Fachkraft für Arbeitssicherheit – Unfallverhütung vom Profi



Als Unternehmer und Arbeitgeber begrüße ich jeden Experten, der mir dabei zur Seite steht, die Verantwortung für die Sicherheit meiner Mitarbeiter auszuüben. Unverzichtbar ist hier die Fachkraft für Arbeitssicherheit.

Diese Spezialisten haben es in sich: Sie sind gründlich ausgebildet und haben viele Erfahrungen gesammelt. Eine Fachkraft für Arbeitssicherheit hat nicht nur einen geübten Blick für offensichtliche Sicherheitsmängel, sondern kennt auch die gesetzlichen Bestimmungen und schaut gezielt „hinter die Kulissen“. Deshalb stelle ich Ihnen heute diesen Experten vor.

Inhalt:

Qualifizierung in Sachen Arbeitssicherheit

Fachkraft für Arbeitssicherheit – das ist kein Lehrberuf, sondern eine Zusatzausbildung. Interessierte Meister, Techniker oder Ingenieure mit mindestens zweijähriger Berufserfahrung absolvieren den mehrmonatigen Lehrgang. Ausbildungsträger ist meist eine Berufsgenossenschaft. Es gibt auch andere Ausbildungsstätten, zum Beispiel den TÜV Rheinland. Die Kosten für die Qualifizierung werden von der Berufsgenossenschaft übernommen.

Die Ausbildung ist anspruchsvoll: Präsenzphasen in der Ausbildungsstätte wechseln sich mit Selbstlernphasen  ab. Am Ende jeder Ausbildungsphase weisen die Lernenden ihr Wissen in einer Prüfung nach. Kurz vor Ende der Ausbildung wird ein Praktikum ausgeübt und eine Praxisarbeit vorgelegt.

Je nachdem, ob der Lernende im Hauptberuf Meister, Techniker oder Ingenieur ist, nennt er sich:

  • Sicherheitsmeister
  • Sicherheitstechniker oder
  • Sicherheitsingenieur

Die Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit ist bei allen drei Berufsbezeichnungen die gleiche.

Frisch geschult und hoch motiviert hält der frisch gebackene Sicherheitsexperte Ausschau nach Einsatzmöglichkeiten. Dabei hat er mehrere Möglichkeiten.

Der Arbeitsplatz: Angestellt oder mit eigenem Unternehmen

Die Fachkraft für Arbeitssicherheit kann ihren Platz als Angestellter in einem Unternehmen finden. Hier ist er direkt dem Leiter des Unternehmens unterstellt. Weisungen an die Mitarbeiter spricht er nicht aus.

Fachkraft für Arbeitssicherheit
Die Fachkraft für Arbeitssicherheit hat viel zu tun; ob als Angestellter im Unternehmen oder im überbetrieblichen Dienst.

Eine andere Möglichkeit ist einer der überbetrieblichen sicherheitstechnischen Dienste. Diese Dienste übernehmen die Betreuung von Unternehmen, die weniger als zehn Mitarbeiter haben. Hierfür wird zwischen dem Unternehmen und dem Dienst ein Vertrag geschlossen, in dem zum Beispiel die konkreten Aufgaben des Dienstes und die anfallenden Kosten geregelt sind. Die verantwortliche Fachkraft für Sicherheit steht hier mit dem Betriebsleiter oder seinem Stellvertreter in direktem Kontakt.

Einen sicherheitstechnischen Dienst kann die Fachkraft für Arbeitssicherheit auch selbst gründen. Damit ist der Experte selbst ein Unternehmer, der andere Unternehmer dabei unterstützt, die Verantwortung für das Wohl und die Arbeitssicherheit ihrer Mitarbeiter wahrzunehmen.

Aufgaben: Von Arbeitsplatzgestaltung bis Unfallverhütung

Die Aufgaben der Fachkraft für Arbeitssicherheit umfassen ein weites Feld. Hier zähle ich die wichtigsten Aufgaben auf, wie sie im Arbeitssicherheitsgesetz (AsiG) § 6 festgelegt sind:

  • Begehungen: In Arbeitsstätten und an den einzelnen Arbeitsplätzen werden regelmäßig die Arbeitsmittel und Arbeitsverfahren in Augenschein genommen.
  • Beobachtung: Wie werden Arbeitsschutz und Unfallverhütung ausgeführt?
  • Beratung der Geschäftsleitung zur Arbeitssicherheit
  • Gefährdungsbeurteilungen: Hier wirkt die Fachkraft für Arbeitssicherheit mit.
  • Sicherheitsbeauftragte: Sie werden von der Fachkraft für Arbeitssicherheit geschult.
  • Unfallanalyse: Passiert ein Arbeitsunfall, analysiert die Fachkraft für Arbeitssicherheit die Ursachen und schlägt Maßnahmen vor, wie der Unfallschutz verbessert werden kann.
  • Unterweisung: Beschäftigte erhalten regelmäßig Schulungen zum Arbeitsschutz.

