Wenn die Galle überläuft: Körperliche Symptome von Stress verhindern



Kennen Sie das? Ein ungelöster Konflikt „liegt Ihnen im Magen“, sie haben „die Nase voll“ oder Ihnen „läuft die Galle über“. Der Volksmund kennt einige Redewendungen, die alle dasselbe aussagen: Der Körper zeigt an, wenn der Stress überhand nimmt. Doch was geht da eigentlich in uns vor sich und sind wir dem hilflos ausgeliefert?

Auf diese wichtigen Fragen gehe ich heute ein. Wichtig sind sie, weil sich hinter körperlichen Symptomen von Stress häufig ernstzunehmende psychische Erschöpfung verbirgt. Als Führungskraft kann ich meinem Mitarbeiter zwar keine Tablette gegen Magendrücken verordnen, ich kann jedoch für ein Klima sorgen, das Magenschmerzen und andere körperliche Symptome von Stress gar nicht erst entstehen lässt.

Inhalt

Stress: Alarm im System

Der Begriff „Stress“ ist abgeleitet vom englischen „stringere“ und bedeutet Anspannung. Die Anspannung in Körper, Geist und Seele ist eine natürliche Überlebensstrategie und hilft uns dabei, kurzzeitig hohe Anforderungen zu bewältigen. Wenn zum Beispiel ein Abgabetermin drückt oder eine Prüfung ins Haus steht, schalten wir auf „Hochleistung“, um diese Anforderungen zu bewältigen:

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Körperliche Symptome von Stress werden bei dauernder Überlastung zum Dauerproblem.

Hormone wie Adrenalin und Cortisol kurbeln unsere Aktivität an. Alle Körperfunktionen, die wir jetzt benötigen, werden „gepusht“: Die Bauchspeicheldrüse schüttet besonders viel Insulin aus, um die Zellen – zum Beispiel in den Muskeln - mit Glukose (Zucker) zu versorgen. Außerdem wird die Atmung schneller, der Blutdruck steigt und die Versorgung mit Sauerstoff wird hochgefahren. Das Gehirn arbeitet auf Hochtouren: Das Denken wird beschleunigt, das Erinnerungsvermögen aktiviert. Die Konzentration richtet sich völlig auf die Herausforderung, wir bekommen eine Art „Tunnelblick“.

Entspannung: Ruhe im System

Diese körperlichen Symptome von Stress klingen wieder ab, sobald das Nervensystem „Entwarnung“ funkt. Die Muskeln entspannen, das Gehirn schaltet auf „Entspannung“, Atmung und Blutdruck beruhigen sich und der Insulinspiegel sinkt auf das normale Maß. Es folgt eine Phase der geistigen und körperlichen Erholung, oft erkennbar an plötzlicher Müdigkeit.

Dauert die als Stress erlebte Situation an, treten auch körperliche Symptome von Stress weiterhin auf. Das heißt, unser System bleibt in Anspannung. Das überlastet die Organe und kann zu Erkrankungen führen. Denn das beschriebene Geschehen läuft unbewusst ab und wir „merken“ oft gar nicht mehr, dass der Körper im „Stressmodus“ ist und dringend Entspannung braucht. Es ist zum Beispiel leicht vorstellbar, dass ein auf Dauer angespannter Muskel sich mit chronischem Schmerz bemerkbar macht. Doch wir sind diesem Geschehen nicht machtlos ausgeliefert.

Stressbewältigung: Es kommt (nicht nur) auf die Einstellung an

Stress kann durch unterschiedliche Auslöser entstehen. Die Forschung weiß heute, dass schon Bilder von gefährlichen Situationen körperliche Symptome von Stress auslösen. Wer sich also ständig „Horrorszenarien“ vorstellt, bereitet seinem Körper dadurch vermeidbaren Stress. Weiterhin spielt eine Rolle, wie wir die Situation bewerten. Oft reagieren wir reflexartig auf Situationen, die von außen betrachtet nicht gefährlich sind. Hier lohnt es sich, genau hinzuschauen.

Lesetipp: Das transaktionale Stressmodell: Immer wissen, was zu tun ist.

Allerdings gibt es auch Stress, der nachweislich belastend wirkt. Mit der AKAD-Hochschule Leipzig führten wir die größte Online-Befragung zur Arbeitseffizienz unter Büroarbeitern durch. In dieser Studie kamen Stressfaktoren zum Vorschein, die eine Bremse für die Arbeitseffizienz sind.

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Ständige Überlastung kann körperliche Symptome von Stress verursachen.

