Raus unter der Käseglocke: Wie Ideenentwicklung die Motivation anreibt



Immer wieder komme ich in Unternehmen, da gleicht die Stimmung einem kolossalen Sumpfgebiet. Die Handlungsgeschwindigkeit ist zäh, die Denkprozesse wirken, als ob jedem Geist ein Kilo Schlamm an den Fersen klebt. Voran kommt wenig – außer das Stimmungsbarometer auf dem Weg nach unten. Probleme sind in diesen Biotopen keine Herausforderungen, sondern Leidprüfungen, die man in Märtyrerstimmung nimmt. Aber bevor Sie sich die Kugel geben: Diese Stimmung lässt sich wandeln. Nutzen Sie die belebende Kraft von eigenen Ideen.

Mehr Motivation mit Ideen Entwicklung
Durch Motivation zu mehr Ideenentwicklung.

Das Problem

„Der größere Teil der Müdigkeit, an der wir leiden, ist geistigen Ursprungs”, sagte einmal der englische Psychologe J.A. Hadfield. Wenn Sie selbst jeden Tag mit einer müden Einstellung vorangehen, brauchen Sie sich nicht zu wundern, wenn Ihre Mannschaft in gleich miserabler Motivation folgt. Doch wer sich nur noch in seinem Alltagssumpf vergräbt, entwickelt keine neuen Ideen, er sieht nicht neue Entwicklungen, er verpasst Chancen – aber auch Risiken. Nichts ist gefährlicher als ein Unternehmen, bei dem Frische und Motivation der Menschen verflogen ist. Der Weg vom geistigen zum wirtschaftlichen Tod ist kurz.

Die Lösung

Der menschliche Geist ist wie ein junger Hund, der beschäftigt und angeregt werden will. Ideenentwicklung heißt deshalb das Stichwort. Wir freuen uns, wenn wir neue Gedanken entwickeln können, wenn wir Lösungen für Probleme finden – wenn wir proaktiv sind und nicht vom Alltagstrott fremdgesteuert werden. Diese Dynamik ist ein wichtiges Instrument wenn es darum geht, die Motivation der Mitarbeiter zu erhalten. Binden Sie Ihre Mannschaft darin ein, das Unternehmen zu gestalten und voranzubringen.

Der Weg vom geistigen zum wirtschaftlichen Tod ist kurz. Klick um zu Tweeten

Schritt Nr. 1: Bei Problemen ansetzen

Ungelöste Probleme sind oft die schleichende Ursache für Demotivation. Prozesse funktionieren nicht mehr reibungslos, zwischenmenschliche Spannungen wachsen und ein Gefühl des Ausgeliefertseins entwickelt sich. Der erste Schritt kann daher sein, Engpässe auszumachen. Fragen Sie:

  • Wo stauen sich Aufgaben?
  • Wo kommt es immer wieder zu Problemen?

Probleme aussetzen Motivation Ideen Entwicklung
Bei Problemen lieber kurz aussetzten mit der Ideenentwicklung. Sonst leidet die Motivation nur langfristig.

Schritt Nr. 2: Fünf Mal „Warum?” fragen

Haben Sie ein Problem identifiziert, gehen Sie der Ursache auf den Grund. Eine gute Technik dafür ist, fünf Mal „Warum?” zu fragen.
Hierzu ein Beispiel aus der Praxis:
Ein Verkaufsleiter wartet im Besprechungszimmer auf einen Kunden, der sich angemeldet hat. Doch der kommt nicht. Nachdem der Verkaufsleiter 30 Minuten seiner Zeit verschwendet hat, erfährt er, dass das Treffen verlegt wurde. Der Kunde hatte ein Fax geschickt. Doch der Verkaufsleiter hat dies nicht bekommen. Jetzt kommt die Warum-Technik:

1. Warum musste der Verkaufsleiter vergeblich warten?
Weil er das Fax mit der Terminänderung nicht erhalten hat.
2. Warum erreichte ihn das Fax nicht?
Weil das Faxgerät nicht lief.
3. Warum lief das Faxgerät nicht?
Weil der Toner aus und kein neuer Toner da war.
4. Warum war kein neuer Toner da?
Weil versäumt wurde, rechtzeitig welchen zu bestellen.
5. Warum wurde dies versäumt?
Weil es keine funktionierende Bestandssteuerung für das Büromaterial im Haus gibt.

