Kann man Google Pay auf dem iPhone verwenden?

22. Juni 2020

Der mobile Bezahldienst Google Pay wurde von Google im Mai 2015 angekündigt und ging im September desselben Jahres, zunächst nur in den Vereinigten Staaten, an den Start.

Nachdem der Dienst in der Folge in anderen Teilen der Welt, unter anderem in Großbritannien, Australien, Polen oder Japan, Spanien oder Brasilien veröffentlicht wurde, kamen im Juni 2018 auch deutsche Nutzer in den Genuss den Bezahldienst von Google nutzen zu können und seit Anfang 2019 ist Google Pay von der EU sogar offiziell als E-Geld-Institut anerkannt.

Doch können Nutzer, die irgendwann von einem Android Smartphone auf ein iOS Smartphone wechseln mit Google Pay auch über das iPhone bezahlen? Oder müssen diese auf dem Smartphone von Apple zwangsweise auf einen anderen Bezahldienst umsteigen?

Diese Frage möchten wir Ihnen im Folgenden ausführlich beantworten und Ihnen zudem die beliebtesten Alternativen zu Google Pay vorstellen, die Ihnen auf dem iPhone zur Verfügung stehen.

Goolge Pay auf dem iPhone nutzen

Wer sich entscheidet von einem Android Smartphone auf ein iPhone zu wechseln, der entscheidet sich in der Regel aufgrund von technischen Gründen zu diesem Schritt. Doch auch der eigene Freundeskreis oder die Familie können die eigene Entscheidung beeinflussen.

Den meisten Nutzern ist bei einem derartigen Smartphone-Wechsel wichtig, dass sich bestimmte Apps auch weiterhin nutzen lassen oder zumindest in alternativer Form nutzen lassen.

Was virtuelle Bezahldienste betrifft, halten Nutzer jedoch am liebsten ihrem gewohnten Dienst die treue, was der Tatsache geschuldet ist, dass man, um derartige Bezahldienste zu nutzen, seine Kontoverbindung und andere persönliche Daten bei dem jeweiligen Anbieter hinterlegen muss.

Wenn Sie bei Ihrem Wechsel von einem Smartphone mit Android Betriebssystem zu auf ein iPhone nach einer Möglichkeit suchen, um Google Pay auch auf dem Apple Smartphone zu nutzen, dann stoßen Sie im Internet recht schnell auf einen Link, der zu einer Google Pay App für das iPhone führt.

Zudem existiert sogar eine deutsche Support-Seite, auf der die Nutzer Informationen über Google Pay auf dem iPhone finden können.

Trotzdem ist es in Deutschland bis heute nicht möglich, den Dienst auf dem Apple Smartphone zu nutzen, denn sobald man den Link zu der Google Pay App für iOS auf dem iPhone aufruft, erscheint ein Hinweis, dass diese App derzeit nicht in Deinem Land oder Deiner Region verfügbar ist.

Dagegen können die Nutzer in den USA die Google Pay App bereits seit geraumer Zeit auf ihrem iPhone nutzen, wofür ein Smartphone mit iOS 7 vorausgesetzt wird.
Da Google sich bereits die Mühe gemacht hat, die Support-Seite für die Nutzung von Google Pay auf dem iPhone zu übersetzen, ist davon auszugehen, dass die App in der

Zukunft auch hierzulande verfügbar ist. Vor allem, da Apple mit Apple Pay hierzulande bislang wenig erfolgreich ist.

Es ist allerdings bereits abzusehen das, sollte Google Pay hierzulande irgendwann auf dem iPhone verfügbar sein, der Funktionsumfang, im Gegensatz zu Android-Geräten, ziemlich eingeschränkt sein dürfte.

Denn Apple gibt die NFC-Schnittstelle seines Smartphones nicht für andere mobile Bezahldienste frei, womit das bargeldlose Bezahlen mit Google Pay über das iPhone auch dann nicht möglich sein wird.

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Bargeldloses Bezahlen ist mit Google Pay durchaus möglich, allerdings nur mit Smartphones mit Android-Betriebssystem.