Lesetipp: Hier finden Sie Alle Ergebnisse der größten Arbeitseffizienzstudie

Wir können also den Quellen von Stress auf die Spur kommen und Abhilfe schaffen. Die Methoden von Büro-Kaizen bieten dafür eine Fülle von Möglichkeiten. Drei davon stelle ich Ihnen hier vor. Im Anschluss an diesen Artikel finden Sie Links, die Sie zu weiteren erprobten Methoden führen.

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Vorbeugen: 3 Tipps für entspanntes Arbeiten

Von den vielen Möglichkeiten für erfolgreiches und entspanntes Arbeiten stelle ich Ihnen hier drei vor, die für sofortige Entlastung sorgen. Damit tragen sie spürbar dazu bei, körperliche Symptome von Stress zu vermeiden.

Ruhe bitte: Das Telefonzimmer
Wahrscheinlich kennen Sie das: Sie telefonieren mit einem wichtigen Kunden und können sich nur schlecht konzentrieren. Grund: Der Kollege neben Ihnen telefoniert ebenfalls – und das recht laut. Außerdem stehen hinter Ihnen zwei Kollegen, die sich angeregt über das Wochenende unterhalten.
Ihr Nacken spannt sich an, der Magen beginnt, leise zu rumoren: Körperliche Symptome von Stress stellen sich ein.

So geht es nicht nur Ihnen, sondern vielen Büroarbeitern, die ein Büro mit anderen Kollegen teilen. Abhilfe schafft hier das Telefonzimmer. Gemeinsam mit Ihrem Team können Sie dies planen und einrichten, denn es ist eine Revolution für die ganze Abteilung.

Wo Anerkennung fehlt und Angst vor Fehlern herrscht, stellt sich Stress ein. Das geht auch anders! Klick um zu Tweeten

3 Tipps für Ihr Telefonzimmer:

1. Der richtige Raum: Fast überall gibt es einen Abstellraum, der mit Dingen gefüllt ist, die längst nicht mehr gebraucht werden. Dieser Raum wird nun ausgeräumt. Wenn alle mit anpacken, geht das meist recht schnell.

Tipp: Holen Sie sich Anregung zum Entrümpeln in meinem Beitrag Gut entsorgt ist schon die halbe Ordnung.

2. Farben für die Stimmung: Natürlich können Sie den Raum einfach in Weiß streichen. Kleine Räume wirken mit hellen Farben größer. In dem Fall wählen Sie ein Altweiß, denn das reizt die Augen nicht, wie es ein reines Weiß tun würde.

Setzen Sie Farbakzente durch ein Bild oder – beim Einrichten – durch Utensilien. Hier eignen sich orange Farbtöne, gern auch gelbe. Sie regen an und unterstützen die Kommunikation. Damit sind sie Ideal für das Telefonieren.

3. Die Einrichtung: Ihr Telefonzimmer benötigt neben dem Telefon einen Arbeitsplatz mit ausreichender Beleuchtung und einen Computer. Außerdem sollten Sie an Vorlagen für Telefonnotizen denken, an einen Notizblock, Kugelschreiber sowie an ein laminiertes Telefonverzeichnis.

Tipp: Wählen Sie Möbel aus Holz oder Kunststoff, denn sie wirken geräuschdämpfend. Stahl oder Glas hingegen verstärkt die Geräusche.

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Das Telefonzimmer vermindert körperliche Symptome von Stress.

Lesetipp: Hier finden Sie noch mehr Anregungen zur Organisation Ihres Telefonzimmers: Endlich Ruhe

Sie werden sehen, dass Telefonate nun nicht mehr körperliche Symptome von Stress auslösen, sondern Zufriedenheit, weil sie frei von Ablenkungen verlaufen.

Lesetipp: Wenn Sie noch mehr für effiziente Telefonate tun wollen, empfehle ich Ihnen meinen Artikel zum Telefontraining.

Entspannung trotz Urlaub: Die Vertretungsregelung
Endlich Urlaub! Doch haben Sie auch an alles gedacht? Das Abschalten fällt schwer und körperliche Symptome von Stress stellen sich ein? Das lässt sich vermeiden, wenn Sie Vertretungsregeln einführen:

1. Post und E-Mails: Ihre Vertretung sollte die Posteingangsschale täglich leeren. Außerdem benötigt sie einen Zugang zu Ihren E-Mails.

