Gelassenheit – wie die innere Einstellung zum äußeren Erfolg führt

5. Mai 2020

Es ist eine alte Mär, dass Gelassenheit und Erfolg Gegensätze sind. Doch nach wie vor wird nur auf Handeln, proaktives Agieren und Druck gesetzt, um unternehmerische Ziele zu erreichen. Dabei basiert nachhaltiger Erfolg auf ganz anderen Faktoren: Das sind Kreativität, Ideenreichtum und den Visionen für das Geschäft von morgen.
Die aber gedeihen nur in einem freien, offenen Klima von Ruhe und Gleichmut. Switchen Sie doch mal um und machen Sie Gelassenheit zur Erfolgsstrategie Nr. 1 – wie Sie das schaffen, erkläre ich Ihnen in diesem Blog.

Warum Sie das Problem bald angehen sollten

In vielen Unternehmen, die ich berate, spüre ich Anspannung statt Gelassenheit. Durch chaotische Abläufe entstehen unnötige Wartezeiten, die die Beschäftigten stressen. Nicht selten fehlt ihnen der Mut oder auch die Gelegenheit, diese Missstände anzusprechen oder auch einfach nur einmal „Nein“ zu sagen. Meine 5 Tipps enthalten zahlreiche praxiserprobte Anregungen, wie Sie den beruflichen Alltag besser in den Griff bekommen. Denn auf Dauer schwächen Stress, Hektik und Termindruck nicht nur Ihre geistige Kraft, sondern auch Ihren Körper. Sie machen buchstäblich krank.

Der Kompass für mehr Gelassenheit ist ein Mix aus äußerer Ordnung und einer gelösten inneren Haltung

Tipp 1: „Gewusst wo“ – Gelassenheit durch Ordnung

Wer weiß, wo was ist und wie es geht, der kann vieles ruhiger angehen. Dabei sollten Sie Ordnung auf verschiedenen Ebenen halten, um den größten Nutzen daraus zu ziehen. Achten Sie

  • auf ein aufgeräumtes Umfeld. Angestellte verbringen im Schnitt eine ganze Stunde pro Tag mit dem Suchen nach Dokumenten, Ordnern und Hilfsmitteln. Das führt zu unnötiger Hektik. Zudem ist es eine Verschwendung von Energie und Konzentration – welche besser in Arbeit investiert wäre! Schaffen Sie also Ordnung auf Ihrem Schreibtisch: Sie benötigen dort lediglich Monitor, Tastatur, Maus und eine Posteingangsschale. Und die Unterlagen für das Projekt, an dem Sie gerade arbeiten. Alles andere verstauen Sie gut sortiert und deutlich beschriftet in Schubladen. Mehr Informationen dazu finden Sie in diesem Video:
  • auf geordnete Arbeitsprozesse. Ordnung bedeutet hier: Strukturen schaffen, die für die Mitarbeiter nachvollziehbar sind. Entfernen Sie zunächst unnötige Arbeitsschritte und Kommunikationsschleifen aus allem, was Sie tun. Hinterfragen Sie sämtliche Prozesse gemeinsam mit dem ganzen Team und verschlanken Sie sie so, dass es an keiner Stelle mehr Probleme bei den Absprachen oder andere Verzögerungsgründe gibt. Gehen Sie sodann konstruktiv vor und erarbeiten Sie mit allen gemeinsam neue Strukturen, die jeden seiner Fähigkeiten gemäß und mittels realistischer Arbeitspläne umgesetzt werden können.
  • auf individuelle Planung. Was für das ganze Team gilt, fängt beim Einzelnen an. Ihr Tag erhält durch die richtige Planung eine Ordnung. Entwerfen Sie daher einen Tages- und einen Wochenplan. Am Ende des Tages bzw. der Arbeitswoche checken Sie Ihre Auflistung. Streichen Sie zunächst die erledigten Aufgaben durch. Dann überprüfen Sie, ob die Prioritäten noch stimmen und welche wichtigen Schritte Sie als nächstes ins Auge fassen. Ich mache gute Erfahrungen damit, nur 60 Prozent meiner Zeit zu verplanen. Die verbleibenden 40 Prozent bleiben als Puffer, um ohne Zeitmangel gelassen auf Unerwartetes reagieren zu können.