Das Beispiel zeigt: Die Ursache für Probleme ist oft simpel. Doch geht man ihr nicht rechtzeitig auf den Grund, kann sich das zu einer weitgreifenden Situation entwickeln. Sind solche Szenarien ein Dauerzustand, verwundert es nicht, wenn die Motivation der Mitarbeiter stetig in den Keller sinkt. Steuern Sie gegen, indem Sie einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess anstreben. Dieser ist übrigens das Herzstück des Büro-Kaizen®.

Schritt Nr. 3: Schaffen Sie funktionierende Lösungen

Befreien Sie Ihre Mitarbeiter vom Opfer-Status. Geben Sie ihnen Handlungsmöglichkeiten, indem Sie gemeinsam Ideen entwickeln, um funktionierende Lösungen zu schaffen. Indem Sie Ihre Mitarbeiter ins Boot holen, machen Sie diese zum Teil des Prozesses – das motiviert und dient der Lösungsfindung.
Wertschätzen Sie dabei verschiedene Meinungen. Für jedes Problem gibt es alternative Möglichkeiten zur Lösung. Vergleichen Sie die Möglichkeiten im Team und wählen Sie gemeinsam die passende aus. Die anderen Optionen verwerfen Sie aber nicht. Schreiben Sie diese auf – sie könnten später noch nützlich sein.

Extra-Tipp:

Entscheiden Sie bei der Lösungsfindung nicht alleine nach dem Kosten-Nutzen-Verhältnis. Berücksichtigen Sie auch den Aspekt der Nachhaltigkeit und ob das Problem damit dauerhaft gelöst wird. Vor allem: Berücksichtigen Sie für anhaltende Motivation unbedingt auch, welche Lösung für Ihre Mitarbeiter die Beste sein könnte. Die Mitarbeiter können ganz gut einschätzen, welche Lösung in der Praxis erfolgreich sein könnte und welche nicht.

Gemeinsam Motivation mit Ideen Entwicklung
Gemeinsam lassen sich Motivation und Ideenentwicklung am besten anregen.

Schritt Nr. 4: Arbeiten Sie schriftlich

Einmal in Worte fassen hilft der gedanklichen Klarheit. Halten Sie deshalb Probleme, Ideen und Lösungen immer schriftlich fest. Dies hilft übrigens auch, damit nichts vergessen wird oder keine Idee verloren geht. Außerdem ist es psychologisch hilfreich. Wenn man sich visuell vor Augen halten kann, was man entwickelt oder erledigt hat, steigert das die Motivation.

Schritt Nr. 5: Bringen Sie Struktur in die Ideen

Allein das schriftliche Festhalten hilft jedoch nicht zur Klarheit der Gedanken. Es geht darum, eine Struktur hinein zu bringen. Eine Möglichkeit dazu ist der Ideenspeicher – oder in digitaler Form ein Ideen-Ordner.

Mit Ideenspeicher Motivation Ideen Entwicklung
Der Ideenspeicher sorgt dafür, dass die Ideenenwicklung gesichert ist.

Leiten Sie aus den Ideen To-do-Punkte ab die Sie notieren. Damit die To-do-Punkte nicht auf der Liste versauern, braucht es außerdem Zeit und Raum, diese umzusetzen. Reservieren Sie dazu entsprechende Ressourcen. Eine Möglichkeit wäre beispielsweise, dass Sie sich immer freitagnachmittags von 14 bis 16 Uhr zusammensetzen und an den Punkten arbeiten, die Sie im Ideenspeicher notiert haben.

Extra-Tipp 2

Aller Anfang ist schwer, vor allem wenn man aus dem Sumpf der Trägheit heraus neue Motivation schaffen will. Möglicherweise schlägt Ihnen am Anfang eine gehörige Portion Ablehnung und Pessimismus entgegen: &bquo;Bringt ja sowieso nichts.” Machen Sie Ideenentwicklung zu einem Anliegen der Mitarbeiter. Zeigen Sie, dass es eine Win-Win-Situation für alle ist. Und wenn erst einmal der Spaß an der Sache gefunden ist, kommt die Motivation von selbst.
Die Erstellung einer To-do-Liste im Ideen-Speicher hat deshalb noch eine andere Wirkung: Das Abhaken von Aufgaben bietet einen wichtigen Motivationsfaktor. Denn es macht Ihre gemeinsamen Fortschritte sichtbar.

Ideen Entwicklung Motivation mit Checkliste
Mit To-do-Listen die Motivation an der Ideenentwicklung oben halten.

Extra-Tipp 3

Eine Anregung, wie Sie richtiges Ideenmanagement betreiben, erhalten Sie in meinem Blogbeitrag.

Service

Den Ideenspeicher können Sie übrigens kostenlos in unserem Download-Center herunterladen.



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