Ich hab da ne Idee! Optimieren Sie Ihre Meetingkultur mit der richtigen Kreativitätstechnik



Kreative Ideen fallen nicht vom Himmel. Sie sind das Ergebnis kreativer Prozesse. Zu früh geäußerte Bedenken oder Schwierigkeiten im Umgang mit Sackgassen und mit der Priorisierung führen dazu, dass kreative Prozesse in Gruppen sterben, bevor sie richtig begonnen haben. Lesen Sie, wie Sie durch den Einsatz der richtigen Kreativitätstechnik Ihre Sitzungsarbeit optimieren können.

Kreativität ist das Ergebnis eines guten Settings und einer guten Moderation. Klick um zu Tweeten

Was ist das Problem

Gerade als so etwas wie Flow im Raum entsteht, macht der Bedenkenträger, das was er am besten kann: „Ja, aber ich habe da so meine Fragen!”. Plötzlich ist die Musik aus und alle starren sich an. Vielleicht kennen Sie diese Situation? Oder: es will einfach keine Kreativität entstehen, weil noch nicht die richtigen Fragen gestellt wurden. Wieder schweigt die Gruppe! Es kann aber auch sein, dass die Ideen gesprudelt sind, nun fehlt Ihnen ein Werkzeug, die vielen Gedanken zu priorisieren. Für diese drei Situationen möchte ich Ihnen die eine oder andere Kreativitätstechnik nennen, mit der Sie den Knoten lösen und den kreativen Prozess voranbringen können.

Kreativitaetstechnik setzt Energie frei
Der Einsatz der richtigen Kreativitätstechnik setzt Energie frei.

So funktioniert es

Kreativitätstechnik Nr. 1: „Ja, aber ...” oder „Ja, und...”

Ein Satz, der mit „Ja, aber...” beginnt, ist in Gruppen, die miteinander kreativ werden wollen, der Kreativitätskiller Nr. 1. Es muss nur ein einzelnes „Ja, aber...” fallen und die Luft ist raus. Der Flow ist unterbrochen. Bei einem Geschäftspartner von mir habe ich folgende Kreativitätstechnik gelernt, die toll verdeutlicht, wie ein „Ja, aber...” wirkt.

Bedenkentraegern mit Kreativitaetstechnik begegnen
Begegnen Sie den Bedenkenträgern mit der richtigen Kreativitätstechnik!

Bei dieser Kreativitätstechnik stellen Sie der Gruppe die Aufgabe, in Gedanken nach Singapur zu reisen! Die Gruppe soll diese Reise nach Singapur nun planen. Fordern Sie dazu auf, jeden Satz mit einem „Ja, aber ...” zu beginnen. Meistens wird der zweite Satz lauten: „Ja, aber wir haben gar kein Geld!” Vielleicht antwortet eine Person: „Ja, aber ich könnte meine Oma fragen, ob Sie uns etwas Geld gibt!” "„Ja, aber die hat doch gerade letzte Woche uns Geld gegeben!” ... usw. Spielen Sie das Spiel einige Zeit, bis die Ideen sterben. In der Regel wird die „Ja, aber...”- Gruppe nie in Singapur landen.

Singapur fuer Kreativitaetstechnik
Eine Reise nach Singapur? Mit der richtigen Kreativitätstechnik ist das kein Problem!

Nun fordern Sie bei dieser Kreativitätstechnik die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf, jeden Satz mit einem „Ja, und...” zu beginnen. Die Gruppe merkt schnell, dass die Chance, nach Singapur zu kommen, plötzlich wächst. In der Regel landet man nach einiger Zeit tatsächlich in dem Inselstaat!

Vereinbaren Sie mit der Gruppe, nachdem Sie diese Kreativitätstechnik angewandt haben, dass die „Ja, abers...” an anderer Stelle gehört werden und Raum haben, dass sie aber in dieser Sitzung nach Möglichkeit draußen bleiben sollten.

Kreativitätstechnik Nr. 2: Question and Answer

In Situationen, in denen man auf der Stelle tritt, hilft die Kreativitätstechnik „Question and answer”. Fordern Sie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf, nach Fragen zu suchen. „Was würde passieren, wenn...”, „Woran würden wir merken, dass ...”, „Woran würden unsere Kunden merken, dass...”. Suchen Sie Fragen, die Resonanz auslösen und spannend klingen!

