Effizientes Networking – Wie funktioniert das, damit es Ihnen wirklich nützt?



Networking ist in aller Munde. Alle gehen ständig zu irgendwelchen Networking-Veranstaltungen. Viele schwärmen nach außen hin, wie wichtig die seien, sind aber insgeheim genervt, weil dieses Netzwerken im Grunde so gar nichts zu bringen scheint.
Ja, mag sein, denken Sie, aber was hat das mit Büro-Kaizen® zu tun? Das Stichwort hier ist die Effizienz. Denn sie ist die Grundlage des Büro-Kaizen®, und sie sollte auch die Grundlage beim Netzwerken sein, damit es tatsächlich funktionieren kann.

Was ist das Problem

Networking gehört seit Menschengedenken zum erfolgreichen Wirtschaften dazu. Stellen Sie sich nur einmal Nordeuropa ohne das einst effektivste Networking der Welt vor: die Hanse. Städte wie Bremen, Hamburg und Rostock hätten nie so lange erfolgreich am Welthandel über Wasser teilhaben können, hätten sich die Kaufleute damals nicht zu einem internationalen Netzwerk zusammengeschlossen.

#Networking nützt wenig, wenn es falsch angegangen wird. Mit diesen Tipps werden sie ab sofort zum Netzwerk-Profi. #BüroKaizen Klick um zu Tweeten

Doch heute sind viele solcher Netzwerktreffen Musterbeispiele für Ineffizienz, sodass nicht wenige Unternehmerinnen und Unternehmer sie für Zeitverschwendung halten. Das ist gar nicht so anders als die Ineffizienz im Büro.

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Ineffizienz gibt es nicht nur im Büro. Sie macht auch vor dem Networking nicht halt.

Bei den Networking-Treffen wird geschwätzt und geschwätzt, hier werden Hände geschüttelt, da duzt man sich sofort und klopft einander jovial auf den Rücken. Aber alles, womit man am Ende mal wieder nach Hause geht, ist ein Stapel Visitenkarten, bei denen man sich schon gar nicht mehr erinnert, wer diese Leute alle waren. Der Nutzen ist gleich Null.

So funktioniert es

Genauso wie zur Blütezeit der Hanse helfen Netzwerke auch heute noch Unternehmen, wichtige Geschäftskontakte zu knüpfen und beizubehalten. Nicht nur das: bei Networking-Treffen erfährt man viele Neuigkeiten aus der eigenen Branche, aus anderen Branchen, aus der Wirtschaft allgemein oder aus der Region.
Und man kann jede Menge Kontakte knüpfen. Nicht alle davon können Ihnen auf Anhieb nützen. Aber das heißt ja nicht, dass diese Kontakte völlig unbrauchbar wären. Denn man darf schließlich den Flurfunk nicht unterschätzen – wie oft bekomme ich Anfragen von Unternehmerinnen und Unternehmern, die durch irgendeinen entfernten Netzwerk-Kontakt von mir erfahren haben!
Nutzen Sie deshalb das Networking so gut Sie können. Dafür, wie Sie es möglichst effizient gestalten, gebe ich Ihnen hier ein paar wichtige Tipps.

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Networking ist wichtig für Ihren Unternehmenserfolg. Doch wie lässt es sich effizient nutzen?

1. Networking-Tipp: Welches Ziel verfolgen Sie mit dem Networking?

Haben Sie sich schon einmal gefragt, was Ihnen das Networking überhaupt bringen soll? Klar, werden Sie sagen, wichtige Kontakte! Aber inwiefern sollen diese Kontakte wichtig sein? Was sollen sie Ihnen und Ihrem Unternehmen bringen? Welche Vorteile versprechen Sie sich von ihnen?
Sollen diese Leute Sie beauftragen? Sollen sie Sie weiterempfehlen? An wen? Aus welchen Branchen sollten sie kommen und welches Standing sollten sie in der Branche, im Lokalen, Regionalen, überregional oder international haben?
Wie vernetzt sollen diese Leute wiederum sein und in welchen Netzwerken, Verbänden, Zusammenschlüssen? Streben Sie einen Aufbau oder eine Sicherung Ihres Kundenstamms an oder eine Expansion?
Notieren Sie sich Einzelheiten zu diesen und ähnlichen Fragen. Notieren Sie sich auch, was genau Sie von den Menschen, die Sie beim Networking treffen werden, erwarten. Machen Sie diese Gedanken zur Grundlage Ihres Netzwerkens, aber tragen Sie sie niemals vor sich her. Warum, erkläre ich Ihnen weiter unten im Absatz „Darauf kommt es an“.
Für einen besonders guten Überblick über diese Einzelheiten empfehle ich Ihnen, eine Mindmap anzulegen. Ein paar Tipps zu Mindmaps habe ich Ihnen hier , hier und hier zusammengestellt.