In den Vereinigten Staaten haben Apple-User unter anderem die Möglichkeit Geld an Freunde und Familienmitglieder zu senden oder Kundenkarten, Geschenkkarten, Angebote, Fahrkarten, Veranstaltungs- oder Flugtickets digital zu speichern.

Alternative Bezahldienste auf dem iPhone nutzen

Wenngleich Sie Google Pay in Deutschland nicht auf dem iPhone nutzen können, stehen Ihnen alternativ eine Reihe von anderen Bezahldiensten zur Verfügung.

Diese erinnern von Ihrem Funktionsumfang an den Bezahldienst von Google, mit dem Unterschied, dass Sie mit diesen Diensten, mit Ausnahme von Apple Pay, nicht bargeldlos über die NFC-Schnittstelle Ihres iPhones bezahlen können.

Apple Pay

Noch vor Google Pay ging mit Apple Pay der Bezahldienst von Apple an den Start, in den Vereinigten Staaten bereits im Oktober 2014. Deutsche Apple-User mussten sich dagegen bis Dezember 2018 gedulden, ehe der Dienst auch hierzulande genutzt werden konnte.

Um mit Apple Pay zu bezahlen, benötigen Sie lediglich ein iPhone 6 oder ein aktuelleres Modell und müssen ein Konto bei einer Bank besitzen, die Apple Pay unterstützt.
Aufgrund der Tatsache, dass zahlreiche Bezahlterminals bereits mit der NFC-Technik genutzt werden können, dürfte es an Einsatzmöglichkeiten keineswegs mangeln.

Darüber hinaus verspricht Apple seinen Nutzern eine hohe Sicherheit bei der Nutzung des Bezahldienstes, da hierbei weder Informationen zur Identität des Käufers, noch die Kreditkartennummer an den Händler weitergegeben wird. Und auch auf dem iPhone und den Servern von Apple sollen derart sensible Daten nicht gespeichert werden.

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Für iPhone-User, die bargeldlos per NFC-Schnittstelle bezahlen möchten, stellt Apple Pay einzige Möglichkeit dar.

Payback Pay

Der Payback Pay genannte Dienst ist, aufgrund der fehlenden NFC-Unterstützung für Bezahldienstleister auf dem iPhone, eine der wenigen Alternativen Möglichkeiten zur bargeldlosen Bezahlung auf dem iPhone.

Payback Pay richtet sich insbesondere an die Inhaber einer Payback-Karte, die damit fleißig Punkte sammeln. Denn diese können mit Payback Pay unter anderem bei Rewe, Aral, DM und anderen Läden bargeldlos bezahlen, was trotz der fehlenden NFC-Unterstützung auch mit dem iPhone möglich ist.

Bezahlt wird nämlich direkt über die Payback App, von der ein einzigartiger QR-Code generiert wird, welcher von speziellen Payback-Scannern eingelesen werden kann.
Eine Kreditkarte wird für die Nutzung von Payback Pay ebenfalls nicht benötigt, da die Abbuchungen bei diesem Bezahldienst bequem per Lastschrift erfolgen.

Der größte Nachteil des Dienstes liegt in der geringen Anzahl von Geschäften, welche den Bezahldienst unterstützen.

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Für Payback Pay benötigen Sie keine NFC-Schnittstelle, doch der Dienst wird nur von wenigen Geschäften unterstützt.

Saturn Smartpay

An Technik-Enthusiasten richtet sich die SATURN Smartpay App, die SATURN im Rahmen eines Pilotprojekts, zwischen September und November 2018, erstmals in München testete.

Zwischen Dezember 2018 und März 2019 wurde der Test dann auf das gesamte Produktsortiment eines SATURN Marktes in Hamburg ausgeweitet. Dort war es den Kunden in der Folge möglich, Ihre Produkte ganz einfach über die App zu kaufen, wodurch der Gang zur Kasse und das dortige Warten entfällt.

Zwischen Juli 2019 und Anfang 2020 wurde die Saturn Smartpay App dann in einer Berliner Filiale in Berlin Steglitz getestet, wo eine neue Form des mobilen Self-Checkouts zum Einsatz kam und im Gegensatz zu dem Test in Hamburg, auch Smartphones und Geschenkkarten über die App gekauft werden konnten.

