Diese 3 Chancen der Mitarbeiterbeurteilung sollten Sie nutzen

10. Juni 2020

Die jährliche Mitarbeiterbeurteilung ist in vielen Unternehmen bei Vorgesetzten und Mitarbeitern gleichermaßen unbeliebt. Mitarbeiter befürchten unangenehme Überraschungen, Vorgesetzten fehlt oft eine klare Struktur und sie fühlen sich ebenfalls unsicher. Mit den folgenden Tipps wird die Mitarbeiterbeurteilung zu einem fruchtbaren Gespräch für beide Seiten.

Mitarbeiterbeurteilung: Eine Definition

Die Mitarbeiterbeurteilung gehört zum Personalmanagement. Ihre Bestandteile sind Leistung, Verhalten und die Persönlichkeit des Mitarbeiters. Die Beurteilung dieser Punkte entsteht durch Beobachtung und Bewertung des Mitarbeiters durch den Vorgesetzten. Danach folgt das Gespräch zur Mitarbeiterbeurteilung.

Im Mitarbeitergespräch werden die Ergebnisse der Beobachtung und Bewertung dargelegt. Ziel ist es, das Entwicklungspotential des Mitarbeiters zu fördern, zum Beispiel durch neue Aufgaben oder Qualifizierungen. In vielen Unternehmen gehört auch eine Selbsteinschätzung des Mitarbeiters zu diesem Vorgang. Die Mitarbeiterbeurteilung durch den Vorgesetzten findet in den meisten Unternehmen einmal jährlich statt.

Das Ziel der Mitarbeiterbeurteilung

Bei jeder Aktivität ist es nützlich, das angestrebte Ziel zu klären. Das sollte also der erste Schritt bei der Erstellung einer Mitarbeiterbeurteilung sein. Aus dieser Zielsetzung ergibt sich die Gesprächsführung.

Das Ziel der Mitarbeiterbeurteilung hängt immer mit den Unternehmenszielen zusammen. So ist jedes Einzelgespräch ein Teil auf dem Weg zum Unternehmensziel, das Vorgesetzte und Mitarbeiter miteinander verbindet. Wenn jeder Einzelne seine Aufgaben optimal erfüllt, werden alle gemeinsam die Unternehmensziele erreichen. Hier können Sie also einordnen: Persönliche Ziele des Mitarbeiters, seine Stärken und das vorhandene Verbesserungspotential sowie seine Wünsche, die sich auf die Rahmenbedingungen der Tätigkeit oder auf bestimmte Weiterbildungen beziehen.

Im folgenden Video gebe ich Ihnen einen Einblick in unserer Zielsetzung und wie wir sie visualisieren.

Das Ziel der Mitarbeiterbeurteilung ergibt sich aus den Unternehmenszielen.

Chance Nummer 1: Mitarbeiterbeurteilung als Gesprächsangebot

Im Geschäftsalltag ist oft wenig Zeit für ein ruhiges Gespräch, eine Reflektion oder die Entwicklung einer beruflichen Perspektive. Hier füllt die Mitarbeiterbeurteilung eine Lücke in der Alltagskommunikation.

Diese Herangehensweise nimmt dem Vorgesetzten und dem Mitarbeiter den inneren Druck und kann eine positive Erwartungshaltung wecken. Damit das Gespräch gelingt, ist es optimal, wenn beide Teilnehmer sich gut darauf vorbereiten. Dem Vorgesetzten helfen hier zum Beispiel diese Formulare aus unserem Downloadcenter:

  • Der Leistungsbeurteilungsbogen für Mitarbeiter. Wenn Sie oder ein anderer Vorgesetzter diesen regelmäßig im laufenden Jahr ausgefüllt haben, können Sie sich schon ein recht gutes Bild von den Stärken und Schwächen des Mitarbeiters und von seiner Entwicklung im vergangenen Jahr machen.
  • Das Mitarbeiter-Wissensprofil weist den Wissensstand des Mitarbeiters aus und kann damit einen Beitrag zu den nächsten Weiterbildungsschritten leisten.
  • Die Mitarbeiterbeurteilung aus dem Vorjahr zeigt Ihnen, welche Vereinbarungen getroffen wurden. An diese können Sie anknüpfen.

