Handysucht im Büro: 24/7-Erreichbarkeit kontra Effizienz



Handysucht im Büro: 24/7-Erreichbarkeit kontra Effizienz

Mein Haus, mein Auto, mein... Smartphone?! Längst ist das Handy zum Statussymbol geworden und ganz still und heimlich zum absoluten Must-have. Rund 40 Millionen Deutsche nutzen bereits eins. Bei etwa der Hälfte der Nutzer geht man Schätzungen zufolge von einer manifestierten Han-dysucht aus. So praktisch die kleinen Mobilgeräte auch sind, im Büro sind sie vor allem eins: massive Zeitdiebe! Also raus aus der digitalen Abhängigkeit!

Was ist das Problem

Sie betreten den Raum und die Köpfe sind bereits gesenkt? Nehmen Sie es locker, aber das hat höchstwahrscheinlich nichts mit Ihrem imposanten Auftreten zu tun, sondern wahrscheinlich mit einer fetten Handysucht der Kollegen. Den Blick gesenkt und aufs Display des Smartphones gerich-tet begegnen uns unsere Mitmenschen nicht mehr nur in der Straßenbahn oder im Café, sondern immer öfter auch im Büro. Das nervt! Und stört! Und ist außerdem ein absoluter Effizienzkiller. Denn wer ständig aufs Handy starrt, verliert seine Konzentration für die eigentlich anstehenden Aufgaben.

Handysucht lenkt vom Wesentlichen ab
Handysucht lenkt vom Wesentlichen ab.

So funktioniert es

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt – so sehe ich die Sache mit der Handysucht. Und damit Sie das enorme Ausmaß der Gefahr erkennen, möchte ich Ihnen drei Tipps geben, wo sich die Handysucht überwiegend bemerkbar macht. Und vor allem, was Sie dagegen tun können.

Tipp 1: Besprechungskiller

Die Besprechung ist optimal vorbereitet, niemand fehlt, es sieht ganz so aus, als könnten die Ta-gesordnungspunkte heute zügig abgearbeitet werden. Und dann klingelt es. Sie können sich das Augenrollen einiger Anwesender sicher vorstellen, denn wenn das Handy mitten im Meeting klin-gelt, reißt das ausnahmslos alle aus der Konzentration. Die Folge: Sie müssen nicht nur eine lästige Unterbrechung in Kauf nehmen, sondern sich im Kreis auch wieder neu sammeln, um dort weiter-machen zu können, wo Sie aufgehört hatten. Und das alles nur, weil ein Kollege sein Handy nicht ausgeschaltet hatte. Im schlimmsten Fall ist der rote Faden ganz verloren und muss erst mühsam wieder gesucht werden. Damit Ihnen das nicht immer wieder passiert, sollten Sie gemeinsame Spielregeln festlegen. Eine hier sehr sinnvolle wäre es, das Handy vor Besprechungen lautlos zu schalten. Oder eine gemein-same Regelung, die Handys beim Betreten des Besprechungsraums auf einem separaten Tisch abzulegen, damit keine Ablenkung durch eigehende Nachrichten droht. Ganz einfach, oder? Eine Einschränkung gibt es für Mitarbeiter, die für private Notfälle erreichbar sein müssen. Doch auch hier gibt es eine Lösung. Geben Sie den wichtigsten privaten Kontakten die Nummer der Zentrale und bitten Sie, im Notfall dort anzurufen. Ein Kollege aus der Zentrale kann Sie dann selbstverständlich im Notfall informieren und aus der Besprechung holen. Das wäre eine weitere Unterbrechung – klar. Aber seien wir mal realistisch: So viele Notfälle gibt es nun auch wieder nicht. Die Handysucht und die permanente Erreichbarkeit während der Meetings sind also völlig übertrieben. Weitere Tipps für sinnvolle Verhaltensregeln in Besprechungen habe ich in diesem separaten Beitrag gesammelt. Reinlesen lohnt sich!