2. Ablage: Gemeinsam genutzte Unterlagen legen Sie nach einem gemeinsamen System ab.

3. Checklisten für alle Tätigkeiten, die sich wiederholen, erleichtern Ihrer Vertretung die Arbeit.

4. Ein Übergabeprotokoll gibt der Vertretung und auch Ihnen selbst Sicherheit, dass nichts vergessen wird.

5. Eine Übersicht zur Vertretungsregelung stellt sicher, dass bei Abwesenheit eines Kollegen klar ist, wer ihn vertritt.

Tipp: Mehr über funktionierende Vertretungsregelungen lesen Sie in meinem Beitrag Fünf Tipps für eine wirksame Vertretungsregelung.

Zum Thema Checklisten finden Sie in meinem Artikel Checklisten verbessern die Organisation

Trittstein statt Stolperstein: Aus Fehlern lernen
So mancher Büroarbeiter schwitzt vor Angst, wieder einen Fehler „angekreidet“ zu bekommen oder hat, wenn es passiert, heftiges Magendrücken. Körperliche Symptome von Stress stellen sich schnell ein, wenn der Chef den Fehler nicht von der Person trennt. Er fragt: „An wem liegt es?“, anstatt zu fragen: „Woran liegt es?“

Dabei sind Fehler, richtig behandelt, eine Chance, dem gewählten Ziel näher zu kommen. Deshalb gebe ich Ihnen hier

3 Tipps für einen neuen Umgang mit Fehlern:

1. Trennen Sie Problem und Person. Das hat den Vorteil, dass Sie als Chef und Ihr Mitarbeiter eine sachliche Sicht einnehmen können. Von dieser Ebene aus sehen Sie eher eine Lösung, mit der Sie weitere Fehler dieser Art zu vermeiden.

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Der angstfreie Umgang mit Fehlern trägt dazu bei, körperliche Symptome von Stress zu vermeiden.

2. Fragen Sie „Warum“, und zwar fünfmal. Diese simpel anmutende Methode von Kaizen führt dazu, dass Sie über die „Symptome“ hinaus die Ursache eines Problems finden. Probieren Sie es einfach aus – Sie werden überrascht sein.

3. Nutzen Sie Potentiale Ihrer Mitarbeiter: Ein funktionierendes Vorschlagswesen motiviert die Mitarbeiter, zu Mitdenkern zu werden. Damit nutzen Sie wertvolle Potentiale, denn wer die Arbeit ausführt, sieht oft am deutlichsten die Möglichkeiten zur Verbesserung.

Körperliche Symptome von Stress stellen sich häufig ein, wenn Mitarbeiter keine Chance sehen, ihr Umfeld mitzugestalten. Ein funktionierendes Vorschlagswesen beinhaltet die Anerkennung und Umsetzung der Verbesserungsvorschläge und erhöht damit auch die Mitarbeiterzufriedenheit.

Lesetipp: Wie Sie ein Vorschlagswesen installieren, beschreibe ich Ihnen hier: Einmal Poka yoke mit Erfolgsgeschmack bitte

Und Sie?

Welches sind Ihre bewährten Methoden, um körperliche Symptome von Stress zu vermeiden? Schreiben Sie mir eine E-Mail oder hinterlassen Sie einen Kommentar unter diesem Artikel, ich freue mich darauf!

Zum Weiterlesen

In diesem Artikel habe ich Ihnen einige Möglichkeiten vorgestellt, körperliche Symptome von Stress zu vermeiden. Es gibt noch viele mehr, denn Stress kann sich überall dort einstellen, wo Ordnung und Übersicht fehlen, wo es keine Spielregeln gibt und wo es an Wertschätzung der Arbeit fehlt. Deshalb lege ich Ihnen hier meine Tipps zum Weiterlesen ans Herz:

Dauerhafter Stress kann zum Burnout führen. Wenn Sie wissen wollen, ob Sie in der Gefahr sind, auszubrennen, lesen Sie meinen Artikel Feuer und Flamme oder ausgebrannt.

Häufigste Auslöser für körperliche Symptome von Stress im Büro sind Effizienzkiller. Welche das sind und mit welchen Methoden Sie nachhaltig Abhilfe schaffen, lesen Sie in meinem Artikel Die 10 größten Effizienzkiller im Büro.

Einer der häufigsten Auslöser körperlicher Symptome von Stress ist Unordnung. Lesen Sie hier, wie Sie Ihren Schreibtisch vom Wühltisch zum Wohlfühltisch machen.

Und hier noch ein Artikel, der mir besonders am Herzen liegt. Der Grund: Fehlende Wertschätzung löst auf Dauer ebenfalls körperliche Symptome von Stress aus. Dabei ist es so leicht, die Mitarbeiterzufriedenheit durch echte Anerkennung zu fördern. Lesen Sie dazu meine 5 Tipps, wie Sie garantiert die Mitarbeiterzufriedenheit steigern.



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