Warrior oder Worrier – Zukunft wird aus Leidenschaft gemacht!



Ich bin überzeugt, unser Land braucht Menschen, die bereit sind für etwas zu kämpfen. Es gibt zu viele Zauderer. Da sind zu viele Problematisierer, zu viele Sorgenfalter, zu viele Mutlose. Doch Mut ist ein Anagramm von Glück, wie die Poetry Slammerin Julia Engelmann so genial formuliert. Also gehen wir es an: seien wir Warrior statt Worrier!

Was ist das Problem

Was passiert mit der Digitalisierung? Wie werden wir in Zukunft arbeiten? Schaffen wir den Anschluss an die Zukunft? Wir leben in bewegten Zeiten. Wir stehen vor großen Herausforderungen. Doch statt uns im Problematisieren zu verlieren, sollten wir die Zukunft mit Leidenschaft gestalten. Denn Probleme sind immer Chancen.

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Zukunft lässt sich gestalten

Vier Erkenntnisse für Zukunftsgestalter

Im vergangen Jahr reisten wir durch das Silicon Valley. An der Reise nahmen wir als Geschäftsleitung von Tempus teil und auch etliche unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besuchten diesen weltweit so einzigartigen Standort für Innovationen. Vier Erkenntnisse habe ich auf der Reise in mich aufgesogen.

Erkenntnis Nr. 1: Probleme sind Chancen

Es ist dieser Spirit, diese Kultur, die mich bei unserer Reise durch das Silicon Valley am meisten inspiriert hat! Probleme sind Chancen. Sie sind neue Märkte, denn sie sind die Möglichkeit, Lösungen zu verkaufen, von denen heute noch niemand etwas ahnt. Wenn Sie ein Warrior sein wollen, sollten Sie sich Ihren Einflussbereich erobern und Ihren Interessenbereich verlassen! Wir bewegen uns viel zu oft und viel zu intensiv im Bereich unserer Interessen. Es ist interessant, über Politik zu schimpfen. Es ist interessant, sich über gesellschaftliche Entwicklungen zu ärgern. Es ist interessant, anderen die Schuld zu geben! Doch verändern wird sich durch diese Einstellung nichts! Aus diesem Grund müssen wir konsequent nach dem suchen, was wir verändern, bewegen und gestalten können.

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Gehen wir es an: Gestalten wir Zukunft!

Wir müssen den Interessenbereich verlassen und den Einflussbereich betreten. Der Einflussbereich ist der Bereich, den wir gestalten können. Finden Sie heraus, was Sie bewegen können und dann gehen Sie es an. Verlieren Sie keine Zeit im hätte, sollte, müsste! Entdecken Sie die Freiräume, in denen Sie können, sollen, müssen!

 

Erkenntnis Nr. 2: Wer liebt, der kämpft!

Erinnern Sie sich noch daran, wie Sie Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner das erste Mal begegnet sind? Wir haben die Nacht zum Tag gemacht. Zeit spielte keine Rolle. Wir waren voller Energie, um diesen einen Menschen kennenzulernen, zu gewinnen und zu erobern. Wer etwas wirklich liebt, der kämpft! Das gilt nicht nur für Partnerschaften. Das gilt auch für das Berufsleben. Ich bin glücklich, mit Menschen zusammenarbeiten zu dürfen, die das, was sie tun lieben. Plötzlich spielt Zeit keine Rolle mehr.

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Leidenschaft ist, wenn Zeit keine Rolle spielt!

Auf unserer Reise besuchten wir auch den Facebook-Campus. Zwei Geschichten haben mich dort begeistert. Zum einen war da die Begegnung mit einer Mitarbeiterin, die wir fragten, was Facebook für sie bedeutet. Sie sagt: "Facebook ist mein Leben!". Zum anderen wurde uns berichtet, dass Facebook regelmäßig sogenannte Hackatons durchführt. Diese regelmäßigen Events sind Hack-Marathons, bei denen die Programmierer sich regelmäßig treffen, um bis spät in die Nacht ihrer Leidenschaft für das Programmieren nachgehen. Sie treffen sich für einen Wettbewerb der besten Ideen. Dafür programmieren sie auf dem Campus und stellen dann ihre Idee Mark Zuckerberg vor. Die beste Idee wird prämiert. Das Ergebnis sind neue Innovationen und neue Visionen. Auch hier spielt Zeit keine Rolle!

Das Silicon Valley ist ein Zukunftslabor, weil diese Kultur dort herrscht. Klick um zu Tweeten

 

Erkenntnis Nr. 3: Fail faster - scheitern Sie schnell und schmerzlos!

Lösen Sie sich von dem Gedanken, sie müssten erst alle Faktoren kennen und wissen, was in fünf Jahren ist, bevor Sie mit einer Idee starten. Es ist besser, einfach loszugehen und zu machen. Testen Sie, ob etwas funktioniert oder nicht. Es geht darum, aus Niederlagen und Fehlschlägen schnell Erfahrungen zu sammeln. Seien Sie die Ersten, die mit den Fragen der Digitalisierung in Ihrem Geschäftsbereich Erfahrungen sammeln. Diese Erfahrungen sind das wertvolle Kapital für die Zukunft und eine unbezahlbare Anlage. Deshalb finde ich es richtig, wenn es heißt: "Fragen Sie nicht um Erlaubnis, sondern bitten Sie im Zweifel um Verzeihung!" Nicht anders sind übrigens die meisten von uns zu ihren heutigen Partnerinnen und Partnern gekommen: wir sind Risiken eingegangen. Die Angst vor Fehlern führt dazu, das Chancen vertan werden!

