Prokrastination – oder: lesen Sie diesen Text, wenn Sie alle anderen To-do ‘s gerade unbedingt vermeiden wollen



Prokrastination ist nichts anderes als Aufschieberitis – oder das berühmte Studentensyndrom: also Lernen und Arbeiten bis kurz vor Schluss aufschieben, die übliche Panik gleich mit eingerechnet. Während die „echte” Prokrastination mit jeder Menge Leidensdruck einhergeht und behandlungsbedürftig werden kann, kennt das übliche Aufschieben von zu erledigenden Dingen eigentlich jeder. Sie auch? Dann kennen Sie ja das schlechte Gewissen oder haben vielleicht auch schon so Einiges gegen Ihre Aufschieberitis unternommen – aber leider erfolglos. Gut – dann lesen Sie jetzt weiter …

Prokrastination die Stirn bieten
Prokrastination die Stirn bieten – Stück für Stück wird es funktionieren.

Für gewöhnlich zeichnen sich große Aufschieber allerdings weder durch mangelnde Leistungsbereitschaft oder Ziele noch durch unterdurchschnittliche Fähigkeiten aus. Vielmehr sind Sie mit Ihrer in guter Gesellschaft, wenn Sie:

  • außergewöhnliche Fähigkeiten haben, sich selbst an der Nase herumzuführen,
  • haufenweise Aufgaben zu erledigen haben, die Ihnen mit Ihrer terminlichen Dringlichkeit, inhaltlichen Wichtigkeit oder sonstigen Bedeutung die Arbeitslaune verhageln,
  • immer irgendwelche nützlichen Dinge tun, nur eben nicht die, die auf der To-do-Liste stehen.

ACHTUNG: Hier kommt Ihr Tipp gegen hartnäckige Prokrastination …

Für die allerhartnäckigsten Aufschieber habe ich einen besonderen Tipp parat: Machen Sie aus der Not eine Tugend und greifen Sie tief in die Trickkiste der Psychologie, indem Sie ganz behutsam Ihre Fähigkeiten nutzen, Ihre Prokrastination zu umschiffen. Und zwar so:

    1. Setzen Sie eine Aufgabe, die dem Anschein nach sehr wichtig ist, die Sie aber auf keinen Fall tun wollen oder müssen an die erste Stelle Ihrer morgigen To-do-Liste.
    2. Setzen Sie weitere Aufgaben darunter, die als zweit- und drittwichtigste erscheinen, die Sie aber ebenso auf keinen Fall erledigen wollen – bis hin zu den Aufgaben, die Sie wirklich erledigen sollten.
    3. Nehmen Sie sich dann am folgenden Morgen Ihre To-do-Liste vor und tun Sie das, was Sie immer tun: Vermeiden Sie es, die wichtigsten Aufgaben zu erledigen. Wenden Sie sich stattdessen den Aufgaben Ihrer To-do-Liste zu, die weiter unten stehen und von denen Ihnen sozusagen unbewusst klar ist, das dies die wirklichen Aufgaben sind, die getan werden müssen – aber: Psssst – sonst funktioniert der Trick nicht mehr.
    4. Wiederholen Sie das gleiche Spiel am Folgetag.

Ihr Gewinn

Mehr Erfolg – bei weniger Anstrengung.

Zusatz-Tipp für weniger Prokrastination

Notieren Sie im Verlauf mehrerer Tage die Aufgaben aus Ihren To-do-Listen, die vormals ganz oben standen, weiter unten auf der Liste. So erledigen Sie diese schließlich auch.

Ihr Vorteil: bessere Work-Life-Balance

Für hartnäckige Aufschieber bietet dieser psychologische Kniff gleich mehrere Vorteile:

  • mehr Effizienz: Sie bekommen Ihre tatsächlich wichtigen Aufgaben eben doch erledigt.
  • weniger Stress: Sie müssen endlich, endlich kein schlechtes Gewissen mehr haben.
  • mehr Zufriedenheit: Sie arbeiten nach Ihrem persönlichen Rhythmus.

Für Interessierte, die des Englischen mächtig sind:

Mehr dazu zu lesen gibt es zum Beispiel unter http://www.structuredprocrastination.com/. Dr. John Perry von der Uni in Stanford schreibt darin über seine Uni-Karriere (!) mit seinen eigenen Erfahrungen zur Prokrastination.

Und Sie?

Wenn dieser Tipp zur Prokrastination für Sie nützlich war, sagen Sie es mir. Und erzählen Sie es weiter. Ich freue mich, von Ihnen zu hören – schicken Sie mir eine E-Mail an blog@büro-kaizen.de.





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