Der will nicht nur spielen – Legen Sie den Schweinehund an die Kette



Der innere Schweinehund ist der natürliche Feind des Silvesterentschlusses. Und nicht nur das: er torpediert unsere Sonntagsnachmittagsträume und versaut uns den Montagmorgen. Er verführt uns mit Schokolade, lockt mit dem Sofa und gewinnt immer. Egal, was wir tun. Oder? Gewinnen Sie Unabhängigkeit und legen Sie Ihren inneren Schweinehund an die Kette.

Was ist das Problem

Die meisten von uns sind Genies im Vermeiden unangenehmer Situationen. Brauchen Sie ein paar Beispiele?

    • Was tun Sie gerade? Sie surfen durch das Internet und sind auf dieser Seite gelandet ... Aber vielleicht müssen Sie eigentlich endlich Ihre Ablage in den Griff bekommen, eine Tagesordnung für eine Sitzung erstellen oder sich Gedanken über die Einstellung der neuen Mitarbeiterin machen. Doch unser Freund der Schweinehund gab Ihnen den Tipp: Bevor du anfängst, musst du erst einmal „recherchieren”! Also lesen Sie im Internet.
    • Wir checken unentwegt E-Mails, Whats-App, Facebook, Instagram, News, Feeds – der Schweinehund hat es uns geraten: Wir könnten ja etwas verpassen!
    • Wenn es Probleme gibt, sagt der Schweinehund: Gönne dir erst einmal etwas Gutes, z.B. Schokolade, Alkohol oder die Lieblingsserie bei Netflix.

Probleme mit dem inneren Schweinehund
Besiegen Sie Ihren inneren Schweinehund um damit aufzuhören unangenehmen Situationen aus dem Weg zu gehen.

Der Schweinehund verschiebt die offenen Rechnungen, die unangenehmen Gespräche, das ätzende Telefonat mit der Schwiegermutter und so ziehen Tage, Wochen, Monate ins Land, ohne dass sich etwas ändert. Nur den Schweinehund freut's. Denn der feiert Siege, während Ihre Begeisterung sinkt und das Feuer erlöscht. Enttarnen Sie die Strategien des Schweinehundes und zeigen Sie dem Schweinehund Ihre kalte Schulter.

Freiheit ist nicht nur, tun zu können, was immer man will. Freiheit bedeutet auch, Dinge sein lassen zu können. Klick um zu Tweeten

So funktioniert der Schweinehund

Die Schweinehund-Strategie Nr. 1: Problembeschreibungen statt Lösungen

Der Schweinehund liebt Probleme. Das Wetter ist zu schlecht. Der Chef zu blöd. Die Aufgabe zu langweilig. Tagelang kann sich der Schweinehund mit Problemen beschäftigen: „Nein, an der Checkliste muss noch gefeilt werden! Die kann so noch nicht raus ...” Auch in Teams lähmt er sämtliche Prozesse. Immer weiß er, warum etwas nicht funktionieren kann, nicht gelingen wird und scheitern muss. „Die neue EDV-Ablage ist Schwachsinn!” oder „Die E-Mail-Regeln greifen doch eh nicht!” Der Schweinehund ist das Trüffelschwein für Probleme.

Die Schweinehund-Strategie Nr. 2: Das kann ich auch noch morgen machen!

Der Lieblingstag des Schweinehundes ist: morgen! „Lass ab vom Sorgen, denk nicht an morgen! Mit XY-Bräu dein Herz erfreu!” – so heißt der Werbeslogan einer Brauerei und des Schweinehundes.

Werbeslogan des Schweinehundes
Verschieben Sie nichts auf morgen!

Morgen räume ich auf! Morgen fange ich an, meine Ordner zu beschriften. Morgen kläre ich die Zuständigkeit für die Teeküche!

Die Schweinehund-Strategie Nr.3: Warum eigentlich ich?

Kann das nicht jemand anderes machen? Werde ich denn dafür bezahlt? Und wer sagt eigentlich, dass ich mich um die Erstellung eines Sichtbuches kümmern muss? Der Schweinehund ist ein Genie im Verteilen der Verantwortung. Schuld sind immer die anderen: die Kollegen, die Chefinnen, die Politiker, die Nachbarinnen.

So legen Sie den Schweinehund an die Kette

Die Strategie Nr. 1 gegen den Schweinehund: Entdecken Sie Ihren Einflussbereich!

