Fördern statt überfordern: Prävention Burnout für Azubis



Lehrjahre sind anstrengend, neu, fordernd und spannend. Manchmal aber auch schlichtweg eine Doppelbelastung. Zwischen Neuem lernen und vermeintliche Kleinigkeiten irgendwie nebenher deichseln, schlittern immer mehr Auszubildende in die Überforderung. Was Vorgesetzte hier tun sollten, ja sogar müssen, lesen Sie im folgenden Text.

Was ist das Problem

Kennen Sie den alten Spruch „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“? Ich persönlich bin hier zwie-gespalten. Denn natürlich sind frisch im Unternehmen angekommene Auszubildende nicht in der Lage, große Entscheidungen komplett alleine zu treffen. Aber ausschließlich delegiert werden soll-ten sie eben auch nicht. Denn effizientes und lösungsorientiertes Arbeiten lernt man vor allem, wenn man eigenverantwortlich agieren darf. Bekommt man hingegen nur Kopierarbeiten, Kaffee-kochen und Botendienste aufgedrückt, überfordern die Lehrjahre ganz schnell, ohne zu fördern. Am Ende geraten die jungen Mitarbeiter in eine prekäre Situation und sind schnell komplett über-fordert. Das kann auf Dauer krank machen.

Prävention Burnout macht den Unterschied
Prävention Burnout macht den Unterschied zwischen fördern und überfordern.

So funktioniert es

Wer gute Mitarbeiter ausbilden möchte, muss ein guter Lehrmeister sein. Sofern Sie also Auszubil-dende beschäftigen, tragen Sie eine große Verantwortung. Sie sind nicht nur dafür zuständig, den Neuen wichtiges Fachwissen zu vermitteln, sondern sollten auch deren Prävention Burnout im Au-ge behalten. Burnout Prävention meint hier, dass Sie Arbeitsbedingungen schaffen, die den Azubis ermöglichen, ihr ganzes Potenzial zu entfalten. Und die dieses nicht schon im Keim ersticken, weil die Neuen von Nebensächlichkeiten überfordert werden. Drei Dinge, mit denen wir bei uns sehr gute Erfahrungen gemacht haben, möchte ich Ihnen zur Burnout Prävention Ihrer Azubis empfeh-len.

Tipp 1: keine Mädchen für alles heranziehen

Der erste Tag der Ausbildung ist aufregend. Mit einer gewissen Anspannung, aber auch mit einer beachtlichen Portion Neugier treten die meisten jungen Mitarbeiter ihren ersten Arbeitstag an. Leider folgt in vielen Unternehmen dann schnell die Ernüchterung, wenn die erste Aufgabe heißt: Kaffee kochen! Wer soll es schließlich auch sonst machen? Die anderen Mitarbeiter sind hierfür zu teuer, also wird schnell der Azubi abgestellt. Sofern Sie aber kein Café betreiben, halte ich dies für den falschen Weg. Auszubildende brauchen richtige Aufgaben und das von Anfang an. Wir selbst haben für das genannte Beispiel eine einfache Lösung gefunden, die im Alltag hervorragend funk-tioniert. Mit klaren Küchenregeln wird jeder in die Pflicht genommen. Wer einen Kaffee trinkt, hat danach die Tasse in den Geschirrspüler zu stellen. Klingt selbstverständlich, ist es in vielen Firmen aber leider nicht. Dabei kann diese einfache Regel als Burnout Prävention für Ihre Azubis dienen und ihnen dabei helfen, nicht zu Mädchen für alles zu werden. Wie diese Regeln konkret bei uns aussehen und visualisiert werden, können Sie hier im Downloadcenter runterladen und sich davon inspirieren lassen. Natürlich spricht nichts dagegen, wenn die Aus-zubikldenen kleine Hilfsdienste übernehmen, beispielsweise das regelmäßige Reinigen der Kaffee-maschine. Lehrjahre dürfen Lehrjahre bleiben. Aber nicht nur, sondern in erster Linie Lernjahre sein.

Prävention Burnout in der Praxis
Prävention Burnout in der Praxis: Den Geschirrspüler kann jeder selbst einräumen.