Die Handysucht nimmt zu, die Konzentration ab. Klick um zu Tweeten

Tipp 2: Konzentrationshemmer

Eine Handysucht ist nicht nur nervig, sondern auch unheimlich kontraproduktiv, wenn Sie kon-zentriert arbeiten möchten. Denn manche Aufgabe braucht Zeit und Ruhe. Geht es zum Beispiel darum, eine Projektidee zu entwickeln, werden Sie nicht weit kommen, wenn Ihr Handy ständig klingelt, vibriert oder leuchtet. Die Neugier ist zu groß, das einfach zu ignorieren und die Handy-sucht treibt die meisten von uns dann doch wieder ans Gerät, um mal eben schnell nachzugucken. Und die vorherige Konzentration? Verpufft! Nun gibt es zwei Wege: Schalten Sie das Handy ab oder verlagern Sie das Nachsehen auf die Pause. In jedem Fall aber sollten Sie sich auf die Priorität Nummer eins in diesem Moment konzentrieren und das ist Ihre aktuelle Aufgabe. Wie Sie richtig priorisieren, können Sie ergänzend in meinem Artikel zur Priorisierung von Aufgaben lesen. Sie werden feststellen, dass hier für Handysucht kein Platz ist.

Handysucht muss direkt angegangen werden
Handysucht lenkt vom Wesentlichen ab.

Tipp 3: Zeitdieb

Handysucht mindert die Konzentration, aber auch die Effizienz. Ganz einfach, weil sie uns täglich sehr viel Zeit stiehlt. Kaum ein Zeitdieb ist so auf dem Vormarsch wie die Handysucht. Machen Sie sich doch einmal den Spaß und zählen Sie die Zeit am Handy während Ihrer Arbeitszeit zusammen. Ein Klingeln hier, eine What's-App-Nachricht da, eine Einladung für morgen Abend dort und die Einkaufslisten-App meldet neue Positionen, die Sie noch besorgen müssen. All diese Dinge sind nicht so wichtig, dass Sie ihnen während der Arbeitszeit Aufmerksamkeit schenken müssten. All diese Dinge lenken ab und rauben Zeit. Die große Arbeitseffizienz-Studie, die ich vor einiger Zeit durchführen ließ, fasst diese Zeitdiebe sogar in Zahlen. Die offiziellen Ergebnisse sind erschreckend und konstatieren einen ganzen Tag Arbeitszeitverlust durch Ablenkungen. Angesichts der zunehmenden Handysucht dürfte diese Zahl nicht nur realistisch, sondern in Zukunft nicht mehr ausreichend sein. Schalten Sie also öfter mal das Handy ab, oder legen Sie es gar nicht erst in Reichweite und erhöhen Sie spürbar Ihre Effizienz.

Darauf kommt es an

„Gelassen organisiert und stetig effizienter“, das ist mein Leitsatz von Büro-Kaizen®. Die Methode funktioniert in jedem Be-reich unseres Arbeitslebens, auch im Fall der Handysucht. Entrümpeln Sie Zeitdiebe, sorgen Sie für wenig Ablenkungen und konzentrieren Sie sich aufs Wesentliche. Dann ist Ihnen ein Plus an Zeit und Effizienz sicher.

Handysucht eliminieren bringt mehr Zeit
Weniger Handysucht bringt mehr Zeit. Garantiert!

Was der Tipp bewirkt

Eine handyfreie Zone kann unheimlich entspannend sein. Das Gefühl, nicht 24/7 aufs Smartphone gucken zu müssen, ob sich was getan hat, entzerrt den Alltag und sorgt dafür, dass Sie sich wesent-lich besser konzentrieren können.

Und Sie?

Blicken Sie auch auf gesenkte Häupter statt in die Gesichter Ihrer Kollegen? Dann wird es höchste Zeit, diesen Artikel zu teilen und gemeinsam im Team gegen die allgegenwärtige Handysucht anzukämpfen. Gemeinsam lassen sich neue Regeln ohnehin besser umsetzen. Setzen Sie doch gleich heute den ersten Impuls hierzu!



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