Mitarbeitermotivation: Echte Motivation beginnt mit Respekt

10. September 2020

Wissen Ihre Mitarbeiter, wofür sie jeden Tag zur Arbeit kommen? Haben Ihre Mitarbeiter Lust, Ideen und Power, um das Unternehmen nach vorn zu bringen? Oder fühlen Sie sich manchmal wie ein Einpeitscher auf der Galeere, auf der alle sofort mit dem Rudern aufhören, sobald Sie wegsehen?
Ganz gleich, wie Sie geantwortet haben: Zu viel Motivation kann es eigentlich niemals geben. Klar ist aber auch: Moderne Mitarbeitermotivation funktioniert nicht, wenn nur Zuckerbrot und Peitsche zum Repertoire gehören.

Was Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter davon abhält, ihr volles Potenzial zu zeigen und für das Unternehmen ihre Arbeitskraft einzusetzen, ist nicht das Gehalt, die Boni oder die Kaffeeflatrate mit Obstkorb.

Sie wollen:

  • keine Angst haben, wenn ein Fehler passiert
  • dass ihre Verbesserungsvorschläge Beachtung finden
  • dass man sich in der Chefetage dafür interessiert, was in den Abteilungen passiert
  • Teil des Unternehmens sein, sich damit identifizieren und kein Rädchen sein

Gelingt das, sind die Mitarbeiter positiv motiviert, deutlich produktiver und tragen deshalb mehr zum Unternehmenserfolg bei – weil sie wissen, für wen und warum sie es tun.

In der Theorie ist das vielen Unternehmen längst klar und doch hakt es bei der Umsetzung, denn die erfordert tatsächlich oftmals ein Ablegen der alten, verkrusteten Methoden.

Deshalb gebe ich Ihnen heute fünf bewährte Tipps, mit denen Sie ganz leicht die Mitarbeitermotivation fördern können – und damit eine klassische Win-win-Situation für Unternehmen und Mitarbeiter schaffen.

Die 5 Tipps für erfolgreiche Mitarbeitermotivation

TIPP: Nur einen oder einige dieser Punkte umzusetzen, sorgt nicht für den vollen Effekt, denn der Mensch ist ein hochkomplexes Wesen und was bei dem einen den Motor anwirft, lässt den anderen kalt. Der eine braucht die engmaschige Führung durch Zielvereinbarungen, der andere möchte mehr Freiraum, um als Querdenker innovative Prozesse einzubringen. Beide brauchen Ziele. Die eine braucht konstruktive Kritik und klare Worte, die andere blüht durch Lob und Anerkennung auf und korrigiert Fehler eigenständig. Beide brauchen Feedback.

1.Ziele definieren

In der Theorie ist alles klar: Erwartungen sollen verständlich formuliert und begründet werden, weil das die Mitarbeitermotivation fördert. In der Praxis sieht es leider manchmal anders aus: Da bleibt die Antwort auf die Frage nach dem „Warum“ oft auf der Strecke; stattdessen wird das „Wie“ umso stärker diskutiert.

Wer die Mitarbeitermotivation fördern will, kommuniziert die Unternehmensziele.

Wohin führt die Reise?
Das beste „Wie“ nützt nichts, wenn der Mitarbeiter nicht weiß, wozu er hier eigentlich beitragen soll. Die Antwort darauf steckt in der Vision und im Ziel des Unternehmens. Denn die Unternehmensvision ist wie ein Dach, unter dem sich Unternehmer, Führungskräfte und Mitarbeiter versammeln. Sie gibt die Richtung vor für alles, was sie erdenken und umsetzen.

In Ihrem Unternehmen gibt es keine Vision und auch kein aktuelles Unternehmensziel? Dann lassen Sie sich inspirieren von meinem Lese-Tipp für Visions-Finder: In meinem Artikel Wohin der Wind uns weht? lesen Sie über die Vision von Walt Disney und wie ein Träumer, ein Kritiker und ein Realist sich endlich Zeit für Ziele nehmen.

