Keine Fehler machen beim Fehler vermeiden – so geht’s!



„Fehler heißen Fehler, weil etwas fehlt und nicht, weil etwas falsch ist.“ – Wahre Worte, denn die meisten Fehler im Betriebsablauf werden nicht aus Unvermögen oder Schusseligkeit, sondern aufgrund von systemimmanenten, organisatorischen Fehlerquellen begangen. Was fehlt, ist ein geschärfter Blick auf die Fehlerursache und deren Einordnung in die Managementaufgaben. Dieser Beitrag soll Ihnen helfen, Ihren Standpunkt gegenüber Fehlern und Fehlerkultur zu prüfen und ein breites Sensorium für Fehlerquellen zu entwickeln - beides hilft Ihnen künftig beim Fehler vermeiden.
Die gute Nachricht ist: Wenn ein Fehler systemimmanent ist, können Sie ihm bereits im Vorhinein systematisch auf die Schliche kommen. Neutrale Analyse, offener Dialog und intelligente Prävention sind daher Bausteine einer guten Fehlerkultur, die effektiv Fehler vermeiden hilft. Fehler vermeiden hat viel mit Zuhören zu tun – und mit der Zufriedenheit Ihrer Mitarbeiter. Denn diese werden Ihnen beim Aufbau einer angstfreien Fehlerkultur nur dann helfen, wenn Sie sich motiviert, wertgeschätzt und ernst genommen fühlen.

Das flammende „J’accuse!“ oder: Der größte Fehler beim Fehler vermeiden

Der Chef holt im Meeting tief Luft. Der Kunde ist abgesprungen. Die gesamte Mannschaft ist versammelt, vom Lager- bis zum Vertriebsleiter. Die Schultern werden eingezogen, die Blicke gesenkt. Gleich geht’s los: Jetzt werden jedem vor versammelter Mannschaft die Fehler der vergangenen Wochen aufs Brot geschmiert – und zwar öffentlich und fürs Protokoll. In diesem Unternehmen ist nur eines klar: Der Chef muss nicht aktiv Fehler vermeiden – er ist unfehlbar. Welcher Mitarbeiter trägt die Schuld am Versagen und wie kann man ihn vorführen und bestrafen?

Wer in einem solchen Umfeld arbeiten muss, wird keine Fehler vermeiden, sondern viele neue Fehler machen. Aus Angst werden mögliche Probleme im eigenen Verantwortungsbereich verschwiegen; Lügen, Vertuschen und Verstecken werden zu Überlebensstrategien. Etablieren Sie daher in Ihrem Unternehmen unbedingt eine Gesprächs- und Fehlerkultur, die Fehler als Möglichkeit zum Lernen und als Indikator für potentielle Probleme begreift. Fragen Sie nicht „Wer hat schuld?“ sondern „Was hat schuld?“. Denn nur wer sich angegriffen fühlt, wird sich verteidigen, sich wegducken oder lügen. Nichts kann Fehlerquellen besser verbergen als eine Mauer aus angstvollem Schweigen, Schuldzuweisungen und Lügen.

Begreifen Sie Fehler als Chance

Fehler sollten von Ihnen nicht als Störquelle, sondern als deutlicher Fingerzeig betrachtet werden: Niemand macht absichtlich Fehler, sie entstehen aus Schwachstellen im Prozess oder im Büroalltag, die Sie aktiv beseitigen können. Wird die Schwachstelle im Anschluss an die Analyse so wirksam beseitigt, dass der Fehler künftig nicht mehr auftritt, ist der Fehler ein wichtiger Schritt in Richtung Null-Fehler-Produktion, die auch im Büro als Ideal gelten sollte.

fehler-vermeiden-durch-gespraechs-und-fehlerkultur
Etablieren sie in Ihrem Unternehmen eine Gesprächs- und Fehlerkultur, um Fehler vermeiden zu können.

Sie entscheiden also durch Ihre Reaktion und Ihren Umgang mit Fehlern, ob Sie diese als Stolpersteine oder als Trittstufen ansehen möchten. Um die tatsächliche Funktionalität Ihrer Strategien und Prozesse in der Realität zu erproben, gibt es nichts besseres als eine detaillierte Fehleranalyse – die Wahrheit muss auch Ihnen als Chef zumutbar sein.

Richtige Fehleranalyse hilft Fehler vermeiden

Auch wenn ich es an anderer Stelle bereits erwähnt habe: Ohne eine genaue und systematische Analyse der wirklich zugrundeliegenden Ursachen eines Fehlers werden Sie niemals effektiv Fehler vermeiden können. Das folgende Beispiel führt Ihnen noch einmal deutlich vor Augen, warum dies so ist:

richtige-fehleranalyse-hilft-fehler-vermeiden
Ohne eine genaue und systematische Analyse der wirklich zugrundeliegenden Ursachen eines Fehlers werden Sie niemals effektiv Fehler vermeiden können.

Wie Sie sehen, ist die Ursache hier nicht beim Verkaufsleiter oder seiner Büroorganisation zu suchen – sie liegt in der fehlerhaften Büromaterialienverwaltung. Damit ist die Ursache klar als systemisch und nicht als persönlich bestimmt worden. Anstatt Anschnauzen also an die Arbeit: Büromaterialien lassen sich nämlich hervorragend mit Kanban organisieren.

Praktisch Fehler vermeiden im Büroalltag mit intelligenten Ideen

Eine riesige Möglichkeit zur Fehlervermeidung ist die perfekte Organisation des Büroalltags. Wer nicht zum falschen Ordner für die Bestellungen greift, wird auch nicht die falsche Rechnung verschicken – dem Ordnersystem sei Dank. Daher sind Ordnung, Sauberkeit und Übersichtlichkeit nicht nur lobenswert, sondern können aktiv Fehler vermeiden helfen.

„Zuhören, analysieren, handeln: Sehen Sie Fehler im Büroalltag als Chance, weitere Fehler vermeiden!“ Klick um zu Tweeten

Nicht nur am Arbeitsplatz, sondern auch bei anderen Rätseln des Büroalltags kann man ganz einfach Fehler vermeiden: Nicht jeder ist ein As an der Kaffeemaschine, nicht jeder bekämpft souverän den Papierstau im Kopiergerät. Kleine, bebilderte Anleitungen an den Geräten selbst helfen hier schnell weiter – so kann man Fehler vermeiden, die zeitraubend und womöglich teuer sind. So machen Sie sich auf den Weg zu einer neuen Fehlerkultur, mit der sich jetzt und in Zukunft kleine und große Fehler vermeiden lassen.

Ihre Ideen und Beispiele zum Thema „Fehler vermeiden“ gesucht

In jedem Unternehmen passieren Fehler – und jedes Unternehmen geht unterschiedlich mit Ihnen um. Daher interessieren mich Ihre ganz persönlichen Erfahrungen, Beispiele und Ideen zum Thema Fehler vermeiden und Fehlerkultur. Schreiben Sie mir diese in die Kommentare – ich freue mich auf Ihren Input.
Außerdem möchte ich Sie an dieser Stelle auf meinen E-Mail-Leitfaden „Endlich frei!“ hinweisen, der Ihnen zwölf Strategien für erfolgreiche Unternehmensführung zeigt. So machen sich frei von unnützem Ballast – und können sich aktiv auf das Fehler vermeiden konzentrieren!





Schlagwörter: , ,


Das könnte Sie auch interessieren...

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail Adresse wird nicht öffentlich angezeigt.