Steve Covey unterscheidet in seinem genialen Buch „Die sieben Wege zur Effektivität” zwischen Interessen- und Einflussbereich. Viele Menschen bewegen sich im Interessenbereich. Vor allem Problemsucher wie der Schweinehund fühlen sich hier wohl. Sie interessieren sich für die ganz großen Themen: so lange sie nichts mit ihnen zu tun haben. Erfolgreiche Menschen leben im Einflussbereich, also in dem Bereich, in dem sie selber Veränderungen herbeiführen können. Erweitern Sie kontinuierlich Ihren Einflussbereich und verschwenden Sie keine Zeit mit Interessensgebieten, in denen Sie nichts bewirken können.

Der problemsucher Schweinehund
Überwinden Sie Ihren Schweinehund und verschwenden Sie keine Zeit mit Interessensgebieten, in denen Sie nichts bewirken können.

Die Strategie Nr. 2 gegen den Schweinehund: Terminieren Sie Ihre Ziele!

Je konkreter das Vorhaben, je genauer die Schritte, desto kürzer dauert Ihre Diskussion mit dem Schweinehund! „Willst du das wirklich heute machen?” Die Antwort lautet: „Ja, denn ich habe es so entschieden!”. Veröffentlichen Sie Ihre Ziele! Erzählen Sie davon in Ihrer Familie oder auf Facebook. Schaffen Sie sich Rituale: immer montags, mittwochs und freitags gehe ich laufen. Ich beende meinen Arbeitstag immer mit dem Aufräumen des Schreibtisches. Jeder letzte Freitag im Monat gehört den Finanzen!

Termine helfen gegen den Schweinehund
Tragen Sie sich Vorhaben konkret in den Terminkalender ein, und die Diskusionen mit dem inneren Schweinehund verkürzen sich.

Rituale wie diese verhindern die inneren Debatten und Prozesse, die der Schweinehund jedes Mal mit Ihnen beginnen will.

Die Strategie Nr. 3 gegen den Schweinehund: Beantworten Sie die Frage nach dem Warum!

Viele Menschen wissen, wie sie die Dinge zu tun haben. Die meisten können auch sagen, was genau, sie zu tun haben, die wenigsten haben eine Antwort auf die Frage: Warum sie etwas tun! Warum stehen Sie auf und gehen zur Arbeit? Warum joggen Sie? Warum wollen Sie abnehmen? Erst wenn Sie eine gute Antwort auf die Warum-Frage haben, werden Sie den Schweinehund besiegen können.

Schweinehund besiegen durch Warum-Frage
Stellen Sie sich immer die Warum-Frage und finden Sie die Antwort, um den inneren Schweinehund besiegen zu können.

Bei tempus lautet die Antwort auf die Warum-Frage: Wir wollen Unternehmen helfen, besser zu werden: in ihrer Zeitplanung, in ihrer Büroorganisation, in ihrem Vertrieb. Dass wir damit Geld verdienen, ist großartig. Denn der Umsatz ist auch eine Bestätigung für die Richtigkeit unseres Tuns. Aber er ist nicht das eigentliche Ziel!

Darauf kommt es an

Beginnen Sie klein! Sie müssen nicht heute das gesamte Büro umkrempeln und alles neu strukturieren. Sie müssen nicht gleich 10 km laufen. Sie brauchen auch nicht gleich 5 kg abnehmen. Fangen Sie klein an! Setzen Sie sich 80 %-Ziele und bauen Sie langsam darauf auf. Lieber kontinuierlich ein paar wenige Dinge verbessert, als groß angefangen und direkt aufgegeben.

Beim Schweinehund immer klein anfangen
Lieber klein anfangen und darauf aufbauen. Das hilft Ihnen in dem Kampf mit dem inneren Schweinehund.

Was der Kampf gegen den Schweinehund bewirkt

Sie müssen dem Trend des Selbstoptimierens nicht folgen. Niemand verlangt das von Ihnen, denn darum geht es auch gar nicht. Es geht vielmehr um Unabhängigkeit, um Selbstständigkeit, darum, dass Sie der CEO Ihres Lebens sind. Denn Freiheit ist nicht nur, zu tun, was immer man will, sondern Freiheit bedeutet auch, Dinge sein lassen zu können. Seien Sie nicht länger Sklave Ihres Schweinehundes, befreien Sie sich von ihm. Das fühlt sich gut an!

Extra-Tipp

Wenn Sie nach weiteren Tipps suchen, wie Sie den Schweinehund bekämpfen, lesen Sie sieben Botschaften gegen die Aufschieberitis in meinem Blogbeitrag: Wie Sie Aufschieberitis wirksam bekämpfen

Und Sie?

Welche Strategien des Schweinehundes sind Ihnen noch aufgefallen? Schreiben Sie mir! Ich bin gespannt auf Ihre Kommentare.



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