Mit der Unternehmensvision können Sie die Mitarbeitermotivation fördern, denn nun kann jeder Mitarbeiter sein eigenes Ziel formulieren und in einer Zielvereinbarung festhalten. Dabei hilft Ihnen unser Download-Tipp für Zielefinder: In unserem Download So gelingen Zielvereinbarungen finden Sie alles was Sie brauchen, um Zielvereinbarungen wirksam und motivierend zu gestalten.
Ziele sind auch deshalb wichtig, weil sie Erfolg messbar machen und Anerkennung ermöglichen.

2. Richtig loben

„Nichts gesagt ist gelobt genug“ – das mag vielleicht fürs Militär gelten, aber nicht in einem Unternehmen. Klar ist: Ehrliche Anerkennung fördert die Mitarbeitermotivation enorm, denn echtes Lob und Anerkennung wirken sich positiv auf unser aller Selbstwertgefühl aus.

Anerkennung ist ein wichtiger Beitrag, um die Mitarbeitermotivation zu fördern.

Eine wichtige Regel dabei ist: Ein Lob sollte ein Lob sein – und nicht der Auftakt zu einer Kritik. „Gut gemacht, aber…“ vergiftet das Lob und schmälert seine Wirkung.

Sie haben keine Zeit, um Lob und Anerkennung zu vergeben? Oder es fällt Ihnen schwer, die passenden Worte zu finden? Dann habe ich für Sie einen nützlichen
Lese-Tipp für Anerkennung: In meinem Artikel Respekt, Alter! So schaffen Sie eine Atmosphäre der Anerkennung! zeige ich Ihnen, dass es ganz leicht sein kann, die richtigen Worte zu finden und mit welchen Gesten Sie Anerkennung ausdrücken können – und damit die Mitarbeitermotivation fördern.
Doch was, wenn nicht alles glatt geht und ein Fehler besprochen werden muss?

3. Fehlerkultur etablieren

Ein Unternehmen ist ein Team, das ein gemeinsames Ziel verfolgt. Und auch Fehler sollten immer dazu dienen, gemeinsam zu lernen und es besser zu machen.
Gnadenlose Fehleranalysen mit Schuldzuweisungen und Fingerzeige auf den oder die Schuldigen helfen niemandem. Es muss immer der Prozess im Blickpunkt stehen, nicht die Person, bei der der Fehler auftrat. Schuldzuweisungen sind kontraproduktiv, denn sie schürt Versagensangst und löst Stress aus.

Denn genau genommen es gar nicht darum, WER den Fehler gemacht hat. Wichtiger ist doch, aus dem Fehler zu lernen und zu fragen, WAS zu dem Fehler führte.

Im Kaizen fragen wir fünf Mal: Warum? So kommen wir der Ursache eines Fehlers auf den Grund. Die daraus folgenden Veränderungen können minimal sein, oder auch mehrere Schritte beinhalten. Wichtig ist nur, dass wir einen Fehler als Chance zur Verbesserung ansehen und ihn von der Person, die ihn machte, trennen. Damit vermeiden Sie, dass sich Mitarbeiter persönlich gekränkt fühlen und ihre Motivation leidet.
Mehr Anregungen, wie Sie mit einer angstfreien Fehlerkultur die Mitarbeitermotivation fördern, sehen Sie in meinem Kurz-Film-Tipp:

Teil einer guten Fehlerkultur ist auch, an Stärken und Schwächen zu arbeiten. Wenn Sie Ihre Mitarbeiter regelmäßig an Schulungen, Workshops oder externen Veranstaltungen teilnehmen lassen, zeigt das: Sie schätzen ihren Einsatz und tragen mit dazu bei, dass Mitarbeiter Wissen und Erfahrungen ausbauen.

TIPP: Stellen Sie an zentraler Stelle eine kleine Bibliothek zur Verfügung, zum Beispiel mit CDs über wirtschaftlich relevante Themen. Mitarbeiter, die im Auto für Sie unterwegs sind, können diese dann ausleihen – und sich im Auto weiterbilden.

