Gelassenheit lernen und Fehlerkultur etablieren



Es gab mal eine Zeit, in der galt Gummi als hochempfindliches Material: War es kalt, brach es. War es warm, schmolz es. Auch der Chemiker Charles Nelson Goodyear startete etliche erfolglose Versuche, Gummi durch chemische Zusätze haltbarer machen. Bis ihm eines Tages im Jahr 1839 ein Fehler unterlief. Aus Versehen ließ er ein Stück Kautschuk-Schwefel-Gemisch auf eine heiße Herdplatte fallen. Danach war die Masse dauerhaft elastisch und widerstandsfähig – und Goodyear hatte die Vulkanisation entdeckt: der Beginn der langen Erfolgsgeschichte des Reifens.

Philosophie der Fehlerkultur in deutschen Unternehmen? Häufig Fehlanzeige

Von solchen wahren Geschichten gibt es etliche – Erzählungen, bei denen aus Fehlern oder Versagen etwas Neues entsteht. Das bestärkt mich und sicher auch viele andere Menschen darin, dass wir Fehler brauchen, um höhere Ziele zu erreichen oder etwas Neues zu entwickeln. Doch in vielen Unternehmen wird diese Philosophie der Fehlerkultur leider nicht gelebt.

Wut und Frust statt konstruktive Gelassenheit

Statt eines Umdenkens und Gelassenheit lernen angesichts von Fehlern der Mitarbeiter erleben wir häufig eine Frust-und Wut-Reaktion unter Führungskräften. Das ist zwar – je nach Fehler, der das Unternehmen eventuell viel Geld kostet oder Kunden vertreibt – nur allzu verständlich. Jedoch macht eine solche Reaktion die Sache in vielen Fällen noch schlimmer und zieht negative Folgen für die Zukunft nach sich: das Vertrauen der Mitarbeiter und den unternehmerischen Spirit und Workflow leidet.

Gelassenheit lernen # 1: Klagen Sie nicht an – seien Sie gemeinsam konstruktiv

Fragen Sie nicht, wer Schuld hat, sondern was Schuld hat – so entkoppeln Sie das Problem von der Person und begeben sich gemeinsam auf die Suche nach der Ursache des Problems. Denn die Reaktion auf Schuldzuweisung ist fast immer gleich: Verteidigung – und im Nachklang Angst. Analysieren Sie, wie der Fehler entstanden ist, was sich an Prozessen oder Strukturen optimieren lässt, so dass der Fehler nicht noch einmal auftritt.

Gelassenheit lernen durch gemeinsames arbeiten
Gelassenheit lernen und gemeinsam konstruktiv sein

Gelassenheit lernen # 2: Denken Sie einfach um

Fehler sind so wertvoll wie Goldnuggets, denn sie machen uns auf Schwachstellen im unternehmerischen Betrieb aufmerksam. Tun Sie konstruktiv etwas dagegen, dass er nicht noch einmal auftritt, dann bedeutet Fehler machen einen Schritt in Richtung Null-Fehler-Produktion zu gehen, dem Idealzustand in Betrieb, Verarbeitung und Büro.

Fragen Sie nicht wer hat Schuld, sondern was hat Schuld? Klick um zu Tweeten

Gelassenheit lernen # 3: Ohne Fehler geht es definitiv nicht, am besten Sie gewöhnen sich dran

Effektivität entsteht nicht durch Stillstand, sondern durch Ausprobieren von etwas Neuem – das geht unwillkürlich über Fehler – als kreativer Prozess.

Gelassenheit lernen # 4: damit Mitarbeiter vertrauen

Werden aus Fehlern Schuldzuweisungen, hören Mitarbeiter irgendwann auf, Neues auszuprobieren. Es könnte ja schief gehen! Das ist einer der Kernpunkte: denn hier geht es auch um Vertrauen und positiven unternehmerischen Spirit. Ist beides gestört, kann es ein Unternehmen sehr schwer haben, einen optimalen Workflow und Erfolg zu verzeichnen.

Gelassenheit lernen durch Vertrauen
Gelassenheit lernen und den Mitarbeitern vertrauen

Ist Ihnen auch schon einmal der Kragen geplatzt – und Sie haben es danach bereut? Ich bin neugierig auf Ihre Erfahrungen…





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