So vermeiden Sie psychische Belastung am Arbeitsplatz: 6 Tipps



Ich will, dass es meinen Mitarbeitern an ihrem Arbeitsplatz gut geht. Deshalb habe ich die Methoden von Büro Kaizen entwickelt. Damit lassen sich die Arbeitsbedingungen so gestalten, dass psychische Belastungen am Arbeitsplatz ausgeschlossen werden.

Das Ergebnis: Zufriedene Mitarbeiter, die motiviert sind und seltener an den Folgen von Arbeitsstress erkranken. Heute zeige ich Ihnen einige Methoden, die auch Sie anwenden können, um die Ursachen psychischer Belastung am Arbeitsplatz zu beseitigen.

Inhalt

Das Arbeitsschutzgesetz: Den Arbeitsplatz unter die Lupe nehmen

Die psychische Belastung am Arbeitsplatz ist seit dem Jahr 2013 fester Bestandteil des Arbeitsschutzgesetzes. Damit berücksichtigt der Gesetzgeber den Zusammenhang zwischen Stressfaktoren am Arbeitsplatz und psychischen Erkrankungen. In einer regelmäßig erstellten Gefährdungsbeurteilung wird jeder Arbeitsplatz auf seine Stressfaktoren hin untersucht. Dabei unterteilt man hierbei vier große Bereiche:

  • Arbeitsorganisation
  • Arbeitsaufgaben
  • Arbeitsumgebung
  • Soziales Miteinander

Die Gefährdungsbeurteilung ist eine gute Sache, denn sie hilft dabei, Verbesserungspotential an den einzelnen Arbeitsplätzen aufzudecken.

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In der Gefährdungsbeurteilung wird die psychische Belastung am Arbeitsplatz nach festgelegten Kriterien eingeschätzt.

In den folgenden Abschnitten gebe ich Ihnen einige Beispiele dafür, wie sich die psychische Belastung am Arbeitsplatz verbessern lässt. Dabei lässt sich jedes Beispiel in mindestens zwei der oben genannten Kategorien einordnen.

Tipp: Hier erfahren Sie mehr darüber, wie eine Gefährdungsbeurteilung psychische Belastung am Arbeitsplatz durchgeführt und dokumentiert wird: Psychische Gefährdungsbeurteilung dokumentieren: Nachlesen statt das Nachsehen haben

Die Kommunikation: Ein klares Wort zur rechten Zeit

Viele Arbeitsaufgaben lassen sich nur zügig und mit hoher Qualität erledigen, wenn die interne Kommunikation funktioniert. Dazu gehört die Übermittlung von Informationen ebenso wie ein freundlicher, sachlicher Umgangston. Funktioniert die interne Kommunikation nicht, entsteht eine psychische Belastung am Arbeitsplatz, die eigentlich vermeidbar ist: Die innere Spannung steigt, die Motivation leidet und die Mitarbeiter werden zunehmend unzufrieden. Auf diesem Boden können sich schleichend stressbedingte Beschwerden entwickeln wie Kopfschmerzen, Rückenschmerzen oder Magenbeschwerden. Mit Umsicht und Augenmaß kann in jedem Unternehmen die Kommunikation verbessert werden:

Lieber persönlich als schriftlich.

So mancher Sachverhalt lässt sich am Telefon oder im persönlichen Gespräch besser klären als mit einer E-Mail. Der Grund ist einfach: Bei einer E-Mail kann es leichter zu Missverständnissen kommen. Ob Nachfrage, Reklamation oder Erinnerung an einen Termin: Der direkte Draht von Kollege zu Kollege lässt so manche Spannung gar nicht erst entstehen.

Tipp: Je schwieriger das Thema, umso erfolgversprechender ist ein direktes Gespräch oder ein Telefonat.

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Persönliche Gespräche vermeiden Missverständnisse und reduzieren die psychische Belastung am Arbeitsplatz.

Informationen: Wer Bescheid weiß, kann agieren, wer nichts weiß, ist ausgeschlossen.

Deshalb ist es so wichtig, dass alle Mitarbeiter den Zugang zu den wichtigen Informationen im Unternehmen haben. Dafür hat sich das Arbeiten mit Aushängen bewährt. Wie Sie mit Aushängen arbeiten und worauf Sie dabei achten sollten, habe ich in diesem Beitrag beschrieben: Jetzt lass dich nicht so hängen – Bringen Sie Ihren Aushang auf Zack.

Verbesserungsvorschläge: Mitdenken, Mitarbeiten, Mitwirken.

Niemand kennt den einzelnen Arbeitsplatz besser, als der dort tätige Mitarbeiter. Beim Erledigen der täglichen Aufgaben fällt ihm so mancher Punkt auf, der sich verbessern ließe. Hat der Mitarbeiter nun eine Möglichkeit, seine Idee zu entwickeln und weiterzugeben, fühlt er sich motiviert, denn er erlebt sich als Mitgestalter des Unternehmens.