Sie möchten sich selbst weiterbilden? Oder möchten, dass einer Ihrer Mitarbeiter sich weiterbildet? Laden Sie hier meine Checkliste für Weiterbildungen herunter – und vergessen Sie nie wieder einen Aspekt für Ihre erfolgreiche Weiterbildung.

4. Ideen und Teilhaben

Wie sieht es in Ihrem Unternehmen mit dem Vorschlagswesen aus? Gibt es eine Anlaufstelle für Mitarbeiter-Ideen? Ist allen klar, welche Idee als Verbesserungsvorschlag gilt und gibt es eine faire Vergütung dafür?
Oder landen Ideen in unbeachteten Ablagestapeln, falls sie nicht von vornherein zurückgewiesen werden? Dann verschenken Sie nicht nur kreatives Potential, sondern auch die Möglichkeit, die Mitarbeitermotivation zu fördern. Denn ein betriebliches Vorschlagswesen ist eine Win-win-Situation für Mitarbeiter und Unternehmen.

Der Aufwand dafür ist relativ gering:
1. Definieren Sie, was ein Vorschlag ist. Zum Beispiel benennt er ein Problem und zeigt dafür eine Lösung auf, die neu ist und sich umsetzen lässt.
2. Richten Sie eine Sammelstelle für Vorschläge ein, zum Beispiel einen speziellen Briefkasten.
3. Erstellen Sie ein Formular, das den Mitarbeitern das Formulieren des Vorschlags erleichtert. Ein Beispiel dafür habe ich im Downloadcenter für Sie bereitgestellt.
4. Honorieren Sie die Vorschläge.
Jeder freut sich über eine Anerkennung seiner Idee, auch wenn die Idee nicht umgesetzt wird. Wir bei Tempus haben ein Honorierungssystem, das für jeden nachvollziehbar ist und daher als gerecht empfunden wird:

  • Messbare Verbesserungen: Der Mitarbeiter erhält 20 Prozent der Ersparnis des ersten Jahres.
  • Nicht messbare Verbesserungen: Der Mitarbeiter erhält eine Pauschale von 25 Euro und ein Mittagessen.
  • Abgelehnte Vorschläge: Der Mitarbeiter erhält ein Mittagessen als Anerkennung für seinen Einsatz.

Sie können sich an diesem System orientieren oder ein eigenes aufbauen, um die Mitarbeitermotivation zu fördern. Wichtig ist, dass die Mitarbeiter die Wertschätzung ihrer Ideen erfahren und am Erfolg beteiligt werden. So gewinnen beide: Die Mitarbeiter fühlen sich mehr mit dem Unternehmen verbunden und das Unternehmen profitiert vom Ideenreichtum seiner Mitarbeiter.

Mehr Tipps, wie Sie durch mit einem Verbesserungsvorschlagswesen die Mitarbeitermotivation fördern können finden Sie in meinem Lese-Tipp für Verbesserer: Besser geht’s immer kann auch in Ihrem Unternehmen das Motto werden, das Mitarbeiter zu Mitdenkern macht.

5. Vertrauen und Zuwendung

Wissen Sie, was jeden Ihrer Mitarbeiter in Bezug auf seine Arbeit gerade bewegt und welche Fragen ihn beschäftigen? Im Trubel des Tagesgeschäfts ist oft keine Zeit, darüber ausführlich zu sprechen; das weiß ich aus eigener Erfahrung.

Mitarbeitergespräche
Bei Tempus treffen wir uns regelmäßig zu Mitarbeitergesprächen. Einmal im Vierteljahr lade ich jeden Mitarbeiter ein und bespreche mit ihm seine Anliegen und seine nächsten Ziele. Den Inhalt des Mitarbeitergesprächs erfasse ich in einem Protokoll, so dass wir beim nächsten Mal daran anknüpfen können.

Das Protokoll als Gedächtnisstütze für das Mitarbeitergespräch.

