Ich bin doch keine Maschine – Wie positiver Stress glücklich macht!



Obwohl die meisten von uns weniger arbeiten als ihre Vorfahren, mehr Freizeitaktivitäten nutzen, häufiger und länger in den Urlaub fahren, fühlen wir uns doch gestresster als die Menschen vor 50 oder hundert Jahren. Es scheint, als ob uns selbst die Freizeit stresst. Vielleicht liegt es daran, dass das Empfinden von Glück kaum etwas mit Entspannung zu tun hat. Denn Stress muss nicht immer negativ er kann auch positiv sein. Wie positiver Stress entsteht, lesen Sie hier!

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Was ist das Problem

Der US Psychologe Mihaly Csikszentmihalyi befragte über tausend Menschen, um herauszufinden, was glücklich macht. Die von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern beschriebenen Glücksmomente waren allesamt Augenblicke, in denen die Befragten positiven Stress erlebten. Sie alle gingen ganz in einer Tätigkeit auf, so dass sie schließlich die Zeit und sich selbst vergessen konnten. Das war spannend, hatte man doch bisher geglaubt, Glücksgefühle haben vor allem mit Genuss, Muse, Erholung und Freizeitaktivitäten zu tun. Das Gegenteil war der Fall: Glück entstand aus harter Arbeit, Glück war das Ergebnis aus positivem Stress.

Positiver Stress fuer Glueck
Glück und positiver Stress hängen eng zusammen.

So funktioniert es

Csikszentmihalyi befragte Musiker, Ärzte, Sportler, Schauspieler, Maler und entdeckte fünf Faktoren für positiven Stress, Flow und Glück.

Positiver Stress – Faktor Nr. 1: Konzentration

Alle Befragten beschrieben, dass sich positiver Stress einstellte, wenn Sie konzentriert einer Arbeit nachgehen konnten. Für den Marathonläufer ist nicht jeder Kilometer lustig, aber er läuft, weil er das Laufen liebt. Dann vergisst er die Menschen um sich herum. Er vergisst, dass er läuft. Er läuft, ohne darüber nachzudenken, was er tut. Das Herz pumpt eine enorme Energie durch den Körper, der Körper ist eine Hochleistungsmaschine und der Läufer läuft und empfindet Glück.

Flow-Momente als positiver Stress
Läufer kennen die Flow-Momente mit positivem Stress.

Ich bin kein Marathonläufer aber ich liebe es, nach Effizienz zu forschen, Abläufe zu verbessern, Menschen zu helfen, konzentrierter zu sein. Mich macht es glücklich, wenn ich dieser Tätigkeit nachgehen kann, weil ich sie liebe. Hier entsteht für mich positiver Stress.

Positiver Stress – Faktor Nr. 2: Selbstbestimmung

Aus der Burn-Out-Forschung wissen wir, dass die Burn-Out-Gefahr mit dem Maß an Fremdbestimmtheit steigt. Je mehr ein Mensch reagieren muss, je mehr einschränkende Vorgaben es gibt, je mehr man den Freiraum zum Atmen beschneidet, umso mehr entsteht negativer Stress. Positiver Stress entsteht dort, wo ich Freiräume und Handlungsmöglichkeiten habe.

Freiraeume Voraussetzung fuer positiven Stress
Freiräume sind Voraussetzung für positiven Stress.

Um im dem Bild des Marathonläufers zu bleiben: wenn ich von jemand anderem zum Laufen gezwungen werde, werde ich nie positiven Stress erleben. Positiver Stress stellt sich dann ein, wenn ich aber selber weiß, warum ich es mache.

Positiver Stress – Faktor Nr. 3: Weder über- noch unterfordert

Als einen weiteren wichtigen Faktor für positiven Stress beschrieb Csikszentmihalyi die Notwendigkeit eines ausgewogenen Verhältnisses der eigenen Fähigkeiten zu der Herausforderung. Ist die Herausforderung zu einfach, fühlt man sich gelangweilt und unterfordert. Ist die Herausforderung zu groß, stellt sich bald das Gefühl der Überforderung ein und man brennt aus. Positiver Stress entsteht dort, wo die Herausforderung so groß ist, dass sie verlockend ist, während ich gleichzeitig über die Fähigkeiten verfüge, die Herausforderung zu meistern.

Positiver Stress – Faktor Nr. 4: Das Ziel

Wenn wir von dem Thema Herausforderungen sprechen, sind wir bei dem Thema Ziele. Csikszentmihalyi stellte fest, dass positiver Stress da entsteht, wo Menschen herausfordernde, attraktive, erreichbare und klar definierte Ziele verfolgen.

Ziele helfen fuer positiven Stress
Ziele sind ein weiterer Faktor für positiven Stress

Wenn es im Alltag keine verlockenden Ziele mehr gibt, sondern nur noch Routinen und ermüdende Standardtätigkeiten entsteht negativer Stress. Deswegen fordere ich: gebt dem Menschen Ziele! Bereitet den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern positiven Stress! Gebt Ihnen Herausforderungen und befähigt sie dazu, diese zu meistern! Das ist die beste Burn-Out-Prophylaxe!

In meinem Artikel Auf mich kannst Du zählen! 5 Ideen für den Einsatz von Kennzahlen in Verwaltungen nenne ich einige Ideen, wie sich in Verwaltungen mit konkreten Zielen und Kennzahlen arbeiten lässt. Dadurch kann Spaß und positiver Stress auch im Büro entstehen.

Positiver Stress – Faktor Nr. 5: Wertschätzung

Der letzte Faktor für positiven Stress, den Csikszentmihalyi in seinen Untersuchungen entdeckte, war Wertschätzung. Glücksgefühle und positiver Stress stellen sich da ein, wo jemand auf seine Tätigkeit unmittelbar positives Feedback bekommt.

Feedback erzeugt Gluecksgefuehle positiver Stress
Positives Feedback sorgt für positiven Stress.

Freizeitläufer beschreiben es als ein berauschendes Gefühl, unter dem Jubel der Zuschauer in das Ziel einzulaufen und das, obwohl der Sieger schon seit zwei Stunden beim alkoholfreien Hefeweizen sitzt. Es geht nicht darum, als wievielter man ins Ziel läuft, es geht darum, dass die Zuschauerinnen und Zuschauer anerkennen, dass hier jemand an seine oder ihre Grenze gegangen ist und etwas Tolles erreicht hat.

Mehr Informationen zum Thema Mitarbeiterzufriedenheit erhalten Sie an dieser Stelle Fünf Tipps, mit denen Sie garantiert Ihre Mitarbeiterzufriedenheit steigern

Darauf kommt es an

Was uns glücklich macht, ist nicht Entspannung und das Fehlen von Stress. Pausen dienen dazu, Kraft zu schöpfen, um sich neuen Herausforderungen zu stellen. Pausen sind notwendig, aber sie sind nicht das eigentliche Ziel. Glück stellt sich ein, wenn wir Tätigkeiten finden, in denen wir ganz aufgehen können. Diese Erkenntnis ist nicht nur im Berufsleben sondern auch im Privaten gültig.

Was der Tipp bewirkt

Klare Ziele, die wir konzentriert und selbstbestimmt verfolgen, ohne dass sie uns unter- oder überfordern, erzeugen positiven Stress und Glück. Das gilt für das Privatleben und das Berufsleben.

Und Sie?

Machen Sie sich auf die Suche und finden Sie heraus, was bei Ihnen positiven Stress auslöst! Haben Sie schon etwas entdeckt? Schreiben Sie mir: welche Tätigkeiten erzeugen bei Ihnen Flow?



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