diesem Augenblick aus? Fliegen viele Zettel darauf herum, ein paar (kaputte) Kulis, der Tacker, die Kaffeetasse, Ordner, Schokolade und ungeöffnete Briefe? Und was ist mit Ihrer Ablage – quillt sie über oder ist sie leer? Und wenn sie leer ist, liegt das daran, dass Sie schon alles abgeheftet haben oder daran, dass es noch auf dem Schreibtisch liegt?

Ein chaotischer Arbeitsplatz bringt schnell das Gefühl von Überforderung mit sich. Im besten Fall ahnt man noch, wo ungefähr eine wichtige Telefonnummer sein könnte, aber wenn man sie sucht, findet man sie nicht wieder. Jede neue Suche dauert länger und wird immer peinlicher – erst recht, wenn die Chefin neben dem Schreibtisch steht und wartet. Wenn Ihnen das so geht, dann fangen Sie damit an, Ihren Schreibtisch gründlich aufzuräumen. Das muss gar nicht alles auf einen Schlag passieren – das wäre eine Art Überforderung der anderen Art und damit kontraproduktiv in Sachen Selbstvertrauen.

Was kann ich denn schon? So können Sie die negative Dauerschleife im Kopf bei der Arbeit ausschalten!… Klick um zu Tweeten

Gehen Sie in kleinen Schritten vor, und nehmen Sie sich täglich, zum Beispiel eine halbe oder Viertelstunde vor Feierabend, die Zeit, den nächsten Schritt zu tun. Fangen Sie mit der Schreibtischoberfläche an – wenn die besonders voll ist, dann eben erst nur mit einer Teilfläche. Arbeiten Sie sich nach und nach bis zur untersten Schublade vor. Tipps hierfür finden Sie in diesem Video: „7 Schritte zum für immer aufgeräumten Schreibtisch“ und in diesen „Anti-Chaos-Tipps“.

Sie werden sehen, wie viel Erleichterung es Ihnen bereiten wird, wenn Sie plötzlich wieder ganz genau wissen, wo die wichtige Telefonnummer sich befindet oder das Schreiben vom Finanzamt oder der Gesundheitsbehörde. Es wird Sie ungemein entlasten, mit nur einem gezielten Griff die richtige Schublade oder den richtigen Ordner zu öffnen und die gewünschten Unterlagen sofort parat zu haben. Und sofort steigert sich Ihr Selbstvertrauen.

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Ein aufgeräumter Arbeitsplatz, an dem alles leicht zu finden ist, stärkt das Selbstvertrauen.

2. Tipp: Planen Sie den nächsten Tag abends vor und priorisieren Sie Ihre Aufgaben

Wenn der Arbeitsstapel riesig ist und nicht einmal ein vorübergehendes Ende der Aufgaben oder bestimmter Vorgänge abzusehen ist, kann auch darunter das Selbstvertrauen stark leiden. Denn die Arbeit erscheint wie eine endlose Tretmühle, und Sie leben nur noch auf Ihren Urlaub hin. Das macht Sie weder effektiv noch froh.

Machen Sie es sich deshalb zur Gewohnheit, jeden Tag vor Feierabend den kommenden Arbeitstag vorzuplanen. Priorisieren Sie dafür die anstehenden Aufgaben und tragen Sie sich nur so viele Aufgaben ein, wie sie auch realistisch abarbeiten können. Liegt da mehr als Sie bewältigen können? Überlegen Sie, an wen Sie die Aufgaben delegieren können. Und wenn das nicht möglich ist, nehmen Sie keine weiteren Aufgaben an, bevor die alten abgearbeitet sind und Sie wieder Land sehen. Wie Sie Ihre Aufgaben mit einem Tool wie Outlook verwalten können, habe ich Ihnen in einem Video erklärt.

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Planen Sie Ihren nächsten Tag vor und priorisieren Sie Ihre Aufgaben.