Richtigen Fragen fuer Kreativitaetstechnik
Bei den meisten Kreativitätstechniken helfen die richtigen Fragen, Knoten zu lösen.

Lassen Sie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kreative Fragen entwickeln und suchen Sie nach entsprechenden Antworten. Häufig ergeben sich aus den Antworten neue Fragen. Die Kreativitätstechnik hilft der Gruppe, Knoten und Blockaden zu lösen und sich auf neue Gedanken einzulassen.

Kreativitätstechnik Nr. 3: OMIPC

Häufig fehlt es nicht an Ideen, sondern an der Fähigkeit, Ideen zu priorisieren. Bei der Bewertung von Ideen hilft die Kreativitätstechnik mit dem sperrigen Namen OMIPC. Die einzelnen Buchstaben stehen für folgende Begriffe:

O = Ownership (Einflussmöglichkeit)
M = Motivation
I = Imagination (Vorstellungskraft)
P = Passion (Leidenschaft)
C = Champion (Umsetzungstreiber)

Priorisierung fuer Kreativitaetstechnik omipc
Die Priorisierung fällt leicht mit der Kreativitätstechnik OMIPC.

Bei dieser Kreativitätstechnik lassen Sie die Gruppe die einzelnen Kriterien auf die Ideen, die Ihnen vorliegen, anwenden:

Ownership (Einflussmöglichkeit)

Wir hoch ist die Einflussmöglichkeit (Ownership) der Gruppe auf die Idee? Können sie Entscheidungen treffen? Können sie die Lösung initiieren und umsetzen?

Motivation

Verspüren Sie Motivation bzgl. der Herausforderung? Interessiert Sie das Thema wirklich? Haben Sie etwas beizutragen? Löst das Thema Resonanz in der Gruppe aus?

Imagination (Vorstellungskraft)

Braucht die Bearbeitung der Idee Kreativität und Vorstellungskraft? Ist es herausfordernd genug, so dass es für die Gruppe interessant ist, an dem Thema weiterzudenken?

Diese drei Kriterien sind die Hauptkriterien dieser Kreativitätstechnik, doch es gibt zwei weitere Hinweise zur Priorisierung Ihrer Ideen.

Passion (Leidenschaft)

Leidenschaft ist die Steigerung von Motivation. Ich würde im Zweifelsfall mich immer eher für die Idee entscheiden, bei der ich merke, da ist etwas im Raum, das über Motivation hinausgeht. Da ist Leidenschaft.

Champion (Umsetzungstreiber)

Besonders spannend sind immer die Ideen, für die es schon begeisterte Fürsprecher und Umsetzungspartner gibt. Wenn einzelne Personen bereits daran interessiert sind, eine gute Lösung zu finden und wenn sie diese auch vorantreiben würden, dann ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass es sich lohnt, die Idee weiter zu verfolgen.

Kreativitätstechnik Nr. 4: Die Kärtchenabfrage

Die Kärtchenabfrage ist eine Kreativitätstechnik, die dazu beiträgt, eine Gruppendynamik zu vermeiden, bei der alle dem ersten und lautesten Votum eines Vielredners folgen. Fordern Sie die Teammitglieder auf, Ihre Position auf einem Kärtchen zu formulieren. Nach einer Bedenkzeit legen alle Ihre Karten in die Mitte und sprechen darüber.

Darauf kommt es an

Kreativität entsteht selten von alleine. Sie ist das Ergebnis eines guten Settings und einer sensiblen und guten Moderation. Damit Kreativität entsteht, müssen kreative Räume geschaffen werden. Die richtige Kreativitätstechnik hilft, Gespräche zu öffnen, Blockaden zu lösen und gute Ergebnisse zu erzielen.

Kreativitaetstechnik als Ergebnis von Setting
Kreativität ist das Ergebnis des richtigen Settings und einer guten Moderation.

Extra-Tipp

Ich empfehle gerne das Buch „Denkwerkzeuge” von Florian Rustler. Aus diesem Buch stammt OMIPC und es enthält etliche weitere tolle Ideen und so manche grandiose Kreativitätstechnik.

Und Sie?

Haben Sie weitere Ideen oder Literaturhinweise für die ein oder andere spannende Kreativitätstechnik? Ich lerne gerne dazu und freue mich auf Ihre Hinweise. Wir stellen sie anderen Leserinnen und Lesern dieses Blogs gerne zur Verfügung.



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