2. Networking-Tipp: Welche Netzwerke sind die effektivsten?

Viele gehen einfach zu allen Netzwerktreffen in ihrer Gegend, für die sie Zeit haben, die auf dem Weg liegen, oder bei denen sich das lokale oder regionale Who is Who trifft. Die Menge macht’s? Nein, sicher nicht. Die Menge macht’s sogar sehr ineffizient.
Schauen Sie sich deshalb im nächsten Schritt an, welche Netzwerke es in Ihrer Nähe, in Ihrer Branche oder branchenübergreifend gibt. Welche Ziele haben diese Netzwerke? Passt ihre Ausrichtung und passen ihre Mitglieder zu den Erwartungen, die Sie sich im ersten Schritt notiert haben?
Wählen Sie diejenigen Netzwerke aus, die Ihnen nicht nur versprechen nützlich zu sein. Wählen Sie auch Netzwerke aus, die Sie tatsächlich thematisch interessieren und von deren Mitgliedern und Tätigkeiten Sie selbst noch lernen können.
Auch hier kann Ihnen eine Mindmap den Überblick über die Netzwerke, ihre Ziele und die Mitglieder erleichtern.

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Bringen Sie immer genügend Visitenkarten mit zum Networking-Treffen.

3. Networking-Tipp: Nehmen Sie sich Zeit und bereiten Sie sich vor

Haben Sie sich passende Netzwerke herausgesucht und wurden Sie dort Mitglied oder zum nächsten Treffen eingeladen, dann sollten Sie auch Ihr weiteres Networking strategisch planen. Angefangen damit, dass Sie den Termin als absoluten Fixtermin in Ihren Tagesplaner eintragen.
Dann schauen Sie sich genau an, wer zu diesem Netzwerk-Treffen kommen wird – bei Facebook oder Xing bspw. sieht man ja oft, wer schon zugesagt hat. Recherchieren Sie ein bisschen über diese Leute und merken Sie sich ein paar Fakten über sie, mögliche Gemeinsamkeiten und Gesprächsthemen.
Stellen Sie sich nur einmal vor, jemand kommt auf Sie zu und sagt: „Sie sind doch Sowieso, der Manager von XY, nicht? Ich habe schon viel über ihre Arbeit gehört.“ wird Ihnen diese Person sicher besser in Erinnerung bleiben als jemand, der sagt: „Tach, ich bin der Dustin Müller und neu hier. Wer sind Sie und was machen Sie so?“ Wen von den beiden werden Sie positiver im Gedächtnis behalten? Eben. Ihrem Gegenüber wird es genauso gehen, wenn Sie bereits mit etwas Vorwissen aufwarten können und ein interessantes Gespräch vom Zaun brechen können.

Darauf kommt es an: Erst geben, dann nehmen!

Machen Sie niemals den Fehler, bei Networking-Treffen gleich mit Ihrem Anliegen herauszuplatzen. Niemand will das wissen, glauben Sie mir. Sie ecken damit womöglich sogar so sehr an, dass Sie in diesem Netzwerk nie wieder einen Fuß auf die Erde bekommen werden.
Denn beim Networking gibt es eigentlich nur eine einzige Regel, die über Ihren Erfolg entscheidet. Und das ist die Regel: Erst geben, dann nehmen!