 

Tipp 2: Wenn Fehler machen, dann richtig – Gelassenheit üben per Fehlerkultur

Wir sollten Fehler nicht umgehen oder harmlos reden. Vielmehr brauchen wir sie, um höhere Ziele zu erreichen oder etwas Neues zu entwickeln. Doch in vielen Unternehmen wird diese Philosophie der Fehlerkultur nicht gelebt. Natürlich sind Fehler im ersten Moment ärgerlich, doch sie bergen auch Chancen – um Dingen auf den Grund zu gehen, dazuzulernen und um Systeme, Prozesse, Abläufe zu verbessern. Daher sollten Sie bewusst Gelassenheit im Umgang mit Fehlern trainieren.

Extra-Tipp: Ein Training kann schon in den kleinen Dingen des Alltags beginnen. Beispielsweise im Stau oder in der Schlange beim Bäcker: Statt nervös zu werden und zu schimpfen, fokussieren Sie sich auf das genaue Gegenteil. Sie bleiben ruhig – je länger, desto besser. So sind Sie vorbereitet auf die Rückschläge im Büro und können unerwarteten Unterbrechungen gelassener begegnen.

Schenken Sie Ihrem Mitarbeiter Gelassenheit durch anerkennende Worte in einem persönlichen Gespräch

Tipp 3: Fördern Sie Gelassenheit durch Wertschätzung und Lob

Werden aus Fehlern Schuldzuweisungen, hören Mitarbeiter irgendwann auf, Neues auszuprobieren. Es könnte ja schief gehen! Das ist einer der Kernpunkte: denn hier geht es um Vertrauen und positiven unternehmerischen Spirit. Um diesen zu verstärken, könnten Sie als Vorgesetzter dazu übergehen, öfter mal „danke“ zu sagen oder ein Lob auszusprechen.
Gelassenheit ist schließlich immer dann gegeben, wenn man sich als Mensch sicher aufgehoben, angenommen und wertgeschätzt fühlt. Zeigen Sie daher Ihren Angestellten Ihre Wertschätzung – loben Sie sie, unterstützen Sie sie, haben Sie immer ein offenes Ohr für ihre Belange. Nehmen Sie sie als wertvolle Mitmenschen wahr und nicht nur als Mittel zum Zweck.

Tipp 4: Stress oder Gelassenheit? Das entscheiden Sie selber!

Gelassenheit ist vor allem eine Entscheidung, die in Ihrem Kopf passiert. Nicht immer sind es die Arbeit, die Aufträge, der Kunde oder die Chefs, die stressen. Oft stressen wir uns mit zu hohen Ansprüchen an uns selber. Eine zu perfektionistische Einstellung ist die Ursache. Ich versichere Ihnen: Sie müssen nicht andauernd Vollgas geben, meistens reichen locker 80 Prozent. Lassen Sie sich hier überzeugen, wie Sie Ihren Perfektionismus ablegen und trotzdem erfolgreich arbeiten.

Im Beruf kommt häufig eines zum anderen. Sie gewinnen Gelassenheit durch eine klare Absage an mehr Belastung

Tipp 5: Ein Nein zu mehr Belastung ist ein Ja zu Gelassenheit

Wer immer „Ja” sagt und ständig neue Arbeiten annimmt, verfolgt die Interessen von jemand anderem. Sagen Sie deshalb freundlich aber bestimmt, wenn Sie ausgelastet sind und lehnen Sie zusätzliche Projekte ab. Das ist nicht immer leicht. Damit Sie sich trotzdem gut fühlen, zeigen Sie Hilfsmöglichkeiten, Auswege oder Alternativen auf. Weitere Tipps zum Thema erhalten Sie in meinem Artikel: Wer kann dazu schon nein sagen? 7 Tipps um sich abzugrenzen

Extra-Tipp: Auch ein Berg an alten Unterlagen kann unnötig stressen, indem er immer das Gefühl erzeugt es müsste noch etwas erledigt werden. Wenn es Ihnen schwerfällt, sich von Dokumenten zu trennen, empfehle ich Ihnen das Wegwerfen auf Probe. Packen Sie einfach alle Unterlagen die Sie noch nicht wegwerfen möchten in einen Karton und beschriften diese mit einem Zettel, der das Datum enthält, an dem der Inhalt unbesehen entsorgt werden kann. Die Vorlage dazu können Sie sich hier kostenlos herunterladen.

Und Sie?

Haben Sie Kollegen oder Freunde, denen dieser Artikel helfen würde, um wirklich innerlich loslassen zu können? Wir freuen uns, wenn Sie ihn teilen und auf uns aufmerksam machen!



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