Wie dieses Vorgehen dazu beiträgt, die Mitarbeitermotivation zu fördern und wie ich mich darauf vorbereite, beschreibe ich Ihnen in meinem Lese-Tipp für Zwiegespräche: Sprich mit mir, heißt es einmal im Vierteljahr, wenn ich jeden Mitarbeiter zum Gespräch einlade. Diese Begegnung ist eine Chance, einander in Ruhe zu begegnen und trägt zum besseren Kennenlernen bei. Die Rückmeldungen zeigen, dass die Gespräche wesentlich dazu beitragen, die Mitarbeitermotivation zu fördern.

Mitarbeiterbefragung
Damit es erst gar nicht zur weniger erfreulichen Schieflage in Sachen Mitarbeitermotivation kommt, implementieren Sie am besten ein Frühwarnsystem, das Ihren Mitarbeitern gleichzeitig Anerkennung und Wertschätzung entgegenbringt: einen Fragebogen zur Mitarbeiterzufriedenheit. Er zeigt Ihnen, wo Handlungsbedarf besteht, und den Mitarbeitern, dass Sie ihre Bedürfnisse ernst nehmen.

So gehen Sie für einen Fragebogen zur Mitarbeiterzufriedenheit vor:

  • Kriterien definieren: Legen Sie Indikatoren fest, die sich messen und vergleichen lassen, wie Bewertung des Arbeitsumfeldes, Entlohnung oder unternehmerisches Klima.
  • Anonymisierung: Sie wollen ehrliche Antworten – also sorgen Sie dafür, dass die Erhebung anonym erfolgt, am besten durch Externe.
  • Standardisierung: Sie wollen mit den Vorjahren vergleichen – nutzen Sie Ihren sorgfältig erstellten Fragebogen auch im Folgejahr wieder, um die Ergebnisse im Verlauf von Jahr zu Jahr zu betrachten.

Die Mühe lohnt sich, weil sie ihre Mitarbeiter immer wieder daran erinnert, dass sie für Ihr Unternehmen wichtig sind. Das trägt deutlich dazu bei, dass sich die Leistungsträger Ihres Unternehmens bei Ihnen wertgeschätzt fühlen – und gern ihre Arbeit tun. Wodurch Ihre Investition sich immer rechnet.

Mitarbeiterimpulse
Fragen Sie Ihre Mitarbeiter regelmäßig, ob sie sich Weiterbildung und Seminare wünschen. Oder noch besser: Sichern Sie ihnen vertraglich mehrere Fortbildungstage im Jahr zu, für die Sie ein entsprechendes Budget bereitstellen.
Das müssen nicht immer externe Referenten sein, auch ein abteilungsübergreifender Austausch, ein Kurzvortrag von wichtigen Kunden oder auch eine offene, wöchentliche Gesprächsrunde kann wertvolle Impulse geben.
TIPP: Machen Sie ein festes Angebot daraus, bei dem sich interne und externe Referenten abwechseln.

Wertschätzung ab dem ersten Tag
Es lohnt sich, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern schon VOR dem ersten Tag im Unternehmen Wertschätzung zu zeigen. Und zwar durch einen durchdachten Onboarding-Prozess.
Ein paar Punkte, die dazu beitragen:

1. 14 Tage vor Arbeitsbeginn verschicken Sie an den Mitarbeiter einen Willkommensgruß. Er enthält Nützliches, Wissenswertes oder Wichtiges rund ums Unternehmen wie die Firmenphilosophie, in der Sie Ihre Ziele erläutern. Oder ein Buch – mit nützlichem Wissen für den neuen Job.
2. Der Arbeitsplatz ist fertig eingerichtet, wenn der Mitarbeiter anfängt. Mit E-Mail-Adresse, Visitenkarten, Infomappen, Foto und Kontakt zu den wichtigsten Ansprechpartnern, etc., am besten auch einem kleinen Präsent und einem Blumenstrauß.
3. Nehmen Sie sich Zeit für ein Begrüßungsgespräch, einen Rundgang zu den Kollegen sowie die Erklärung all Ihrer Interna – vom WC über den Kopierer bis zur Arbeitssicherheit.
Laden Sie hier kostenfrei meine Checkliste für die Einführung neuer Mitarbeiter herunter.



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