Tipp 2: Azubis Gehör schenken

Punkt 1 bedingt gewissermaßen auch Punkt 2. Denn wenn Sie in Ihren Auszubildenden keine Mäd-chen für alles sehen, schenken Sie ihnen ein großes Stück Wertschätzung. Und das ist enorm moti-vierend. Zu Wertschätzung gehört aber auch, den Azubis selbst eine Plattform zu geben. Lassen Sie auch neue Mitarbeiter mitreden, Sie werden überrascht sein, wie viel Positives aus dem gemein-samen Austausch entstehen kann. Beziehen Sie die Neuen in Ihre Teammeetings mit ein, seien Sie offen für Verbesserungsvorschläge und fördern Sie von Anfang an, die vorhandenen Ta-lente. Gerade bei neuen Azubis sind diese oftmals verborgen und müssen erst noch erkannt wer-den. Finden Sie schließlich die Aufgaben, die am besten zu Ihrem Auszubildenden passen, ist das nicht nur eine effektive Prävention Burnout, weil der Auszubildende eine Aufgabe bekommt, die zu ihm passt. Sondern es lohnt sich auch fürs ganze Unternehmen, weil dadurch wesentlich effizienter gearbeitet werden kann. In einem eigenen Beitrag gehe ich darauf ein, wie Talent Management funktioniert und welche großen Vorteile es hat. Lesen Sie gerne hier nach, wenn Sie Ihre Talente künftig besser fördern möchten.

Azubis sind ungeschliffene Diamanten, keine Kaffeekocher und Kopiersklaven. Klick um zu Tweeten

Tipp 3: Erfahrung durch Eigenverantwortung fördern

Sie verzichten auf den Status als Mädchen für alles und schenken Ihren Azubis Gehör. Fehlt nur noch eine Stufe, um eine effiziente Burnout Prävention zu leisten und wertvolle Mitarbeiter zu bekommen. Trauen Sie auch den unerfahrenen Neulingen mehr zu! Geben Sie Ihnen kleine eigene Aufgaben, für die nur sie zuständig sind und fördern Sie eigenverantwortliches Handeln. Lassen Sie die Azubis zum Beispiel die Spiele bei der Weihnachtsfeier organisieren, oder die Besprechungs-räume vorbereiten. Wichtig ist hier, die Balance zu finden. Seien Sie als Ansprechpartner für Rück-fragen verfügbar, aber greifen Sie nicht von Anfang an ein. Azubis dürfen Fehler machen, denn daraus lernen sie. Und sie sollen sogar Fehler machen, denn jeder Fehler birgt die Chance einer Verbesserung. Wie wichtig eigenverantwortliches Arbeiten – und zwar für jeden Mitarbeiter – ist, habe ich hier übersichtlich für Sie zusammengestellt.

Prävention Burnout beginnt vor Ausbildungsende
Prävention Burnout beginnt vor Ausbildungsende. Eigenverantwortung gehört von Tag 1 an dazu.

Darauf kommt es an

Auszubildende sind nur so gut, wie Sie es Ihnen ermöglichen. Und können nur dann dazulernen, wenn Sie ihnen eine Rückmeldung geben. Regelmäßige Feedbacks sind wichtig. Denn so erkennen Sie, wo noch Verbesserungspotenzial schlummert und leisten eine aktive Prävention Burnout, in-dem Sie sich kümmern und den Neuen nicht seinem Schicksal überlassen. Nutzen Sie für Ihre Feedbackgespräche gerne auch meinen Leistungsbeurteilungsbogen für Azubis.

Prävention Burnout durch Feedbackgespräche
Feedbackgespräche sind eine geeignete Prävention Burnout.

Was der Tipp bewirkt

Zwei Effekte erreichen Sie durch diese drei einfachen Tipps.

  • 1. Ihre Auszubildenden haben richtige Aufgaben und verlieren sich nicht in Küchendienst & Co.
  • 2. Sie bilden effizient arbeitende Mitarbeiter aus.

Klingt nach einer Win-win-Situation, oder?

Und Sie?

Vielleicht konnte ich Ihnen einen etwas veränderten Blick auf Ihre Azubis vermitteln? In jedem Fall wünsche ich Ihnen viel Erfolg bei Ihrer wichtigen Aufgabe, diese zu fördern und nicht zu überfor-dern. Um dies noch effizienter zu tun, können Sie sich auch Hilfe von außen holen. Schenken Sie Ihren Auszubildenden zum Übertritt ins neue Lehrjahr, zur bestandenen Zwischenprüfung oder auch gleich zum Eintritt ins Unternehmen doch ein Training für effizientes und dennoch nicht über-forderndes Arbeiten. Kaizen-Büro ist so ein Training, das in 52 Lerneinheiten alles vermittelt, was Sie rund um effizientes Arbeiten arbeiten wissen sollten. Damit reichern Sie ein Lehrjahr mit praxis-tauglichem Wissen an und schaffen die ideale Grundlage für ein erfolgreiches Berufsleben.

 

Weiterführende Informationen:




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