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Aus Fehlern lernen und gemeinsam nach Lösungen suchen.

 

Erkenntnis Nr. 4: Umgeben Sie sich mit dem richtigen Umfeld

Warrior und Worrier - Kämpfer und Sorgenfalter - haben eine gemeinsame Eigenschaft. Sie gedeihen am besten unter ihresgleichen. Darum suchen Sie sich Gleichgesinnte! Schaffen Sie sich ein Umfeld aus Menschen, die leidenschaftlich sind, die Lösungen mehr lieben als Probleme und die bereit sind, für das, was sie lieben, zu kämpfen.

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Suchen Sie sich Gleichgesinnte

Und was mach ich als Unternehmer?

Als Unternehmer möchte ich Warrior gewinnen! Wenn das gelingen soll, muss ich bei mir beginnen. Die oben genannten vier Erkenntnisse haben für mich als Unternehmer entscheidende Konsequenzen!

Konsequenz Nr. 1: Hire for Attitude!
Die erste Konsequenz betrifft unser Einstellungsverfahren. Wichtiger als das Know How ist die Einstellung eines Mitarbeiters. Passt die Person in unsere Kultur? Im Silicon Valley sind die Einstellungsprozesse häufig sehr lang. Bei Zappos dauert der Prozess in der Regel drei Monate. Es gibt Praktika und Probezeiten. Die Fragen im Bewerbungsverfahren lauten nicht: "Wo siehst Du Dich in fünf Jahre?", sondern "Wer ist Dein Vorbild?", "Mit wem würdest Du gerne einmal länger telefonieren? Warum?", "Wenn Du eine Motto-Party feiern solltest, wie hieße das Motto und warum?". Zwei Dinge sind wichtig: die Eigenmotivation und das Lernen wollen!

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Hire for Attitude - stellen Sie Gleichgesinnte ein!

Ein Unternehmen erzählte uns, dass sie Abfindungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zahlen, die nach der Probezeit aussteigen. Das funktioniert ungefähr so: sollte der Mitarbeiter nach seiner Probezeit auf der Kippe stehen, wird ihm eine Abfindung angebunden. Wenn er das Geld liebt, wird er aussteigen. Wenn er die Arbeit liebt, wird erneut über Kultur, Werte, Ziele und Erwartungen gesprochen.

Konsequenz Nr. 2: Die Möglichkeit schaffen, an Lösungen zu arbeiten!
Eine Kultur, in der Probleme als Chancen gesehen werden und in der die Lösungssuche belohnt wird ist das Ergebnis von Managemententscheidungen. Als Unternehmer müssen wir die Freiräume schaffen, in der Lösungen gesucht werden können.

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Schaffen Sie Räume, in denen Innovation entstehen kann.

Doch häufig sind unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so sehr in das System aus Feuerlöschen und kurzfristiger Problemanalyse eingebunden, dass sie zur Arbeit an Lösungen gar nicht kommen. Sie arbeiten im System, anstatt am System zu arbeiten. Als Unternehmer muss ich Freiräume schaffen, um am System zu arbeiten, in dem ich Zukunfts- und Strategietage einplane, Kreativkonferenzen durchführe und Zukunftsteams installiere.

Konsequenz Nr. 3: Schnelligkeit geht vor Genehmigung
Unsere eigentliche Angst sollte sein, etwas zu verpassen und nicht, etwas verkehrt zu machen. Doch viel zu oft sind die Prozesse zu lang und die Genehmigungsprozesse dauern ewig. Niedrige Hierarchien sind kein Selbstzweck und kein Allheilmittel. Sie sind aber dann absolut sinnvoll, wenn sie den Weg zum Erreichen eines Zieles abkürzen und optimieren. Aufgabe des Managements ist es aus meiner Sicht, gute, messbare, klare Ziele zu definieren.

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Fördern Sie proaktive Mitarbeiterinnen und Lösungssucher.

Den Weg, wie die Ziele erreicht werden, sollte der Mitarbeiter selber wählen dürfen! Dafür müssen wir Macht und Kontrolle abgeben und loslassen!

Darauf kommt es an

Von Kriegern zu sprechen ist nicht unproblematisch. Ich hoffe, es ist rübergekommen, was ich damit meine. Es geht um Leidenschaft, um Liebe. Aus Leidenschaft entsteht Zukunft, davon bin ich überzeugt. Wir sollten aufhören zu lamentieren. Wir sollten Zukunft gestalten. Das Silicon Valley ist deswegen ein Zukunftslabor, weil diese Kultur dort herrscht. Doch letzten Endes kann diese Kultur überall gedeihen. Sie ist nicht abhängig von einem Ort, sondern von unserer inneren Haltung gegenüber Problemen!



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