Netiquette-Regeln: überflüssiges Relikt oder notwendiger denn je?




Netiquette-Regeln – schon allein das Wort erscheint vielen heute schon wie ein Relikt aus dem letzten Jahrtausend. Aber sind Netiquette-Regeln wirklich überflüssig? Oder sind sie in der Unternehmenskommunikation vielleicht heute notwendiger als je zuvor?

Braucht man heute Netiquette-Regeln für den Umgang miteinander?

Der Ton macht die Musik. Mit Netiquette-Regeln ein Kinderspiel

Viele Menschen haben heute das Gefühl, dass es mit der Kommunikation unter Menschen nicht mehr weit her ist. In der Eile vergreift man sich im Ton. Man antwortet gar nicht erst auf Anfragen oder spart sich dabei grundlegende Höflichkeiten. In E-Mails gibt es oft keine Anrede mehr und kein Gruß zum Schluss. Im Gespräch wird man ausfällig oder monologisiert ohne Ende.

Warum sind Netiquette-Regeln so wichtig?

Dabei ist es eine uralte Weisheit, die bis heute Gültigkeit hat: Der Ton macht die Musik. Reagiere ich auf Kritik oder Reklamationen „Ist die Reklamationsquote hoch, hilft nur eins: Umdenken!“, selbst auf berechtigte, in unpassendem Ton, dann schade ich damit meinem Unternehmen. Spare ich mir grundlegende Höflichkeiten in der Kommunikation, werden meine Kunden sich künftig mich sparen.
Doch man kann heute nicht mehr davon ausgehen, dass alle in einer Firma denselben Wissensstand um die Notwendigkeiten professioneller Kommunikation haben. Aus diesem Grund sind einige grundlegenden Netiquette-Regeln für jedes Unternehmen enorm wichtig. Denn sie können sehr häufig das Zünglein an der Waage sein, warum Ihre Kundschaft Sie bevorzugt und nicht Ihre Konkurrenz.

Netiquette-Regel Nr 1: Beschränke dich auf das Wichtigste. Meistens.

Wir sind heute von einem Überangebot an Kommunikationswegen umgeben. Es gibt nicht mehr nur Besprechungen, Briefe, Telefonate und Faxe, sondern noch dazu E-Mails, SMS, WhatsApp, andere Kurznachrichtendienste, Video-Chats, Social Media-Nachrichten und nicht zu vergessen Handytelefonate.
Aus dieser Masse müssen wir ständig das Wichtigste herausfiltern, was ziemlich anstrengend ist, viel Zeit kostet und unsere Produktivität und Effizienz oft einschränkt. Respektieren Sie deshalb die Zeit Ihres Gegenübers und beschränken Sie sich auf das Wichtigste.
Der Austausch von Nettigkeiten untereinander, das Fragen nach der Gesundheit, der Familie, schafft zwar Bindung und Wohlgefühl. Doch sollte das in Maßen geschehen. Im Vordergrund sollte in der Regel ein Austausch stehen, der so kurz wie möglich und so lang wie nötig sein sollte.

Netiquette-Regel Nr. 1: Beschränke dich auf das Wichtigste. Meistens.

Netiquette-Regel Nr. 2: Sag, worum es geht.

Kennen Sie diese Gespräche oder E-Mails, bei denen Sie am Ende immer noch nicht sicher sind, worum es nun eigentlich gehen soll? Sagen Sie deshalb immer klar, worum es geht. Geben Sie Ihren E-Mails und Briefen einen verständlichen Betreff, und kommen Sie im Gespräch nicht vom Hölzchen aufs Stöckchen.

Netiquette-Regel Nr. 3: Höflichkeit hat noch niemandem geschadet.

Echte, nicht aufgesetzte, Höflichkeit ist ein Muss im täglichen Umgang mit anderen Menschen. Schreiben Sie Mails deshalb immer mit Begrüßung und Anrede. Genauso sollten Sie immer einen freundlichen Gruß unter Ihre E-Mail setzen. Setzen Sie aber nicht einfach per automatischer Signatur immer denselben Gruß drunter, egal, um wen es sich da handelt. Sie können mit der Ersetzungsfunktion Ihrer Schreib- und Mailprogramme ganz leicht die Eingabe der Kürzel „mfg“, „hzl“, „bg“ oder „lg“ durch die entsprechenden freundlichen, herzlichen, besten oder lieben Grüße ersetzen lassen und erst dann die Signatur folgen lassen. So fühlt sich Ihr Gegenüber auch wirklich persönlich angesprochen.

Gehen Sie selbst immer mit gutem Beispiel voran.

Netiquette-Regel Nr. 4: Legen Sie Dos & Don’ts fest.

Geben Sie in Ihrem Unternehmen Begriffe und Wortkombinationen vor, die in der Kommunikation mit Ihren Kunden nicht benutzt werden sollten. Wenn Sie eine Papiertaschentuch-Fabrik haben, dann wollen Sie sicher nicht, dass Ihre Angestellten der Kundschaft gegenüber sagen: „Man sollte immer ein Tempo dabei haben“, nur weil sich „Tempo“ ganz generell als Begriff für alle Arten von Papiertaschentüchern eingebürgert hat. Sie möchten natürlich, dass Ihre Marke genannt wird.
Geben Sie also vor, welche Formulierungen und Standards Sie vorgeben möchten, und welche eher nicht vorkommen sollten.

Netiquette-Regel Nr. 5: Übertreiben Sie es aber nicht.

In manchen Kursen wird Angestellten beigebracht, welche Begrüßung sie z. B. am Telefon sagen sollten. Dabei kommen bei manchen Firmen wahre Bandwürmer heraus, die die Anrufer schon ermüden, wenn sie sie nur hören müssen. Für die, die sie herunterleiern müssen, sind solche Formeln auch keine Freude.
Lassen Sie Ihrem Team deshalb immer Raum für Individualität. Geben Sie ihnen zwar Regeln mit, aber übertreiben Sie es nicht damit. Künstliche Netiquette wird sofort als das enttarnt: unecht, nicht gewollt, sondern erzwungen. Und das kommt nie gut an.

Netiquette-Regel Nr. 6: Gehen Sie immer mit gutem Beispiel voran.

Es gibt so unendlich viele Firmen, die Wasser predigen, aber Wein trinken. Wo nach außen hin eine sagenhafte Freundlichkeit zur Schau gestellt wird, bricht die in sich zusammen, wenn man einmal hinter die Kulissen schaut.
Gehen Sie selbst deshalb immer auch mit gutem Beispiel voran, ob es eine grundlegende Freundlichkeit anderen gegenüber ist, die Ordnung im Büro, die Sie von Ihren Angestellten erwarten, oder aber auch der Respekt vor der kostbaren Zeit sowohl Ihres Teams als auch Ihrer Kunden, Lieferanten und Geschäftspartnerinnen.

Mit echter Netiquette zu mehr Erfolg

Sie werden sehen, dass eine gewisse Grund-Netiquette nicht nur den Ton innerhalb Ihres Unternehmens verbessern kann. Sie wird auch nach außen seinen Ruf verbessern und dadurch zu mehr Erfolg beitragen.



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