Dem Mitarbeiter helfen diese drei Checklisten bei der Vorbereitung auf die Mitarbeiterbeurteilung:

Diese strukturierten Checklisten erleichtern dem Mitarbeiter nicht nur die Selbsteinschätzung, sondern helfen ihm auch bei der Formulierung seiner Vorschläge und Anliegen bezüglich seiner Arbeitssituation.

Extra-Tipp: Geben Sie dem Mitarbeiter das erste Wort. Dies erleichtert es Ihnen beiden, einen Gesprächsfaden zu finden.

Chance Nummer 2: Mitarbeiterbeurteilung als Teil einer positive Fehlerkultur

Verliefen die früheren Mitarbeitergespräche trotz guter Vorbereitung eher angespannt, weil der Mitarbeiter voller Angst auf die Liste seiner Fehler und entsprechend vernichtende Kritik wartet? Dann ist es Zeit für eine positive Fehlerkultur.

Meine Erfahrung: Werden im Unternehmen Fehler als Chancen zur Verbesserung gesehen, wirkt sich das auf die Stimmung im Gespräch zur Mitarbeiterbeurteilung aus. Wenn wir Fehler von der Person trennen, entdecken wir eher die darin liegende Chance zur Verbesserung.

So fragen wir nicht mehr: Wer hat den Fehler gemacht? Sondern: Warum ist es dazu gekommen? Wenn dieses „Warum“ drei- vier- oder fünfmal wiederholt wird, können ganze Prozesse so optimiert werden, dass das ganze Unternehmen davon profitiert.

Chance Nummer 3: Einander besser kennenlernen

Auch die folgende Sichtweise ist in vielen Unternehmen noch Neuland: Die Mitarbeiterbeurteilung ist eine Chance für den Mitarbeiter und für den Vorgesetzten. Im besten Fall lernen beide einander von einer neuen Seite kennen; vielleicht zeigt sich der Vorgesetzte als unerwartet aufmerksamer Zuhörer oder der Mitarbeiter überrascht mit einem Wissensgebiet, das er sich im letzten Jahr erschlossen hat.

Bei guter Vorbereitung, genügend Zeit und einem ruhigen Raum kann sich eine entspannte Gesprächsatmosphäre entwickeln.

Hier gebe ich Ihnen noch 5 bewährte Tipps für ein gelingendes Gespräch zur Mitarbeiterbeurteilung:

  1. Im Büro nutzen Sie den Besprechungstisch; so ist mehr Nähe möglich als wenn der Schreibtisch zwischen Ihnen steht.
  2. Denken Sie auch daran, Getränke bereitzustellen; das lockert die Stimmung schon am Anfang auf.
  3. Heben Sie die Fortschritte und Stärken des Mitarbeiters hervor. Mit einer wertschätzenden, konstruktiven Haltung können Sie auch Verbesserungspotential aufzeigen, ohne Ihr Gegenüber zu verletzen.
  4. Gemeinsam entwickelte Lösungen, um Schwächen zu überwinden und Potential zu fördern haben eine starke Motivationskraft.
  5. Geben Sie dem Mitarbeiter auch Raum für seine Anliegen und Ideen. Daraus können sich überraschende Lösungen für einzelne Situationen oder ganze Prozesse im Unternehmen ergeben.
Eine wertschätzende Haltung in der Mitarbeiterbeurteilung zeigt Stärken und Entwicklungspotential.

Extra-Tipp: Wenn Sie sich selbst ein Bild von den verschiedenen Arbeitsplätzen im Unternehmen machen wollen, empfehle ich Ihnen ein kleines Experiment: Mischen Sie sich an einem Tag im Jahr unter die Mitarbeiter und arbeiten sie in Ihrem eigenen Team mit; nicht als Chef, sondern als ein Teammitglied. Dieser Perspektivwechsel wird für Sie überraschend erkenntnisreich sein, auch im Hinblick auf die Mitarbeiterbeurteilungen. Hier geht es zum kostenlosen Leistungsbeurteilungsbogen für Ihre Mitarbeiter.



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