Das größte Manko der SATURN Smartpay App liegt insbesondere in der Beschränkung auf eine Ladenkette, sodass sich der Bezahldienst ausschließlich an treue Kunden des Technikmarktes richtet.

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Dank der Smartpay-App können sich Kunden bei SATURN den Weg zur Kasse vielleicht bald sparen.

Eine europäische Alternative zu Google Pay und Apple Pay

Zwar ist es bereits seit längerem möglich, mobil mit dem Smartphone zu bezahlen, doch erst Apple und Google haben diesem Markt ein wenig neuen Schwung verliehen. Zuvor haben dagegen nur die wenigsten Menschen mit Ihrem Smartphone bezahlt.

Mit ein wenig Verzögerung hat sich nun eine europäische Allianz, aus mehreren Unternehmen, unter dem Namen EMPSA gebildet, die ein europäisches Bezahlsystem für Smartphones umsetzen möchte.

Dabei legt die EMPSA großen Wert darauf, eine unabhängige Alternative zu Google, Apple, Mastercard und andere Kreditkartenanbieter zu erschaffen. Eine derartige Alternative wird von der Bundesbank bereits seit geraumer Zeit gefordert.

Zur Zahlungsabwicklung setzt die neu gegründete Allianz, wie Payback Pay, auf einen individuellen QR-Code, welcher von der Kasse gescannt wird, wodurch die Zahlung ausgelöst wird. Mithilfe des sich im Aufbau befindlichen Systems „Instant Payments“, könnte das Geld von den Banken in Echtzeit überwiesen werden, doch alternativ könnte auch eine Lastschriftzahlung in Betracht kommen.

Man darf durchaus gespannt sein, wie es mit der europäischen Alternative zu Google Pay und Apple Pay in Zukunft weiter geht und ob es dieser gelingen kann den beiden Marktführern in diesem Bereich einen Teil der Kunden abspenstig zu machen.

Aufgrund der nicht benötigten Unterstützung der NFC-Schnittstelle wäre es den Nutzern, dank der Erzeugung eines QR-Codes, auch dann möglich bargeldlos zu bezahlen, wenn diese ein älteres Smartphone besitzen.

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Die EMPSA arbeitet an einer europäischen Alternative zu den Bezahldiensten von Google und Apple.

Fazit

Google Pay ist unter Android-Nutzern und Fans des Google-Konzerns die beliebteste Form des bargeldlosen Bezahlens, während Apple-User selbstverständlich eher den Bezahldienst Apple Pay nutzen.

Wechselt man als Nutzer allerdings von einem Android-Smartphone auf ein Gerät mit iOS, so ist es hierzulande nicht möglich die App von Google Pay auf dem iPhone zu installieren und das, obwohl sogar eine deutsche Support-Seite der App existiert.

Doch auch in den Vereinigten Staaten, wo die Google Pay App für das iPhone zum Download bereitsteht, ist es nicht möglich, per NFC-Schnittstelle bargeldlos mit Google Pay zu bezahlen. Denn Apple unterbindet die Unterstützung der eigenen NFC-Schnittstelle für Zahlungsdienstleister bislang.

Somit bleibt Google-Anhängern bei dem Wechsel auf ein Apple-Smartphone lediglich die Nutzung von Apple Pay oder der App eines anderen Bezahldienstleisters, welcher zur Bezahlung nicht auf die NFC-Schnittstelle des iPhone zurückgreift.

Allerdings fallen die Alternativen, mit Diensten wie zum Beispiel Payback Pay, der jedoch nur von wenigen Geschäften unterstützt wird, bislang eher mager aus.

Aus diesem Fall wird es interessant sein zu beobachten, ob es der europäischen Allianz EMPSA gelingen wird, auf Dauer eine echte europäische Alternative zu den bargeldlosen Bezahldiensten von Google und Apple zu entwickeln, die nicht an ein Betriebssystem gebunden ist und von den Anwendern als echte Alternative akzeptiert wird.



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