Das heißt, Sie sollten zu Anfang erst einmal schauen, wie Sie anderen behilflich sein können. Welche Tipps haben Sie parat (ohne Eigenwerbung zu machen)? Welche Kontakte können Sie anderen vermitteln? Welche interessanten und nützlichen Beiträge haben Sie zuletzt gelesen, die anderen helfen können? Welche Tools können Sie empfehlen und von welchen würden Sie nach eigener Erfahrung eher abraten?
Der amerikanische Coach Mike Sansone hat einmal eine Art Mengenangabe für dieses Geben-und-Nehmen errechnet. Herausgekommen ist seine 70-20-10-Regel:

  • 70: Verbringen Sie 70% Ihres Networkings damit, anderen zu helfen und sie nach Ihrem Vermögen zu unterstützen. Damit bauen Sie Vertrauen auf, das die wichtigste Basis fürs Netzwerken ist.
  • 20: Nutzen Sie 20% Ihres Networkings für Ihre Selbstdarstellung und die Präsentation Ihres Angebots.
  • 10: Verwenden Sie 10% Ihrer Networking-Zeit darauf, Hilfe von anderen zu erbitten.

Achten Sie genau auf diese Verteilung. Insbesondere, wenn es ein Missverhältnis zwischen der Unterstützung anderer und der eigenen Hilfesuche gibt, wird das Networking für Sie schwierig und ineffizient. Denn niemand in einem Netzwerk freut sich über Leute, die nichts geben wollen, aber kräftig bei den anderen absahnen möchten.

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Erst geben, dann nehmen – dann wird’s auch was mit den guten Networking-Kontakten.

Was der Tipp bewirkt

Gehen Sie Ihr Networking so strategisch an wie Ihre Unternehmensziele oder Ihr Marketing, dann werden Sie merken, dass es auf einmal gar nicht mehr so ineffizient ist wie es immer schien. Zwar erscheint der Aufwand im Vorhinein recht groß zu sein, doch das ist nicht viel anders als einen Businessplan zu schreiben, bevor Sie ein Unternehmen gründen: die gute Planung vorab hat einen entscheidenden Einfluss auf Ihren Erfolg.
Sie werden feststellen, dass Sie nun viel wertvollere Kontakte knüpfen können. Sie werden erleben, dass diese Kontakte und Ihr gesamtes Networking viel nachhaltiger wirken. Und Sie werden wahrscheinlich erkennen, dass Sie sogar noch selbst etwas hinzulernen, wenn Sie anderen Tipps geben und helfen.

Extra-Networking-Tipp 1:

Bringen Sie immer genügend Visitenkarten mit. Drängen Sie sie nicht allen ohne Anlass auf, legen Sie sie nicht einfach überall hin, sondern geben Sie sie heraus, wenn das Gespräch fruchtbar war oder wenn Sie um eine Karte gebeten werden.
Dafür, wie Sie Ihre eigenen Visitenkarten richtig gut gestalten, gebe ich Ihnen übrigens in meinem Artikel „Bleiben Sie in Erinnerung: Visitenkarten besser machen“ (https://www.buero-kaizen.de/visitenkarten/) einige hilfreiche Tipps.

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Informieren Sie sich vorab über die für Sie und Ihr Unternehmen interessantesten Menschen beim Networking-Treffen.

Extra-Networking-Tipp 2:

Fragen Sie Ihr Gegenüber nach einer Visitenkarte, wenn Sie das Gespräch interessant und nützlich fanden. Machen Sie sich noch beim Networking-Treffen Notizen, von wem Sie die jeweilige Visitenkarte bekommen haben. Entweder notieren Sie das, wenn möglich, auf der Karte selbst oder auf einem Notizzettel oder auch einem Serviettenzipfel, wenn sonst nichts da ist.
Warum? Zum einen werden Sie womöglich schon am nächsten Tag vergessen haben, wer die Leute jeweils waren. Zum anderen signalisieren Sie Ihrem Gegenüber damit sofort: „Ich habe dich wahrgenommen. Was du gesagt hast, war interessant und wichtig für mich. Ich könnte mir weiteren Kontakt gut vorstellen.“ oder „Ich werde mich zuverlässig um dein Anliegen kümmern.“
Und nicht zuletzt können Sie sich noch fünf Monate nach dem Networking-Treffen an die Person oder das Gespräch erinnern, wenn Sie die Notizen auf der Karte wieder lesen. So können Sie die wertvollen Kontakte von denen, die Ihnen gar nicht nützen, immer leicht unterscheiden

Und Sie?

Mit ein bisschen Vorbereitung können Sie selbst das Networking so effizient gestalten, dass Sie einen großen Nutzen daraus ziehen können.



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