Tipp: In meinen Beiträgen zur Arbeitssicherheit und zur Unterweisung Arbeitsschutz finden Sie mehr Informationen zum Thema.

Fachkraft für Arbeitssicherheit berät Geschäftsleitung
Die Fachkraft für Arbeitssicherheit berät die Geschäftsleitung rund um den Unfallschutz.

Das sind recht viele verantwortungsvolle Aufgaben. Gut, dass die Fachkraft für Arbeitssicherheit in ihrer Ausbildung lernt, wie sie diese Aufgaben ausführt und was ihr dabei hilft.

Plan-Do-Check-Act oder: Die Checkliste zur Tätigkeit

Der Plan-Do-Check-Act (PDCA) ist ein standardisierter Ablauf für Prozesse, die kontinuierlich verbessert werden. Der PDCA lässt sich überall dort anwenden, wo es Verbesserungen erreicht werden sollen; hier um die Verbesserung des Arbeitsschutzes:

1. Der Arbeitsabläufe werden analysiert: Welche Gefährdungen werden festgestellt?
Beispiel: Der Schreibtischstuhl ist zu niedrig.
2. Die Gefährdungen werden beurteilt: Wie hoch sind sie einzuschätzen?
Der Mitarbeiter nimmt eine nachteilige Haltung ein. Mittelfristig sind Rückenprobleme zu erwarten.
3. Welche konkreten Ziele sollen erreicht werden?
Eine ergonomische Arbeitshaltung, die den Rücken nicht belastet.
4. Lösungen werden entwickelt: Welche Lösungen haben Vorrang, welche sind nachgeordnet?
Lösung 1 (vorrangig): Anschaffung eines ergonomischen Arbeitsstuhls.
Lösung 2 (nachgeordnet): Angebot von Rückengymnastik für alle Mitarbeiter, um Rückenleiden vorzubeugen.
5. Lösungen werden der Geschäftsleitung vorgeschlagen.
6. Begleitung der Lösungsmaßnahmen.
Beratung bei der Auswahl des Arbeitsstuhls.
7. Kontrolle: Wie wirksam sind die Lösungen? Hier setzt ein neuer PDCA ein, um die Lösungen zu analysieren.

Fachkraft für Arbeitssicherheit arbeitet plangesteuert
Analysieren, Bewerten, Ziele finden, Lösungen vorschlagen: Die Fachkraft für Arbeitssicherheit arbeitet nach dem Plan-Do-Check-Act.

Tipp: Welche Checklisten es noch gibt und wie Sie diese für sich nutzen können, lesen Sie in meinem Beitrag Abgehakt: Wie Checklisten Ihr Leben leichter machen. In unserem Downloadcenter steht eine Sammlung von Checklisten für Sie bereit, natürlich kostenlos.

Beratung mit Gewinn für alle

Die Fachkraft für Arbeitssicherheit ist ein universeller Berater für Unternehmer zur Vermeidung von Arbeitsunfällen und arbeitsbedingten Erkrankungen. Diese Leistung wurde vom Gesetzgeber angeordnet, um die Betriebsinhaber dabei zu unterstützen, für die Sicherheit und Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu sorgen. Das betrifft große Unternehmen genauso wie kleine Unternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitern.

Die Fachkraft für Arbeitssicherheit ist eine willkommene Unterstützung für meine Mitarbeiter und mich Klick um zu Tweeten

Nicht zu unterschätzen ist dabei der Beitrag, den dieses Engagement für die Mitarbeiterzufriedenheit leistet.

Tipp: Mein kostenloses E-Book Mitarbeitermotivation, die 33 Rosen enthält 33 bewährte Tipps, wie Sie Ihre Mitarbeiter zu engagierten Mitunternehmern machen.

Und Sie?

Welche Erfahrungen haben Sie mit Ihrer Fachkraft für Arbeitssicherheit gemacht? Worauf möchten Sie nicht mehr verzichten? Schreiben Sie mir oder hinterlassen Sie einen Kommentar unter diesem Artikel, ich freue mich darauf.



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