3. Tipp: Seien Sie im Umgang mit sich selbst achtsam

Ach, dieses schreckliche Modewort, „Achtsamkeit“ … Lesen Sie trotzdem unbedingt weiter! Denn auch wenn Ihnen das Wort missfällt, ist das, was es für Sie bedeuten kann, bedenkenswert. Auch und gerade, wenn es Ihnen an Selbstvertrauen mangelt. Achtsam mit sich selbst zu sein bedeutet nämlich, etwas an oder von sich selbst wahrzunehmen, ohne es zu bewerten. Und anschließend entsprechend zu handeln. Gerade die Bewertung ist das Kritische. Wer wenig Selbstvertrauen hat, kennt wahrscheinlich die Dauerschleife im Kopf: „Ich schaff das nicht. Ich kann das nicht. Ich bin nicht gut darin. Alle anderen können das viel besser.“

Diese permanente negative Bewertung der eigenen Leistungen stresst und macht auf lange Sicht sehr unglücklich. Die innere Dauerbeschallung führt auch dazu, dass man das Selbstvertrauen verliert – weil man sich ja ständig einredet, dass man gar keins haben dürfte. Sie müssen sich jetzt aber gar nicht das Gegenteil einreden, dass alles supi ist, dass Sie top sind, dass Sie alles locker wuppen können. Denn es wird wahrscheinlich gar nicht lange dauern, bis Sie sich selbst wieder das Gegenteil beweisen werden. Und dann zu sich selbst sagen: „Siehste, sag ich doch: Achtsamkeit bringt gar nichts!“. Nehmen Sie stattdessen jeden Augenblick so wie er ist. Bewerten Sie ihn nicht. Wenn Sie sich dabei ertappen, dass Sie sich selbst oder Ihre Arbeit doch wieder negativ bewerten, schimpfen Sie nicht mit sich wegen des Ausrutschers. Nehmen Sie es einfach hin wie es ist und bewerten Sie es nicht.

Als kleine Gedächtnisstütze können Sie sich vielleicht einen kleinen Zettel an den Bildschirm kleben (der einzige Zettel, den Sie dort kleben haben sollten!), auf dem „Jetzt!“ steht. Immer, wenn Ihr Blick darauf fällt, erinnert er Sie daran, dass Sie diesen Augenblick einfach annehmen, ohne etwas zu bewerten. Atmen Sie einmal tief durch und machen Sie dann mit Ihrer Arbeit weiter.

Mehr Tipps zur Achtsamkeit im Büro finden Sie hier. Glauben Sie mir, dieses Achtsamsein mit sich selbst wird mit der Zeit immer einfacher.

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Seien Sie achtsamer mit sich selbst. Wenn Sie sich eine Pause gönnen, legen Sie unbedingt auch mal das Smartphone weg und atmen Sie für einen Moment tief durch.

Darauf kommt es an

Mangelndes Selbstvertrauen im Beruf hat also nicht automatisch etwas mit dem Job ansich, mit den Kollegen oder der Vorgesetzten zu tun. Vieles hat mit der negativen Dauerschleife im Kopf, mit der mangelnden Übersicht und den fehlenden Prioritäten zu tun. Wenn Sie nun fehlendes Selbstvertrauen bei sich selbst festgestellt haben, dann seien Sie nett zu sich. Es ist wirklich wichtig, dass Sie sich nicht noch mehr unter Druck setzen, um bis morgen um 12 Uhr gefälligst wieder froh zu sein. Suchen Sie die Fehlerquellen, seien Sie ehrlich dabei, und dann gehen Sie in Ihrem eigenen Tempo und Schritt für Schritt daran, Ihre Arbeitsweisen und Ihr eigenes Arbeitsfeld zu verbessern.

Was der Tipp bewirkt

Diese Tipps sind natürlich kein Ersatz für einen medizinischen Rat, den Sie sich holen sollten, wenn Sie sich depressiv oder krank fühlen. Aber sie können Ihnen helfen, eine Basis am Arbeitsplatz zu schaffen, die Ihnen ein grundlegendes Selbstvertrauen zurückgeben kann. Und mit mehr Selbstvertrauen kommt nicht nur die Freude an der Arbeit, sondern auch die Effizienz wieder.

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Mehr Selbstvertrauen bringt die Freude an der Arbeit zurück. Und die Effizienz verbessert sich.

Und Sie?

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie am Arbeitsplatz alleine nicht weiterkommen, suchen Sie sich Unterstützung. Vielleicht finden Sie diese Unterstützung schon im Büro – vielleicht hilft Ihnen aber auch ein Blick von außen. Wir können Ihnen in Beratungen mit unserer langjährigen Erfahrung und unseren Tipps helfen, diese Basis gemeinsam für Sie zu schaffen. Machen Sie auch gerne erst einmal unseren kostenlosen E-Mail-Kurs „Endlich frei!“ mit. In ihm finden Sie auch weitere Schritte, die Ihnen helfen, an weiteren Stellen Arbeitserleichterungen einzurichten, die Ihnen ebenfalls wieder mehr Selbstvertrauen im Büro geben können.



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