Findet sein Vorschlag jedoch keine Beachtung, drückt das seine Motivation nieder, denn er fühlt sich ohnmächtig und fremdbestimmt.
Deshalb ist ein funktionierendes Vorschlagswesen ein wichtiger Beitrag, um die psychische Belastung am Arbeitsplatz zu vermeiden.

Tipp: In meinem Beitrag Besser geht’s immer zeige ich Ihnen, wie Sie ein Verbesserungsvorschlagswesen einrichten, dass Ihre Mitarbeiter motiviert und dem Unternehmen nützt.

Download-Tipp: Laden Sie sich das Reagan-Formular herunter. Es hat sich für das Formulieren von Verbesserungsvorschlägen bewährt.

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Anerkennungen für Verbesserungsvorschläge tragen zur Vermeidung psychischer Belastung am Arbeitsplatz bei.

Anerkennung: Nichts gesagt ist nicht genug gelobt

„Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“, sondern auch davon, dass seine Leistung anerkannt wird. Leider kommt diese Erkenntnis in vielen Unternehmen noch zu kurz. Der Grund: Für viele Vorgesetzte sind die guten und sehr guten Leistungen Ihrer Mitarbeiter eine Selbstverständlichkeit. Ein solches Klima kann sich zu einer ernsthaften psychischen Belastung am Arbeitsplatz entwickeln.

Dabei ist es nicht schwer, eine ehrliche Anerkennung zu äußern. Das kann eine lobende Bemerkung sein, wenn Sie gemeinsam im Aufzug fahren oder sich in der Teeküche aufhalten. Spätestens in den regelmäßigen Quartalsgesprächen sollte die Anerkennung für die Leistung des Mitarbeiters einen festen Platz haben.

Tipp: Wie Sie außerdem eine Atmosphäre der Anerkennung schaffen, beschreibe ich Ihnen in meinem Artikel: Respekt, Alter.

Fehlerkultur: Dein Freund, der Fehler

Die Schattenseite der Anerkennung ist die Fehlerkritik. Damit sind viele Vorgesetzte recht freigebig. Die Folge: Die Mitarbeiter fühlen sich gekränkt, empfinden die Kritik als ungerecht und im schlimmsten Fall fressen sie den Ärger in sich hinein. Auf Dauer stellt diese Situation eine ernsthafte psychische Belastung am Arbeitsplatz dar. Der Grund liegt darin, dass Kritik oft an der Person geäußert wird: „Sie haben Schuld, dass dieser Vorgang nicht geklappt hat.“ „Sie haben einen Fehler gemacht“, und ähnliche Äußerungen hören Mitarbeiter leider allzu oft.

Eine positive Fehlerkultur reduziert die psychische Belastung am Arbeitsplatz.

Ich lade Sie ein, die Perspektive zu wechseln: Fehler weisen uns darauf hin, wo sich Arbeitsschritte oder -prozesse noch verbessern lassen. Das finden wir jedoch nur heraus, wenn wir fragen: „Woran lag es?“ Wir trennen also den Fehler von der Person. Auf diese Weise ist eine sachliche, lösungsorientierte Fehlerkultur möglich – und die Mitarbeiter sind weiterhin motiviert, die bestmöglichen Leistungen zu bringen.

Tipp: Ausführlich beschreibe ich die positive Fehlerkultur in meinem Beitrag Angst hemmt Ideen.

Psychische Belastung am Arbeitsplatz: Bitte nicht unterschätzen

Die psychische Belastung am Arbeitsplatz ist in den letzten Jahren immer mehr in den öffentlichen Fokus gerückt. Gründe dafür sind die steigenden Anforderungen an die Unternehmen und der Mangel an Fachkräften. Viele gute Mitarbeiter fallen durch stressbedingte Erkrankungen viele Tage im Jahr aus. Das muss nicht sein, wenn wir als Unternehmer die psychische Belastung am Arbeitsplatz immer wieder überprüfen und – wo es notwendig ist – die Bedingungen verbessern.

Und Sie?

Wie sieht es in Ihrem Unternehmen mit der psychischen Belastung am Arbeitsplatz aus? Welche Veränderungen haben zu einer Verbesserung der Situation geführt? Schreiben Sie mir oder hinterlassen Sie einen Kommentar unter diesem Artikel, ich freue mich darauf.

Zum Weiterlesen:

Je größer die Mitarbeiterzufriedenheit, umso geringer das Risiko psychischer Belastung am Arbeitsplatz. Hier gebe ich Ihnen Fünf Tipps, mit denen Sie garantiert Ihre Mitarbeiterzufriedenheit steigern.

Interessante Informationen und Hintergründe zum Arbeitsschutzgesetz finden Sie hier: Am Puls der Zeit.

Bei der internen Kommunikation per E-Mail kann einiges schief gehen. Wie Sie Fehler vermeiden, lesen Sie in meinem Artikel Fettnäpfchen adé.



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